![ine Infografik mit dem Titel „NEUE MS-LEITLINIE: LEBENSSTIL & KOMMUNIKATION“. Die Grafik ist in zwei Hauptbereiche unterteilt, die durch einen Pfeil mit der Aufschrift „GANZHEITLICHER THERAPIEANSATZ“ verbunden sind.
Der linke Bereich (hellblau umrandet) trägt den Titel „KAPITEL C: LEBENSSTIL-MANAGEMENT“. Er enthält sechs Unterpunkte mit Icons und Text:
KÖRPERLICHE AKTIVITÄT (Icon: Läufer, Fahrrad, Hantel): Regelmäßiger, angepasster Sport; Verbessert Funktion & Lebensqualität.
ERNÄHRUNG & GEWICHT (Icon: Obst, Gemüse, Fisch, Waage): Ausgewogen nach Standards; Fokus: Darmgesundheit & Mikrobiom; Vermeidung von Übergewicht.
VITAMIN D (Icon: Sonne, Tablettenflasche): Klare Empfehlung zur Supplementierung; Dosis individuell anpassen.
OSTEOPOROSE-VORSORGE (Icon: Knochen, Lupe): Screening ab 50 Jahren (Männer) / Menopause (Frauen).
MENTALE GESUNDHEIT (Icon: Gehirn, Glühbirne, Wellen): Stressmanagement-Techniken; Entspannungsverfahren; Resilienztraining.
GENUSSGIFTE: RAUCHEN (Icon: Durchgestrichene Zigarette): Signifikanter Risikofaktor; Vermeidung: Schubrate & Progression; Auch Passivrauchen anerkannt!
Der rechte Bereich (orange umrandet) trägt den Titel „KAPITEL H: PATIENTENZENTRIERTE KOMMUNIKATION“. Er enthält zwei Hauptpunkte:
GEMEINSAME ENTSCHEIDUNG (Icon: Zwei Personen am Tisch im Gespräch): Arzt und Patient entscheiden zusammen; Keine Entscheidungen über Kopf der Patienten hinweg.
PATIENT-EMPOWERMENT (Icon: Person auf Berggipfel mit Flagge): Befähigung zu informierter Therapiewahl; Abwägung individueller Nebenwirkungen; Erhöht Compliance & Erfolg.
Unten rechts befindet sich ein Logo mit dem Text „Grafik für Life-SMS“. Am unteren Rand steht in eckigen Klammern: „[nach aktuellen MS-Leitlinien]“.](https://lifesms.blog/wp-content/uploads/2026/03/2026-03-28-life-sms-leitlinie-i.png?w=1024)
Anfang bis Mitte der 90er Jahre bekamen manche MS-Betroffene von engagierter, wissender Ärzteschaft den Rat zur Lebensstilanpassung: gesünder essen, mehr Ruhe & erholsamer Schlaf, weniger Stress, Verzicht auf Zucker, Alkohol, Nikotin und andere Drogen. Manchmal wurde es auch konkreter, z.B. in Bezug auf tierische Fettsäuren oder Nahrungsergänzung. Mache Betroffene, die sich daran hielten, merkten mehr oder weniger schnell, dass die Ratschläge sinnvoll waren. Als dann die ersten Medikamente speziell für MS zugelassen wurden (es waren Interferone), wurden jene Betroffene belächelt, die auf ihre erfolgreiche Lebensstilanpassung hinwiesen; Nee, das könne nicht helfen. Da müsse schon was Besseres her; z.B. dieses oder jenes Interferon-Präparat.
Seitdem halten sich die meisten der Neurologenschaft – und damit auch die MS-Diagnostizierten – an die Empfehlungen in der Leitlinie zur Diagnose und Therapie von Multiple-Sklerose.
2021 wurde diese letztmalig komplett neu erstellt und seitdem ist es eine „Living-Guideline“, da sie mindestens einmal jährlich geprüft und aktualisiert wird.
Heute, etwa 30 Jahre nach dem ersten MS-Medikamenten-(Interferon-)Einsatz, steht es schwarz auf weiß in diesen Richtlinien (letzte Version veröffentlicht im Febraur 2025), was damals schon einigen bekannt war. Denn die neuesten Überarbeitungen fokussieren verstärkt auf Patientenpartizipation und Therapieoptimierung. Endlich, aber leider für viele Betroffene zu spät!
Erfreulich dagegen, dass mit sogar zwei neuen Kapiteln, eines zum Lebensstil-Management, ein weiteres zur patientenzentrierten Kommunikation, die Patientenpartizipation nun deutlich in den Fokus rückt.
Da einiges davon ganz auf der Linie der Empfehlungen von Life-SMS liegt, besprechen wir die Neuerungen hier ausführlicher. Es ist ja leider auch weiterhin davon auszugehen, dass im klinischen Alltag noch eine ganze Weile oft auf die medikamentöse Therapie fokussiert wird – entweder aus (Sprech)Zeitgründen oder weil noch nicht alle aus der Neurologenzunft die neuen Kapitel entdeckt und gelesen haben (teils auch aus Zeitgründen oder sogar aus Ignoranz), so dass diese Aspekte leider auch weiterhin häufig zu kurz kommen werden.
Heute folgt zunächst ein kurzer Überblick zu den 2 neuen Kapiteln. In einem kommenden Newsfeed bei Life-SMS gehen wir dann genauer auf die Kapitel C „Lebensstil-Management“ und danach auf das Kapitel H „Patientenzentrierte Kommunikation“ ein.
Kapitel C „Lebensstil-Management“
C1. Körperliche Aktivität und Bewegungstherapie
Die Leitlinie empfiehlt regelmäßige körperliche Aktivität als festen Bestandteil der MS-Therapie. Das Kapitel betont die Bedeutung von angepassten Sportprogrammen, die individuell an die jeweiligen Fähigkeiten und Einschränkungen angepasst werden können, um sowohl die physische Funktion als auch die Lebensqualität zu verbessern.
C2. Ernährungs- und Gewichtsmanagement
Dieser Bereich umfasst Empfehlungen zu einer ausgewogenen Ernährung gemäß aktuellen Ernährungsstandards mit Fokus auf kardiovaskuläre Gesundheit, Rolle des Mikrobioms und des Darms als immunologisches Organ. Die Leitlinie adressiert die negativen Auswirkungen von Übergewicht und Adipositas auf den Krankheitsverlauf.
C3. Vitamin D
Es werden klare Empfehlungen zur Vitamin-D-Supplementierung gegeben, wobei die Dosierung individuell angepasst werden sollte.
C4. Osteoporose
Aufgrund des Risikofaktors MS wird ein Screening bei Frauen ab der Menopause und bei Männern ab dem 50. Lebensjahr empfohlen zur Früherkennung einer Osteoporose.
C5. Mentale Gesundheit und Stress
Dieser Abschnitt behandelt die Bedeutung von Stressmanagement-Techniken wie Entspannungsverfahren und Resilienztraining. Die Leitlinie erkennt endlich an, dass psychische Belastungen den Krankheitsverlauf beeinflussen können.
C6. Genussgifte: Rauchen und Alkohol
Rauchen wird als signifikanter Risikofaktor für einen ungünstigeren Krankheitsverlauf identifiziert. Der Zusammenhang zwischen Tabakkonsum und erhöhter Schubrate sowie schnellerer Behinderungsprogression wird deutlich gemacht. Gleiches wird sogar für das Passivrauchen anerkannt!
Kapitel H “Patientenzentrierte Kommunikation”
Dieser Faktor wird wohl offensichtlich jetzt ernst genommen. Gerade im Hinblick auf die große Bandbreite an Therapiemöglichkeiten sei es notwendig, dass die Behandelnden nicht allein für die Betroffenen entscheiden (eventuell sogar gegen diese), sondern Arzt-Patienten-Gespräche MS-Diagnostizierte befähigen, für sich persönlich eine informierte Therapieentscheidung zu treffen. Denn die Nebenwirkungsprofile variieren von Medikament zu Medikament, und oft ist es ja eine individuelle Entscheidung, welche unerwünschten Wirkungen akzeptabel sind und welche man nicht tragen möchte.
Außerdem ist ‚Patient-Empowerment‘ wesentlich für die Compliance und damit für den Therapieerfolg.
FAZIT
Erfreulicherweise reflektiert die aktuelle Leitlinie Erkenntnisse und Zusammenhänge, über die wir bei Life-SMS schon seit ungefähr 10 Jahren berichten. Betroffene, die bereits Lebensstiländerungen umgesetzt haben oder dies jetzt tun, sind somit auch aus schulmedizinischer Sicht auf dem richtigen Weg.
Wie zu Beginn erwähnt, werden wir uns in einem der nächsten Newsfeeds an dieser Stelle ausführlicher mit Kapitel C „Lebensstil-Management“ und anschließend mit Kapitel H „Patientenzentrierte Kommunikation“ beschäftigen. Dabei werden wir auch auf mögliche Konsequenzen eingehen, die sich daraus ergeben können (z. B. Knochendichtemessung auf Rezept?).
Bleiben Sie also wie gewohnt neugierig auf diesen Kanal und uns treu!
Ihr Team von Life-SMS
Quelle:
Zur Vertiefung:
Übersicht zu Lebensstil-Faktoren bei MS: Die Life-MS Mind-Map
Bild:
Generiert mit Nano-Banana KI, März 2026
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