Durchtauchen – wie wir gelassen durch die Krise kommen

Ein Gastbeitrag für Life-SMS von Edda Wengler

Über die Autorin

Seit 2016 schreibt Edda Wengler unter dem Pseudonym „Felicitas Dorne“ für Life SMS.

Kurzbiographie: Nach einer glücklichen Kindheit in Mönchengladbach und Jahren der Wanderschaft landete sie in Wien, wo sie bis heute mit ihrer Familie lebt. Gegen alle Wetten schloss sie an der dortigen Universität das Studium der Publizistik, Kommunikationswissenschaft und Psychologie mit Auszeichnung ab. In jungen Jahren arbeitete sie als Hundesitterin und Kellnerin, Universitätstutorin, PR-Frau und Medizinjournalistin, bevor sie sich für eine Karriere in Marketing und Vertrieb in internationalen Konzernen entschied. Nach knapp 1400 Stunden berufsbegleitender Ausbildung unterstützt sie als fast fertige psychologische Beraterin KlientInnen mit und ohne MS, die ihre Probleme lösen, ihre Stärken entdecken und ihr Leben neu ausrichten wollen.

Weil die Krise auch ihr eigenes Leben vorübergehend auf „Pause“ gesetzt hat, schenkt sie den LeserInnen von Life-SMS 12 Stunden Einzelcoaching per Skype (oder Telefon) an den kommenden drei Freitagen 3.4., 10.4. und 17.4. jeweils um 10 Uhr, 12 Uhr, 14 Uhr und 16 Uhr, kostenlos, aber garantiert nicht umsonst. Termine vereinbaren Sie bitte ab sofort per E-Mail unter gesunddenken@gmx.at – solange der Vorrat reicht.


Durchtauchen

Wie wir gelassen durch die Krise kommen

[Hier gibt’s diesen Beitrag auch als pdf-Download….]

Leben mit Corona heißt Leben in der Warteschleife: Angesagt sind Homeoffice und Hamstern, pardon, Vorräte bis zum übernächsten Winter einlagern, statt Büro, Bewegungsfreiheit und Shoppingtouren. Leider kann uns keiner mit Sicherheit sagen, wann wir „back to new normal“ sein werden. Doch bis es soweit ist, könnten wir die Zeit der Krise nutzen, um unsere Seele zu stärken. Psychologische Beratung kann dabei helfen. Damit wir leichter durch Ungewissheit und Ängste, durch Lagerkoller, Fressanfälle und Scheidungswünsche durchtauchen, eventuell sogar mit derselben Kleidergröße. Und Ehering.

 

Ein Bild, das Wasser, draußen, Sport, fahrend enthält. Automatisch generierte Beschreibung
Foto: Jeremy Bishop on Unsplash

Meinungen und Maßnahmen von Experten aus Wissenschaft und Politik überholen sich in diesen Tagen gegenseitig. News von heute sind morgen längst Schnee von gestern. Verstand und Seele rennen keuchend hinterher, versuchen, alles einzuordnen und emotional zu verarbeiten. Plötzlich sind wir im falschen Film gelandet, ohne zu wissen, wann er enden wird.

Ängste und Ratlosigkeit machen sich breit, währenddessen wir tapfer versuchen, unser neues Leben zu stemmen. Treffen mit Verwandten und Freunden, der Besuch von Geschäften, Restaurants und Events, Fortbildung und Urlaub – alles erst mal abgesagt. Der unverzichtbare, wöchentliche Termin bei der Physiotherapeutin fällt ebenfalls flach. Das tut weh, buchstäblich. Stattdessen gewöhnen wir uns an Mundschutz, hochfrequentes Händewaschen samt rapider Hautalterung und Arbeit vom Küchentisch aus. Ganz ehrlich – all das kann schon einen kraftstrotzenden Gesunden überfordern, dafür braucht es keine Multiple Sklerose als Draufgabe.

Mit MS seelisch bestens gewappnet

Die gute Nachricht vorneweg: Als MS-Betroffene/r sind Sie Mitglied eines krisenerprobten Völkchens. Was in diesem Ausnahmezustand für Gesunde unbekanntes Land ist, kennen Sie längst. Im Idealfall kehrten Sie stabil und zuversichtlich von Ihrer beschwerlichen Reise zurück. Gesundheit ist ein kostbares Gut, das über Nacht zerbrechen kann? Diese schmerzliche Erfahrung mussten Sie typischerweise schon in jungen Jahren verarbeiten. Ungewissheit aushalten, etwa hinsichtlich des weiteren Krankheitsverlaufes, und trotzdem nicht vergessen im Hier und Jetzt zu leben? Sie wissen besser als ich, wovon ich wage zu reden. Das berühmte psychische Loch? Vermutlich waren Sie an diesem trostlosen, finsteren Ort, um so rasch wie möglich wieder herauszuklettern. Allein oder mit der Hilfe einer liebevollen Ehefrau oder eines mental starken Gefährten. Vielleicht mussten Sie sich von Ihrer Partnerschaft, Ihrem Arbeitsplatz oder Ihrem finanziellen Poster verabschieden? Die Chancen, dass Sie zumindest einen dieser Rückschläge verkraften mussten, bevor Sie zu neuen, glücklicheren Ufern aufbrechen konnten, stehen hoch. Während Sie diese vielfältigen Herausforderungen bewältigten, eigneten Sie sich gleichzeitig wertvolle neue Strategien und Fähigkeiten an, unbemerkt und nebenbei, die sich jetzt erneut abrufen lassen. Fazit: Menschen mit MS sind psychisch bestens gewappnet, herausfordernde Zeiten zu meistern. Sie sind Veteranen der Notsituation, Kriegerinnen und Kämpfer, kurz: echte Profis im Krisenmanagement.


Foto: Gerhard Wengler

Nicht mehr wir selbst

Dennoch. Ob mit oder ohne MS: Die Covid-19-Krise verändert uns. Unsere Wahrnehmung und unser Verhalten. Wir reagieren anders auf Irritationen von außen, sind weniger flexibel und weniger tolerant als im entspannten Normalzustand. Davon erzählen Paare, die sich zu ihrem eigenen Entsetzen wegen Kleinigkeiten in einem heftigen Streit wiederfinden. Wir beobachten es an Mitmenschen, die in Law-and-order-Manier knallhart jene anzeigen, die ihrer Meinung nach gegen behördliche Auflagen verstoßen, wie etwa der einsamen Raucher auf der Parkbank oder das Dreier-Grüppchen Jugendlicher auf der Straße. „Das Hauptsymptom der Krise ist Einengung. Alles ist fester und starrer. Wir hören ständig schlimme Nachrichten, und das macht etwas mit uns.“, erklärt die im Umgang mit Krisen erfahrene, derzeit in Wien tätige Lebensberaterin Gracia N. Grewe. „Wir lassen uns leichter verunsichern, sind weniger selbstbewusst und dünnhäutiger. Dadurch dringen auch unsere eigenen unangenehmen Verhaltensweisen leichter durch unseren seelischen Filter nach außen.“

Drohender Lagerkoller

Verschärft wird die seelische Einengung durch die räumliche. Statt morgens das Haus zu verlassen, sitzen viele von uns im Home-Office, eng auf eng mit unseren Liebsten, 24 Stunden täglich, von Montag bis Sonntag. Wir versuchen, uns auf die Telekonferenz zu konzentrieren, während der Partner nebenan lautstark telefoniert und die Kinder quengeln. Sich aus dem Weg zu gehen ist schwierig bis unmöglich. Verschärft durch den Platzmangel liegen die Nerven blank, können sich Spannungen leicht zu ernsthaften Streitigkeiten auswachsen.

Der Umgang mit der neuen Nähe ist umso schwieriger, je länger sie dauert. Helfen kann, sich den Mechanismus bewusst zu machen. Selbst mehr auf sein Verhalten zu achten, die sensiblen Antennen für sich und andere stärker auszufahren. Besonders wichtig ist, nicht jede kleine Bemerkung auf die Goldwaage zu legen – in einer Ausnahmesituation entschlüpft uns schon mal das eine oder andere unbedachte oder gereizte Wort. Für unseren Erste-Hilfe-Kasten: Auch wer seine bessere Hälfte aktuell kaum erträgt, und darauf brennt, die Scheidung einzureichen, sobald die erste Anwaltskanzlei wieder öffnet, übt sich besser in Geduld. (Natürlich nur, wenn keine Gewalt im Spiel ist.) Krisen sind keine verlässlichen Ratgeber, wenn es um weitreichende Entscheidungen geht.

Inzwischen gibt es eine lange Liste von Tipps und Tricks, die Dichte-Stress entschärfen und gegen Lagerkoller helfen. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass Sie noch nicht alles fünfzehnfach gelesen haben, finden Sie auch bei uns eine Toolbox mit garantiert selbst getesteten Maßnahmen (siehe weiter unten „Toolbox gegen die Krise“).

Mit der Angst konstruktiv umgehen

Die meisten von uns haben Angst. Oder Ängste, Mehrzahl. Unterschiedlich intensiv. Von mulmig bis Panik. Offen ausgesprochen oder entschieden weggeschoben. Angst um den Arbeitsplatz, um die Zukunft der Wirtschaft, davor, dass wir bald alle unter der Brücke schlafen müssen. Und vor „Big brother“, der gerade Morgenluft schnuppert.

Ganz vorn mit dabei: Angst vor Ansteckung, vor dem unsichtbaren Feind, der unsere geliebten Eltern oder Großeltern – zumindest – auf die Intensivstation befördern kann. Und uns Jüngere gleich mit, wenn wir Pech haben. Etwa, wenn wir angeschlagen sind oder wegen einer Autoimmunerkrankung wie MS unter Kortison oder Immunsuppressiva stehen. Machen wir uns nichts vor, für MS-PatientInnen ist es sinnvoll und gesund, in diesen Tagen lieber ein bisschen zu vorsichtig zu sein als allzu wagemutig.

Hamstern aus Panik

Angst wurde von der Evolution übrigens als Alarmsystem erfunden, um unser Leben zu schützen. Behandeln wir sie daher mit Respekt. Sie motiviert uns zu vernünftigem Verhalten, lässt uns kreativ werden und nach Lösungen suchen. Erst, wenn Angst in Panik umschlägt, wird es kritisch. Wenn sie uns lähmt statt anspornt, oder wenn sie uns trotz gut gefüllter Supermarkt-Regale zu überbordenden Hamsterkäufen treibt. Menschen mit frühkindlichen Mangelerfahrungen sind besonders anfällig dafür. Haben wir doch alle als Säuglinge gelernt, dass Nahrung nicht nur Sattsein bedeutet, sondern zusätzlich Wärme und Geborgenheit, Schutz und Zuwendung. Wer nie sicher sein konnte, dass „genug“ da war, reagiert auf befürchtete Versorgungsengpässe möglicherweise mit heftigen Ängsten. Auf der realen Ebene kann das gezielte, begrenzte Aufstocken von Vorräten also absolut Sinn machen, es beruhigt. Auf der Ebene der Psyche ist es wichtig, dass wir uns erlauben, die Befürchtung ernst zu nehmen. Wenn wir sie zulassen, dahinter schauen, offen aussprechen: „Ich habe Angst zu verhungern“, dann wird sie greifbarer. Sehen wir sie uns bei Tageslicht an, zerlegen sie in kleine Einzelteile und unterziehen sie einem Reality-Check. So lernen wir, mit Angst konstruktiv umzugehen. Und können uns überlegen, was uns alternativ zum Bunkern von Klopapier, Trockenhefe und Mehl das Gefühl von Kontrolle zurückgibt.

Essen gegen die Angst

Ein enger Verwandter des Hamsterns sind übrigens Fressattacken. Auslöser sind, anders als vermutet, weder Langeweile noch häufigeres Kochen. „Wir essen im Übermaß, wenn der Angstpegel hoch ist. Dahinter steht der verständliche Wunsch, gut für uns zu sorgen. Wer vermehrt zu Essen, Zigaretten, Alkohol greift, könnte sich fragen, womit er sein Bedürfnis nach Wärme, Kontakt und Zuwendung sonst noch befriedigen könnte.“, rät Expertin Gracia N. Grewe. Manchmal hilft es schon, einen Freund oder eine Kollegin anzurufen. Schließlich kann man auch am Telefon ein Schwätzchen halten und miteinander einen Kaffee – ohne Zigarette, ohne Sahnetorte – trinken.“

Sehnsucht nach Nähe

Als Herdentiere sehnen wir uns nach Kontakt und dem Gefühl der Verbundenheit. In Zeiten günstiger Handytarife, Skype und Zoom sollte sich das einrichten lassen, auch wenn wir Umarmungen, das freundschaftliche Schulterklopfen oder die “Wangenbussis” vermissen.

„Der Wert von Beziehungen wird uns wieder bewusster“, betont Lebensberaterin Grewe. „Wir kümmern uns mehr um andere, um Alte und Nachbarn, rufen lang vernachlässigte Freunde an, um zu fragen, wie es ihnen geht. Wir geben der Supermarkt-Kassiererin neuerdings Trinkgeld und nehmen die guten Dinge nicht mehr für selbstverständlich.“

Es heißt, in jeder Krise liegt eine Chance – ein Spruch, über den ich mich stets geärgert habe, weil ich ihn als billiges Heftpflaster von keinesfalls in der Krise steckenden Besserwissern empfunden habe. Aber wer weiß, vielleicht liegt ja doch ein Körnchen Wahrheit darin. Und vielleicht gelingt es uns ja, unsere gestärkten seelischen Abwehrkräfte, sprich Resilienz, und unsere neu entdeckte Achtsamkeit in die Normalität 2.0. hinüberzuretten. Denn das wäre es allemal wert, zusätzlich zum Ehering.

 

Foto: Louis Hansel on Unsplash


TOOLBOX GEGEN DIE KRISE

Schaffen Sie Strukturen und erfinden Sie neue Rituale

Beides gibt Halt und Stabilität:

  • Gerade, wenn sich alles Zuhause abspielt und verschwimmt – trennen Sie Arbeits- von Freizeiten.
  • Kochen Sie gemeinsam, eventuell auch mit Kindern.
  • Zelebrieren Sie eine Mahlzeit für die ganze Familie als Höhepunkt des Tages.

Reden Sie bewusst und achtsam miteinander

  • Erzählen Sie von sich, von Ihren Gedanken und Bedürfnissen.
  • Pflegen Sie eine Kultur des Fragens: Was geht dir durch den Kopf? Wie fühlst du dich? Wie war dein Tag? Was ist richtig gut gelaufen? Was nicht so? Was würdest du brauchen?

Entwickeln Sie Sensibilität für Grenzen

  • Respektieren Sie, dass Ihr/e PartnerIn zwar anwesend, aber nicht permanent ansprechbar oder verfügbar ist.
  • Sagen Sie klar, wenn und wie lange Sie selbst nicht gestört werden wollen.
  • Geben Sie auch Ihrem Schulkind die Möglichkeit, ungestört zu arbeiten und sich voll und ganz auf eine Sache zu konzentrieren. Dabei bitte auf Pausen achten und kleine Turnübungen einbauen, z.B. Hampelmann. Das fördert nicht zuletzt den Lernerfolg.
  • Bei beengten Wohnverhältnissen definieren Sie Bereiche und Zeitfenster für gewisse Tätigkeiten – am Küchentisch werden untertags die Arbeitsmaterialien ausgebreitet, das Schlafzimmer dient als Entspannungszone und Yoga-Studio und zur Not kann man immer noch aufs „stille Örtchen“ flüchten.
  • Beim Musikhören und TV sorgen Kopfhörer für Privatsphäre.

Halten Sie Mediendiät

  • Definieren Sie vertrauenswürdige Nachrichten-Quellen.
  • Begrenzen Sie die Zeiten des News-Surfens.
  • Schalten Sie nachts das Handy auf Flugmodus oder verbannen es aus dem Schlafzimmer.

Bleiben Sie in Bewegung

  • Im Idealfall planen Sie die tägliche Sport- oder Bewegungseinheit ein, das stärkt nicht nur das Immunsystem, sondern baut Stress ab und hebt die Stimmung.
  • Achten Sie darauf sich nicht zu überanstrengen und passen Sie Ihre Bewegungs- oder Sporteinheit Ihren körperlichen Fähigkeiten an.
  • Installieren Sie eine App, die Sie auf sympathische Weise zum Workout motiviert.
  • Yoga, Qi Gong, eine Runde auf dem Hometrainer, Übungen mit Kurzhanteln, Gummiband oder Gymnastikball sind in der Regel auch zuhause durchführbar.
  • Ärger und Frust lassen sich zur persönlichen Lieblingsmusik wunderbar wegtanzen, ob allein oder zu zweit, ob sinnlich oder ausgelassen.
  • Ein täglicher Spaziergang mit oder ohne Rollstuhl, gemeinsam oder bewusst allein macht den Kopf wieder frei.

Räumen Sie auf

Den Schreibtisch, Küchenschrank oder E-Mail-Account. Nutzen Sie die frei gewordene Zeit, einmal gründlich auszumisten. Trennen Sie sich von ungetragener Kleidung, Taschenbüchern, Kosmetikpröbchen aus zwei Jahrzehnten und der geerbten Brockhaus-Sammlung. Spätestens seit Marie Kondos Bestseller haben wir schwarz auf weiß, dass uns kaum etwas so viel frische Energie geben wie radikales Wegwerfen.


Foto: Dickens Sikazwe on Unsplash


Raus aus den alten Schuhen

Wer allein lebt, hat es jetzt besonders schwer. Isolation ist keine anregende Gesprächspartnerin. Ich würde mich freuen, wenn Sie sich einen Ruck geben und aufraffen, jemanden anzurufen. Ja, heute noch. Ein erwachsenes Kind, einen alten Freund oder einfach den Menschen, der Ihnen als erstes spontan in den Sinn kommt. Der oder die Angerufene wird vielleicht überrascht sein und sich freuen. Falls nicht, was ich für unwahrscheinlich halte, rufen Sie einfach Nr. 2 auf Ihrer Liste an. Reden sie. Denn Reden hilft in der Krise. Reden hilft gegen Einsamkeit. Sie könnten auch eine Beratungshotline anrufen, oder sich bei einem Kontaktkreis melden. Oder sogar bei einem Verein, der sich mit Themen beschäftigt, die Sie einmal interessiert haben. Früher. Könnte man diese nicht wiederbeleben? Um selbst wieder ein bisschen mehr … zu leben? Mehr Freude und Energie zu spüren? Bitte beschäftigen Sie sich mit positiven Dingen, mit Tieren und Pflanzen, anregenden Büchern, Komödien, Kunst oder Musik. Und vergessen Sie nicht zu flirten, wenn sich die Gelegenheit ergibt. Einfach, um nicht komplett aus der Übung zu kommen. Man weiß ja nie. Lassen Sie Schwarzseher, Angsthasen und Weltuntergangs-Propheten außen vor. Meiden Sie MS-Foren, in denen nur geklagt und gejammert wird, denn das schadet nicht nur Ihrer zarten Seele, sondern nachweislich Ihrem Immunsystem. Kultivieren Sie Ihren Optimismus bei jeder Gelegenheit, denn der lässt sich trainieren wie ein Muskel.

Noch eine Idee darf ich Ihnen mitgeben: Hätten Sie nicht Lust, ein Dankbarkeitstagebuch zu beginnen? Die Wissenschaft hat längst bewiesen, dass Schreiben seelischer Hausputz ist. Diese einfache Methode ist sogar antidepressiv wirksam. Gerade in der Krise tut es gut, sich schriftlich klar zu machen, woraus das kleine Glück besteht. Beantworten Sie sich selbst schriftlich (!) jeden Tag folgende Fragen: Was hat mich heute berührt? Was war schön? Für welche Tätigkeit, für welchen menschlichen Kontakt (auch am Telefon oder per Internet), welches kleine Geschenk des Tages bin ich heute dankbar? Notieren Sie täglich einige Zeilen; ich verspreche, dass sich nach einem Monat etwas verändert hat.

Ich zähle auf Sie. Alles Gute! 

Ihre

Edda Wengler


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Lebensstil-Maßnahmen und MS in der Übersicht: Vortrag des Allgemeinmediziners Dirk Lemke

Manchmal ist es sicherlich hilfreich, den Überblick über das Thema Lebensstilmaßnahmen bei der eigenverantwortlichen Behandlung der Multiplen Sklerose aus berufenem Munde dargelegt zu bekommen. Anlässlich der Konferenz für menschliche Medizin 2015 hat sich der Mediziner Dirk Lemke dieses Themas in einem ca. 40-minütigen Vortrag angenommen.

Hier geht es zum Trailer des Vortrags:

„Zur Bedeutung von Umweltfaktoren für die Entstehung/Therapie von chronischen Erkrankungen am Beispiel der MS“

Stichwörter aus dem Vortrag sind unter anderem: Pharmakologische Therapie und deren eingeschränkte Wirksamkeit, Sonne und Vitamin D, Schlaf, Sport und MS-Symptomkomplexe u.a. auch Depression und Kognition, Stress und Achtsamkeit, Ernährung und Noxen, ketogene Ernährung, gute Fette und Öle, Risikofaktor Getreide/Gluten, Darmpermeabilität und Verweise auf unser Vorbildprojekt OMS (Overcoming Multiple Sclerosis).

Schlussspurt in der Spendenperiode bis Ende April 2017

Sie wissen ja, lsms.info und life-sms.org leben ausschließlich von Ihren privaten Spenden und insofern nutzen wir diesen Vortrag sozusagen als Treibstoff für den Schlussspurt zur Erreichung der Spendenziele bei betterplace für 2017. In in der derzeitigen Spendenperiode (bis Ende April 2017) fehlen derzeit ca. 610 €. Aktuelle Zahlen gibt es hier!

Wir werden nach Erreichen der aktuellen Spendenziele diesen Vortrag allen Interessenten der Projekts Life-SMS/lsms in der Komplettversion hier auf dieser Webseite freischalten

Spenden Sie bitte jetzt schon einen beliebigen Geldbetrag für Life-SMS/lsms über betterplace

Als Dank erhalten Sie einen Download-Link für das komplette Vortragsvideo im mp4-Format zur persönlichen Nutzung oder auch zur Vorführung in Ihrer MS-Gruppe (wir bemühen uns den Link innerhalb von 24 Std. zuzusenden). Sie helfen uns und der wachsenden Gemeinschaft von kritischen MS-Patienten damit sehr.

Vorab vielen Dank.  Bleiben Sie gesund und uns treu!

Ihr und Euer

Life-SMS Team


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Life-SMS Team

Die zweite Chance: kostenloser Kurs zum Thema Mindfulness bei der Monash University ab 6.2.2017

Mindfulness for Wellbeing and Peak Performance

Wir hatten schon im letzten Jahr über das Angebot der Monash University und des Teams um den Allgemeinmediziner und “Mindfullness Coordinator” Professor Craig Hasselt und den klinischen Psychologen Dr. Richard Chambers berichtet, die Technik der Achtsamkeit einem breiten Publikum über einen Online-Kurs kostenlos zu vermitteln und zugänglich zu machen.

Der 6-wöchige Kurs wird nun ab dem 6.2. nochmals angeboten. Zur Anmeldung geht es hier:

https://www.futurelearn.com/courses/mindfulness-wellbeing-performance/

Einen guten Eindruck der Kursinhalte und der diskutierten Fragestellungen vermitteln auch die wöchentlichen Zusammenfassungen (Feedback-Videos) von Craig Hasselt und Richard Chambers, die ohne Anmeldung über youtube verfügbar sind. Als Beispiel hier die Rückblende zur ersten Woche:

Nach unserer eigenen Erfahrung lässt sich der Kurs auch zeitlich gut zu  bewältigen und ist extrem hilfreich. Er ist angereichert mit einer Fülle von Zusatzmaterialien und jedem Teilnehmer ist es selbst überlassen, inwieweit er in die wissenschaftlichen Grundlagen einsteigt.

Denjenigen „Followern“, die weniger anglophil orientiert sind, sei an dieser Stelle nochmals der Gastbeitrag:

Für Sie gelesen und gehört: MBSR – Die Kunst, das ganze Leben zu umarmen.

empfohlen.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen eine achtsame Zeit!

Ihr 

Life-SMS Team

 


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Für Sie gelesen und gehört: MBSR – Die Kunst, das ganze Leben zu umarmen.

„Mindfulness Based Stress Reduction (MBSR)“ oder Achtsamkeitstechnik beschäftigte  uns  ja schon in den vorangegangen Beiträgen. Umso mehr freut es uns, dass eine unserer eifrigsten Autorinnen, Felicitas Dorne, eine ausführlich Rezension des u.a. Buchs und der zugehörigen CDs verfasst hat und ihre persönlichen Eindrücke und positiven Erfahrungen mit diesem Werk beschreibt. Da es sich hierbei um ein Training in Deutsch handelt, ist dieser Hinweis eine sehr willkommene Ergänzung der bisherigen Empfehlungen in englischer Sprache.

„MBSR – Die Kunst, das ganze Leben zu umarmen. Einübung von Stressbewältigung durch Achtsamkeit“ (mit 2 Hör-CDs) von Cornelia Löhmer und Rüdiger Standhardt, Klett-Cotta Fachbuch, 2014


Einübung von Stressbewältigung durch Achtsamkeit

Ein Gastbeitrag für Life-SMS von Felicitas Dorne [Oktober 2016]

Auf der Suche nach den besten Büchern zum Thema „Achtsamkeitsmeditation“ wurden zahlreiche Wünsche an uns herangetragen, die idealerweise ein einziges Buch erfüllen sollte:  einen (Online-) Kurs ersetzen oder zumindest ergänzen. Klar strukturiert, anschaulich illustriert, verständlich, motivierend und sorgfältig referenziert sollte es sein.  Und natürlich dem (wissenschaftlichen) Anspruch von Life-SMS genügen. Plus Bonusmaterial: Hör-CDs auf Deutsch, mit positiver Wortwahl und angenehmer Sprechstimme, zur Anleitung und sanften Begleitung………

Lesen Sie den vollständigen Beitrag auf lsms.info!


Buch und CDs sind auch in den Buchempfehlungen
der Akademie für menschliche Medizin
zur Multiplen Sklerose zu finden!


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Noch gut 14 Tage kostenlos: The connection – ein beeindruckender Film über die Verbindung von Geist und Körper

Superlativen sind immer gefährlich, aber im Fall dieser Dokumentation würde ich behaupten, dass es das Beste ist, was es über die enge Beziehung zwischen Geist und Körper und damit wissenschaftlich betrachtet über die Psychoneuroimmunologie in den letzten beiden Jahren veröffentlicht worden ist.

2016-11-01-17_34_26-nature-connectionIn dieser verrückten, geschäftigen, modernen Welt gesund zu bleiben ist nicht einfach

Für die Journalistin Shannon Harvey, wurde die Suche nach einer Lösung für dieses Problem sehr persönlich, als bei ihr eine Autoimmunerkrankung diagnostiziert wurde, die keine bekannte Ursache und angeblich unheilbar war. Nachdem ihr von ihrem Arzt eröffnet wurde, dass sie im Rollstuhl enden könnte, erkannte sie, dass sie selbst handeln musste. Dies inspirierte zu einer zehnjährigen Reise, bei der sie mehr als $ 30.000 für konventionelle und alternative Behandlungen verbrauchte, Tausende von wissenschaftlichen Papieren durchforstete und die Welt bereiste, um Dutzende von Pionieren der Gesundheitsforschung bei führenden Institutionen wie Harvard und Stanford zu interviewen.

Der Film ist ein Plädoyer für die Life-SMS-Methodik und den selbstverantwortlichen Umgang mit der Multiplen Sklerose, zumal auch unser Impulsgeber Prof. George Jelinek zu Wort kommt.

Hier geht’s direkt zum Film!

Also nutzen Sie die nächsten 2 Wochen und verstehen Sie mehr über die „Connection“. Den Film gibt es (zumindest in der Kaufversion) auch mit deutschen Untertiteln.

Wir wünschen Ihnen eine gesundmachende Erfahrung!


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[Foto: unsplash.com / Simon Forster]

Warum sich Mindfulness- oder Achtsamkeitstrainning lohnt!

Auf die positiven Effekte von “Mindfulness-Training” hatten wir ja schon im Rahmen der Information über den Online-Kurs bei der Monash University hingewiesen.

Mindfulness, “Selbstmitgefühl” und Wohlbefinden hängen eng zusammen:

Mit dem Achtsamkeitstraining übt man u.a. eine bestimmte und im allgemeinen eine unterschiedliche Haltung gegenüber sich selbst zu entwickeln. Dazu gehört freundlich, einfühlsam und mitfühlend gegenüber sich selbst zu werden. Ein sehr wichtiges Element der “Achtsamkeitstechnik”!

Wenn sich Anfänger zu sehr auf die Achtsamkeit konzentrieren und nicht sofort erfolgreich sind – nach dem Motto: ich kann meinen Geist nicht davon abhalten, umher zu wandern – werden sie sehr oft wütend auf sich selbst und extrem selbstkritisch, was das Problem aber nur noch verschlimmert. Die Haltung, die man stattdessen mit der Achtsamkeitstechnik kultiviert, bedeutet nicht nur achtsam zu werden und präsent zu sein, sondern gleichzeitig nicht reaktiv und wertend zu sein. Eine Art und Weise, die akzeptierend ist und Selbstmitgefühl ausdrückt.

2016-10-15-16_43_03-meditation-7-hd-photos-curated-by-adam-anthony-_-unsplash

Die Tatsache unsere eigenen Menschlichkeit zu akzeptieren und damit aufzuhören selbst auf uns einzuschlagen, ist ein wichtiger Schritt in der Reduzierung der Stressantwort auf innere und äußere Einflüsse. Wir können zwar sehr gut auf uns selbst einprügeln, bekommen wird es uns allerdings auf keinen Fall. Wenn wir dagegen mehr Selbstmitgefühl (eine Art Haltung der Güte zu uns selbst) entwickeln, wird es für uns einfacher mit den alltäglichen Belastungen umzugehen und mehr Toleranz und mehr Geduld für andere zu entwickeln. Wenn wir uns dagegen oft absichtlich selbstkritisch verhalten, hat dies die entgegengesetzte Wirkung. Das wütend auf uns selbst sein äußert sich in einer negativen Reaktion oder Haltung gegenüber anderen Menschen.

Eines der der häufigsten Missverständnisse über Achtsamkeit und Meditation ist:  

„Oh, das bedeutet über sich selbst nachzudenken“. Die Wahrheit ist eigentlich das Gegenteil davon. Wir denken fast ständig über uns selbst nach und die Achtsamkeit ist eine Möglichkeit, sich von diesem rein intern orientierten Denken und ständigen Planen zu lösen und in ein einer mitfühlenden Haltung die Gegenwart und das Jetzt zu akzeptieren und zu begreifen. Die Selbstabsorption, also eine egozentrisch Art von geistiger Aktivität, die für viele zur Standardhaltung (mind set) geworden ist, kann somit durch Achtsamkeit durchbrochen werden.

Auch aus Sicht der Neuroplastizität ist dieses ständige Üben einer neuen Haltung ein essentieller Schritt. Alles was wir üben oder kontinuierlich pflegen wird “hart verdrahtet” (durch die Schaffung neuer neuronaler Verbindungen) und das umfasst auch Dinge wie Achtsamkeit und Selbstbewusstsein, Sanftmut, Freundlichkeit sowie Mitgefühl für sich selbst und andere.

Praktizieren bedeutet also aktiv diese Fähigkeiten zu schaffen.

Mindfulness kann uns helfen, zu erkennen, dass wir in einer Art Standardeinstellung gefangen sind  und eröffnet uns Wege eine Umprogrammierung (das Lernen neuer Fähigkeiten) zu starten. Wir alle – ob erkrankt oder nicht – erfahren im Leben Leid und Unannehmlichkeiten. Das Problem ist die zusätzliche Selbstkritik (ich bin schuld), die dem Problem eine weitere Schicht Leid hinzufügt. Wenn wir stattdessen erkennen, dass dieser kritische Prozess genau jetzt bei uns abläuft und dass eine zusätzliche Stressantwort getriggert wird, können wir damit unsere Haltung in Bezug auf den Auslöser des Stresses  modifizieren.  Worüber wir hier sprechen ist das Gegenteil von Vermeidung. Es ist die Schaffung von Akzeptanz, Achtsamkeit und einem bewussten Umgang mit äußeren und inneren Stressoren.

Weil Geist und Körper so eng verbunden sind, erzeugt die ständige Aktivierung der Stressantwort, auch wenn wir sie gar nicht brauchen, einen Verschleiß in unserem biologischen System – dem System Mensch. Man spricht hierbei von der allostatischen Last – der Körper versucht ständig durch physiologische und psychologische Verhaltensänderungen die Stabilität beizubehalten. Kurzfristig ist eine solche Reaktion wünschenswert, bei chronischer Belastung führt dies unweigerlich zu Systemproblemen bis hin zum Systemversagen. Das Risiko für Autoimmunerkrankungen und kardiovaskuläre Probleme steigt immens, das ständige Ausschütten von Cortisol führt zu einer Ausdünnung der Knochen und viel schlimmer noch es schädigt das Gehirn.

Fazit

Mit der Achtsamkeitstechnik wurde eine Methode entwickelt, eine unangemessene Aktivierung der Stressantwort auszuschalten und die Höhe der allostatischen Last zu reduzieren. In Studien konnte eine Reduktion entzündlicher Vorgänge, eine Verbesserung der Immunabwehr und eine Reduktion von kardiovaskulären Problemen, aber interessanterweise auch Auswirkungen auf unsere DNA nachgewiesen werden. Ein hohes Stresslevel beschleunigt die Alterung auf DNA-Ebene und Achtsamkeitstraining ist in der Lage die genetische Reparatur zu verbessern und den Alterungsprozess zu verlangsamen.

Also werden Sie achtsam – es lohnt sich!


Ein gute, kostenlose App zum Mindfulness-Training ist zum Beispiel bei Smiling Mind zu finden: http://www.smilingmind.com.au/


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Foto: https://unsplash.com/@dingzeyuli

Yoga und MS – ein Erfahrungsbericht auf lsms.info

Keine Angst, wir erdreisten uns nicht die umfangreiche und schier grenzenlose Welt des Yogas bei lsms.info oder Life-SMS auszubreiten. Wir freuen uns aber sehr darüber, dass unsere Mitstreiterin aus dem expertnet und angehende Yogalehrerin Lina aus dem Raum Hamburg eigene Erfahrungen und wesentliche Elemente der gesundheitsfördernden Wirkungen von Yoga bei MS-Betroffenen in einem Erfahrungsbericht beschreibt.

Wichtig zu wissen, es gibt im Yoga mannigfaltige sehr unterschiedliche Stile, die anhand der persönlichen Situation und der eigenen Bewegungsmöglichkeiten auszuwählen sind. Gerade bei MS-Patienten mit mittleren bis stärkeren Bewegungseinschränkungen eignen sich die Stilrichtungen Yin Yoga und Yoga Nidra sehr gut.

Typische Yin Yoga Position

Im Yin Yoga wird auf kraftraubende Bewegungen verzichtet. Stattdessen werden einzelne Muskelgruppen und –ketten intensiv und über längere Zeiträume (3-5 min) meistens auf der Matte oder im Sitzen gedehnt. Damit wird insbesondere auch die Aktivität in den tieferen Gewebeschichten (z.B. den Faszien) und in der extrazellulären Matrix angeregt (Transport von Mikronährstoffen zu den Zellen und Entsorgung von Abfallstoffen aus den Zellen). Yoga Nidra ist eine rein meditative Yogaform, die in tiefer Entspannung im Liegen durch geführt wird.  Durch den stark meditativen Charakter der Übungen (sowohl im Yin Yoga als auch beim Yoga Nidra) wird ein „Anti-Stressantwort“ im Immunsystem ausgelöst. Eine Antistressantwort führt zu einer Beruhigung des Körpers, einem reduziertem Blutdruck, einer Reduktion der Stoffwechselrate und zu einer Änderung der Genauslese. Insbesondere die Gengruppen (Gen-Cluster), die für den Stoffwechsel der Zellkraftwerke (Mitochondrien), für die Insulinproduktion, für die Botenstoffe des Immunsystems und für die Zellalterung zuständig sind werden positiv in Richtung Entzündungshemmung beeinflusst.

Der springende Punkt dabei ist, dass diese Antistressanwort – zum Beispiel mit Blick auf das Immunsystem – schon bei der ersten „Übung“ ausgelöst wird. Die Antwort verfestigt sich durch regelmäßiges Training und wird nach und nach immer effektiver.

Wichtig: Durch Meditations- und Entspannungstechniken wird die Genauslese geändert, aus heutiger Sicht wahrscheinlich aber nicht die Gene selbst. Das heißt, eine regelmäßige Ausübung von Entspannungstechniken ist entscheidend für den Erfolg.

Aber, wie sagte Goethes Mephisto: „Grau, treuer Freund, ist alle Theorie…“ und insofern viel Vergnügen und erhellende Erkenntnisse in Linas

Erfahrungsbericht Yoga bei MS

und  bei den eigenen Übungen (es empfiehlt sich unbedingt die ersten Schritte in Begleitung einer erfahrenen Yogalehrerin oder eines Yogalehrers zu gehen).


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