„MS ist keine Einbahnstraße“ – Lisa kommentiert das Buch im Video

Im letzten Oktober-Video vom Zellliebe-Blog kommentiert Lisa das kürzlich von Life-SMS veröffentlichte E-Book „MS ist keine Einbahnstraße – Betroffene berichten“.

Lisa ist der Überzeugung, dass uns ein besonderes Buch zum Thema Umgang mit Multiple Sklerose gelungen ist. Sie ist sehr berührt von den sieben Erzählungen von Betroffenen und hat sich auch selbst in jeder einzelnen Geschichte ein Stück weit wiedergefunden.

Inspirierend und motivierend

Lisa ist begeistert, dass das Buch nicht so demotivierend ist, wie viele andere Bücher und Reportagen zur Multiple Sklerose, sondern – ganz im Gegenteil – die Lebensgeschichten einen inspirierenden Fokus auf Eigenverantwortung, Lösungsmöglichkeiten und Wege für ein glückliches und gesünderes Leben legen.

Ein großes Danke an Lisa für diese tolle Publicity für ein Projekt, in das Life-SMS ganz viel Herzblut gesteckt hat (und auch schon an einer Fortsetzung arbeitet). Wir hoffen, dass es weiterhin ganz viele Leser und Leserinnen, egal ob betroffen oder nicht, im Herzen berührt und Inspiration und Spaß beim Spenden und Lesen bringt.

Mehr zu „MS ist keine Einbahnstraße“ und wie man das E-Book erhält, auch in diesem Beitrag:

MS ist keine Einbahnstraße: Betroffene berichten

Nehmen Sie sich bald Zeit für Lisas Video…vielleicht auch für ihre schon veröffentlichten anderen Themen (siehe ihre playlist).

Und lassen auch Sie sich berühren von der motivierenden Kraft ausgewählter Berichte MS-Betroffener, die für sich einen guten Weg im Umgang mit der lebensverändernden Erkrankung Multiple Sklerose gefunden haben. Lassen Sie sich auch überzeugen, dass es dabei nicht nur einen einzigen Weg gibt – und vor allem, dass es keine Einbahnstraße sein muss. Auch, wenn man manchmal viel Mut und einen langen Atem braucht.

Den Mut und die Kraft für diesen langen Atem wünscht
Ihr Team von Life-SMS


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MS ist keine Einbahnstraße: Betroffene berichten

Was ist nicht schon alles über die MS geschrieben worden? Von tief wissenschaftlichen Abhandlungen über jede Menge Diätvorschläge bis hin zu merkwürdigen und oft abstrusen Heilsversprechen. Und dann gibt es natürlich noch die “Big-Pharma-Hochglanzprospekte”, in denen die MS als eine zwar mit Sicherheit unheilbare, aber doch beherrschbare Krankheit dargestellt wird – sofern man nur die richtigen Medikamente nimmt. Selbstverständlich springen einem aus diesen Prospekten nur strahlende Patienten entgegen, froh, dass Big Pharma sie im Glückszustand hält, mittels einiger zigtausend Euro jährlich seitens ihrer Krankenkassen. Aber entspricht dieses Bild der Wahrheit und der Realität?

Fraglos ist zunächst einmal die Diagnose „Multiple Sklerose“ ein lebensveränderndes und stark belastendes Ereignis. Ebenso fraglos ist die MS mitnichten eine Krankheit, die sich durch die regelmäßige Verabreichung einer einzelnen Pille (oder Spritze bzw. Infusion) einfach ad acta legen lässt. Das Gegenteil ist der Fall. MS ist eine Erkrankung, die nicht nur in vielen Ausprägungen und mit mannigfaltigen Symptomen auftritt, sondern bei allen Patientinnen oder Patienten durch eine Kombination vieler, teilweise voneinander unabhängiger Faktoren begünstigt und ausgelöst wird.

Welche Faktoren nun allerdings beim Einzelnen, bei Ihnen persönlich, die ausschlaggebenden sind, lässt sich nur durch intensive Beschäftigung mit dem eigenen Körper, seiner Geschichte und seiner spezifischen Lebensumwelt herausfinden. Dafür gibt es keine Patentlösung, bedauerlicherweise, und es gibt auch keine Abkürzung über den ärztlichen Rezeptblock. Hilfreich ist indes die Beschäftigung mit den Erfahrungen, den Lebensgeschichten anderer Betroffener, die es geschafft haben, ihren persönlichen Weg in Richtung Heilung und Stabilität zu finden.

Hier setzt die aktuelle Life-SMS-Veröffentlichung “MS ist keine Einbahnstraße” an.

In dieser ersten Ausgabe der Erfolgsgeschichten zur selbstbestimmten Überwindung der Multiplen Sklerose finden die Leser sieben aufschlussreiche und bewegende Beschreibungen von MS-Betroffenen, die mit ihrer Geschichte andere Betroffene ermutigen, ihren persönlichen Heilungsweg zu finden und zu beschreiten. Was dabei auffällt ist, dass als wesentlich für Gesundung und Stabilisierung zwei Faktoren von allen AutorInnen empfunden werden: die Psyche und der veränderte Blick auf das eigene Leben und die Erkrankung selbst.

Eine Übersicht und einen ersten Eindruck der Geschichten finden Sie in dieser Leseprobe!


Sie wissen ja, lsms.info und life-sms.org leben ausschließlich von Ihren privaten Spenden und insofern nutzen wir diese Veröffentlichung sozusagen als Treibstoff für die Erreichung unserer Spendenziele bei betterplace für 2018/2019. Sobald wir hier das Spendenziel für diese Periode erreicht haben, werden wir das vollständige Dokument für alle Interessenten des Projekts Life-SMS/lsms in der Komplettversion auf lsms.info freischalten.

Spenden Sie bitte jetzt einen beliebigen Geldbetrag für Life-SMS/lsms über betterplace!

Als Dank erhalten Sie einen Download-Link für diese 77-seitige Publikation im pdf- und epub-Format zur persönlichen Nutzung (wir bemühen uns, den Link innerhalb von 48 Std. zuzusenden; auch eine Erklärung, wie Sie das Dokument auf Ihren Kindle laden können, liegt bei).
Sie helfen uns und der wachsenden Gemeinschaft von kritischen MS-PatientInnen damit sehr.

Vorab vielen Dank. Bleiben Sie gesund und uns treu!


Unser ganz besonderer Dank gilt den Autorinnen und Autoren, die sich entschieden haben, unentgeltlich ihre persönliche Geschichte für Sie als Betroffene/r aufzuschreiben und damit Hoffnung und Ideen für Sie selbst auf Ihrem Gesundungsweg anzubieten. Die Geschichten sollen auch helfen, das Dogma der Unheilbarkeit von Autoimmunerkrankungen aus dem Weg zu räumen und die Rolle der pharmakologischen Behandlung geeignet zu relativieren: auf ein in Ausnahmefällen begründbares, aber eben angemessenes Niveau, realistische Erwartungen betreffend Chancen, Risiken und Nebenwirkungen inklusive.

Möge also mit dieser ersten Sammlung hoffentlich vielen Menschen die Erfahrung ermöglicht werden, dass eben: MS keine Einbahnstraße ist!

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen neue Erkenntnisse und Ideen für den selbstbestimmten Umgang mit der MS-Erkrankung und Ihren persönlichen Weg.

Ihre

Anno Jordan, Sven Böttcher & Jörg Spitz


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Prof. Jelineks „Overcoming Multiple Sclerosis“ endlich auf Deutsch!

 

„Multiple Sklerose überwinden – Das weltweit bewährte 7-Schritte-Programm für ein gesundes und aktives Leben“

Im Dezember 2016 haben wir an dieser Stelle die Neuerscheinung seines Konzepts zur “Überwindung der Multiplen Sklerose” besprochen, die wesentlichen Punkte kurz zusammengefasst und auch auf die Unterschiede hingewiesen, welche es u. a. bei den Ernährungsempfehlungen gibt.
Nachzulesen hier: Jelinek-Buchbesprechung.

Unabhängig von den wenigen (wenn auch wichtigen und beachtenswerten) Unterschieden der Konzepte basieren beide auf wissenschaftlichen Studien und die Ergebnisse von George Jelineks HOLISM-Studie zeigen, dass Lebensstiländerungen den heute verfügbaren Standardmedikamenten in Puncto Lebensqualität und Langzeitperspektive deutlich überlegen sind.
Ein Grund mehr, das Buch zu lesen – jetzt eben auch in deutscher Übersetzung möglich!

Direkt zum  Buch geht es zum Beispiel in der Rubrik Multiple Sklerose bei den Buchempfehlungen der AMM….

Und hier findet man neben der englischsprachigen Originalversion noch weitere von Life-SMS empfohlene Bücher zum Thema MS.

Bevor Sie weiterlesen, vergessen Sie bitte nicht: Dieses Projekt lebt ausschließlich von Spenden und die aktuelle Spendenperiode hat begonnen. Hier geht’s zu betterplace….

Und noch etwas gibt es auch auf deutsch:

Vernetzungsgruppen von OMS in Deutschland

Die OMS-Community wurde gegründet, um mehr Menschen mit MS von dem großen Potential der Lifestyle-Änderungen in Bezug auf den Krankheitsverlauf zu überzeugen.

Die Botschaft von OMS: Stabilisierung ist möglich, wenn man bereit ist, seinen Lebensstil in puncto Ernährung, Sport, Meditation und Stressmanagement zu überarbeiten. Das Ganze auf der Basis von sorgfältig analysierten Studienergebnissen aus aller Welt.

Auch in Hamburg ist schon eine Gruppe (datengeschützte Gruppe bei googlegroups) eröffnet worden, bei der man sich jederzeit unter https://overcomingms.org/community/find-support/ als Mitglied eintragen kann.

So kann man sich online  über aktuelle Themen, Rezepte oder Termine austauschen. Auch Offline(reale)-Treffen können verabredet werden und man wird über Aktionen vor Ort informiert. Auf diese Weise kann man sich mit Menschen mit MS, die einen ähnlichen Ansatz verfolgen, austauschen und gegenseitig unterstützen. Das ist immer gut und besonders, wenn es gerade mal wieder schwierig ist im Leben, z.B. um eine Lebensstil-Herausforderung besser durchzuhalten…

Die Gruppe wurde erst Ende 2017 gegründet und neue Mitglieder sind herzlich willkommen! Je mehr Menschen sich beteiligen, desto aktiver und dynamischer kann diese Community wachsen und für alle ein Gewinn sein.
Am 30.6.2018 soll ein erstes Offline-Treffen stattfinden!
Also am besten noch heute eintragen und mitmachen, es gibt nichts zu verlieren!


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Buchbesprechung: Unglück auf Rezept – Die Antidepressiva-Lüge und ihre Folgen

DepressionDepressionen gehören zu den häufig auftretenden Begleiterscheinungen und hässlichen Symptomen der MS. Schwerwiegende depressive Störungen beeinflussen etwa 1 von 5 oder 20 Prozent der Bevölkerung in den Industrieländern während ihrer Lebenszeit, aber für Menschen mit MS sind depressive Erkrankungen viel häufiger! Eine schwerwiegende depressive Störung kann über 50% der Personen mit MS beeinflussen. Schnell greift der freundliche Neurologe von nebenan in die große Pharmawundertüte und das Problem erscheint beherrschbar. Wenn man genauer hinguckt, ist das Gegenteil der Fall. Lesenswert im heute vorgestellten Buch ist, neben der Darlegung der faktischen Unwirksamkeit – oder schlimmer dem erheblichen Nebenwirkungsprofil – von Antidepressiva, die breit dargelegte Kritik an den Machenschaften von Big Pharma im Rahmen der Zulassung und Vermarktung dieser Substanzen.

Aus diesem Grund freuen wir uns sehr, dass Annett Oehlschläger uns erlaubt hat, die folgende Buchbesprechung ergänzt um persönliche Erfahrungen zu veröffentlichen. Annett hatte selbst lange mit depressiven Störungen zu kämpfen, war sieben Jahre in der Selbsthilfeorganisation bipolaris aktiv: www.bipolaris.de und hat dort u.a. fünf Selbsthilfegruppen rund um Berlin mit aufgebaut.


Unglück auf Rezept – Die Antidepressiva-Lüge und ihre Folgen

(von Annett Oehlschläger für Life-SMS)

Wie auf der letzten Seite des Buches bekannt wird, hat der weibliche Teil der Autorenschaft Erfahrungen mit Psychopharmaka und kennt aus eigenem Erleben die Schwierigkeiten beim Absetzen. Das Buch beschreibt sehr detailliert und mit vielen wissenschaftlichen Nachweisen, wie es zur Entwicklung der Antidepressiva kam – erschreckend und ernüchternd wie alle, Betroffene, Professionelle und die Öffentlichkeit manipuliert wurden und werden. Ein Musterbeispiel für die Manipulierbarkeit der Menschen (auch der Ärzte) und die Mechanismen der Massenpsychologie!

Aus meiner Sicht wird schlüssig bewiesen, dass bis heute niemand – weder in Amerika noch am Max-Planck-Institut für Psychiatrie München – beweisen konnte, dass es eine biochemische Ursache für Depressionen gibt. Nicht einmal Prof. Holsboer, der von Hause aus Biochemiker ist und erst danach sich der Psychiatrie zuwandte, hat diesen Nachweis geschafft, obwohl er eine interessante Ausgangsthese – nämlich das Stresssystem und die Cortisolausschüttung – hatte.

Dem wird gegenübergestellt, mit welchen “Märchen” die Psychiater ihre gutgläubigen Patienten dazu bringen, Psychopharmaka zu schlucken.

Zu dieser typischen Argumentation gehört zum Beispiel der Vergleich mit einem Diabetiker. Dieser muss auch regelmäßig sein Insulin nehmen, damit sein Stoffwechsel nicht entgleist. Dieser Vergleich unterstellt, dass die Psychopharmaka eine ähnliche Wirkung hätten. Das stimmt aber nicht, denn wenn ich keine Psychopharmaka nehme, kann ich trotzdem stabil bleiben und eine erneute Phase ist eben nicht vorprogrammiert. Man kann auch gut ohne Psychopharmaka leben, ein Diabetiker aber nicht ohne Insulin.

Das nächste “Märchen” ist die Stoffwechselstörung im Gehirn, die darauf basiert, dass es einen “Mangel” an Botenstoffen im Gehirn, vor allem beim Serotonin, geben soll. Die Autoren des Buches setzen sich mit dieser Serotonin-Lüge auseinander. Trotz aller Versuche konnte man gerade diesen biochemischen Zusammenhang nicht nachweisen. Richtig ist, dass diese Botenstoffe im Gehirn eine große Rolle bei Manien und Depressionen spielen. Man kann sie tatsächlich beeinflussen, nämlich durch eine artgerechte Ernährung, den Ausgleich von Vitamin- und Mineralstoffmängeln, durch gute Selbstfürsorge und ein gutes Selbst- und Stressmanagement – aber weniger durch Psychopharmaka.

Des Weiteres wird immer wieder behauptet, eine Medikation zur Vorbeugung neuer Phasen sei alternativlos. Das bedeutet für die Betroffenen oft monatelange, manchmal jahrelange Einnahme mit allen Folgen, die Psychopharmaka haben. Die Autoren des Buches erläutern, dass oft weder der Betroffene noch der Psychiater oder Neurologe unterscheiden können, ob es sich bei Absetzversuchen um Absetzsymptome oder Zeichen einer erneuten Erkrankung handelt. Meist wird Letzteres angenommen und als Beweis gesehen, dass es ohne Psychopharmaka nicht geht.

Die Behauptungen und Erklärungsversuche sind mir wohlbekannt. Ich habe sie lange geglaubt und auch in den Selbsthilfegruppe so weitergegeben – auweia!

Die Probleme mit den Nebenwirkungen und das viele Herumprobieren mit Psychopharmaka kenne ich aus eigenem Erleben. Ich lehne Psychopharmaka nicht grundsätzlich ab. In meinen Krisen ging es nicht ohne. Ich halte den Dauereinsatz für falsch. Der Psychiater bietet selten Alternativen an, die es aber durchaus gibt, z.B. eine Psychotherapie bei einem Verhaltenstherapeuten, Psychoedukation, Musik-, Mal- und Bewegungstherapien und die Begleitung durch Selbsthilfegruppen. Der Betroffene muss zum Experten seiner Erkrankung werden, dann kann er aus der passiven Rolle des Pillenschluckers zum aktiven Manager seiner Erkrankung werden. Das bringt Kontrolle und Selbstvertrauen zurück und das stärkt mehr als jedes Medikament.

Die Autoren beschreiben in einem weiteren Kapitel, dass es für eine psychische Erkrankung zwar Kriterien nach einem Krankheitsverzeichnis gibt, die Bewertung und Einordnung aber sehr von der subjektiven Einschätzung des jeweiligen Arztes abhängt. Es gibt eben keine objektiven Parameter, wie zum Beispiel einen messbaren Blutwert.

Das gilt auch für die Diagnostik mittels Fragebogen. Ich kann mich gut an einen Arzt erinnern, der an meinem Bett mit einem Schreibbrett stand und mich gar nicht ansah bei der Visite, sondern nur seinen standardisierten Fragebogen ausfüllte. Das soll nicht heißen, dass diese Fragebögen nicht hilfreich sind, um einzelne Symptome voneinander abzugrenzen und eine Diagnose zu stellen. Die Fragebögen sind ein Mittel der Diagnostik, das seine Grenzen hat. Es bedarf immer eines erfahrenen Arztes und eines ausführlichen Gesprächs mit dem Betroffenen und idealerweise auch mit den Angehörigen, um die richtige Diagnose zu stellen. Leider wird das viel zu selten praktiziert.

Das im Buch Beschriebene findet genauso statt, noch heute!

Hier noch einige zusätzliche Fakten, die nicht im Buch stehen, auf die aber der Autor des Vorwortes Prof. Müller-Oerlinghausen (viele Jahre Vorsitzender der Arzneimittelkommission) in seinem Vortrag auf der DGBS-Tagung 2016 in Chemnitz hinwies.

Die neueren Antidepressiva sind im Vergleich mit Placebo schwach in der Wirkung. Die Wirkung dieser Mittel beruht zu ca. 25 % auf den Wirkstoff selbst, zu 50 % auf den Placeboeffekt und zu 23,87 % auf die Spontanremission.

Besonders für die Betroffenen, die diese AD nehmen, sind diese Informationen sehr ernüchternd. Dass die Antidepressiva kaum besser als Placebo wirken – das hat während der DGBS-Tagung in Chemnitz 2016 zu Empörung unter den Betroffenen geführt. Man fühlte sich benutzt und hinters Licht geführt. So offen und klar wurde das bisher von niemandem ausgesprochen.

Prof. Müller-Oerlinghausen nannten u.a. folgende Zahlen:

  • im Vereinigten Königreich (UK) stieg die Zahl von AU-Tagen wegen Depression von 38 Mio im Jahr 1958 auf 119 Mio im Jahr 1974
  • heute gibt es 100.000 Depressive auf 1 Mio Einwohner, früher waren es 50 auf 1 Mio
  • Zitat: „Mit der Vermarktung der Antidepressiva wurde den Ärzten und der Öffentlichkeit das Märchen von der Serotonin-Mangel Hypothese ins Gehirn gewaschen“
  • seit 1994 begann die bipolare Störung modern zu werden, es kam zur Diagnose-Inflation, jetzt bekommen schon Kinder die BS angehängt
  • aus Werbe- und Marketinggründen schreckte man vor Übertreibungen bei der Wirkung der Psychopharmaka nicht zurück
  • Lithium spielt in den USA kaum eine Rolle, es ist das einzige Medikament, bei dem eine antisuizidale und ein breites Wirkspektrum nachgewiesen werden konnte
  • man muss 23 Patienten mit Lithium behandeln, um einen Suizid zu verhindern
  • um einen Herzinfarkt zu verhindern, muss man 666 Patienten mit Statinen behandeln! – das zeigt, dass Lithium tatsächlich wirkt und zwar besser als jedes andere Psychopharmakon. Lithium gilt deshalb als “Goldstandard” bei der Behandlung der bipolaren Störung, aber leider spricht nicht jeder darauf an
  • es gibt in den letzten Jahren keine Werbung mehr für Lithium
  • ein nachweislich wirksames Lithium-Präparat wurde eingestellt, die Firma produziert es nicht mehr angeblich war der Absatz zu gering. Das hat bei den Betroffenen Medikamentenwechsel nötig gemacht, die nicht immer ohne Probleme abliefen. Die Psychiater haben protestiert, aber ohne Wirkung.

Im Buch wird erläutert, dass und warum sich alle großen Pharmafirmen aus der Antidepressiva-Forschung zurückziehen. Es gelingt nicht, den Zusatznutzen gegenüber bereits zugelassenen Psychopharmaka nachzuweisen und damit können neue Entwicklungen nicht mehr gewinnbringend vermarktet werden.

Nachvollziehbar und verständlich wird erklärt, warum das Absetzen von Psychopharmaka so schwer ist und dass oft Absetzsymptome als neue akute Krise fehlinterpretiert werden. Ich kenne einige Betroffene, die sich nicht trauen, selbst Minidosen zu reduzieren, weil ihnen die Angst vor dem Rückfall eingeredet wurde.

Der letzte Abschnitt des Buches wird dem Thema „Alternative Behandlungsmöglichkeiten“ gewidmet, leider gerade mal 9 Seiten von 265. Die Autoren räumen allerdings ein, dass es nicht ihr Anliegen war, diese Alternativen vorzustellen, aber sie wollten wenigstens einiges aufzählen.

Es werden genannt:

  • Psychotherapie
  • Bewegung
  • Biofeedback
  • Kräuterextrakte
  • Massagen
  • Experte werden
  • Tagebuchschreiben
  • Meditation
  • Spiritualität
  • und weitere Hilfen: Bachblüten, ätherische Öle, stabiler Lebenswandel; Zitat S. 263 „Bei manchen Menschen tritt durch die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren oder dem regelmäßigen Verzehr von fettem Seefisch wie Lachs, Makrele oder Thunfisch eine nervliche Beruhigung ein.“ Das ist der einzige Satz, der zum Thema Ernährung fällt!

Diese Alternativen sind mir im Wesentlichen bekannt, einen Teil davon habe ich erlernt und wende sie noch immer an. Sie sind nützlich – aber nur auf der richtigen Grundlage – und das ist aus meiner Sicht die richtige Ernährung! Erst als ich meine Ernährung umgestellt hatte, griffen diese Methoden vollends, vorher eben nicht so richtig und das war frustrierend!

Trotzdem ist das Buch lesenswert – vor allem für Ärzte! Vielleicht hören diese dann auf, ihren Patienten diese Märchen zu erzählen. Für Betroffene könnte das Buch unter Umständen verstörend wirken. Man braucht schon etwas Abstand, um es zu verkraften und zu verdauen!


Unglück auf RezeptDas Buch findet sich zum Beispiel in der Rubrik Medizinkritik in der Bücherecke der Akademie für menschliche Medizin. Hier geht’s auch direkt zum Buch.


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Die Alternative zu Megadosen – der metronomische Ansatz in der Ernährung

Während wir uns im vorherigen Beitrag mit Megadosen von Vitamin D beschäftigt haben, deren Einsatz nur sehr wenig  mit Lebensstil-Maßnahmen zu tun hat, kommen wir uns heute auf einen Ansatz  zu sprechen, der aus der Behandlung von Krebserkrankungen stammt.  

Die Mediziner Richard Béliveau und Denis Gingras beschreiben den metronomischen Ansatz ausführlich in ihrem hervorragenden Buch “Krebszellen mögen keine Himbeeren”.  In Analogie zu einem Metronom eines Musikers, dass in regelmäßigen Rhythmus schlägt, werden Mikronährstoffe über die Nahrung kontinuierlich dem Körper zugeführt und zwar in ganz normalen Dosisbereichen.  Dieses Vorgehen unterscheidet sich grundlegend von einer Chemotherapie bei Krebserkrankungen oder zum Beispiel einer Pulstherapie mit Steroiden bei Multipler Sklerose. Bei der Multiple Sklerose liegt der Schwerpunkt bei der Aufnahme von Mikronährstoffen und sekundären Pflanzenwirkstoffen, die das Potenzial haben, das Immunsystem in Richtung anti-entzündlicher Vorgänge zu modulieren. Wichtig ist dabei die Kontinuität. Es nützt überhaupt nichts einmal in der Woche eine tolle Mahlzeit mit Unmengen der in Frage kommenden Lebensmittel zu sich zu nehmen und die restliche Zeit diese Verhaltensweise zu ignorieren. Eine solche Denkweise würde nicht das Geringste zu einer effektiven Senkung entzündlicher Vorgänge beitragen, genauso wenig wie eine massive Insulindosis langfristig die Blutzuckerprobleme eines Diabetikers lösen kann.

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Was bedeutet das konkret:

  • Gesteigerte Verwendung von Lebensmitteln mit einer hohen Konzentration von sekundären Pflanzenwirkstoffen, die  entzündungshemmendes Potential zeigen. Dies sind unter anderem:  Kurkuma, grüner Tee,  dunkle Beeren,  mannigfaltige Kohlsorten, grünes Gemüse, Sesam,  Safran, Zimt, Chili und viele mehr.

  • Gezielter Einsatz von Nahrungsmitteln,  die relativ hohe Anteile von anderen Mikronährstoffen enthalten.  Zum Beispiel Chiasamen (A, E und B-Vitamine, Magnesium, Phospor, Kalium, Zink) und andere sogenannte “Superfoods” (hierbei bitte aber alle Werbeaussagen kritisch hinterfragen) oder auch ganz klassisch verschiedene Nusssorten (z.B. Paranüsse mit Blick auf Selen) sowie Heil- und Vitalpilze.

  • Grundsätzliche Reduktion der Aufnahme von Omega-6-Fettsäuren und Erhöhung der Omega-3-Aufnahme. Neben Fisch, Fischöl, Algenöl spielen auch hier wieder Leinsamen, Leinöl, Chiasamen und andere Lebensmittel eine wichtige Rolle.

Fazit

In der Konsequenz bedeutet eine solche Ernährungsweise für den Körper und das Immunsystem eine wichtige Unterstützung bei der Regulierung von Entzündungsvorgängen hin zur Homöostase und zu einer vernünftigen Balance zwischen entzündlichen und anti-entzündlichen Vorgängen. Eine Verfolgung des metronomischen Ansatzes bietet zudem nur Chancen und trägt keine Risiken. Es ergibt sich sozusagen „im Vorbeigehen” ein zusätzlicher signifikanter Präventionseffekt in Bezug auf andere chronische Erkrankungen, wie z.B. viele Krebserkrankungen, Herzkreislauferkrankungen und Diabetes. Man kann also nur gewinnen!

Es liegt nur an uns, den Ansatz zu beherzigen und kontinuierlich umzusetzen.

(Mehr zum Buch „Krebszellen mögen keine Krebszellen“ zum Beispiel hier bei den AMM-Buchempfehlungen)


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Neues von George Jelinek: OMS – Das evidenzbasierte Erholungsprogramm in 7 Schritten

Übersetzungen sind immer etwas ungenau, daher hier noch einmal der Originaltitel der diesjährigen Neuerscheinung aus der Feder unseres australischen Vorbilds:

Overcoming Multiple Sclerosis -The evidence based 7 step recovery program, Prof. George Jelinek, 2016

Wie der aufmerksame “Follower” des Life-SMS-Projektes sicher weiß, war George Jelinek in 2011 der Impulsgeber für unser Projekt. Grund genug, die Neuerscheinung seines Konzepts zur “Überwindung der Multiplen Sklerose” zu besprechen und die wesentlichen Punkte kurz zusammenzufassen.

Das diesjährige Update beschreibt in 7 klaren Schritten die Grundlagen der Stabilisierung und möglichen Gesundung bei MS. Diese Schritte entsprechen im Großen und Ganzen auch unseren Empfehlungen:

  1. Esse vernünftig

  2. Sorge für genügend Sonne und Vitamin D

  3. Trainiere regelmäßig

  4. Meditiere und nutze die Geist-Körper-Verbindung

  5. Nimm Medikamente, sofern erforderlich

  6. Schütze Familienmitglieder vor MS

  7. Ändere Dein Leben, für’s ganze Leben!

Unterschiede gibt es vor allem bei den Ernährungsempfehlungen und es überrascht, dass die Darm-Hirn-Achse und die Mikrobiota (Darmflora) sowie das Thema Zucker sehr wenig Raum bei George Jelinek einnehmen.

Die Unterschiede und Gemeinsamkeiten in einer groben Übersicht:

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Unabhängig davon, welches Konzept Ihren persönlichen Vorlieben oder Erkenntnissen eher entspricht, beide Konzepte basieren auf 2016-12-03-16_27_39-overcoming-multiple-sclerosis_-thumbnailwissenschaftlichen Studien und die Ergebnisse von George Jelineks HOLISM-Studie zeigen, dass Lebensstiländerungen den heute verfügbaren Standardmedikationen in Punkto Lebensqualität und Langzeitperspektive deutlich überlegen sind.

Ein Grund mehr, das Buch zu lesen!

Direkt zum  Buch geht es zum Beispiel in der Rubrik Multiple Sklerose bei den Buchempfehlungen der AMM….


Bitte vergessen Sie nicht unsere Weihnachtsaktion zum #Giving Tuesday 2016.

givingtuesday_germany-2016_mit-datumWir schenken den ersten 200 Spendern, die bis zum 24.12.2016 einen beliebigen Geldbetrag für Life-SMS via betterplace spenden das Buch:

41iwjxqzcml-_sx353_bo1204203200_Vitamin D – Das Sonnenhormon für unsere Gesundheit und der Schlüssel zur Prävention

von Prof. Spitz, Erscheinungsjahr 2009.

Und so geht’s………..

Noch sind 173 Bücher verfügbar!


Wir bedanken uns vorab für Ihre Unterstützung

Ihr

Life-SMS Team


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Für Sie gelesen und gehört: MBSR – Die Kunst, das ganze Leben zu umarmen.

„Mindfulness Based Stress Reduction (MBSR)“ oder Achtsamkeitstechnik beschäftigte  uns  ja schon in den vorangegangen Beiträgen. Umso mehr freut es uns, dass eine unserer eifrigsten Autorinnen, Felicitas Dorne, eine ausführlich Rezension des u.a. Buchs und der zugehörigen CDs verfasst hat und ihre persönlichen Eindrücke und positiven Erfahrungen mit diesem Werk beschreibt. Da es sich hierbei um ein Training in Deutsch handelt, ist dieser Hinweis eine sehr willkommene Ergänzung der bisherigen Empfehlungen in englischer Sprache.

„MBSR – Die Kunst, das ganze Leben zu umarmen. Einübung von Stressbewältigung durch Achtsamkeit“ (mit 2 Hör-CDs) von Cornelia Löhmer und Rüdiger Standhardt, Klett-Cotta Fachbuch, 2014


Einübung von Stressbewältigung durch Achtsamkeit

Ein Gastbeitrag für Life-SMS von Felicitas Dorne [Oktober 2016]

Auf der Suche nach den besten Büchern zum Thema „Achtsamkeitsmeditation“ wurden zahlreiche Wünsche an uns herangetragen, die idealerweise ein einziges Buch erfüllen sollte:  einen (Online-) Kurs ersetzen oder zumindest ergänzen. Klar strukturiert, anschaulich illustriert, verständlich, motivierend und sorgfältig referenziert sollte es sein.  Und natürlich dem (wissenschaftlichen) Anspruch von Life-SMS genügen. Plus Bonusmaterial: Hör-CDs auf Deutsch, mit positiver Wortwahl und angenehmer Sprechstimme, zur Anleitung und sanften Begleitung………

Lesen Sie den vollständigen Beitrag auf lsms.info!


Buch und CDs sind auch in den Buchempfehlungen
der Akademie für menschliche Medizin
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