Durchtauchen – wie wir gelassen durch die Krise kommen

Ein Gastbeitrag für Life-SMS von Edda Wengler

Über die Autorin

Seit 2016 schreibt Edda Wengler unter dem Pseudonym „Felicitas Dorne“ für Life SMS.

Kurzbiographie: Nach einer glücklichen Kindheit in Mönchengladbach und Jahren der Wanderschaft landete sie in Wien, wo sie bis heute mit ihrer Familie lebt. Gegen alle Wetten schloss sie an der dortigen Universität das Studium der Publizistik, Kommunikationswissenschaft und Psychologie mit Auszeichnung ab. In jungen Jahren arbeitete sie als Hundesitterin und Kellnerin, Universitätstutorin, PR-Frau und Medizinjournalistin, bevor sie sich für eine Karriere in Marketing und Vertrieb in internationalen Konzernen entschied. Nach knapp 1400 Stunden berufsbegleitender Ausbildung unterstützt sie als fast fertige psychologische Beraterin KlientInnen mit und ohne MS, die ihre Probleme lösen, ihre Stärken entdecken und ihr Leben neu ausrichten wollen.

Weil die Krise auch ihr eigenes Leben vorübergehend auf „Pause“ gesetzt hat, schenkt sie den LeserInnen von Life-SMS 12 Stunden Einzelcoaching per Skype (oder Telefon) an den kommenden drei Freitagen 3.4., 10.4. und 17.4. jeweils um 10 Uhr, 12 Uhr, 14 Uhr und 16 Uhr, kostenlos, aber garantiert nicht umsonst. Termine vereinbaren Sie bitte ab sofort per E-Mail unter gesunddenken@gmx.at – solange der Vorrat reicht.


Durchtauchen

Wie wir gelassen durch die Krise kommen

[Hier gibt’s diesen Beitrag auch als pdf-Download….]

Leben mit Corona heißt Leben in der Warteschleife: Angesagt sind Homeoffice und Hamstern, pardon, Vorräte bis zum übernächsten Winter einlagern, statt Büro, Bewegungsfreiheit und Shoppingtouren. Leider kann uns keiner mit Sicherheit sagen, wann wir „back to new normal“ sein werden. Doch bis es soweit ist, könnten wir die Zeit der Krise nutzen, um unsere Seele zu stärken. Psychologische Beratung kann dabei helfen. Damit wir leichter durch Ungewissheit und Ängste, durch Lagerkoller, Fressanfälle und Scheidungswünsche durchtauchen, eventuell sogar mit derselben Kleidergröße. Und Ehering.

 

Ein Bild, das Wasser, draußen, Sport, fahrend enthält. Automatisch generierte Beschreibung
Foto: Jeremy Bishop on Unsplash

Meinungen und Maßnahmen von Experten aus Wissenschaft und Politik überholen sich in diesen Tagen gegenseitig. News von heute sind morgen längst Schnee von gestern. Verstand und Seele rennen keuchend hinterher, versuchen, alles einzuordnen und emotional zu verarbeiten. Plötzlich sind wir im falschen Film gelandet, ohne zu wissen, wann er enden wird.

Ängste und Ratlosigkeit machen sich breit, währenddessen wir tapfer versuchen, unser neues Leben zu stemmen. Treffen mit Verwandten und Freunden, der Besuch von Geschäften, Restaurants und Events, Fortbildung und Urlaub – alles erst mal abgesagt. Der unverzichtbare, wöchentliche Termin bei der Physiotherapeutin fällt ebenfalls flach. Das tut weh, buchstäblich. Stattdessen gewöhnen wir uns an Mundschutz, hochfrequentes Händewaschen samt rapider Hautalterung und Arbeit vom Küchentisch aus. Ganz ehrlich – all das kann schon einen kraftstrotzenden Gesunden überfordern, dafür braucht es keine Multiple Sklerose als Draufgabe.

Mit MS seelisch bestens gewappnet

Die gute Nachricht vorneweg: Als MS-Betroffene/r sind Sie Mitglied eines krisenerprobten Völkchens. Was in diesem Ausnahmezustand für Gesunde unbekanntes Land ist, kennen Sie längst. Im Idealfall kehrten Sie stabil und zuversichtlich von Ihrer beschwerlichen Reise zurück. Gesundheit ist ein kostbares Gut, das über Nacht zerbrechen kann? Diese schmerzliche Erfahrung mussten Sie typischerweise schon in jungen Jahren verarbeiten. Ungewissheit aushalten, etwa hinsichtlich des weiteren Krankheitsverlaufes, und trotzdem nicht vergessen im Hier und Jetzt zu leben? Sie wissen besser als ich, wovon ich wage zu reden. Das berühmte psychische Loch? Vermutlich waren Sie an diesem trostlosen, finsteren Ort, um so rasch wie möglich wieder herauszuklettern. Allein oder mit der Hilfe einer liebevollen Ehefrau oder eines mental starken Gefährten. Vielleicht mussten Sie sich von Ihrer Partnerschaft, Ihrem Arbeitsplatz oder Ihrem finanziellen Poster verabschieden? Die Chancen, dass Sie zumindest einen dieser Rückschläge verkraften mussten, bevor Sie zu neuen, glücklicheren Ufern aufbrechen konnten, stehen hoch. Während Sie diese vielfältigen Herausforderungen bewältigten, eigneten Sie sich gleichzeitig wertvolle neue Strategien und Fähigkeiten an, unbemerkt und nebenbei, die sich jetzt erneut abrufen lassen. Fazit: Menschen mit MS sind psychisch bestens gewappnet, herausfordernde Zeiten zu meistern. Sie sind Veteranen der Notsituation, Kriegerinnen und Kämpfer, kurz: echte Profis im Krisenmanagement.


Foto: Gerhard Wengler

Nicht mehr wir selbst

Dennoch. Ob mit oder ohne MS: Die Covid-19-Krise verändert uns. Unsere Wahrnehmung und unser Verhalten. Wir reagieren anders auf Irritationen von außen, sind weniger flexibel und weniger tolerant als im entspannten Normalzustand. Davon erzählen Paare, die sich zu ihrem eigenen Entsetzen wegen Kleinigkeiten in einem heftigen Streit wiederfinden. Wir beobachten es an Mitmenschen, die in Law-and-order-Manier knallhart jene anzeigen, die ihrer Meinung nach gegen behördliche Auflagen verstoßen, wie etwa der einsamen Raucher auf der Parkbank oder das Dreier-Grüppchen Jugendlicher auf der Straße. „Das Hauptsymptom der Krise ist Einengung. Alles ist fester und starrer. Wir hören ständig schlimme Nachrichten, und das macht etwas mit uns.“, erklärt die im Umgang mit Krisen erfahrene, derzeit in Wien tätige Lebensberaterin Gracia N. Grewe. „Wir lassen uns leichter verunsichern, sind weniger selbstbewusst und dünnhäutiger. Dadurch dringen auch unsere eigenen unangenehmen Verhaltensweisen leichter durch unseren seelischen Filter nach außen.“

Drohender Lagerkoller

Verschärft wird die seelische Einengung durch die räumliche. Statt morgens das Haus zu verlassen, sitzen viele von uns im Home-Office, eng auf eng mit unseren Liebsten, 24 Stunden täglich, von Montag bis Sonntag. Wir versuchen, uns auf die Telekonferenz zu konzentrieren, während der Partner nebenan lautstark telefoniert und die Kinder quengeln. Sich aus dem Weg zu gehen ist schwierig bis unmöglich. Verschärft durch den Platzmangel liegen die Nerven blank, können sich Spannungen leicht zu ernsthaften Streitigkeiten auswachsen.

Der Umgang mit der neuen Nähe ist umso schwieriger, je länger sie dauert. Helfen kann, sich den Mechanismus bewusst zu machen. Selbst mehr auf sein Verhalten zu achten, die sensiblen Antennen für sich und andere stärker auszufahren. Besonders wichtig ist, nicht jede kleine Bemerkung auf die Goldwaage zu legen – in einer Ausnahmesituation entschlüpft uns schon mal das eine oder andere unbedachte oder gereizte Wort. Für unseren Erste-Hilfe-Kasten: Auch wer seine bessere Hälfte aktuell kaum erträgt, und darauf brennt, die Scheidung einzureichen, sobald die erste Anwaltskanzlei wieder öffnet, übt sich besser in Geduld. (Natürlich nur, wenn keine Gewalt im Spiel ist.) Krisen sind keine verlässlichen Ratgeber, wenn es um weitreichende Entscheidungen geht.

Inzwischen gibt es eine lange Liste von Tipps und Tricks, die Dichte-Stress entschärfen und gegen Lagerkoller helfen. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass Sie noch nicht alles fünfzehnfach gelesen haben, finden Sie auch bei uns eine Toolbox mit garantiert selbst getesteten Maßnahmen (siehe weiter unten „Toolbox gegen die Krise“).

Mit der Angst konstruktiv umgehen

Die meisten von uns haben Angst. Oder Ängste, Mehrzahl. Unterschiedlich intensiv. Von mulmig bis Panik. Offen ausgesprochen oder entschieden weggeschoben. Angst um den Arbeitsplatz, um die Zukunft der Wirtschaft, davor, dass wir bald alle unter der Brücke schlafen müssen. Und vor „Big brother“, der gerade Morgenluft schnuppert.

Ganz vorn mit dabei: Angst vor Ansteckung, vor dem unsichtbaren Feind, der unsere geliebten Eltern oder Großeltern – zumindest – auf die Intensivstation befördern kann. Und uns Jüngere gleich mit, wenn wir Pech haben. Etwa, wenn wir angeschlagen sind oder wegen einer Autoimmunerkrankung wie MS unter Kortison oder Immunsuppressiva stehen. Machen wir uns nichts vor, für MS-PatientInnen ist es sinnvoll und gesund, in diesen Tagen lieber ein bisschen zu vorsichtig zu sein als allzu wagemutig.

Hamstern aus Panik

Angst wurde von der Evolution übrigens als Alarmsystem erfunden, um unser Leben zu schützen. Behandeln wir sie daher mit Respekt. Sie motiviert uns zu vernünftigem Verhalten, lässt uns kreativ werden und nach Lösungen suchen. Erst, wenn Angst in Panik umschlägt, wird es kritisch. Wenn sie uns lähmt statt anspornt, oder wenn sie uns trotz gut gefüllter Supermarkt-Regale zu überbordenden Hamsterkäufen treibt. Menschen mit frühkindlichen Mangelerfahrungen sind besonders anfällig dafür. Haben wir doch alle als Säuglinge gelernt, dass Nahrung nicht nur Sattsein bedeutet, sondern zusätzlich Wärme und Geborgenheit, Schutz und Zuwendung. Wer nie sicher sein konnte, dass „genug“ da war, reagiert auf befürchtete Versorgungsengpässe möglicherweise mit heftigen Ängsten. Auf der realen Ebene kann das gezielte, begrenzte Aufstocken von Vorräten also absolut Sinn machen, es beruhigt. Auf der Ebene der Psyche ist es wichtig, dass wir uns erlauben, die Befürchtung ernst zu nehmen. Wenn wir sie zulassen, dahinter schauen, offen aussprechen: „Ich habe Angst zu verhungern“, dann wird sie greifbarer. Sehen wir sie uns bei Tageslicht an, zerlegen sie in kleine Einzelteile und unterziehen sie einem Reality-Check. So lernen wir, mit Angst konstruktiv umzugehen. Und können uns überlegen, was uns alternativ zum Bunkern von Klopapier, Trockenhefe und Mehl das Gefühl von Kontrolle zurückgibt.

Essen gegen die Angst

Ein enger Verwandter des Hamsterns sind übrigens Fressattacken. Auslöser sind, anders als vermutet, weder Langeweile noch häufigeres Kochen. „Wir essen im Übermaß, wenn der Angstpegel hoch ist. Dahinter steht der verständliche Wunsch, gut für uns zu sorgen. Wer vermehrt zu Essen, Zigaretten, Alkohol greift, könnte sich fragen, womit er sein Bedürfnis nach Wärme, Kontakt und Zuwendung sonst noch befriedigen könnte.“, rät Expertin Gracia N. Grewe. Manchmal hilft es schon, einen Freund oder eine Kollegin anzurufen. Schließlich kann man auch am Telefon ein Schwätzchen halten und miteinander einen Kaffee – ohne Zigarette, ohne Sahnetorte – trinken.“

Sehnsucht nach Nähe

Als Herdentiere sehnen wir uns nach Kontakt und dem Gefühl der Verbundenheit. In Zeiten günstiger Handytarife, Skype und Zoom sollte sich das einrichten lassen, auch wenn wir Umarmungen, das freundschaftliche Schulterklopfen oder die “Wangenbussis” vermissen.

„Der Wert von Beziehungen wird uns wieder bewusster“, betont Lebensberaterin Grewe. „Wir kümmern uns mehr um andere, um Alte und Nachbarn, rufen lang vernachlässigte Freunde an, um zu fragen, wie es ihnen geht. Wir geben der Supermarkt-Kassiererin neuerdings Trinkgeld und nehmen die guten Dinge nicht mehr für selbstverständlich.“

Es heißt, in jeder Krise liegt eine Chance – ein Spruch, über den ich mich stets geärgert habe, weil ich ihn als billiges Heftpflaster von keinesfalls in der Krise steckenden Besserwissern empfunden habe. Aber wer weiß, vielleicht liegt ja doch ein Körnchen Wahrheit darin. Und vielleicht gelingt es uns ja, unsere gestärkten seelischen Abwehrkräfte, sprich Resilienz, und unsere neu entdeckte Achtsamkeit in die Normalität 2.0. hinüberzuretten. Denn das wäre es allemal wert, zusätzlich zum Ehering.

 

Foto: Louis Hansel on Unsplash


TOOLBOX GEGEN DIE KRISE

Schaffen Sie Strukturen und erfinden Sie neue Rituale

Beides gibt Halt und Stabilität:

  • Gerade, wenn sich alles Zuhause abspielt und verschwimmt – trennen Sie Arbeits- von Freizeiten.
  • Kochen Sie gemeinsam, eventuell auch mit Kindern.
  • Zelebrieren Sie eine Mahlzeit für die ganze Familie als Höhepunkt des Tages.

Reden Sie bewusst und achtsam miteinander

  • Erzählen Sie von sich, von Ihren Gedanken und Bedürfnissen.
  • Pflegen Sie eine Kultur des Fragens: Was geht dir durch den Kopf? Wie fühlst du dich? Wie war dein Tag? Was ist richtig gut gelaufen? Was nicht so? Was würdest du brauchen?

Entwickeln Sie Sensibilität für Grenzen

  • Respektieren Sie, dass Ihr/e PartnerIn zwar anwesend, aber nicht permanent ansprechbar oder verfügbar ist.
  • Sagen Sie klar, wenn und wie lange Sie selbst nicht gestört werden wollen.
  • Geben Sie auch Ihrem Schulkind die Möglichkeit, ungestört zu arbeiten und sich voll und ganz auf eine Sache zu konzentrieren. Dabei bitte auf Pausen achten und kleine Turnübungen einbauen, z.B. Hampelmann. Das fördert nicht zuletzt den Lernerfolg.
  • Bei beengten Wohnverhältnissen definieren Sie Bereiche und Zeitfenster für gewisse Tätigkeiten – am Küchentisch werden untertags die Arbeitsmaterialien ausgebreitet, das Schlafzimmer dient als Entspannungszone und Yoga-Studio und zur Not kann man immer noch aufs „stille Örtchen“ flüchten.
  • Beim Musikhören und TV sorgen Kopfhörer für Privatsphäre.

Halten Sie Mediendiät

  • Definieren Sie vertrauenswürdige Nachrichten-Quellen.
  • Begrenzen Sie die Zeiten des News-Surfens.
  • Schalten Sie nachts das Handy auf Flugmodus oder verbannen es aus dem Schlafzimmer.

Bleiben Sie in Bewegung

  • Im Idealfall planen Sie die tägliche Sport- oder Bewegungseinheit ein, das stärkt nicht nur das Immunsystem, sondern baut Stress ab und hebt die Stimmung.
  • Achten Sie darauf sich nicht zu überanstrengen und passen Sie Ihre Bewegungs- oder Sporteinheit Ihren körperlichen Fähigkeiten an.
  • Installieren Sie eine App, die Sie auf sympathische Weise zum Workout motiviert.
  • Yoga, Qi Gong, eine Runde auf dem Hometrainer, Übungen mit Kurzhanteln, Gummiband oder Gymnastikball sind in der Regel auch zuhause durchführbar.
  • Ärger und Frust lassen sich zur persönlichen Lieblingsmusik wunderbar wegtanzen, ob allein oder zu zweit, ob sinnlich oder ausgelassen.
  • Ein täglicher Spaziergang mit oder ohne Rollstuhl, gemeinsam oder bewusst allein macht den Kopf wieder frei.

Räumen Sie auf

Den Schreibtisch, Küchenschrank oder E-Mail-Account. Nutzen Sie die frei gewordene Zeit, einmal gründlich auszumisten. Trennen Sie sich von ungetragener Kleidung, Taschenbüchern, Kosmetikpröbchen aus zwei Jahrzehnten und der geerbten Brockhaus-Sammlung. Spätestens seit Marie Kondos Bestseller haben wir schwarz auf weiß, dass uns kaum etwas so viel frische Energie geben wie radikales Wegwerfen.


Foto: Dickens Sikazwe on Unsplash


Raus aus den alten Schuhen

Wer allein lebt, hat es jetzt besonders schwer. Isolation ist keine anregende Gesprächspartnerin. Ich würde mich freuen, wenn Sie sich einen Ruck geben und aufraffen, jemanden anzurufen. Ja, heute noch. Ein erwachsenes Kind, einen alten Freund oder einfach den Menschen, der Ihnen als erstes spontan in den Sinn kommt. Der oder die Angerufene wird vielleicht überrascht sein und sich freuen. Falls nicht, was ich für unwahrscheinlich halte, rufen Sie einfach Nr. 2 auf Ihrer Liste an. Reden sie. Denn Reden hilft in der Krise. Reden hilft gegen Einsamkeit. Sie könnten auch eine Beratungshotline anrufen, oder sich bei einem Kontaktkreis melden. Oder sogar bei einem Verein, der sich mit Themen beschäftigt, die Sie einmal interessiert haben. Früher. Könnte man diese nicht wiederbeleben? Um selbst wieder ein bisschen mehr … zu leben? Mehr Freude und Energie zu spüren? Bitte beschäftigen Sie sich mit positiven Dingen, mit Tieren und Pflanzen, anregenden Büchern, Komödien, Kunst oder Musik. Und vergessen Sie nicht zu flirten, wenn sich die Gelegenheit ergibt. Einfach, um nicht komplett aus der Übung zu kommen. Man weiß ja nie. Lassen Sie Schwarzseher, Angsthasen und Weltuntergangs-Propheten außen vor. Meiden Sie MS-Foren, in denen nur geklagt und gejammert wird, denn das schadet nicht nur Ihrer zarten Seele, sondern nachweislich Ihrem Immunsystem. Kultivieren Sie Ihren Optimismus bei jeder Gelegenheit, denn der lässt sich trainieren wie ein Muskel.

Noch eine Idee darf ich Ihnen mitgeben: Hätten Sie nicht Lust, ein Dankbarkeitstagebuch zu beginnen? Die Wissenschaft hat längst bewiesen, dass Schreiben seelischer Hausputz ist. Diese einfache Methode ist sogar antidepressiv wirksam. Gerade in der Krise tut es gut, sich schriftlich klar zu machen, woraus das kleine Glück besteht. Beantworten Sie sich selbst schriftlich (!) jeden Tag folgende Fragen: Was hat mich heute berührt? Was war schön? Für welche Tätigkeit, für welchen menschlichen Kontakt (auch am Telefon oder per Internet), welches kleine Geschenk des Tages bin ich heute dankbar? Notieren Sie täglich einige Zeilen; ich verspreche, dass sich nach einem Monat etwas verändert hat.

Ich zähle auf Sie. Alles Gute! 

Ihre

Edda Wengler


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Das Coimbra-Protokoll: Praxis-Test bestanden oder toxisch bedenklich?

Spitzen-Gespräch: Coimbra-Protokoll bei Autoimmunerkrankungen

Prof. Dr. med. Ulrich Amon ist Facharzt für Dermatologie & Allergologie mit dem Schwerpunkt Autoimmunerkrankungen und Autoinflammation. Darüber hinaus ist er Zertifizierter Arzt für das Coimbra-Protokoll und war bereits mehrfach Referent beim Kongress für menschliche Medizin (2016 & 2018) mit spannenden Vorträgen.

In diesem (zweiten) Spitzen-Gespräch zwischen Prof. Ulrich Amon und Prof. Jörg Spitz geht es um das Coimbra-Protokoll bei Autoimmunerkrankungen. Das Coimbra-Protokoll ist eine ärztlich begleitete Therapie von Autoimmunerkrankungen in Form einer Komplex-Therapie v.a. mit hoher Substitution von Vitamin-D.

Die beiden Professoren beleuchten die wissenschaftlichen Hintergründe, Erfahrungen, Voraussetzungen, Risiken und Perspektiven dieses Behandlungsansatzes.

Folgende Themen werden dabei ausführlich thematisiert und fachkundig zwischen den beiden Medizinern besprochen:
• Wissenschaftliche Hintergründe der Vitamin-D-Sensitivität und des Coimbra-Protokolls
• Vitamin-D als immunprotektives Schutzhormon
• Wirkung von Vitamin K 2
• Erfahrungen mit dem Coimbra-Protokoll bei dermatologischen Autoimmunerkrankungen
• Voraussetzungen, Chancen und Risiken der Anwendung des Coimbra-Protokolls
• Ergebnisse des Coimbra-Protokolls
• Perspektiven und Weiterentwicklung des Coimbra-Protokolls
• Coimbra-Netzwerk und Austausch mit Kollegen – und vieles mehr…

Fazit:
Das Coimbra-Protokoll kann für MS-Erkrankte ein erfolgreicher Weg Richtung Gesundung oder Stabilisierung sein, aber nie ohne engmaschige ärztliche Betreuung durch einen für dieses strenge Protokoll zertifizierten Arzt und nur bei ausreichender Compliance empfehlenswert! Wenn die zwingenden Bedingungen nicht eingehalten werden können, kann das fatatle Folgen haben.

Mehr zum Thema Vitamin D, Sonne und MS auch in unserem aktuellen Faktenblatt!

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Dr. Stefan Dietsche zum Thema „Schadstoffe und Psyche“ anlässlich des Life-SMS Jahresseminars vom 2.11.2019

Ein Gastbeitrag von Referent Umweltzahnmediziner Dr. med. Stefan Dietsche

Die Zahl der psychischen Erkrankungen in den westlichen Ländern steigt seit vielen Jahren massiv an. So zeigt der aktuelle Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse den Anstieg der Fehltage durch psychische Erkrankungen (Depression, Burnout, Angstzustände):
➢ ein dramatischer Zulauf seit 2000 bis heute um fast 200 %.
Gleichzeitig stiegen die Verschreibungen von Psychopharmaka im selben Zeitraum um ca. 400 %.

Diagramm der TK mit Fehltagen wegen psychischer Erkrankungen

Fazit also: mehr Kranke und noch mehr symptomatische Medikamente, die offensichtlich nicht genügend helfen.

Was sind die Ursachen für diese Zunahme?

Die Depression wird hauptsächlich ausgelöst durch einen Mangel an Serotonin, dem „Glückshormon“. Gibt es zu wenig davon, treten depressive Zustände ein. Der Baustein für Serotonin ist die Aminosäure Tryptophan aus der Nahrung.

Nun gibt es viele Ursachen für die Entstehung eines Serotoninmangels. Hier einige davon:

• Systemische Erkrankungen
Bei PatientInnen mit chronisch-entzündlichen oder Autoimmunerkrankungen (Rheuma, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen u.v.m.) werden dauerhaft sogenannte Zytokine, wie TNF-alpha, Interleukin1 und 6 produziert. Diese verhindern die Umwandlung des Tryptophan zu Serotonin.
Die Aussage „Die Depression ist ein fester Bestandteil der chronischen Entzündung“ ist also wissenschaftlich gesichert.

• Fruktose-Überschuss
Fruktose aus der Nahrung konkurriert mit dem Tryptophan an der Darmwand. Ein Zuviel an Fruktose führt zu einer Verarmung von Tryptophan im Blut und damit zur Depression.

• Darmentzündungen
90 % des Serotonins wird im Darm gebildet und die Produktion wird durch eine Darmentzündung reduziert.

Grafik möglicher Störfaktoren der Umwandlung von Tryptophan zu Serotonin
Mögliche Störfaktoren der Umwandlung von Tryptophan zu Serotonin (Ⓒ Dr. med. Stefan Dietsche)

• Nährstoffmängel
Von Tryptophan zu Serotonin bedarf es einiger wichtiger Vitamine und Mineralien, die in der heutigen Nahrung nicht genügend enthalten sind und zusätzlich durch Medikamente (z.B. die Pille) „geraubt“ werden.
➢ Eine regelmäßige Substitution ist ggf. notwendig.

• Schadstoffe
Zurück zur systemischen Entzündung. In der Ursachenmedizin wissen wir, dass die chronische Entzündung eine Folge der vielen Schadstoffe in unserer Umwelt ist.
Schimmelpilz in Wohnungen, Formaldehyd in Möbeln, Laminat und Teppichen, Handy- und WLAN-Strahlung, Weichmacher, Duftstoffe…
➢ Sie alle bedürfen eines kritischen Umgangs.

Tatsächlich triggert auch die Zahnmedizin die chronische Entzündung. Problemfelder können sein: Amalgam, tote Zähne/Wurzelfüllungen, Titan oder andere Metalle, Allergien gegen Zahnmaterialien…

Grafik: Mögliche Gefahren durch Zahnbehandlungen
(Ⓒ Dr. med. Stefan Dietsche)

➢ Auch hier ist eine individuelle Testung und kritischer Umgang von höchster Wichtigkeit, da diese Fremdmaterialien 24 Stunden im Körper verweilen, 7 Tage die Woche (der Schimmelpilz hinter dem Schlafzimmerschrank „darf“ nur 6-8 h täglich auf uns einwirken).

• Psyche
Psychischer Stress ist ohne Zweifel ein krankmachender Faktor. Wichtig zu verstehen ist, dass dies aber nur ein Baustein von vielen sein kann. Die alleinige Psychotherapie kann bei der Vielzahl der Faktoren für die Depression nicht dauerhaft zum Erfolg führen.

Tipps bei Depression und oder Schlafstörungen

➢ Verlassen Sie sich nicht nur auf die Psychologie
➢ Lassen Sie Tryptophan im Blut messen!
➢ Nährstoffe und Darmsanierungen sind wichtig
➢ Vorsicht bei WLAN und Handy; informieren Sie sich bei www.diagnose-funk.org
➢ Ein guter Kurzratgeber über Schadstoffe ist „Das Gift steckt im Detail“ (Autor: Dr. med. Stefan Dietsche)
➢ Lassen Sie Amalgamfüllungen fachgerecht unter Schutzmaßnahmen entfernen.
➢ Informieren Sie sich über und nutzen Sie die biologisch verträgliche Zahnheilkunde.

 

Grafik mit Tipps zur Amalgamentfernung
(Ⓒ Dr. med. Stefan Dietsche)

 

 

Herzlichen Gruß
Stefan Dietsche
(Umweltmediziner, Zahnheilkunde)


Sie haben es dieses Jahr nicht geschafft bei unserem Seminar dabei zu sein? Dann können Sie gerne die PDFs der Vorträge inkl. des Vortrags von Dr. Dietsche an der weiter unten genannten Stelle herunterladen. Wir wären aber für eine kleine Spende über betterplace zugunsten des Projektes sehr dankbar! Damit Life-SMS auch nächstes Jahr wieder informative, spannende und gesundheitsfördernde Vorträge präsentieren kann.

Hier finden Sie den Spendenlink:

https://www.betterplace.org/de/projects/16807-life-sms-lebensstilmassnahmen-bei-multipler-sklerose

Und hier geht’s zum Folien-Download:

https://drive.google.com/open?id=1pUh8ltXSiLDU4u59DXVqYbOugOlxN9rp


Life-SMS bedankt sich ganz herzlich bei unserem Unterstützer Dr. Stefan Dietsche für den lebendigen Vortrag und diesen wichtigen und informativen Gastbeitrag!


Abschließend wünschen wir Ihnen und Ihren Lieben alles Gute für die Weihnachtszeit und einen guten Rutsch in ein gesundes Jahr 2020!


Ihr
Life-SMS Team


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Persönliche Highlights des Jahresseminars „MS und Psyche“- ein Gastbeitrag

Im Rückblick gehen die Zählungen auseinander. Waren es 120 Gäste? Oder doch 130? Oder noch mehr? – Egal. Wir alle sind am 2.11. in Köln in die „Residenz am Dom“ gepilgert, um am Life SMS-Jahresseminar 2019 „MS und Psyche“ teilzunehmen: Gekommen sind Fremde und Freunde, die einander schon im Vorraum freudestrahlend begrüßen; Betroffene und Begleiter, Menschen mit und ohne Gehhilfen und Gerätschaften; ein Teilnehmer sitzt lässig auf einem spacig umgebauten Segway, kurvt mühelos elegant um die eigene Achse, ich denke kurz an Science Fiction, aber das Ding ist tatsächlich echt. MS macht kreativ, offensichtlich. Lösungsorientiert. Und bringt uns zusammen. Aus der Stadt, dem Umland, aus der Schweiz und aus Österreich. Und das hat sich gelohnt.

Zum Auftakt begrüßt uns Hildy Ueberhofen so herzlich wie professionell. Sie wird uns durch den Nachmittag führen, moderieren und das Mikro bei den Fragerunden durch den Saal zum Publikum bringen. Spannende und informative Stunden erwarten uns, Überraschungen inklusive.

Die Organisatorin und die Vortragenden im Gruppenfoto
Die Organisatorin und die Vortragenden

 

Gifte erkennen und vermeiden

Die erste bereitet uns Dr. Stefan Dietsche, Zahnmediziner sowie Umweltmediziner aus Leidenschaft: Denn die Probleme der Seele sind entgegen landläufiger Meinung keineswegs zwingend psychisch verursacht, durch Stress oder Konflikte. „Vielmehr liegen Gründe für z.B. Depressionen oft in der Körperchemie, verursacht durch Neurotoxine.“ Buchautor Dietsche erzählt anschaulich von all den Gefahren, die darauf lauern, unseren Körper zu vergiften, die zu „stummen, chronischen Entzündungen und in weiterer Folge zu Autoimmunerkrankungen“ führen: Amalgam in Zahnfüllungen und dessen unsachgemäße Entfernung, Nickel in Zahnspangen, Formaldehyd in Kindermöbeln, Titan in Implantaten. Schimmelpilze, Lösungsmittel, Weichmacher, Duftstoffe und – nicht zu vergessen – Elektrosmog. „Willkommen in der Epidemie der Moderne!“, sagt Dietsche. Mir wird angst und bange, trotz seiner humorvollen Präsentation. Kann ich diesen vielfältigen Schadstoffen, die meinen kostbaren Biocomputer im Kopf bedrohen, denn noch entkommen? Doch, es gibt Abhilfe und Vorsichtsmaßnahmen: das Vermeiden fluorhaltiger Zahnpasten, Verzicht auf Weichspüler, regelmäßiges Stoßlüften zur Vorbeugung gegen Schimmel, gründliche Zahn- und Mundhygiene, u.v.m. Beruhigend zu wissen. Mein persönlicher Vorsatz: Ab sofort das Handy nachts auf Flugmodus stellen (der Wecker funktioniert trotzdem) und beim Wählen vom Ohr weghalten, denn gerade beim Verbindungsaufbau entsteht intensive Strahlung.

Eine Übersicht zu Schadfaktoren, Chronische Entzündung & Psyche (ⒸDr. med. Stefan Dietsche)
Schadfaktoren, Chronische Entzündung & Psyche (ⒸDr. med. Stefan Dietsche)

Mikronährstoffe und Psyche

Die zweite Vortragende ist die Ernährungs- und Sportmedizinerin Dr. Elke Mantwill. Sie referiert über den Zusammenhang zwischen „Mikronährstoffen und Psyche“. Ich nehme mit, dass es Sinn macht, Werte zu messen, eventuell sogar Cortisol im Speichel. Denn die über den Tag erhobene Kurve gibt bei vielen seelisch-körperlichen Symptomen Aufschluss darüber, ob wir in einer chronischen Neurostress-Reaktion leben, mit Reizbarkeit, Schlaf- und Konzentrationsstörungen, oder im Gegenteil, schon ins Burnout gekippt sind. Und auch hier spiegelt die ausgebrannte Psyche mit Antrieblosigkeit, „Chronic Fatigue Syndrome“, sozialem Rückzug und Depression die hormonelle Situation wider. Frei nach dem Motto: Nix geht mehr, Adrenalin, Noradrenalin, Insulin, DHEA, das Wohlfühl-Hormon Dopamin – alles gut und wichtig, aber leider ausverkauft.

Die Ursachen für Neurostress und Burnout sind vielfältig, und natürlich hängt bei ganzheitlicher Betrachtung alles zusammen: Hormone, Stoffwechsel, Immunsystem, Darm, Psyche etc. Gegenmaßnahmen: professionelle Beratung durch die Spezialistin, individueller Mix an Nahrungs-Ergänzungsmitteln, gezielte Antistress-Ernährung, moderate Bewegung und – der Dauerbrenner – Stressabbau.

Die Cortisolkurve als Maß für Stress und Burnout (ⒸDr. med. Elke Mantwill)
Die Cortisolkurve als Maß für Stress und Burnout (ⒸDr. med. Elke Mantwill)

 

Dass ein Senken des Stresslevels zum Gesund werden beiträgt, ist unumstritten. Mitunter muss man dafür allerdings sein Leben komplett auf den Kopf stellen. Das beweist Benedikt van Almsick, der über „Emotionale Aspekte der Multiplen Sklerose aus Sicht der traditionellen chinesischen Medizin“ spricht.

Der wichtigste Mensch in Ihrem Leben

Der Kölner Heilpraktiker steht vor unserem Saal voller Menschen gut sichtbar auf erhöhter Bühne. Ohne sich zu schonen, teilt er mit uns persönlichste Details der eigenen Biographie, aus der Zeit „davor und danach“, eine Zeitrechnung, zweigeteilt durch den Einschnitt der Diagnose MS. Jede Menge Mut und Offenheit berühren. Emotionen klingen durch wie das schwache Echo vergangener Katastrophen. Van Almsick hat vorsorglich angekündigt, dass das passieren könne. Er erzählt von seinem Job als hoch bezahlter IT-Spezialist. Vorher. Von seiner schwierigen Kindheit. Und von seiner Erkrankung. Von der katastrophalen Phase, als er von Schub zu Schub taumelte. Davon, wie er beschoss, den einträglichen Job zusammen mit dem Gefühl der Sinnlosigkeit an den Nagel zu hängen. Sein Haus zu verkaufen. Den Freundeskreis auszutauschen. Sich scheiden zu lassen. Und eine neue Ausbildung zu beginnen.

Heute ist er schon seit langem schubfrei. Zum zweiten Mal verheiratet. Glücklich diesmal. Seine Frau, eine Kollegin, sitzt hinter mir, beteiligt sich an der anschließenden Fragerunde.

Seit mehr als zehn Jahren lebt Van Almsick seine Berufung als Heilpraktiker. Seinen Patienten hilft er mit Akupunkturnadeln und der Kenntnis jener Punkte, die dazu beitragen Emotionen zu klären und Leidenschaften zu entdecken. Und mit heilsamen Botschaften:

➢MS ist dramatisch genug, um aufzuwachen und das eigene Leben komplett zu überdenken

➢Versuchen Sie, Ihre Emotionen zu nutzen statt sie zu unterdrücken

➢Eine Idee von „Jetzt darf ich auch mal“ ist gesund und notwendig

➢Machen Sie etwas Verrücktes, was Sie immer wollten, aber sich nie getraut haben!

➢Denken Sie daran: Sie sind der wichtigste Mensch in Ihrem Leben!

Großzügige Gäste

Blitzlichter angeregter Pausengespräche. Eine jugendlich wirkende Dame erzählt mir, wie traurig es sie macht, nächste Woche Frührente beantragen zu müssen, ich fühle mit ihr. Einer anderen Teilnehmerin ist es gelungen, ihre Sehnerv-Entzündung zu heilen, restlos. Allein mit Hilfe ihrer Vorstellungskraft. Während wir plaudern, wandern Spenden in die Dose, denn das Projekt muss sich selbst tragen, die meisten Gäste sind großzügig, geben mit einem Lächeln. Dankeschön.

Den Abschlussvortrag hält Diplomphysiker Anno Jordan, Mastermind des Life-SMS-Projektes. Seine „Fünf Messages zu Mitnehmen“ beinhalten: die Psyche ernst nehmen, den oft gering geschätzten Placebo-Effekt retten, weil er kostenlos viel bewirken kann, den dunklen Zwilling „Nocebo-Effekt“ vermeiden, Spiritualität, Dankbarkeit, Achtsamkeit und Meditations-Praxis kultivieren. Atemtechniken können den Weg in die Entspannung abkürzen. Begeisterter Schluss-Applaus belohnt den Impulsvortrag, gleichzeitig die anderen Sprecher und die Wahl des diesjährigen Themenschwerpunkts „Psyche“.

Fest steht, die Psyche ist ein weites Land, in das sich Reisen lohnen. Manche Gegenden kennen wir gut, andere zeigen sich als noch unerforschte weiße Flecken auf unserer inneren Landkarte. Nicht nur, aber auch bei MS-Patienten. Daher: Fortsetzung folgt 2020. Wir sehen uns beim Seminar. Same time, same place. Sie und ich. Und 150 andere. Mindestens.

Edda Wengler


Sie haben es dieses Jahr nicht geschafft dabei zu sein? Dann können Sie gerne die .pdfs der Vorträge an der weiter unten genannten Stelle herunterladen. Wir wären aber für eine kleine Spende zugunsten des Projektes bei betterplace sehr dankbar!

Hier finden Sie den Spendenlink:

https://www.betterplace.org/de/projects/16807-life-sms-lebensstilmassnahmen-bei-multipler-sklerose

Und hier geht’s zum Folien-Download:

https://drive.google.com/open?id=1pUh8ltXSiLDU4u59DXVqYbOugOlxN9rp

 


Life-SMS bedankt sich ganz herzlich bei unserer Unterstützerin Edda Wengler für den lebendigen Bericht und den facettenreichen Gastbeitrag!

 

Ihr

Life-SMS Team

MS und Schwermetalle wie z.B. Quecksilber – Gastbeitrag Dr. Felix Schielein

Quecksilber-Tropfen
Immer wieder führen Experten an, dass bei der multifaktoriellen Autoimmunerkrankung Multiple Sklerose oft eine hohe Schwermetallbelastung nachweisbar ist und wohl stark mit ursächlich sein könnte. Ganz besonders ist hier das Umweltgift Quecksilber zu nennen!

Quecksilber im Hirn

Nicht nur in den berüchtigten Amalgamfüllungen ist es, nein, Quecksilber ist fast überall: es entsteht in technischen Prozessen, dient in der Chemie als Katalysator, fällt bei der Verbrennung von Kohle zur Energiegewinnung an, ja, und selbst im Trinkwasser kommt es teilweise vor.
Das mag für gesunde Organismen noch ein beherrschbares Problem sein, denn der Körper kann es in geringen Maßen langsam wieder ausscheiden. Aber dies ist von vielen Faktoren abhängig (Genetik, Alter, Versorgung mit Nährstoffen/Mineralien, vom Zustand des Darms, vom Übersäuerungsgrad etc). Und wer es nicht (genügend) ausscheiden kann, lagert es ab: in Fettgeweben, in der Niere, im Gehirn – und das ist das große Problem. Quecksilber wird in relativ großer Menge schnell ins Gehirn aufgenommen, lagert sich in den Zellen ab, kann dann aber nicht mehr so richtig ausgeschieden werden und bleibt besonders toxisch für Nervenstrukturen (Stichwort: Neurotoxizität).
Und gerade Menschen mit Autoimmunerkrankungen haben vermehrt bestimmte genetische Polymorphismen, die dazu führen, dass das Toxin Quecksilber nur sehr schlecht abgeführt werden kann.
Quecksilber behindert dann auch die Arbeit der energiespendenden Mitochondrien, was neben Fatigue noch viel weitreichendere Folgen hat.

Aufschlussreicher Gastbeitrag

Für lsms.info und Life-SMS hat der Apotheker Dr. Felix Schielein einen interessanten Artikel zum Thema „MS und Schwermetalle“ geschrieben. Mit gelungenen Metaphern zu Polizeieinsätzen und braven Bürgern erklärt er verständlich, was bei Autoimmunerkrankungen im Körper passiert und geht vor allem auf das Problem Quecksilber ein. Dazu gehören Ausführungen zu dessen Messung im Körper per Provokationstest und zur Ausleitung von Schwermetallen mittels Chelatoren.

Er nennt auch sinnvolle Strategien für danach, z.B.:

Was Sie noch tun können:
• Zufuhr von Lebensmitteln mit schützender Wirkung wie Kohl, Knoblauch, Koriander, Bärlauch, Zwiebeln und Hülsenfrüchte
• Meidung von Zusatzstoffen jeglicher Art
• Schonende und professionelle Entfernung vorhandener Amalgam-Zahnfüllungen durch einen ganzheitlich orientierten Zahnarzt
• Professionelle Darmsanierung bei bakteriellen Dysbiosen (verschobenem Darm-Milieu) oder Störung der Barrierefunktion (Leaky-gut-Syndrom)
• Unterstützung der Entgiftungsorgane wie Leber, Niere und Darm durch Ausleitende Verfahren, Heilfasten, Homöopathie und Phytotherapie sowie organaufbauende Therapien
• Orthomolekulare Therapie mit Antioxidantien wie Selen, Alpha-Liponsäure, Zink, Curcuma, Silymarin (= Mariendistel) oder Melatonin zum Abfangen freier Radikale und weiterer Mineralstoffe nach Mineralstoffvollblutanalyse.“

Den gesamten – unbedingt lesenswerten – Text von Dr. Schielein auf lsms.info finden Sie hier. Das Dokument ist dort auch als pdf-File zum Download verfügbar.

Bitte vergessen Sie nicht, derartige Gastbeiträge dienen auch zur Finanzierung von lsms.info/Life-SMS und wir arbeiten hier nach dem „Pay as you like“-Prinzip. Der Zugriff auf Gastbeiträge ist prinzipiell kostenlos, aber wir freuen uns über Ihre freiwillige Spende. Bitte dazu einfach das Spendenformular auf der Beitragsseite von lsms.info verwenden.

Eine kurzweilige Lektüre und hilfreiche Lektüre zu spannenden Zusammenhängen wünscht Ihnen

Ihr Team von Life-SMS/lsms.info

PS: Save the Date:
Zum Thema “Toxine und Psyche“ wird es auch beim großen Vortragsnachmittag am 2.11.2019 neben weiteren Themen einen sehr informativen Vortrag geben!
Reservieren Sie sich also den Termin.
Näheres folgt in einem der nächsten Newsfeeds. Bleiben Sie uns am besten treu.


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Omega 3-Fettsäuren: Nicht nur Hype, sondern vor allem Hope, nicht nur für MS-Betroffene

„Enthält Omega 3-Fettsäuren“ – so oder ähnlich „poppt“ es inzwischen bei vielen Produkten, selbst im gewöhnlichen Supermarkt auf. Und selbst dann, wenn deren Anteil im Produkt eher niedrig ist und der Anteil der gleichzeitig enthaltenen Omega 6- und Omega 9-Fettsäuren wesentlich höher ist!

Doch was ist dran an den Produktversprechen?

Ein lohnendes Versprechen, vielleicht „Hope“ – oder eher einfach nur verkaufsfördender Hype?

In einem leicht verständlichen Videointerview geben der Omega 3-Experte Dr. med. Volker Schmiedel und Prof. Dr. Jörg Spitz Auskunft darüber, warum z.B.

  • gerade für Nervenzellen (und damit auch für MS-Betroffene!) ein günstiges Verhältnis von Omega 3- zu Omega 6-Fettsäuren wichtig ist,
  • Fast Food und andere vorgefertigte Nahrungsmittel wegen der vielen eingesetzten Omega 6-Fette (z.B. Sonnenblumenöl/Maisöl) ungünstig und damit keine Lebensmittel im eigentlichen Sinne sind,
  • die heutige Ernährung in den Industriestaaten viel gefährlicher ist als ungünstige Gene und Ärzte nicht darauf hinweisen,
  • ein „Fischbäuerchen“ ein ungünstiges Zeichen ist,
  • wir zusätzlich zu Fisch- oder Algenöl auch Leinöl substituieren sollten und
  • warum eine multifaktoriell Betrachtung chronischer Erkrankungen so wichtig ist.

 

 

Wer nicht die vollen 40 Minuten Zeit hat, sollte sich zumindest Minute 24-28 anschauen!
Hören reicht auch. Zu Beginn gibt es Schaubilder, aber Zuhören (z.B. während des Kochens) reicht vollkommen, wenn der Zeitplan mehr nicht erlaubt.

Alle, die glauben, dass sie über Leinöl ihren EPA/DHA-Bedarf decken können, sollten unbedingt die Erklärungen ab Minute 26 hören.

Weitere Informationen zum Thema Omega 3- und Omega 6-Fettsäuren finden Sie auch hier bei der Akademie für menschliche Medizin zusammengefasst.

Das neue Wissen können Sie direkt zu den Festtagen einsetzen, denn an solchen „Schlemmertagen“ lohnt besonders ein Blick auf die Omega 3-Bilanz.

Dass Sie so gut ins Neue Jahr kommen wünscht Ihnen

Ihr Team von Life-SMS


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Ein Geschenk für die Vorweihnachtszeit: “MS ist keine Einbahnstraße” für alle Leser freigegeben!

Versprochen ist versprochen!

Wie im Zuge der Veröffentlichung des eBooks “MS ist keine Einbahnstraße” Ende Juli 2018 angekündigt, sind wir jetzt in der Lage das eBook für alle Leser mit oder ohne Spende zum Download freizugeben.

Dank vieler kleinerer und mittlerer Spenden sowie mit einigen Großspenden, war es uns möglich die Spendenziele bei betterplace für die aktuelle Spendenperiode schneller als ursprünglich geplant zu erreichen. Dies gibt uns für das nächste Jahr Planungssicherheit sowie Gestaltungsspielraum und wir freuen uns sehr, dass damit das eBook für alle Interessenten, Patienten und Betroffene kostenfrei zur Verfügung stehen kann.

Sie können sich das eBook im PDF oder ePub Format unter diesem Link herunterladen.

UnabMS ist keine Einbahnstraße - eBookhängig davon bitten wir Sie natürlich auch weiterhin darum, das Projekt Life-SMS nach Kräften auch finanziell zu unterstützen und danken Ihnen vorab für ihre Treue!

Worüber wir uns besonders freuen würden, wären Kommentare, Meinungen und konstruktive Kritik zu dieser Publikation, da wir schon jetzt planen eine neue und erweiterte Ausgabe im nächsten Jahr zu veröffentlichen. Schreiben Sie uns einfach…

Aber jetzt nichts wie hin zum Download und wir hoffen, dass Ihnen die Erfahrungsberichte und bewegenden Erzählungen anderer Betroffener Mut, Hoffnung, Ideen und Zuversicht für den eigenen Heilungsweg geben.

In diesem Sinne: bleiben sie uns treu und vor allen Dingen gesund!

Ihr

 

Life-SMS Team


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