Darmflora und MS: Ein Einstiegsvideo von Zellliebe

Nicht nur als Einstimmung auf unseren Themenschwerpunkt „Darmflora und MS“ beim diesjährigen, großen Vortragsnachmittag am 8.9.2018 sollten Sie sich Lisas neues Zellliebe-Video anschauen.

Grundlagen der Darmgesundheit

In knapp 20 Minuten erklärt sie Grundlagen zum Darm, vor allem in Bezug auf MS aber auch, warum er eine entscheidende Rolle auch bei anderen chronischen Erkrankungen spielt. Sie gibt Erklärungen zur Ausgewogenheit der Darmflora (Mikrobiota), mit ihrer „guten“ und „schlechten“ Bakterienvielfalt und wie sich eine Dysbiose (ungünstige Verschiebung der Vielfalt) auswirken kann. Dabei geht sie auch auf kurzkettige Fettsäuren ein wie Propionsäure, die nicht nur entzündungshemmend wirkt sondern auch die Aktivität der Immunzellen im Gehirn modulieren kann. Sie weist auf das Verhältnis des Darms zur Blut-Hirn-Schranke hin und auch auf sein Verhältnis zu Depressionen, Schmerzen, dem Schlafhormon Melatonin und erklärt, wie alles zusammenhängt. Am Schluss geht sie auch kurz auf das Leaky-Gut-Syndrom ein.


Wirklich ein guter Einstieg für die Vortragsthemen unserer Referenten am 8.9. in Köln!

Und wenn Sie Glück haben, können Sie Lisa auch in Köln treffen. Noch können Sie sich anmelden.

Und nehmen Sie sich bald die Zeit für Lisas Video…vielleicht auch für ihre schon veröffentlichten,
anderen Themen (siehe ihre playlist).

Weitere Infos zum Thema auch im Faktenblatt „Darmflora und MS“.


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Geben Sie der “Gluten-Freiheit” eine Chance – 30 Tage, die entscheidend sein können!

Die Sache mit der schädlichen Wirkung von Gluten wird seitens der Schulmedizin oft belächelt, kaum ernst genommen und oft als Hokuspokus abgetan. Auch der Autor dieses Artikels war bis zum erfolgreichen Selbstversuch nicht frei von diesen Gedanken.

Und bevor Sie weiterlesen, vergessen Sie bitte nicht: dieses Projekt lebt ausschließlich von Spenden und uns fehlen in der aktuellen Spendenperiode bis Ende April 2018 noch ca. 260 €.
Helfen Sie uns bitte dieses Ziel in den nächsten beiden Tagen noch zu erreichen!
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Wir danken allen bisherigen und zukünftigen SpenderInnen!

Aber was ist die wissenschaftliche Basis dahinter?

Der Darmtrakt trennt die Innenwelt von der Außenwelt. Sie nehmen mehr als 25 Tonnen von Fremdmaterial in Form von Nahrung zu Lebzeiten zu sich. In dieser Nahrung enthalten sind u.a. Bakterien, Viren und Parasiten. Die erste Verteidigungslinie gegen diese fremden Organismen ist die Darmwand. Die zweite Verteidigungslinie ist das komplexe Netzwerk von (Immun)Zellen, die den Darmtrakt auskleiden. In der Tat wird geschätzt, dass sich über 70% des gesamten Immunsystems im Darmtrakt befinden. Wenn die Auskleidung Ihres Darms Löcher hat und Sie einen „leaky gut / undichten Darm“ haben, was wissenschaftlich als intestinale Permeabilität bekannt ist, wandern Bakterien und unverdaute Nahrungsmittelpartikel durch Ihre Darmwand und diese interagieren mit Ihren Immunzellen. Die Forschung zeigt, dass die intestinale Permeabilität eine Schlüsselrolle bei der Autoimmunität spielt und dass es viele Ursachen für das “leaky gut Syndrom” gibt. Dazu zählen Stress, Nahrungsmittelreaktionen (z.B. Weizen/Gluten), Infektionen und Toxine.

Und was ist jetzt das Problem mit Gluten?

Das Problem mit Gluten ist, dass es ein sehr stabiles, langkettiges Eiweiß ist, das der Mensch nicht komplett verdauen (aufbrechen) kann. Das Gluten regt die Epithelzellen der Darmwand zur Bildung des Proteins Zonulin an und dieses Zonulin wirkt sozusagen als Schlüssel für die Zwischenräume der Darmzellen (die sogenannten “tight junctions” öffnen sich). Gluten erzeugt also zwingend eine löchrige Darmwand! Kein Problem für die meisten Menschen, eine Katastrophe für Menschen mit Autoimmunerkrankungen. Eindringende Fremdstoffe können hier eine massive Immunantwort und Kreuzreaktivität auf verschiedenen Ebenen auslösen.

Die Grundlagen des Themenkomplexes Gluten, Zöliakie und Glutensensitivität werden übrigens sehr gut im Workshop Ernährung von Erik David dargestellt:

So, jetzt zu MS und anderen Autoimmun-Erkrankungen:

Hier lassen wir zwei Experten aus der hervorragenden amerikanischen Dokuserie “Betrayal: The Autoimmune Disease Solution They’re Not Telling You” aus dem Jahr 2017 zur Wort kommen.

Zunächst Prof. Professor Yehuda Shoenfeld, Leiter der Medizinischen Klinik B und des Zentrums für Autoimmunerkrankungen am Sheba Medical Center der Universität Tel Aviv, der nicht dafür bekannt ist reißerische Aussagen zu machen:

“Es gibt eine starke Verbindung zwischen unserem Darm und unserem Gehirn. Ich erzähle Ihnen einen Geschichte, die einmal geschah, nachdem wir Patienten mit Multipler Sklerose, einer klassischen Autoimmunerkrankung, die das Gehirn betrifft, analysiert haben. Als wir diese Patienten untersucht haben, haben wir festgestellt, dass 8% von ihnen, also 8 von 100, Antikörper gegen Gluten aufwiesen. Am Anfang wollten wir diese Information vernachlässigen. Dann haben wir über die wissenschaftliche Literaturrecherche festgestellt, dass es eine Kreuzreaktivität gibt. Und zwar zwischen der Glutenstruktur und einer Struktur in unserem Gehirn namens, wenn ich mich recht erinnere, Synaptosom oder so etwas ähnliches. Was passiert wenn Sie Gluten essen, das unserem Körper fremd ist? Sie entwickeln Antikörper gegen Gluten und jene Einzelpersonen, die genetisch vorgeprägt sind, entwickeln Multiple Sklerose. Diese Antikörper können die so genannte Blut-Hirn-Schranke durchqueren und das Gehirn angreifen. Es ist sehr interessant. Nehmen wir diese 8% der MS-Patienten, die die Anti-Gluten-Antikörper haben, und eliminieren Gluten aus ihrer Diät. Es könnte helfen.”

Dann Dr. med. Tom O`Bryan, 30 Jahre Erfahrung als Facharzt für funktionelle Medizin und Lehrbeauftragter am Institut für Funktionelle Medizin, USA

“Es könnte ein Schock für Sie sein, wenn Sie herausfinden, dass belastende Krankheiten wie rheumatoide Arthritis, Asthma, Multiple Sklerose, Ekzeme oder Schizophrenie sich drastisch bessern, indem Sie Gluten und Weizen aus Ihrer Diät verbannen. Es passiert täglich. Bei Tausenden und Abertausenden von Menschen. Wenn Sie gegen eine ernste Erkrankung kämpfen und nicht die Resultate erreichen, die Sie bei aller Sorgfalt Ihrer Vorgehensweise wünschen, können Sie mir bitte sagen, warum es nicht wenigstens einen Versuch wert sein sollte?

Ich weiß, dass Sie Kekse lieben. Wir alle lieben unsere Kekse, aber das Weglassen (von Gluten und Weizen) könnte einen riesigen Unterschied für Sie bedeuten. Leute, die es tun, sehen Ergebnisse in nur wenigen Tagen. Eine gute Mindestprobezeit beträgt 30 Tage. Ich möchte, dass Sie positive Ergebnisse erhalten. Ich kann Sie nur ermutigen, diesen Schritt heute zu tun. Wenn Sie mit einer schweren Entzündung zu kämpfen haben oder wenn Sie sich einfach nur besser fühlen wollen und die Vermutung haben, dass der Gluten- und Weizenverzicht einen Unterschied für Sie machen könnte, dann versuchen Sie es.”


Fazit: Aus unserer Sicht wäre es nahezu fahrlässig diese 30 Tage Gluten- und Weizenverzicht nicht zu versuchen. Sie können nur gewinnen. Und glutenfreie Nahrungsmittel sind heute wirklich kein Problem mehr! Es fällt wirklich schwer Gegenargumente zu finden.


Mehr zum Thema:

Die fünfte Säule der Überwindung von Autoimmunerkrankungen wie MS – Darmgesundheit

Leaky gut – wenn der Darm „löchrig“ ist

Faktenblatt Darmflora und MS , eine wichtige Säule der Stabilisierung


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Interessant: Dieses Wochenende live – Prof. Coimbra, Prof. Spitz und Prof. Wolf zum Thema Autoimmunerkrankungen

Prof.  Coimbra und Kollegen noch nicht live erlebt?

Wie schon vor einiger Zeit erwähnt findet am 14. und 15.4., also dieses Wochenende, der jährliche Kongress für menschliche Medizin in Frankfurt statt. Schwerpunktthema: Autoimmun-Erkrankungen!

Als besonderes Schmankerl bietet die Akademie für menschliche Medizin ein kostenloses Livestreaming von 3 Kernvorträgen an:

Am Samstag, den 14.04.2018

  • 12:00 Uhr | Hochdosistherapie Vitamin D (Coimbra Protokoll) – Prof. CG Coimbra, São Paulo, Brasilien [Vortrag in Englisch]
  • 14:15 Uhr | Autoimmunerkrankungen und die 2. Evolution des Menschen – Prof. J. Spitz, Schlangenbad

Am Sonntag, den 15.04.2018

  • 11:30 Uhr | Stress und Autoimmunität – Prof. A. Wolf, Ulm

Alle Interessierten können sich spätestens bis zum 13.4.2018 kostenlos HIER registrieren.


Sicher eine gute Gelegenheit sich sehr bequem über wichtige Aspekte in Bezug auf die Multiple Sklerose zu informieren.

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Die fünfte Säule der Überwindung von Autoimmunerkrankungen wie MS – Darmgesundheit

Darmgesundheit als wesentlicher Faktor bei Autoimmun-Erkrankungen

Nach intensiver Auseinandersetzung mit der Ätiologie (Ursachen) und Pathogenese (Entstehung und Entwicklung) der Multiplen Sklerose in den letzten Jahren, ist es an der Zeit das Life-SMS-Grundmodell der gesundheitlichen Stabilisierung bei MS zu modifizieren und zu erweitern. Bisher wurden die Themen Darmflora (Mikrobiota) und die genetische Gesamtheit der Darmbakterien (Mikrobiom) mehr oder weniger im Hintergrund der Säule “Ernährung und Mikronährstoffe” mit betrachtet. Inzwischen sind nicht nur wir, sondern eine zunehmende Zahl von Medizinern und Wissenschaftlern, davon überzeugt, dass eine gestörte Darmflora einer der wesentlichen auslösenden Faktoren bei Multipler Sklerose und anderen Autoimmunerkrankungen ist. Insofern sieht das modifizierte Modell der Life-SMS-Methodik nunmehr wie folgt aus:

Warum gewinnt der Darm bzw. die Vielfalt der Darmbakterien so eine entscheidende Rolle?

Die Sache ist ziemlich komplex, aber in der Essenz gibt es drei notwendige Bedingungen für den Ausbruch einer Autoimmunerkrankung:

  1. Eine genetische Anfälligkeit,

  2. externe Schadstoffe und Schadeinflüsse und

  3. eine erhöhte Durchlässigkeit der Darmschleimhaut (Stichwort: “leaky gut”).

Es handelt sich hierbei, wie gesagt, um notwendige Bedingungen und nicht um hinreichende Bedingungen. Mit anderen Worten: nur wenn diese Bedingungen erfüllt sind kann eine Autoimmunerkrankung ausbrechen, sie muss es aber noch lange nicht.

Wer dazu näheres wissen will, dem seien die Bücher von Prof. Alessio Fasano, Dr. Tom O’Bryan, Dr. Amy Meyers oder Dr. David Perlmutter empfohlen. Eine Auswahl findet sich bei den Buchempfehlungen der Akademie für menschliche Medizin.

Bevor Sie weiterlesen: Vergessen Sie bitte nicht, dieses Projekt lebt ausschließlich von Spenden und uns fehlen in der aktuellen Spendenperiode bis Ende April 2018 noch ca. 1180 €. Immer noch eine relevante Summe für unsere Projekt. Ein Klacks für eine Gruppe von 400 Followern und Dank an alle, die uns jetzt schon unterstützt haben! Hier geht’s zu betterplace….

Die obige Auflistung zeigt aber auch den Ansatz zur Beseitigung der Problematik:

Man kann zwar die Genetik nicht so einfach verändern (allerdings ist auch das schon in der Mache, Stichwort: CRISPR/Cas-Methode), aber über die Epigenetik (die durch Umweltfaktoren und Lebensstil gesteuert wird) lässt sich beeinflussen, welche Gene ausgelesen werden und welche nicht. Der Schadeinfluss von Toxinen, Bakterien, Viren und anderen Faktoren kann ebenfalls über geeignete Lebensstilfaktoren gebremst und minimiert werden und “last but not least” ist die Heilung eines “leaky-gut Syndroms” zwar keine simple aber dennoch eine machbare Aufgabe.

Denjenigen, die dazu schon jetzt mehr lesen wollen, sei die Lektüre unseres Faktenblatts: Darmflora und MS empfohlen.

Wir werden, aufgrund der entscheidenden Bedeutung des Themenkomplexes Darmflora und Darm-Mikrobiom, dieses Thema in diesem Jahr verstärkt aufgreifen und der Sache in Folgeartikeln weiter auf den Grund gehen. Falls noch nicht geschehen, tragen Sie sich einfach als “Follower” ein und Sie bleiben auf dem Laufenden.


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Emotionale Ursachen chronischer Erkrankungen und deren Behandlung aus Sicht der Chinesischen Medizin

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Aus Sicht der Chinesischen Medizin nutzt der Mensch Emotionen dazu, im Gleichgewicht mit sich und der Welt um ihn herum zu sein, denn Emotionen lenken uns. Daher sind sie grundsätzlich erstmal positiv. Da die Zivilisation aber viele Emotionen, wie z.B. die Wut, eher negativ sieht, versucht mancher, sie zu meiden statt sie auszuleben und aus ihr Kraft zu schöpfen.

Das Unterdrücken von Emotionen kann aber der erste Schritt in ein krank machendes   Ungleichgewicht sein.

Außerdem lehnen wir oft nicht einfach nur eine Emotion ab, sondern im Endeffekt dadurch uns selbst, was das Ungleichgewicht vergrößert. Geschieht das über einen langen Zeitraum und nicht nur mit einzelnen Emotionen sondern evtl. mit Beteiligung traumatischer Erlebnisse, können Krankheiten wie MS oder andere Autoimmunerkrankungen begünstigt werden. Das Immunsystem kann auf Dauer mit solchen Situationen nicht umgehen.

Handlungsbedarf

Daraus ergibt sich aber auch eine Behandlungsmöglichkeit. In vielen Fällen sind hierfür psychotherapeutische Sitzungen sinnvoll oder notwendig, aber auch die Chinesische Medizin kann gute Hilfe bieten, denn viele ihrer Resonanzpunkte (Akupunkturpunkte) haben auch Auswirkungen auf unsere Emotionen und unseren Umgang damit.

So gibt es z.B. den Punkt “Tor zum emotionalen Palast”, dessen Behandlung häufig emotionale Ausbrüche entstehen lässt, die eine reinigende und somit heilende Wirkung haben oder den Punkt “Sitz der Willenskraft”, mit dem Angst wieder in Mut verwandelt werden kann.

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In der Praxis von Heilpraktiker Benedikt van Almsick haben sich einige emotionale Punkte herauskristallisiert, die immer wieder bei seinen MS-PatientInnen auftauchen, da das Nervensystem sie als bedrohend wahrnimmt und auch das Immunsystem durcheinander bringt. Oft geht es dabei um Minderwertigkeit und letztlich das Gefühl, nur durch Leistung eine Lebensberechtigung zu haben. Man wendet sich in der Folge von seinem eigenen Lebensziel und -zweck ab und schaltet in einen Überlebensmodus um, der durch Leistung geprägt ist. In diesem Modus ist kein Platz für eigene Bedürfnisse und Wünsche. Nicht selten ist eine schwere Erkrankung wie MS dann die Folge, einhergehend mit noch größerem Minderwertigkeitsgefühl.

Ausstieg aus dem Teufelskreis

Daher ist es bei der emotionalen Behandlung von MS-Patienten wichtig, u.a. die Selbstliebe zu aktivieren und auch die Wahrnehmung von eigenen Grenzen – sowohl auf körperlicher als auch emotionaler Ebene (wofür es glücklicherweise auch Resonanzpunkte gibt).

Mit Selbstliebe und Grenzwahrnehmung rücken wir dem Teufelskreis schon mächtig zu Leibe…für einen gesunden eigenen Leib…der auch Emotionen ausleben darf, um im gesunden Gleichgewicht zu sein…

Lesen Sie eine ausführliche Beschreibung dieser Zusammenhänge dazu im aktuellen Gastbeitrag von Heilpraktiker Benedikt van Almsick. Benedikt van Almsick war selbst an MS erkrankt und hat seinen Heilungsweg mit Hilfe der Chinesischen Medizin beschritten.

Hier geht’s zum Gastbeitrag auch als Download im pdf-Format….

 


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Die Bedeutung des Schlafhormons Melatonin bei neurodegenerativen Erkrankungen – der zirkadiane Rhythmus, unentbehrlich für die Gehirnfunktion

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„Zirkadian“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „über einen Tag“. Bei Menschen ist der durchschnittliche Zyklus etwa 24,2 Stunden lang. Zwei Gene, CLOCK und BMAL1, produzieren Proteine, die eine Struktur bilden, die an DNA bindet, um die Aktivität anderer Gene zu kontrollieren. Diese innere Uhr regelt etwa 10 Prozent der gut 20.000 menschlichen Gene. Diese orchestrieren die Rhythmen von Schlaf, Essen, Körpertemperatur, Hormonspiegel und anderer Prozesse. Unter den Zielgenen finden sich drei in der Periodenfamilie (PER1, PER2 und PER3) und zwei in der Cryptochrom-Familie (CRY1 und CRY2), die wiederum Proteine ​​produzieren, die die Aktivität von CLOCK und BMAL1 blockieren. Diese Rückkopplungsschleife bewirkt die Oszillationen, was dann zu den zirkadianen Rhythmen führt.

Fast jede Zelle im Körper trägt diese Maschinerie in sich und außerhalb des Gehirns kontrollieren zelluläre Uhren lokale zirkadiane Prozesse, vor allem im Herzen und in der Lunge. Aber der Kern des zirkadianen Systems ist der sogenannte suprachiasmatische Kern (SCN), eine stecknadelkopfgroße Region innerhalb einer größeren Struktur tief im Gehirn, dem Hypothalamus. Der SCN fungiert als zentraler Schrittmacher und sendet Signale, die alle anderen Uhren synchronisieren. Es kontrolliert auch die Konzentrationen von Melatonin und Cortisol, zweier Hormone, die für den Schlafzyklus wichtig sind. Der SCN empfängt Signale von seiner Umgebung – das wichtigste davon ist das Tageslicht, das von den Netzhäuten empfangen wird und über diesen Weg den SCN mit dem 24-Stunden-Zyklus synchronisiert.

Eine Störung dieses zirkadianen Prozesses hat – wie sich leicht nachvollziehen lässt – massive negative gesundheitliche Folgen. Das Schlafhormon Melatonin und seine Stoffwechselprodukte besitzen dabei mehrere Funktionen, einschließlich antioxidativer , immunmodulatorischer und entzündungshemmender Auswirkungen. Melatonin hat immunmodulatorische Eigenschaften, die an der Regulierung der zellulären und humoralen Immunität beteiligt sind. Es stimuliert die Produktion von natürlichen Killerzellen, Monozyten und Leukozyten, verändert die Balance der T-Helferzellen (Th)-1 und Th-2 und erhöht die Produktion von für die Entzündungsbekämpfung relevanten Zytokinen. Infolgedessen verbessert Melatonin generell den klinischen Verlauf von Krankheiten mit entzündlicher Ätiologie (Ursache) und gerade diese Eigenschaften sind in Bezug auf die MS von hoher Bedeutung.

Ganz einfach ausgedrückt – ausreichender Schlaf hat eine heilende Wirkung.

Es ist bekannt, dass Schlafstörungen bei MS-Patienten häufiger vorkommen, als in der Allgemeinbevölkerung. Die Studienergebnisse schwanken zwischen 24% und 50% Häufigkeit bei MS-Patienten. Diese Schlafstörungen gehen einher mit einer Dysregulation der Melatoninproduktion und lösen somit einen gefährlichen Teufelskreis aus (siehe oben). Ein weiterer wichtiger Punkt mit Blick auf die MS ist, dass Depressionen, eine häufige Komorbidität bei MS, ebenfalls eng mit niedrigen Melatonin-Niveaus zusammenhängen.

Die Beziehung zwischen Melatonin und MS-Progression ist weit weniger untersucht. Eine finnische Genomstudie berichtete allerdings, dass Polymorphismen in TPH 2- und MTNR1B-Genen das Risiko und die Anhäufung von Behinderungen in der progressiven Verlaufsform der MS modulieren können. Dieser Befund impliziert, dass eine Dysregulation des Melatonins – in einer noch nicht erforschten Weise – die Zunahme der Behinderungsprogression erleichtert.

In der Konsequenz muss also alles getan werden, um einen natürlichen Schlafrhythmus und ein gesundes Melatonin-Niveau wiederherzustellen. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten, zu denen wir in einem gesonderten Artikel noch etwas sagen werden, aber auch eine Supplementierung mit Melatonin kann durchaus angebracht sein. Insbesondere in den Fällen, in denen andere Möglichkeiten bisher nicht zum Erfolg geführt haben.

Fazit:

Einerseits wirkt Melatonin als Antioxidans bei einer Krankheit mit dokumentierter oxidativer Stresspathophysiologie (wie MS). Auf der anderen Seite hat es die Fähigkeit den zirkadianen Rhythmus in einer mit dem Schlafstörungen verbundenen Krankheit, ebenfalls wieder die MS, zu normalisieren. Insofern kann es ein weiterer Baustein der Stabilisierung und Heilung bei der MS-Erkrankung sein.

Wichtig dabei ist, dass Melatonin ein hohes Maß an Sicherheit zeigt, gut toleriert wird und bei sachgemäßer Verwendung auch in vergleichsweise hohen Dosen (die üblicherweise nicht nötig sind) keine Nebenwirkungen hat. Zur Frage der möglichen Supplementierung und geeigneten Dosierung sprechen Sie aber bitte Ihren behandelnden Arzt an.


Literatur für Experten

Farez, M. F., Calandri, I. L., Correale, J., Quintana, F. J., Oct. 2016. Anti-inflammatory effects of melatonin in multiple sclerosis. BioEssays : news and reviews in molecular, cellular and developmental biology 38 (10), 1016-1026.

URL http://view.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27561251

Adamczyk-Sowa, M., Pierzchala, K., Sowa, P., Polaniak, R., Kukla, M., Hartel, M., Aug. 2014. Influence of melatonin supplementation on serum antioxidative properties and impact of the quality of life in multiple sclerosis patients. Journal of physiology and pharmacology : an official journal of the Polish Physiological Society 65 (4), 543-550.

URL http://view.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25179086

Adamczyk-Sowa, M., Pierzchala, K., Sowa, P., Polaniak, R., Kukla, M., Hartel, M., Aug. 2014. Influence of melatonin supplementation on serum antioxidative properties and impact of the quality of life in multiple sclerosis patients. Journal of physiology and pharmacology : an official journal of the Polish Physiological Society 65 (4), 543-550.

URL http://view.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25179086


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Leaky gut – wenn der Darm „löchrig“ ist

Auf das Thema Darmflora und den Zusammenhang mit Autoimmunerkrankungen und MS sind wir ja schon des öfteren eingegangen. Umso mehr freut es uns, dass unser wissenschaftlicher und therapeutischer Partner Dr. Volker Schmiedel einen lesenswerten Artikel über das „Leaky gut“-Syndrom geschrieben hat, den wir hier „rebloggen“ dürfen. Der Artikel ist natürlich nicht nur für MS-Patienten lesenswert.


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Immer häufiger wird in komplementärmedizinischen Praxen die Diagnose „leaky gut“ gestellt. Das heißt übersetzt „leckender Darm“, manchmal wird es auch mit löchrigem Darm übersetzt. Das klingt schon ziemlich bedrohlich. Wer möchte schon gern ein „Loch im Darm haben“? Wenn tatsächlich ein Loch im Darm ist, weil er z.B. durch eine Verletzung perforiert wird, dann tritt Darminhalt in den Bauch und wir haben eine Peritonitis, eine lebensgefährliche Bauchfellentzündung. Nun, so schlimm ist es beim leaky gut zum Glück nicht. Es stellt vielmehr eine Störung der Integrität der Darmschleimhaut dar, durch die größere Nahrungsmittelbestandteile als sonst üblich die Grenze zwischen Darm und Körperinneren durchdringen können.

Wenn es im Stuhl Hinweise auf eine Undichtigkeit der Darmschleimhautbarriere gibt, so ist dies häufig an einem hohen Alpha-1-Antitrypsin im Stuhl erkennbar. Im Zweifel sollte also eine ausführliche Stuhluntersuchung in die Wege geleitet werden, die diesen Parameter beinhaltet. Achtung: Alpha-1-Antitrypsin stellt keine Routineuntersuchung beim Hausarzt dar. Sie sollte aber neben Darmflora, Verdauungsrückständen, Pankreas-Elastase, Gallensäuren und ggf. weiteren Werten Bestandteil einer ganzheitlichen Stuhluntersuchung sein, die etwa bei unerklärlichen Blähungen oder immer wiederkehrenden Durchfällen in die Wege geleitet werden sollte. Beim Hausarzt wird dies eher weniger vorgeschlagen, da diese Untersuchung mit mehr als 200 € nicht eben preiswert ist und der Hausarzt in seiner Aus- und Weiterbildung in der Regel auch nichts davon erfahren hat. Leider führen Gastroenterologen diese Untersuchungen auch kaum durch.

Durch die Belastung des Körpers mit Fremdeiweißen können sich dann leichter Nahrungsmittelallergien entwickeln, die wiederum zu einer gestörten Fettverdauung und damit zu Blähungen führen. Der Darm hat es schon schwer. Er soll nämlich sehr widersprüchliche Aufgaben erfüllen. Einerseits soll er unterschiedlichste Nährstoffe wie Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette, Mineralstoffe und Vitamine möglichst gut aufnehmen. Andererseits soll er uns aber auch vor schädlichen Substanzen, Bakterien, Viren, Pilzen und zu großen Nahrungsmolekülen schützen. Werden letztere bei einer „undichten Schleimhaut“ vermehrt aufgenommen und zu Immunreaktionen im Körper führen, so könnte dies Allergien triggern. Das vermehrte Auftreten von Nahrungsmittelallergien wird auch auf das leaky gut zurückgeführt. Als Ursachen für einen leaky gut werden heute die Zufuhr von Zucker, Weißmehlprodukten, Milchprodukten, Candida-Pilze, Parasiten, Stress und Darmentzündungen diskutiert. Auch Medikamente wie Antibiotika, NSAR (Rheumamittel wie Diclofenac und Ibuprofen), Steroide (Kortisonpräparate) und Chemotherapie bei Krebs sollen einen leaky gut verursachen. Besonders fatal ist, dass Nahrungsmittelallergien die Darmschleimhaut durchlässiger machen können, dadurch aber wieder neue Nahrungsmittelallergien gefördert werden – ein blöder Teufelskreis.

Wurde nun im Rahmen einer ausführlichen Stuhldiagnostik der Hinweis auf ein leaky gut gefunden, so sollten Sie eine Therapie in Angriff nehmen, denn bei einer undichten Schleimhaut können größere Eiweißmoleküle die Barriere durchdringen, die dann die Entstehung von Allergien begünstigen können. Daher sollten Sie sich mit einem nachgewiesenen Leaky-Gut-Syndrom unbedingt behandeln lassen. Hierzu kann eine – manchmal nur vorübergehende – Gabe von naturheilkundlichen Präparaten wie:

  • „guten Darmbakterien“, z.B. ein gutes Probiotikum
  • Zink (10-30 mg) zur Abheilung und Regeneration der Darmschleimhaut
  • Glutamin 3×1 g

täglich sinnvoll sein. Wenn die Beschwerden subjektiv weniger werden, sind Sie auf dem richtigen Weg. Wenn Sie es genau wissen wollen, wird in einer Stuhluntersuchung noch einmal das Alpha-1-Antitrypsin gemessen.

Viel Erfolg und gutes Gelingen!

Dr. Volker Schmiedel

P.S.: Der Beitrag enthält Auszüge aus meinem Buch „Alarm im Darm – Mythos Reizdarm, was Ihrer Verdauung wirklich hilft“, welches vor wenigen Tagen in 3. völlig neu überarbeiteter Auflage erschienen ist.


Das Buch finden Sie z.B. in den Buchempfehlungen der Akademie für menschliche Medizin.


Mehr zum Thema Darmflora und MS in unserem gleichnamigen Faktenblatt!


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