Einfache Schutzmaßnahmen für den Nachwuchs von MS-Betroffenen: Fettleibigkeit und Vitamin D-Mangel vermeiden

Mehrere frühere Beobachtungsstudien haben gezeigt, dass ein erhöhter Body-Mass-Index (BMI) in der Kindheit oder im frühen Erwachsenenalter mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung von Multipler Sklerose (MS) verbunden ist. In einer dieser Studien (der sog. Nurse Health Study) wurde für Frauen ein BMI von 30 kg/m² im Alter von 18 Jahren mit einem mehr als zweifach erhöhten MS-Risiko in Verbindung gebracht!

Solche Studie sind jedoch aufgrund von Verwechslungen und umgekehrter Kausalität anfällig für Verzerrungen: Es ist nicht möglich zu bestimmen, ob der BMI das Risiko von MS erhöht oder ob MS zu einem erhöhten BMI führt oder ob MS-Patienten aufgrund anderer assoziierter Faktoren zu einem erhöhten BMI neigen. Außerdem sind Beobachtungsstudien wie ein „Schnappschuss“ einer Bevölkerungsgrppe in einem bestimmten Zeitraum und können nicht bestimmen, wie hoch das Risiko wäre, wenn sich die Umweltbedingungen ändern würden.

Daher verwendet man eine andere Art der Datenanalyse, um die Zusammenhänge zwischen Varianten (Umweltfaktoren) und genetischen Merkmalen zu erforschen und um damit kausale Rückschlüsse ziehen zu können. Man nennt dieses Verfahren Mendel’sche Randomisierung (MR). Sie soll das genetische Risiko einer Population bestimmen, unabhängig von anderen Faktoren, die das zu untersuchende Risiko erhöhen oder verringern könnten. Diese Tatsache macht die MR zu einem nützlichen Instrument, das hilft, echte kausale Beziehungen von epiphänomenologischen Erscheinungen zu entkoppeln.

Solche MR-Analysen haben die Hinweise aus Beobachtungsstudien bestätigt, dass der BMI in der Kindheit/im frühen Erwachsenenalter ein wichtiger veränderbarer Risikofaktor für MS ist (2) – und sie verdeutlichen, dass Multiple Sklerose den BMI-Status NICHT beeinflusst.

Unabhängige MR-Analysen haben auch gezeigt, dass bei niedrigem Vitamin-D-Spiegel die Wahrscheinlichkeit einer MS stark erhöht ist (3). Andere Studien haben gezeigt, dass ein genetisch erhöhter BMI die Vitamin-D-Werte senkt (was die Ergebnisse von Beobachtungsstudien erneut bestätigt).

Nun stellt sich die Frage, ob ein erhöhter BMI das MS-Risiko ausschließlich durch Senkung der Vitamin-D-Werte beeinflusst? Oder sind beide – also ein hoher BMI und eine niedrige Vitamin-D-Versorgung – unabhängige kausale Risikofaktoren für MS?

Eine neue ebenfalls auf mendel’scher Randomisierung basierende Studie (1), die die zuvor gefundenen Ergebnisse bekräftigen und die Fragen zum BMI und zu Vitamin D als Risikofaktoren für MS lösen sollte, liegt jetzt vor. Die Autoren verwendeten eine große genetische Datenbank und verglichen die Ergebnisse mit früheren epidemiologischen und früheren MR-Studien bei MS.

Sie zeigten, dass ein genetisch-bedingt erhöhter BMI in der Kindheit ein kausaler Risikofaktor für MS ist, unabhängig vom Vitamin-D-Status. Sie zeigten auch, dass jede genetisch bedingte Erhöhung des Vitamin D im Blut mit einer 43%igen Verringerung der Wahrscheinlichkeit verbunden ist, an MS zu erkranken – was die Beweise für die kausale Rolle von Vitamin D in der Entstehung von MS verstärkt.

Es ist wichtig, sich vor Augen zu halten, dass eine mendel’sche Randomisierung das genetische Risiko untersucht. Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass die hier gefundenen Risikoraten durch Maßnahmen, die den analysierten Faktor beeinflussen, verändert (verbessert) werden könnten.

Diese Ergebnisse bestätigen somit, dass Maßnahmen wie die Kontrolle der Gewichtszunahme und die Aufrechterhaltung eines zufriedenstellenden Vitamin D-Niveaus im Blut bei Personen mit erhöhtem genetischen Risiko – also insbesondere dem Nachwuchs von MS Erkrankten – einen signifikanten Einfluss auf die MS-Prävention haben können.

Aufgrund der hohen Prävalenz von Adipositas bei Kindern und der hohen Prävalenz von Vitamin-D-Mangel bei Jugendlichen in Deutschland und der ganzen Welt heißt das…

Fazit für alle Eltern in Kürze:

Schickt Eure Kinder raus in die Sonne, supplementiert – wenn erforderlich – Vitamin D und sorgt für ausreichend Bewegung, Sport und ein entsprechende Ernährung, um Eure Kinder schlank und gesund zu erhalten.

Mehr zum Thema Vitamin D, Sonne und MS auch im aktuellen Faktenblatt zu diesem Thema!

Sonnige Grüße für viel Gesundheit schickt Ihnen

Ihr Team von Life-SMS


Quellen:

  1. Jacobs, BM; Noyce, AJ; Giovannoni, G; Dobson, R. BMI and Low vitamin D are causal factors for multiple sclerosis. Neurol Neuroimmunol Neruoinflamm Mar 2020 7(2): e662
  2. Mokry LE, Ross S, Timpson NJ, Sawcer S, Davey Smith G, Richards JB (2016) Obesity and Multiple Sclerosis: A Mendelian Randomization Study. PLoS Med 13(6): e1002053.
  3. Mokry LE, Ross S, Ahmad OS, Forgetta V, Smith GD, Leong A, et al. (2015) Vitamin D and Risk of Multiple Sclerosis: A Mendelian Randomization Study. PLoS Med 12(8): e1001866.

Photo:

Vidar Nordli-Mathisen


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Hintergrundwissen: Omega 3-Fettsäuren und Entzündungsvorgänge

Auch wenn der hier zu verfolgende Vortrag unseres Netzwerkmitglieds Dr. med. Volker Schmiedel sich in erster Linie mit dem Zusammenhang zwischen Omega-3-Fettsäuren und der Prävention von Krebserkrankungen befasst, sind die gleichen Argumente für die Multiple Sklerose und andere entzündliche Erkrankungen richtig. Diejenigen Leser, die also an den Hintergründen zu entzündlichen Vorgängen und dem Verhältnis von Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren in unserer Nahrung interessiert sind, sollten den Vortrag nicht verpassen.

Spezifische Aussagen in Bezug auf Multiple Sklerose, Fettsäure-Spiegel und dessen Messung sowie Verhaltenstipps finden sich darüber hinaus unserem Faktenblatt Fettsäuren und MS.

In diesem Sinne wünschen wir interessante neue Erkenntnisse,  ein besseres Verständnis der Zusammenhänge zwischen Fettsäuren und Entzündungsvorgängen und Anregungen für die persönliche Umsetzung bei der Stabilisierung der eigenen Gesundheit.

Bleiben Sie gesund!

Ihr

Life-SMS-Netzwerk


Übrigens: Weitere Informationen zu Omega-3/6-Fettsäuren und deren Einfluss auf verschiedene Krankheitsbilder finden Sie auch in der Kompetenzkarte Omega 3/6-Fettsäuren bei der Akademie für menschliche Medizin.


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Die Life-SMS-Mindmap ist freigeschaltet

Es hat etwas gedauert, aber Dank der tatkräftigen Unterstützung unserer Freunde und Förderer (sowohl finanziell als inhaltlich), konnten wir nunmehr die Life-SMS-Mindmap für den allgemeinen Zugriff freischalten.

Die Zusammenhänge zwischen Lebensstil und MS sind komplex und vielfältig, es gibt weder die monokausale Ursache noch das Wundermittel, dass heute eingeworfen morgen alle Probleme der Erkrankung vergessen macht. Insofern bleibt uns als Betroffenen nichts anderes übrig, als eigenes Verständnis der Zusammenhänge zu entwickeln, das sich an der eigenen spezifischen Lebens- und Gesundheitssituation orientiert.

Die Life-SMS-Mindmap

Die Life-SMS-Mindmap soll Ihnen – wie eine Landkarte – dabei helfen, den Überblick zu behalten. Ausgehend von einer ersten Ebene entscheidender Punkte mit Bezug zur lebensstil-orientierten Bewältigung der MS:2016-12-17-11_36_10-life-sms-methodik-mind-map

kann jede Betroffene und jeder Betroffener die Life-SMS-Mindmap dazu nutzen, tiefer in die Thematik einzutauchen und auf zusätzliche Informationen zurückgreifen, die mit den einzelnen “Knoten” der Mindmap verlinkt sind. Diese Verlinkungen verweisen dann auf ausführlichere Texte und Informationen auf lsms.info, life-sms.org und geprüften externen Quellen.

Im Endeffekt soll sich daraus für Sie ein persönliches Bild in Bezug auf Informationsdefizite und vielleicht bisher nicht bedachte Einflussfaktoren entwickeln, das Ihnen hoffentlich hilft wichtige Schritte auf dem persönlichen Gesundungsweg zu gehen.

Folgende Punkte sind aber unbedingt zu beachten:

  1. Die Life-SMS-Mindmap dient zur Verdeutlichung der Zusammenhänge zwischen Lebensstil und MS und erhebt keinen Anspruch auf Richtigkeit oder Vollständigkeit. Sie ersetzt nicht die persönliche Auseinandersetzung mit der Thematik, die kritische Bewertung der Informationen und in keiner Weise die Beratung durch den behandelnden Arzt.
  2. Die Life-SMS-Mindmap entwickelt sich dynamisch weiter. Wir versuchen die Darstellung gemäß dem Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis regelmäßig zu aktualisieren. Punkte, die heute als gesichert erscheinen, können morgen anders bewertet werden. Sie finden daher jeweils auch eine Angabe zur aktuellen Version (Datum letztes Update) im zentralen Knoten und Hinweise zu neuen Querverbindungen auf der Einführungsseite.

Wie arbeitet man mit der Life-SMS Mindmap?

Ein kurze Anleitung und die Erklärung der Zeichen (icons) ist unter Nutzungshinweise zu finden.

Aber jetzt genug der Vorrede, schauen Sie einfach rein…

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen neue Erkenntnisse und hilfreiche Informationen auf Ihrem Genesungsweg. Danke nochmals für die kontinuierliche  Unterstützung unseres Projektes. Bleiben Sie gesund  und uns treu!

Ihr

Life-SMS Team


Bitte vergessen Sie nicht unsere Weihnachtsaktion zum #Giving Tuesday 2016.

givingtuesday_germany-2016_mit-datumWir schenken den ersten 200 Spendern, die bis zum 24.12.2016 einen beliebigen Geldbetrag für Life-SMS via betterplace spenden das Buch:

41iwjxqzcml-_sx353_bo1204203200_Vitamin D – Das Sonnenhormon für unsere Gesundheit und der Schlüssel zur Prävention

von Prof. Spitz, Erscheinungsjahr 2009.

Und so geht’s………..

Noch sind 144 Bücher verfügbar!


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Die Life-SMS-Methodik (III) – Die wesentlichen Punkte: Sonne und Vitamin D

Bei all dem, was in den letzten Jahren zu Vitamin D – dem Sonnenhormon – geschrieben und veröffentlicht worden ist, lohnt sich ein Blick auf die wesentlichen Punkte. Diese sind in diesem Ausschnitt aus der Life-SMS-Landkarte übersichtlich zusammengefasst:

Life-SMS-Methodik Vitamin D und Sonne
Vitamin D und MS die wesentlichen Punkte

Mehr braucht man sich aus heutiger Sicht erst einmal nicht zu merken. Einige Erläuterungen dazu in Kürze:

  • MS-Betroffene reagieren oft abgeschwächt auf Vitamin D-Supplementation; daher ist eine regelmäßige Messung sinnvoll (ca. alle 6 Monate).
  • Die tägliche Vitamin D-Einnahme ist sinnvoller, als hohe wöchentliche Dosen (siehe Video Dr. Hollis bei der AMM).
  • Achtung: Niedrige Vitamin D-Spiegel in Verbindung mit einer Interferon oder Tysabri® Behandlung können die Schubrate um einen Faktor 2,5 erhöhen!
  • Grundsätzlich ist Sonne besser als Vitamin D-Supplementierung, allerdings sind Sonnenbrände unbedingt zu vermeiden. Also moderat und bewusst mit der Sonne umgehen, dann tut man gleichzeitig etwas für eine balancierte Serotonin/Melatonin-Produktion und wirkt u. a. depressiven Zuständen entgegen.
  • Die physiologische Wirksamkeit von Vitamin D hängt eng mit einer ausreichenden Magnesiumversorgung zusammen. Auch hier empfiehlt sich ggf. eine Supplementierung. Calcium hingegen sollte nicht zusätzlich eingenommen werden, da Vitamin D ohnehin den Calcium-Blutspiegel erhöht.

Weiter Details finden sich auf lsms.info und in unserem Faktenblatt Vitamin D und MS.

Noch eine Bemerkung zum sogenannten Uhthoff-Phänomen. Es beschreibt die vorübergehende Verschlimmerung der gesamten MS-Symptomatik bei erhöhten Temperaturen, die häufig bei Multipler Sklerose beobachtet wird. Schon ein kleiner Anstieg der Körpertemperatur aufgrund körperlicher Betätigung, eines heißen Dusche oder eben auch eines Sonnenbades können dazu führen. Sobald der Körper wieder im normal temperierten Zustand ist, verschwinden auch die Symptome beziehungsweise gehen auf das vorherige Niveau zurück. Auch dies ist beim Umgang mit der Sonne zu beachten. Wenn Sie unter dem Uhthoff-Phänomen leiden, sollte das Sonnenband möglichst nicht in der knallenden Mittagssonne erfolgen und nicht an wirklich heißen Tagen.

Zu guter Schluss: Nein, Vitamin D ist kein Wundermittel und führt nicht zur Spontanheilung. Ein ausreichender Vitamin D-Spiegel ist aber ein unverzichtbarer Faktor bei der Stabilisierung des Körpers und des Immunsystems und somit ein wichtiges Element auf dem persönlichen Weg zur Überwindung der MS.

Und nun genießen Sie den hoffentlich bald kommenden Sommer mit sonnigen Tagen!


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Die Life-SMS-Methodik (I) – Grundidee und das Paretoprinzip

Die Grundidee der Life-SMS-Methodik beruht im Wesentlichen auf drei Erkenntnissen:

  • MS ist eine multifaktorielle Erkrankung und nur durch eine patientenspezifische Betrachtung beherrschbar oder im Einzelfall sogar heilbar.
  • Die ausschlaggebenden Faktoren sind bei fast jeder Patientin und bei jedem Patienten andere und im Allgemeinen nicht eindeutig identifizierbar.
  • Es gibt aber Gemeinsamkeiten und Gruppen von Faktoren, die heute schon bekannt sind und insofern über Lebensstilmaßnahmen modifiziert werden können. Auch diese Faktoren sind im Detail sehr vielfältig, sodass es für den Einzelnen schwierig ist, den für ihn idealen Stabilisierungs- und Genesungsweg zu finden.

Life-SMS/lsms.info hat sich ich Aufgabe gemacht, Betroffenen bei der Findung dieses Weges zu helfen. Das Ganze kann auch als persönliches „Genesungsprojekt“ verstanden werden. Und wie das bei Projekten so ist, helfen Werkzeuge und Methoden des Projektmanagements das Ziel zu erreichen.

Das ParetoprinzipEine große Hilfe ist in diesem Zusammenhang das sogenannte Paretoprinzip. Das nach dem 1848 geborenen italienischem Ingenieur, Ökonomen und Soziologen Vilfredo Federico Pareto benannte Prinzip – auch 80-zu-20-Regel genannt – besagt, dass 80 % der Ergebnisse eines Projektes mit 20 % des Gesamtaufwandes erreicht werden können. Die verbleibenden 20 % der Ergebnisse benötigen mit 80 % die meiste Arbeit.

Für uns als Betroffene heißt das demnach: zunächst auf die wesentlichen Faktoren konzentrieren und dann immer weiter verfeinern (bitte verstehen Sie die 80-zu-20-Regel als Faustregel und nicht als Naturgesetz).  Was sind nun diese wesentlichen Faktoren?  Einen ersten Überblick gibt unser Säulenmodell, das aber natürlich noch feiner verästelt ist. Die nächste Stufe der Verfeinerung zeigt dieser Ausschnitt aus der “Landkarte der Life-SMS-Methodik”:

Landkarte der Life-SMS-Methodik

Zu den einzelnen Unterpunkten finden Sie viele Informationen auf http://www.lsms.info und www.life-sms.org. Wie man aber konkret mit Hilfe der Life-SMS-Landkarte den Weg durch das komplexe Feld der komplementären MS-Behandlung finden kann, werden wir in einem der nächsten Beiträge behandeln.

Wenn sie mehr zu Life-SMS auch aus erster Hand erfahren wollen, sind Sie herzlich zu unserem Seminar am  18.06 Köln eingeladen.  Näheres zum Programm und zur Anmeldung finden Sie hier!

Bleiben Sie gesund und frohe Pfingsttage wünscht Ihnen

Das Life-SMS-Team


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Darmbakterien: Baumeister der Myelinscheiden?

Manchmal liefert die Forschung wirklich überraschende Ergebnisse. Anfang April wurde in der Zeitschrift Translational Psychiatry ein Artikel zu einer Studie veröffentlicht, die vielleicht den stärksten Beweis liefert, dass Darmbakterien eine direkte körperliche Wirkung auf das Gehirn haben können. Die Forscher denken, dass es eines Tages möglich sein kann, demyelinisierende Krankheiten wie Multiple Sklerose und auch psychiatrische Störungen zu behandeln, indem die Zusammensetzung der mikrobiellen Darmflora der eine oder anderen Weise verändert wird. (Bem.: Das denken wir übrigens schon seit längerer Zeit)
Darmbakterien E. coli
Das Ganze wurde zwar zunächst nur im Mausversuch gezeigt, aber mit dem gleichen Ansatz wie in einer früheren Studie, verglichen die Forscher Genexpressionsniveaus in keimfreien Mäusen mit denen bei normalen Tieren. Sie identifizierten etwa 90 Gene, die in den keimfreien Tieren unterschiedlich exprimiert wurden und zu ihrer Überraschung fanden sie, dass bei einer Handvoll dieser Gene bekannt war, dass sie eine Rolle in der Myelinisierung spielen. Diese Gene scheinen im präfrontalen Kortex von keimfreien Mäusen viel aktiver als bei anderen Tieren zu sein. Einige der Gene, die sie identifiziert haben kodieren Proteine, die die strukturelle Komponenten von Myelin bilden, während andere eine regulatorische Rolle bei der Myelinbildung spielen.

Leider ist heute noch nichts über die ideale Zusammensetzung der Darmflora für eine optimale Remyelinisierung bekannt, allerdings weiß man schon heute, dass die Zusammensetzung der Mikrobiota einen entscheidenden Faktor bei neurodegenerativen Erkrankungen spielt. Derartige Erkenntnisse könnten daher schließlich zu neuen Behandlungen führen, die über Präbiotika, Probiotika, oder sogar Fäkal-Transplantationen neue Behandlungsmöglichkeiten bei Multipler Sklerose und anderen demyelinisierenden Erkrankungen eröffnen.

Hier kann die Studie in der Vollversion nachgelesen werden:

Hoban, A. E., et al. (2016). Regulation of prefrontal cortex myelination by the microbiota. Transl. Psychiatry, DOI: 10.1038/tp.2016.42

Eine gute Zusammenfassung findet sich in theguardian vom 5. April.

Was uns über den Zusammenhang Darmflora und MS bekannt ist, können Sie im entsprechenden Faktenblatt nachlesen: Faktenblatt Darmflora und MS

Fazit: Bei MS-Patienten kann die Darmflora ein entscheidender Faktor bei der Stabilisierung und Erholung sein. Sprechen Sie mit einem Arzt oder Therapeuten, der sich dieses Umstands bewusst ist und die Sache ernst nimmt.


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Medizinisches Denken außerhalb der üblichen Schubladen: 3. Kongress für menschliche Medizin am 16./17.4.2016 in Frankfurt

Zum dritten Mal steht am 16. und 17. April 2016 der Kongress für menschliche Medizin auf der Tagesordnung der Akademie für menschliche Medizin und  der Akademie für Mikronährstoffmedizin.

Wie immer werden zu der Veranstaltung im Biozentrum Campus Riedberg, Universität Frankfurt, mehr als 200 Teilnehmer zu einem Programm erwartet, dass es wieder einmal in sich hat. 

Schwerpunktthema ist in diesem Jahr die Demenz!

Demenz ist viel mehr noch als die Multiple Sklerose ein Problem des modernen Lebensstils: von der Insulin-Resistenz der Gehirnzellen  über Defizite  elementarer Ressourcen  in  weiten Teilen  der  Bevölkerung wie fehlende Mikronährstoffe und Omega-3 Fettsäuren sowie mangelnde Vitamin D-Versorgung für die Gehirnfunktion bis hin zu fehlenden Botenstoffen der Muskulatur als Folge der allgemeinen körperlichen Inaktivität. So verwundert es nicht, dass bei Prävention und Behandlung die gleichen Mechanismen greifen wie bei der MS.

Übrigens finden sich unter den Vortragen aktive Mitglieder des therapeutischen und wissenschaftlichen Netzwerks des Life-SMS-Projektes. So spricht zum Beispiel Dr. Kurt Mosetter über das Thema „Gesunde Zucker – gibt es die?“ und Prof. Spitz berichtet über die „Allianz gegen Demenz“. Unter den Kongressteilnehmern finden sich zudem weitere Vertreter unseres Netzwerks.

Das aktuelle Konferenzprogramm mit aktiven und überzeugten Vertretern einer menschlichen Medizin und Anmeldedetails finden Sie hier!

Verzichten Sie nicht auf die Aha-Effekte des Kongresses und vielleicht sehen wir uns ja in Frankfurt.

Ihr und Euer

Life-SMS Team


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