Autophagie: Den äußerst segensreichen Wartungsmodus nutzen

Autophagie: die koerpereigene Reinigungsmaschine

Man kennt das: Ständig ist Müll zu entsorgen!


Und unseren Zellen geht es genau so; auch, wenn sie bei bester Gesundheit sind. Denn nur über eine spezielle Art der Müllentsorgung können sie überhaupt bei bester Gesundheit bleiben. Diesen Aufräumvorgang nennt man Autophagozytose (oder kurz Autophagie = Selbstverzehrung).

Dies ist ein wichtiger und kluger Prozess der Natur, um Zellen gesund und leistungsfähig zu halten. Anderenfalls „vermüllen“ die Zellen regelrecht, denn überraschend viele frisch hergestellte Proteine sind falsch zusammengefaltet. Andere Zellbestandteile werden mit der Zeit beschädigt oder einfach nicht mehr benötigt. Umgangssprachlich formuliert, frisst (verdaut) sich die Zelle dann teilweise selbst. Doch mit Selbstmord hat dies wenig zu tun, mehr mit Recycling.

Recyclingprozess

Das alte Material kann auf der einen Seite zwar schaden, auf der anderen Seite besteht es ja schließlich aus wertvollen Bausteinen, die nach Möglichkeit wieder verwendet müssen, damit eine jede Zelle mit ihrem begrenzten Energievorrat auskommt. Die Zellen verwerten alles noch Brauchbare, um neue Bausteine (v. a. Aminosäuren) zu generieren und können diese in Notzeiten zur Energiegewinnung auch als Brennstoff nutzen. Verständlich, dass gerade ein zeitweises Fehlen der essentiellen Aminosäuren (also jenen, die der Körper nicht selbst herstellen kann) das Notfallsystem in Hunger- bzw. Fastenperioden starten kann.

Proteine als Hemmer

Eine zu proteinreiche Ernährung hemmt hingegen den Reinigungsprozess und fördert nachweisbar den Alterungsprozess sowie auch Krebswachstum. Wer in mittleren Jahren (zwischen 50 und 65) ordentlich Protein futtert (20 Prozent der Kalorienaufnahme oder mehr im Vergleich zu weniger als zehn Prozent), dessen Sterblichkeitsrisiko ist um 74 Prozent erhöht. Wichtige Ausnahme hierbei: pflanzliche Proteine! Studien der Harvard-Universität (s.u.) legen nahe: Wer vermehrt auf pflanzliche Proteine setzt, etwa in Form von Bohnen, Linsen und Nüssen (statt auf Fleisch), darf sogar mit einem längeren Leben rechnen. Noch länger, wenn er nicht rein vegan lebt, sondern auch (nicht schadstoffbelasteten) fetten Meeresfisch isst. Das liegt daran, dass tierisches Protein in der Regel mehr essenzielle Aminosäuren enthält als pflanzliches Protein; der Reinigungsmodus wird also eher gehemmt. Aber dies nur nebenbei.

Die beschriebene molekulare Müllentsorgung ist also eine Art Selbstverdauungs-Programm von Zellen, damit diese gereinigt und entgiftet werden, sich verjüngen. Ohne Autophagie lagert sich der zelluläre Müll in den Zellen ab und behindert über kurz oder lang die reibungslose Funktionsweise der Zelle. Wenn Alternativmediziner von „Entschlackung“ sprechen, ist im Allgemeinen dies gemeint, wobei der Begriff selbst irreführend ist.

Fasten im Schlaf und bei Grippe

In jeder einzelnen Zelle im Körper ist Autophagie möglich (übrigens auch im Schlaf, was ja auch einer kleinen Fastenperiode gleichkommt; Breakfast ist also wörtlich zu nehmen). Im Immunsystem findet die Autophagie auch außerhalb der Zelle statt. Denn in Zeiten geringerer Energiezufuhr gehen Fresszellen (ja, die Makrophagen kann man tatsächlich so nennen) im gesamten Körper umher und suchen vermehrt nach infizierten Zellen, toten Zellen und Krankheitserregern. Wer mit einer Grippe krank im Bett liegt, mag nicht essen, weil der Körper Hungergefühle unterdrückt, um die nun besonders hilfreiche Autophagie zu aktivieren. Dadurch werden die Fresszellen des Immunsystems stärker aktiviert, um unbrauchbare Eigen- und Fremdsubstanz (externe Eindringlinge wie Viren, Bakterien und andere Krankheitserreger) zu erspähen und zu vernichten.

Reinemachen und ein Streik der Müllabfuhr

Zudem spielt die Autophagie eine wichtige Rolle dabei, wie die Immunantwort eines Organismus gesteuert wird. Fehler in den Kontrollmechanismen führen dazu, dass das Abwehrsystem körpereigene Bestandteile angreift und zerstört. Resultat solcher fehlgeleiteten Immunreaktionen sind Autoimmunerkrankungen wie die Multiple Sklerose. Genomweite Assoziationsstudien (GWAS) zeigen dies. Denn sowohl überzogenes Reinemachen als auch ein Streik der Müllabfuhr kann zu Autoimmunstörungen beitragen, je nachdem, in welchen Zellen die Müllabfuhr aus dem Lot gerät. Denn aus nicht rechtzeitig entsorgten toten Zellen treten entzündungsfördernde Substanzen aus.

Klar ist: zu wenig Autophagie schadet! Autophagie-Defekte führen in T-Zellen zur Anhäufung von überalterten Mitochondrien, die unter anderem reaktionsfreudige Sauerstoffspezies (ROS) freisetzen, was die T-Zellen vorzeitig absterben lässt. Auch fehlen den T-Zellen wegen ihrer schlechten Recycling-Quote ATP und Rohstoffe, sodass sie sich kaum noch aktivieren und zur Vermehrung anregen lassen.
Manchmal muss auch einfach nur der Abfuhrtakt erhöht werden: wenn Stress (wie z. B. Infektionen, Chemikalien oder UV-Licht) den Verschleiß von Zellkomponenten beschleunigt.
Eine funktionierende Autophagie, ein Reinigungsprozess, der die Vermehrung neuer, gesunder Zellen fördert, stellt hingegen einen Schutz vor Krankheiten wie Krebs, Demenz, Herzkrankheiten und bakteriellem Befall dar. Entartete Zellen, Ablagerungen und bösartige Bakterien haben schlechte Chancen, sich anzuhäufen, da sie gleich im Anfangsstadium abgebaut werden können.

Trotz Umbau geöffnet

Für ein gesundes Altern ist der Körper also auf eine Balance zwischen Baumaßnahmen und Abbaumaßnahmen angewiesen. Doch durch ständige Erreichbarkeit von Nahrung (und zu viel Nahrung insgesamt) sowie eine inaktive, bewegungsarme Lebensführung spielt die Autophagie bei vielen Menschen im Alltag kaum mehr eine Rolle.
Das häufige Essen in kurzen Abständen ist aus Sicht der Evolution völlig unnatürlich. Unser Körper ist erst seit relativ kurzer Zeit in der Menschheitsentwicklung damit konfrontiert. Stoffwechsel und Verdauungsapparat sind immer noch auf diese Lebensweise ausgerichtet – Bewegung kombiniert mit immer wiederkehrenden Phasen des Nichtessens. Deshalb nimmt man an, dass der Prozess der Autophagie ab einem Zeitraum von 14 -17 Stunden des Verzichts auf Nahrungszufuhr beginnt. Erhält der Körper aber ständig das (Insulin)Signal, dass ausreichend Energie von außen zugeführt wird, hält er Selbstverdauung nicht für notwendig.
Außerdem verlangsamt sich mit zunehmendem Alter die Fähigkeit zur Autophagie.

Was fördert die Autophagie in unseren Zellen?

In Studien wird deutlich, dass die Gesundheit i. d. R. profitiert, wenn die Autophagozytose im Alltag wieder mehr Platz gewinnt. Zum Glück gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, die Autophagie auf natürliche Weise zu aktivieren und zu steigern:

  • Fastenzeiten. Gerne auch als intermittierendes Fasten: eine beliebte Methode, um nahezu jeden Tag von den Vorzügen der Autophagie zu profitieren. Dies setzt voraus, dass Sie mindestens 12 Stunden am Stück nicht essen und diese Periode dann auf bis zu 16 Std. steigern. Dies ist die Zeit, die benötigt wird, um die Autophagie zu aktivieren. Das bedeutet dann, dass Sie alle Ihre Mahlzeiten für den Tag innerhalb eines Acht-Stunden-Fensters einnehmen müssen und während der übrigen Zeit des Tages (bzw. der Nacht) nichts essen dürfen. Liegen genügend Stunden zwischen dem letzten Essen eines Tages und dem ersten des nächsten Tages, kann man von der segensreichen Autophagozytose profitieren.
  • Sport: sowohl anaerober Sport (Krafttraining) als auch aerober Sport (Ausdauersport) in Form eines zyklischen Trainings: Jeden zweiten Tag ein halbe Stunde hochintensives Intervalltraining oder Widerstandstraining aktivieren die Autophagie.

Ernährung zur Verbesserung der Autophagie:

Durch bestimmte Nahrungsmittel/Nahrungsinhaltsstoffe können Sie auch unabhängig bzw. zusätzlich zum Fasten von einer gesteigerten Autophagozytose profitieren bzw. Ihre zelluläre Müllabfuhr ankurbeln, obwohl der Organismus Nahrung aufnimmt. Es gibt z. B. Hinweise darauf, dass natürlich vorkommende Substanzen wie Resveratrol (Bestandteil von roten Trauben) oder Polyamine in der Lage sind, die Autophagie zu induzieren. Ein natürliches Polyamin ist Spermidin, das auch in vielen Lebensmitteln vorkommt, wie z. B. in Weizenkeimen, frischem grünen Pfeffer, Pilzen, Sojabohnen (v. a. fermentiert), Zitrusfrüchten (v. a. Grapefruit). Da Spermidin sehr stabil ist, kann man es ohne Verluste genießen, z. B. als Zitrusfrüchte-Bergamotte-Tee. Weitere Kandidaten:

  • Curcumin aus frischem Kurkuma und Kurkuma-Extrakt
  • Grüntee (v.a. als Matcha = pulverisierter Grüntee)
  • Ingwer
  • Kaffee: Vermutlich können sekundäre Pflanzenstoffe, sogenannte Polyphenole im Kaffee die Autophagie ankurbeln. Aber tierisches Eiweiß hemmt die Autophagie (also keine Kuhmilch/Sahne in den Kaffee geben und dazu kein Ei, Joghurt, Butterbrot mit Käse/Wurst…).
  • Reishi (fernöstlicher Heilpilz)
  • Kohlgemüse (v.a. das in Brokkoli enthaltene Sulphoraphan)

Lebensstilstrategien und Nahrungsergänzungsmittel (NEM) zur Verbesserung der Autophagie:

  • Kalorienrestriktion ohne Fasten: chronisches leichtes Kaloriendefizit bei ausgewogener Ernährung. Japaner sind dafür bekannt, nur so viel zu essen, bis sie zu 80 % satt sind. Wer generell nicht bis zur absoluten Sättigung isst, der geht schon einen großen und unanstrengenden Schritt Richtung Autophagozytose.
  • kohlenhydratreduzierte Ernährung bis hin zur ketogenen Diät
  • Vitamin D (über Sonnenlicht oder/und als NEM)
  • Melatonin (Schlafhormon; als NEM)

FAZIT:

Ohne Autophagie werden Ihre Zellen irgendwann mit Toxinen und Abfallstoffen überlastet sein, anfangen zu versagen und letztendlich sterben. So werden sie selbst zum Zellmüll, der aber wiederum nicht weggeräumt werden kann, was Alterung und Krankheiten Tür & Tor öffnet. Autophagiedefekte tragen zu einer Vielzahl von Krankheiten bei, darunter Alzheimer und Parkinson (Demenz bedeutet oft toxischer „Zellschrott“ in den Nervenzellen des Gehirns).

Diesen Prozess im Hinterkopf zu behalten und jeden Tag ein paar der Methoden anzuwenden, die den Prozess der Autophagozytose aktivieren, macht definitiv auch bei MS Sinn (das zeigen inzwischen verschiedene Studien). Die Autophagozytose ist stark entzündungshemmend, stärkt das Immunsystem, beugt Depressionen vor und verlängert die Lebensspanne.

Über Fasten (mehr oder weniger und mit der Ihnen angenehmen Methode) können Sie viel erreichen. Zudem gibt es Autoimmunerkrankungen, bei denen bekannt ist, dass regelmäßiges Fasten zu einer starken Entzündungshemmung und zu einer Steigerung des Wohlbefindens und der Lebensqualität führt. Dazu gehört auch die Multiple Sklerose. Hierbei ist besonders das Potential der ketogenen Diät bei den progredienten Formen der MS hervorzuheben.

Die Aktivierung der körpereigenen Autophagie ist ein einfacher Weg, um Gesundheit zu fördern. Die gute Nachricht ist, dass dies nicht schwierig ist. Fasten scheint ein effizienter Weg zu sein; aber auch ausreichend Bewegung und das Hinzufügen bestimmter Nahrungsmittel helfen dabei.

Und ganz nebenbei werden Sie vielleicht ein wenig jünger (aussehen)…Sie werden sich zumindest so fühlen…

Dies wünscht Ihnen
Ihr Team von Life-SMS


Quellen:
  • Choi, I. Y., Piccio, L., Childress, P., Bollman, B., Ghosh, A., Brandhorst, S., Suarez, J., Michalsen, A., Cross, A. H., Morgan, T. E., Wei, M., Paul, F., Bock, M., … Longo, V. D. (2016). A Diet Mimicking Fasting Promotes Regeneration and Reduces Autoimmunity and Multiple Sclerosis Symptoms. Cell reports15(10), 2136-2146.
  • Mingyang Song; Teresa T. Fung; Frank B. Hu; et al (2016): Association of Animal and Plant Protein Intake With All-Cause and Cause-Specific Mortality. https://jamanetwork.com/journals/jamainternalmedicine/article-abstract/2540540
  • Rubinsztein, D. C., Codogno, P., & Levine, B. (2012): Autophagy modulation as a potential therapeutic target for diverse diseases. Nature Reviews. Drug Discovery, 11(9), 709–730. http://doi.org/10.1038/nrd3802
  • Storoni, M., & Plant, G. T. (2015). The Therapeutic Potential of the Ketogenic Diet in Treating Progressive Multiple Sclerosis. Multiple sclerosis international2015, 681289.

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Neues Video: Was machen Prä- und Probiotika?

Heute geht es noch einmal um eines der wichtigsten Themen in Bezug auf die Salutogenese:

Den Darm – das Life-SMS-Schwerpunktthema des ausklingenden Jahres.

Dafür verweisen wir zunächst auf Lisas aktuelles Video bei Zellliebe, in welchem sie auf der einen Seite den Unterschied zwischen prä- und probiotischen Nahrungsmitteln erklärt und auf der anderen Seite praktische Tipps für den Einkauf gibt.

Dabei erklärt sie auch, warum z.B. Kartoffelsalat und Sushi für den Darm besser sind als einfach nur gekochte Kartoffeln bzw. Reis (Tipp: resistente Stärke – und warum uns diese gut tut) oder warum wir wirklich die Schale der Äpfel mitessen sollten…

Und hier für alle Interessierten eine Rückblende auf Life-SMS-Posts zum Thema Darmflora:

Übrigens, Lisas vollständige Video-Playlist (auch zu weiteren MS-relevanten Themen) findet sich hier.

Damit schließen wir das Thema Darm erst einmal als Schwerpunktthema ab, was natürlich nicht heißt, dass wir es vernachlässigen werden.
Immer, wenn neue Erkenntnisse vorliegen, klinken wir uns dazu für Dich/für Sie natürlich nochmal ein. Versprochen!

Das Beste für den Darm und damit die Gesundheit wünscht Dir/Ihnen im Sinne der Eigenverantwortung

Ihr Team von Life-SMS!


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Magnesiumverbindung für das Gehirn

Magnesium und seine Aufgaben

Magnesium ist der zweithäufigste intrazelluläre Mineralstoff und wird bei Hunderten von biochemischen Vorgängen und enzymatischen Reaktionen im Körper benötigt.

• Es verbessert die Aufnahme von Calcium und Kalium und hilft so nicht nur bei der Entstehung von Knochen und Zähnen. Während Calcium die Muskeln stimuliert, sorgt Magnesium dafür, dass sie sich wieder entspannen.
• Es wird für den Stoffwechsel der Zellen und für die Energieproduktion und -speicherung benötigt (stellt indirekt ATP zur Verfügung).
• Magnesium beruhigt das Nervensystem, wirkt antidepressiv und ist wichtig für die Neurotransmitteraktivität, die Erregungsleitung zwischen Nerven und Muskeln, gesunden Schlaf und vor allem die Vitamin-D-Verstoffwechslung.
• Es ist bei der Proteinsynthese, dem Abbau von Fettsäuren, dem DNA-Metabolismus und der Hormonregulierung beteiligt.
• Des Weiteren unterstützt Magnesium neben dem Glukose-Insulin-Stoffwechsel auch den Säure-Basenhaushalt und wirkt als Schutz gegen Entzündungen und eine Nervenüberstimulation durch Glutamat (welche sich in Spasmen äußern kann).
• Außerdem scheint eine besondere Form des Magnesiums (s.u) eine wichtige Rolle beim Erhalt einer gesunden kognitiven Funktion zu spielen.

Zu viel aufgenommenes Magnesium wird bei einem gesunden Menschen über den Darm ausgeschieden und kann Durchfall verursachen. Eine herabgesetzte Nierenfunktion kann bei hochdosierter Magnesiumeinnahme aber zu einer Überdosierung führen.
Bei Magnesiumpräparaten werden organische Verbindungen, wie z.B. Tri-Magnesiumdicitrat, Magnesiumaspartat und -glycinat besser aufgenommen als anorganische Verbindungen (Magnesiumkarbonat, -oxid) und führen auch seltener zu Durchfällen.

Bevor Sie weiterlesen, vergessen Sie bitte nicht, dieses Projekt lebt ausschließlich von Spenden und uns fehlen in der aktuellen Spendenperiode bis Ende April 2018 noch ca. 740 €. Eine relevante Summe für unsere Projekt. Ein Klacks für eine Gruppe von 400 Followern! Hier geht’s zu betterplace….

Detailliert erklärt Dr. Arman Edalatpour in zwei Videos das Wichtigste zu Magnesium:

Problem Magnesiumspiegel

Unglücklicherweise ist es schwierig, einen optimalen Magnesiumspiegel im Gehirn zu erhalten. Dieser nimmt während des Alterungsprozesses ab und die meisten Magnesiumpräparate durchdringen nicht die Bluthirnschranke.
Zudem können viele Faktoren zu einem Magnesiummangel führen, z.B.
• chronische Erkrankungen
• Erkrankungen im Magen-Darm-Trakt (welche die Aufnahme von Magnesium vermindern)
• psychischer und physischer Stress
• Mangel an B-Vitaminen.

Alles gerade bei MS-Betroffenen relevant!

Neue Erkenntnisse: Magnesium L-Threonat

Magnesium L-Threonat ist eine Form von Magnesium mit außergewöhnlich regenerierenden Fähigkeiten, da es die Bluthirnschranke überwinden kann und so im Gehirn die Menge der synaptischen Verbindungen zwischen den Gehirnzellen aufrecht erhalten kann.
Die Dichte der Synapsen (Kontaktstellen zwischen den Neuronen), die für die Lern- und Speicherfähigkeit essentiell sind, ist vom Alter abhängig. Die Verabreichung von Magnesium-L-Threonat könnte zur Verbesserung der Lernfähigkeit, des Arbeitsspeichers im Gehirn, des Kurz- und Langzeit- sowie des räumlichen Gedächtnisses führen.

Die ersten stichhaltigen Studien mit Ratten wurden ausgewertet und es wurde eine deutliche Erhöhung der Dichte und der Plastizität der Synapsen im Hippocampus (Gehirnregion, in der das Gedächtnis angesiedelt ist) festgestellt. Eine Humanstudie wird gerade durchgeführt.

Magnesium L-Threonat kann somit wahrscheinlich:

• für einen optimalen Magnesiumhaushalt im Gehirn sorgen,

• damit das Erinnerungsvermögen, die Wahrnehmungsfähigkeit und die kognitive Funktion unterstützen,

• die Qualität und Quantität synaptischer Verbindungen zwischen Hirnzellen aufrechterhalten und wichtige Signalwege unterstützen und

• evtl. zur Prävention von Erkrankungen wie Alzheimer/Demenz beitragen.

Noch gibt es nicht viele Anbieter; entsprechend hoch ist der Preis.
Doch ein Versuch kann sich gerade für die MS-Betroffenen lohnen, die ihre kognitiven Fähigkeiten verbessern wollen.

Quelle: http://www.drperlmutter.com/wp-content/uploads/2015/01/MagT-Nureon-article-2010.pdf

Mehr zu Dr. Edalatpour auch im Netzwerk Spitzen-Gesundheit der AMM….


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Lebensstil-Maßnahmen und MS in der Übersicht: Vortrag des Allgemeinmediziners Dirk Lemke

Manchmal ist es sicherlich hilfreich, den Überblick über das Thema Lebensstilmaßnahmen bei der eigenverantwortlichen Behandlung der Multiplen Sklerose aus berufenem Munde dargelegt zu bekommen. Anlässlich der Konferenz für menschliche Medizin 2015 hat sich der Mediziner Dirk Lemke dieses Themas in einem ca. 40-minütigen Vortrag angenommen.

Hier geht es zum Trailer des Vortrags:

„Zur Bedeutung von Umweltfaktoren für die Entstehung/Therapie von chronischen Erkrankungen am Beispiel der MS“

Stichwörter aus dem Vortrag sind unter anderem: Pharmakologische Therapie und deren eingeschränkte Wirksamkeit, Sonne und Vitamin D, Schlaf, Sport und MS-Symptomkomplexe u.a. auch Depression und Kognition, Stress und Achtsamkeit, Ernährung und Noxen, ketogene Ernährung, gute Fette und Öle, Risikofaktor Getreide/Gluten, Darmpermeabilität und Verweise auf unser Vorbildprojekt OMS (Overcoming Multiple Sclerosis).

Schlussspurt in der Spendenperiode bis Ende April 2017

Sie wissen ja, lsms.info und life-sms.org leben ausschließlich von Ihren privaten Spenden und insofern nutzen wir diesen Vortrag sozusagen als Treibstoff für den Schlussspurt zur Erreichung der Spendenziele bei betterplace für 2017. In in der derzeitigen Spendenperiode (bis Ende April 2017) fehlen derzeit ca. 610 €. Aktuelle Zahlen gibt es hier!

Wir werden nach Erreichen der aktuellen Spendenziele diesen Vortrag allen Interessenten der Projekts Life-SMS/lsms in der Komplettversion hier auf dieser Webseite freischalten

Spenden Sie bitte jetzt schon einen beliebigen Geldbetrag für Life-SMS/lsms über betterplace

Als Dank erhalten Sie einen Download-Link für das komplette Vortragsvideo im mp4-Format zur persönlichen Nutzung oder auch zur Vorführung in Ihrer MS-Gruppe (wir bemühen uns den Link innerhalb von 24 Std. zuzusenden). Sie helfen uns und der wachsenden Gemeinschaft von kritischen MS-Patienten damit sehr.

Vorab vielen Dank.  Bleiben Sie gesund und uns treu!

Ihr und Euer

Life-SMS Team


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Life-SMS Team

Hintergrundwissen: Omega 3-Fettsäuren und Entzündungsvorgänge

Auch wenn der hier zu verfolgende Vortrag unseres Netzwerkmitglieds Dr. med. Volker Schmiedel sich in erster Linie mit dem Zusammenhang zwischen Omega-3-Fettsäuren und der Prävention von Krebserkrankungen befasst, sind die gleichen Argumente für die Multiple Sklerose und andere entzündliche Erkrankungen richtig. Diejenigen Leser, die also an den Hintergründen zu entzündlichen Vorgängen und dem Verhältnis von Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren in unserer Nahrung interessiert sind, sollten den Vortrag nicht verpassen.

Spezifische Aussagen in Bezug auf Multiple Sklerose, Fettsäure-Spiegel und dessen Messung sowie Verhaltenstipps finden sich darüber hinaus unserem Faktenblatt Fettsäuren und MS.

In diesem Sinne wünschen wir interessante neue Erkenntnisse,  ein besseres Verständnis der Zusammenhänge zwischen Fettsäuren und Entzündungsvorgängen und Anregungen für die persönliche Umsetzung bei der Stabilisierung der eigenen Gesundheit.

Bleiben Sie gesund!

Ihr

Life-SMS-Netzwerk


Übrigens: Weitere Informationen zu Omega-3/6-Fettsäuren und deren Einfluss auf verschiedene Krankheitsbilder finden Sie auch in der Kompetenzkarte Omega 3/6-Fettsäuren bei der Akademie für menschliche Medizin.


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Die Alternative zu Megadosen – der metronomische Ansatz in der Ernährung

Während wir uns im vorherigen Beitrag mit Megadosen von Vitamin D beschäftigt haben, deren Einsatz nur sehr wenig  mit Lebensstil-Maßnahmen zu tun hat, kommen wir uns heute auf einen Ansatz  zu sprechen, der aus der Behandlung von Krebserkrankungen stammt.  

Die Mediziner Richard Béliveau und Denis Gingras beschreiben den metronomischen Ansatz ausführlich in ihrem hervorragenden Buch “Krebszellen mögen keine Himbeeren”.  In Analogie zu einem Metronom eines Musikers, dass in regelmäßigen Rhythmus schlägt, werden Mikronährstoffe über die Nahrung kontinuierlich dem Körper zugeführt und zwar in ganz normalen Dosisbereichen.  Dieses Vorgehen unterscheidet sich grundlegend von einer Chemotherapie bei Krebserkrankungen oder zum Beispiel einer Pulstherapie mit Steroiden bei Multipler Sklerose. Bei der Multiple Sklerose liegt der Schwerpunkt bei der Aufnahme von Mikronährstoffen und sekundären Pflanzenwirkstoffen, die das Potenzial haben, das Immunsystem in Richtung anti-entzündlicher Vorgänge zu modulieren. Wichtig ist dabei die Kontinuität. Es nützt überhaupt nichts einmal in der Woche eine tolle Mahlzeit mit Unmengen der in Frage kommenden Lebensmittel zu sich zu nehmen und die restliche Zeit diese Verhaltensweise zu ignorieren. Eine solche Denkweise würde nicht das Geringste zu einer effektiven Senkung entzündlicher Vorgänge beitragen, genauso wenig wie eine massive Insulindosis langfristig die Blutzuckerprobleme eines Diabetikers lösen kann.

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Was bedeutet das konkret:

  • Gesteigerte Verwendung von Lebensmitteln mit einer hohen Konzentration von sekundären Pflanzenwirkstoffen, die  entzündungshemmendes Potential zeigen. Dies sind unter anderem:  Kurkuma, grüner Tee,  dunkle Beeren,  mannigfaltige Kohlsorten, grünes Gemüse, Sesam,  Safran, Zimt, Chili und viele mehr.

  • Gezielter Einsatz von Nahrungsmitteln,  die relativ hohe Anteile von anderen Mikronährstoffen enthalten.  Zum Beispiel Chiasamen (A, E und B-Vitamine, Magnesium, Phospor, Kalium, Zink) und andere sogenannte “Superfoods” (hierbei bitte aber alle Werbeaussagen kritisch hinterfragen) oder auch ganz klassisch verschiedene Nusssorten (z.B. Paranüsse mit Blick auf Selen) sowie Heil- und Vitalpilze.

  • Grundsätzliche Reduktion der Aufnahme von Omega-6-Fettsäuren und Erhöhung der Omega-3-Aufnahme. Neben Fisch, Fischöl, Algenöl spielen auch hier wieder Leinsamen, Leinöl, Chiasamen und andere Lebensmittel eine wichtige Rolle.

Fazit

In der Konsequenz bedeutet eine solche Ernährungsweise für den Körper und das Immunsystem eine wichtige Unterstützung bei der Regulierung von Entzündungsvorgängen hin zur Homöostase und zu einer vernünftigen Balance zwischen entzündlichen und anti-entzündlichen Vorgängen. Eine Verfolgung des metronomischen Ansatzes bietet zudem nur Chancen und trägt keine Risiken. Es ergibt sich sozusagen „im Vorbeigehen” ein zusätzlicher signifikanter Präventionseffekt in Bezug auf andere chronische Erkrankungen, wie z.B. viele Krebserkrankungen, Herzkreislauferkrankungen und Diabetes. Man kann also nur gewinnen!

Es liegt nur an uns, den Ansatz zu beherzigen und kontinuierlich umzusetzen.

(Mehr zum Buch „Krebszellen mögen keine Krebszellen“ zum Beispiel hier bei den AMM-Buchempfehlungen)


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Frohe Weihnachten und weiter so als unbequemer Patient…

Zugegeben, ein leicht merkwürdiger und etwas provokanter Titel für den Weihnachtsbeitrag, aber er drückt einen Teil des Selbstverständnisses des Life-SMS-Projektes aus.

Dahinter steckt das Konzept des “Empowerment”. Leider gibt für diesen Begriff nur unzureichende deutsche Übersetzungen: Ertüchtigung, Rückenstärkung,…; alles nicht wirklich toll, sodass ich diesmal beim Anglizismus bleibe.

Empowerment

Gemeint ist: Den MS-Patienten in die Lage zu versetzen, die Kontrolle über die Erkrankung zu erlangen und im Endeffekt den Weg zur Gesundung bewusst zu betreten. Empowerment wird in der medizinischen Literatur auch als “Selbstwirksamkeit (self-efficacy)” oder Patientenaktivierung bezeichnet.

Im Endeffekt ist “Empowerment” sowohl ein Prozess als auch ein Ergebnis. Der Prozess steigert die Fähigkeit des kritischen Denkens und das Ergebnis ist ein erhöhtes Bewusstsein für die Selbstwirksamkeit der eigenen Schritte.

Das ist klar zu unterscheiden von der unreflektierten Übernahme von “Leitlinien” und der wagen Hoffnung, dass andere (Big Pharma, der Halbgott in Weiß, der bekannte Guru) die Sache schon richten werden.

Insofern wollen wir Ihnen helfen, wieder “Kapitän des eigenen Schiffes” zu werden! Und Kapitäne werden in aller Regel recht unbequem, wenn jemand versucht sie vom Kurs abzubringen und es dafür keine nachvollziehbare Begründung gibt.

Die vor wenigen Tagen veröffentlichte Mindmap der Life-SMS-Methodik ist nur ein Element des Life-SMS-Projektes, welches Sie auf diesem Kurs des Empowerment unterstützen soll. Schauen Sie doch gelegentlich auch einmal in die Berichte unserer Hoffnungsträger auf lsms.info. Vielleicht erkennen Sie auch hierin das ein oder andere wieder, was Sie auf Ihrem persönlichen Gesundungsweg bestärkt. Hier werden die Realität und die positiven Ergebnisse des Empowerment, fernab von Hochglanzprospekten mit fröhlich umherspringenden MS-Patienten, beschrieben.

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Abschließend möchten wir uns ganz herzlich bei den Teilnehmern an der diesjährigen “#GivingTuesday-Aktion” bedanken.  Ihre Spenden haben dafür gesorgt, dass wir nicht nur die Life-SMS-Mindmap freischalten konnten, sondern unseren Spendenzielen für die laufende Periode ein gehöriges Stück näher gekommen sind. Das gilt natürlich für alle Spender und „booster“, die uns im Laufe des Jahres unterstützt haben. Die Aktion läuft übrigens noch bis  zum 24.12.2016 (siehe rechts in der Seitenleiste).

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen schöne Weihnachten, schöpfen Sie Kraft und kommen Sie gut und selbstbewusst in ein gesundes Jahr 2017!

Ihr
Life-SMS Team


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