Life-SMS / lsms.info aktuell – die Sommerpause genießen!

Liebe Follower!

Wie in jedem Jahr – und das auch in ungewöhnlichen Zeiten – hat die Sommerpause begonnen. Insofern wünschen wir allen Freunden und Interessenten entspannte Sommertage, viel Licht und Natur zur Erholung und Regeneration.

Lassen Sie einfach mal los und genießen soweit wie möglich das Leben! Oder wie der Schriftsteller Paul Keller einmal sagte: “ Der Sommer macht den Menschen zum Träumer”.

Angenehme Sommerträume haben definitiv positive gesundheitliche Effekte.

Für die Wissbegierigen weisen wir aber auch an dieser Stelle auf aktuelle Beiträge aus dem Netz hin, die einen engen Bezug zu unserem Kernthema lebensstil-orientierte und eigenverantwortliche Behandlung der MS haben. Die dort wiedergegebenen Meinungen dienen als Anregung zur kritischen Auseinandersetzung. Sie entsprechen nicht zwingend den von uns vertretenen Positionen, sind aber in allen Fällen eine Bereicherung der Diskussionsgrundlage. Am Ende verweisen wir auch auf aktuelle zum Teil frei verfügbare Studien – machen Sie sich selbst ein Bild!

Aber wie gesagt – genießen Sie die freie Zeit und erholen Sie sich. Wir melden uns dann wieder im Laufe des Augusts.

Ihr Team

Life-SMS


Neurofilamente als Diagnose- und Prognosemarker für Multiple Sklerose [idw-online.de, 29.6.2020]

Forschende der Universitätsmedizin Mainz und des Kompetenznetz Multiple Sklerose e. V. belegen Nutzen eines Bluteiweißes als Biomarker für MS in der klinischen Praxis

NIH vergibt 7,2 Millionen Dollar an Cleveland Clinic für die Erforschung neuer diagnostischer Biomarker bei Multipler Sklerose [newsroom.clevelandclinic.org, 10.6.2020]

Mit dem Zuschuss wird eine multizentrische Studie unterstützt, um zu bewerten, ob ein neuer Biomarker, das so genannte Zentralvenen-Zeichen (CVS), als zuverlässiger diagnostischer Marker für MS dienen kann.

Osteoporose bei MS vorbeugen [curado.de, 15.6.2020]

MS-Patienten haben ein erhöhtes Risiko für Osteoporose (Knochenschwund). Bereits bei der Diagnose der MS ist die Knochendichte vieler MS-Patienten verringert. Die Gründe dafür sind noch nicht ausreichend erforscht. Forschende vermuten, dass ein Mangel an Vitamin D, wie er bei vielen MS-Patienten diagnostiziert wird, zu einer reduzierten Knochendichte beitragen kann. Vitamin D wird für den Knochenaufbau benötigt.

WIRKUNG BEI SYMPTOMEN MEHRFACHE SKLEROSE Fruchtschalenbestandteil kann neuronale Schäden reduzieren [pressetext.com/, 7.4.2020]

Mit Ursolsäure haben Forscher der Thomas Jefferson University nun einen Ansatz gefunden, der eine weitere Schädigung verringern und helfen kann, die schützenden Hüllen der Neuronen wieder aufzubauen. Ursolsäure ist in den Schalen von Obst wie Äpfeln oder Pflaumen und in manchen Kräutern enthalten.

Studie: Ernährung beeinflusst MS-Verlauf [gesundheitsstadt-berlin.de/, 16.3.2020]

Bestimmte Fettsäuren können das Darm-Mikrobiom von MS-Patienten so positiv beeinflussen, dass sich die Schubrate und das Behinderungsrisiko reduzieren lassen. Das ist das Ergebnis einer Studie der Universität Bochum, in der Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung am Patienten angewandt wurden.

233 Genvariationen für MS entdeckt [amsel.de, 21.2.2020]

Kann man bei einem einzelnen Menschen eine Multiple Sklerose voraussagen? Warum sind Frauen so viel häufiger betroffen als Männer? – Ein internationales Forschungsnetzwerk liefert mögliche Antworten.

Lesenswerte Studien

Duscha, A. et al. (2020) ‘Propionic Acid Shapes the Multiple Sclerosis Disease Course by an Immunomodulatory Mechanism’, Cell, pp. 1–14. doi: 10.1016/j.cell.2020.02.035.

Fazit: Die Supplementation mit Propionat hatte eine positive Wirkung auf die immunologischen, neurodegenerativen und klinischen Parameter bei MS-Patienten, einschließlich der Rückfallrate und des Fortschreitens der Behinderung.

de Oliveira LRC, Mimura LAN, Fraga-Silva TFC, et al. Calcitriol Prevents Neuroinflammation and Reduces Blood-Brain Barrier Disruption and Local Macrophage/Microglia Activation. Front Pharmacol. 2020;11:161. Published 2020 Mar 12. doi:10.3389/fphar.2020.00161 [open access]

Fazit: Die Ergebnisse dieser Studie weisen darauf hin, dass eine frühe Intervention mit 15-Dihydroxyvitamin D3 den neuroinflammatorischen Prozess, der das Kennzeichen der EAE- und MS-Immunpathogenese ist, steuern kann und daher als Zusatztherapie für MS-Patienten erforscht werden sollte.


Feng, X. et al. (2019) ‘Vitamin D enhances responses to interferon-β in MS’, Neurology(R) neuroimmunology & neuroinflammation, 6(6). doi: 10.1212/NXI.0000000000000622.
[open access]

FAZIT: Vitamin D verstärkt die IFN-β-Induktion von mehreren Proteinen und kehrt auch die Th1/Th2-Verzerrung bei MS um, die mit IFN-β allein beobachtet wird. Die Kombination von Vitamin D und IFN-β hat einen potentiellen Nutzen bei der Linderung von MS.

Simpson, S., Van Der Mei, I., Lucas, R. M., Ponsonby, A. L., Broadley, S., Blizzard, L., … Valery, P. (2018). Sun exposure across the life course significantly modulates early multiple sclerosis clinical course. Frontiers in Neurology, 9(FEB). https://doi.org/10.3389/fneur.2018.00016
[open access]

Schlussfolgerung: Wir fanden heraus, dass eine vorausgehende Sonnenexposition vor einer späteren Umwandlung in MS und vor Schüben schützt. Während konsistente Zusammenhänge zwischen der Sonnenexposition nach Beginn der Sonnenexposition oder dem 25(OH)D-Gehalt im Serum und dem klinischen Verlauf nicht offensichtlich waren, möglicherweise verdeckt durch Verhaltensänderungen, zeigten diejenigen Teilnehmer, die ihre Sonnenexposition merklich erhöhten, eine verringerte MS-Konversions- und Rückfallgefahr, was auf eine positive Wirkung der Sonnenexposition auf den klinischen Verlauf schließen lässt.

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Was ist das Endocannabinoid-System? Eine Einführung mit Blick auf die MS (I)

Das endogene Cannabinoidsystem (ECS), benannt nach der Cannabis-Pflanze, die zu seiner Entdeckung führte, ist eines der wichtigsten physiologische System, die an der Sicherstellung und Erhaltung der menschlichen Gesundheit beteiligt sind. Endocannabinoide und ihre Rezeptoren kommen im ganzen Körper vor: im Gehirn, in Organen, Bindegeweben, Drüsen und Immunzellen. In jedem Gewebe erfüllt das Cannabinoidsystem unterschiedliche Aufgaben, aber das Ziel ist immer dasselbe: Homöostase, die Aufrechterhaltung eines stabilen inneren Milieus trotz Schwankungen in der äußeren Umgebung.

Cannaboide

Cannabinoide fördern die Homöostase auf jeder Ebene des biologischen Lebens, von der subzellulären Ebene bis zum Organismus und vielleicht bis zur Gemeinschaft und darüber hinaus. Ein wichtiges Beispiel: Autophagie, ein Prozess, bei dem eine Zelle einen Teil ihres Inhalts absondert, um selbst verdaut und recycelt zu werden, wird durch das Cannabinoidsystem vermittelt. Während dieser Prozess normale Zellen am Leben erhält und es ihnen ermöglicht, das Gleichgewicht zwischen der Synthese, dem Abbau und der anschließenden Wiederverwertung von Zellprodukten aufrechtzuerhalten, hat er eine tödliche Wirkung auf bösartige Tumorzellen, indem er sie veranlasst, sich in einem programmierten zellulären Selbstmord zu verzehren. Das Absterben der Krebszellen fördert natürlich die Homöostase und das Überleben auf der Ebene des gesamten Organismus.

Endocannabinoide und Cannabinoide finden sich auch an den Schnittpunkten der verschiedenen Systeme des Körpers und ermöglichen die Kommunikation und Koordination zwischen verschiedenen Zelltypen. An der Stelle einer Verletzung können Cannabinoide beispielsweise die Freisetzung von Aktivatoren und Sensibilisatoren aus dem verletzten Gewebe vermindern, die Nervenzelle stabilisieren, um ein übermäßiges Feuern zu verhindern, und nahegelegene Immunzellen beruhigen, um die Freisetzung von pro-inflammatorischen Substanzen zu verhindern. In der Summe also die Auslösung von drei verschiedenen Wirkungsmechanismen auf drei verschiedene Zelltypen (Gewebe, Nervenzelle, Immunzelle) zu einem einzigen Zweck: Minimierung der durch die Verletzung verursachten Schmerzen und Schäden.

Was sind Cannabinoid-Rezeptoren?

Seescheiden, winzige Nematoden und alle Wirbeltierarten haben das Endocannabinoidsystem als wesentlichen Teil des Lebens und der Anpassung an Umweltveränderungen gemeinsam. Durch den Vergleich der Genetik von Cannabinoidrezeptoren bei verschiedenen Arten schätzen Wissenschaftler, dass sich das Endocannabinoidsystem bei primitiven Tieren vor über 600 Millionen Jahren entwickelt hat.

Cannabinoidrezeptoren sind im ganzen menschlichen Körper vorhanden, eingebettet in Zellmembranen, und es wird angenommen, dass sie zahlreicher sind als jedes andere Rezeptorsystem. Wenn Cannabinoidrezeptoren stimuliert werden, kommt es zu einer Vielzahl von physiologischen Prozessen. Forscher haben zwei Cannabinoidrezeptoren identifiziert: CBR1, der vorwiegend im Nervensystem, im Bindegewebe, in den Keimdrüsen, Drüsen und Organen vorkommt; und CBR2, der vorwiegend im Immunsystem und den damit verbundenen Strukturen zu finden ist. Viele Gewebe enthalten sowohl CB1- als auch CB2-Rezeptoren, die jeweils mit einer anderen Wirkung verbunden sind.

Endocannabinoide sind die Substanzen, die unser Körper auf natürliche Weise herstellt, um diese Rezeptoren zu stimulieren. Die beiden am besten verstandenen dieser Moleküle heißen Anandamid und 2-Arachidonoylglycerin (2-AG). Sie werden bei Bedarf aus Arachidonsäurederivaten der Zellmembran synthetisiert, haben eine lokale Wirkung und eine kurze Halbwertszeit.

Metabolische Enzyme

Das dritte Mosaiksteinchen der Endocannabinoid-Trias umfasst die metabolischen Enzyme, die die Endocannabinoide innerhalb des ECS schnell zerstören, sobald sie verwendet werden. Die beiden großen Enzyme sind FAAH, das Anandamid abbaut, und MAGL, das 2-AG abbaut. Diese Enzyme sorgen dafür, dass Endocannabinoide nur dann eingesetzt werden, wenn sie gebraucht werden, aber nicht länger als nötig. Dieser Prozess unterscheidet die Endocannabinoide von vielen anderen molekularen Signalen im Körper, wie z.B. Hormonen oder klassischen Neurotransmittern, die für viele Sekunden oder Minuten wirken können oder für eine spätere Verwendung verpackt und gelagert werden.

Diese drei Schlüsselkomponenten des Endocannabinoidsystems (Endocanabinoide, CBRs und Enzyme) finden sich in fast jedem Hauptsystem des Körpers. Wenn etwas eine Zelle aus ihrer Komfort-Zone herausbringt, werden diese drei Säulen des ECS oft aufgefordert, die Homöostase wieder herzustellen bzw. aufrechtzuerhalten.

Aufgrund seinerzeit Rolle, die darin besteht, Dinge in ihre physiologische Komfort-Zone zurückzubringen, wird das ECS oft nur dann und dort eingesetzt, wo es benötigt wird. Dr. Vincenzo Di Marzo, Forschungsdirektor am Institut für Biomolekulare Chemie in Italien, drückte es so aus: „Die ECS wird oft nur dann und dort eingesetzt, wo sie gebraucht wird:

„Mit der ‚pro-homöostatischen Wirkung des ECS‘ meinen wir, dass dieses System chemischer Signale nach Abweichungen von der zellulären Homöostase vorübergehend aktiviert wird. Wenn solche Abweichungen unphysiologisch sind, versucht das vorübergehend aktivierte ECS raum- und zeitselektiv, die vorherige physiologische Situation (Homöostase) wiederherzustellen.”

Phytocannaboide

Phytocannabinoide sind pflanzliche Substanzen, die Cannabinoidrezeptoren stimulieren. Delta-9-Tetrahydrocannabinol, oder THC, ist die psychoaktivste und sicherlich die berühmteste dieser Substanzen, aber auch andere Cannabinoide wie Cannabidiol (CBD) und Cannabinol (CBN) gewinnen aufgrund ihrer vielfältigen heilenden Eigenschaften das Interesse der Forscher und sind heute auf dem Markt z.B. als CBD-Öl auch frei verfügbar. Die meisten Phytocannabinoide wurden aus Cannabis sativa isoliert, aber auch bei anderen Heilkräutern wie Echinacea purpura wurde festgestellt, dass sie nicht-psychoaktive Cannabinoide enthalten.

Interessanterweise verwendet die Cannabispflanze auch THC und andere Cannabinoide, um ihre eigene Gesundheit zu fördern und Krankheiten vorzubeugen. Cannabinoide haben antioxidative Eigenschaften, die die Blätter und Blütenstrukturen vor ultravioletter Strahlung schützen – Cannabinoide neutralisieren die schädlichen freien Radikale, die durch UV-Strahlen entstehen, und schützen so die Zellen. Beim Menschen verursachen freie Radikale Alterung, Krebs und beeinträchtigte Heilung. Antioxidantien, die in Pflanzen gefunden werden, werden seit langem als natürliche Ergänzungsmittel eingenommen, um Schäden durch freie Radikale zu verhindern.

THC aus Cannabisextrakt (Handelsname: SavitexⓇ) wird seit einigen Jahren ja schon zur Behandlung der Spastizität und von Schmerzen bei der Multiplen Sklerose eingesetzt. Auch synthetisches THC kommt in der medizinischen Forschung zum Einsatz und viele andere synthetische Cannabinoide werden in der Tierforschung eingesetzt. Einige haben eine bis zu 600-fache Wirksamkeit gegenüber THC.

Endocannabinoid-Regulierung der Entzündung

Entzündung ist eine natürliche Schutzreaktion des Immunsystems als Reaktion auf eine Infektion oder körperliche Schädigung. Der Zweck der Entzündung ist es, Krankheitserreger (Keime) oder beschädigtes Gewebe zu entfernen. Der entzündete Bereich wird dadurch erzeugt, dass Flüssigkeit und Immunzellen in den Bereich eindringen, um die schmutzige Arbeit zu erledigen und das Gewebe wieder in einen gesunden Zustand zurückzubringen.

Es ist wichtig, dass die Entzündung auf den Ort der Schädigung begrenzt ist und nicht länger als nötig anhält, was zu Schäden führen kann. Chronische Entzündungen und Autoimmunkrankheiten sind Beispiele dafür, dass das Immunsystem unangemessen aktiviert wird. Wenn dies geschieht, dauert die Entzündungsreaktion zu lange an, was zu einer chronischen Entzündung führt, oder sie richtet sich gegen gesunde Zellen, was als Autoimmunität bezeichnet wird. Und genau an dieser Stelle treffen wir auf den Zusammenhang zwischen MS und dem endocannabinoiden System.

Fazit: Während CB1R bei der Regulation der Neurostimulation der Neurotransmission in verschiedenen Hirnregionen eine Rolle spielt und hauptsächlich die psychoaktiven Effekte von Cannabinoiden vermittelt, kommt CB2R vorwiegend in den Zellen und Geweben des Immunsystems vor und vermittelt entzündungshemmende und immunmodulatorische Prozesse. Studien haben gezeigt, dass CB1R und CB2R die Aktivierung von T-Zellen, B-Zellen, Monozyten und Mikrogliazellen beeinflussen können, indem sie die Expression proinflammatorischer Zytokine hemmen und die Mediatoren hochregulieren, die die Entzündung auflösen.

Im kommenden zweiten Teil dieser Artikelserie befassen wir uns daher mit der Frage inwieweit die Modulation von CB1R und CB2R über Cannabinoide vorteilhaft ist bei der Behandlung von Autoimmunkrankheiten und insbesondere der Multiplen Sklerose (MS).

Bleiben Sie dran….


Photo by Rick Proctor on Unsplash

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Wider die Borniertheit: Interventionsstudien und andere Quellen bei MS


Nahezu jede und jeder Betroffene wird es schon erlebt haben. Man geht zum Arzt – meist zum Neurologen – fragt nach natürlichen oder lebensstil-orientierten Behandlungsmethoden bei der Multiplen Sklerose – und schaut oftmals in leere Augen, schlimmstenfalls in eine aggressiv gerunzelte Stirn “Kommen Sie mir bloß nicht mit so etwas, alles gefährlicher Humbug!”. Hoffentlich haben Sie letzteres noch nicht erlebt.

Wie geht man damit um? Man versucht sich breiter zu informieren, zum Beispiel über die Webseiten von Life-SMS und lsms.info, und findet dann vielleicht auch die “Mindmap” zur lebensstilorientierten Behandlung der MS. Nun kann man natürlich immer noch sagen, man kann ja viel behaupten, wo sind denn die Beweise?

Aus diesem Grund haben wir auch außerhalb des hinter Life-SMS stehenden Expertennetzes eine Auswahl von aktuellen Studien und Reviews kategorisiert und zusammen mit den von den Autoren getroffenen Schlußfolgerungen chronologisch aufgelistet. Diese Studien sollen Ihnen bei der Argumentation für Ihren Weg der selbstverantwortlichen MS-Behandlung helfen und zusätzliche Sicherheit geben. Es handelt sich ausschließlich um Interventionsstudien, Metaanalysen und Studien mit besonderer Aussagekraft.

Interventionsstudien – gerne auch doppelblind-placebokontrolliert – sind dabei die Interessantesten, da sie die Effekte einer Behandlung direkt bewerten. Allerdings muss es nicht immer eine doppelblind-placebokontrollierte Studie sein, denn auch ohne Verblindung werden Effekte sichtbar und manche Interventionen können die Autoren ohnehin nicht verblinden (z.B. im Bewegungsbereich oder bei mentalen Interventionen). Metaanalysen sind insofern interessant, als dass sie mehrere oder sogar viele Einzelanalysen statistisch “poolen”. Allerdings ist das “poolen” mehrerer Studien schwierig und kann statistische Fehler aufweisen, da die Datenbasis nicht vergleichbar ist. Auch die Auswahl der Studien kann einen “Bias” (systematischen Fehler) aufweisen. Ein positives Resultat einer Metastudie gibt aber zumindest zusätzliche Sicherheit. Reviews sind ebenfalls sehr hilfreich, da sie ein Themengebiet aus einer übergreifenden Sicht betrachten und zusammenfassend darstellen.

Wenn Sie also einem kurzen Überblick über den Hintergrund verschiedener Behandlungsansätze und der Wissenschaft dahinter interessiert sind, gehen Sie einfach auf diese Seite: https://lifesms.blog/interventionsstudien/

Sie finden dort auch die direkten Links zu den Studien auf Pubmed und manche sind auch in der Vollversion frei verfügbar. Wenn Sie das Ganze zum Mitnehmen ausdrucken wollen, genügt ein Klick auf die rechte Maustaste und “Drucken” und Sie erhalten die Seite in einem recht übersichtlichen Druckformat.

Ein abschließender Hinweis: Wissenschaft macht nie absolute Aussagen “ex cathedra”, sondern gibt den Stand der aktuellen Forschung wieder. Studien können fehlerhaft oder gefärbt sein und werden durch neue Erkenntnisse inhaltlich überholt. Von daher ist es wichtig auf dem Laufenden zu bleiben und wir bei Life-SMS verfolgen die relevanten Themengebiete kontinuierlich weiter. Von daher finden Sie die aktuellsten Studien immer an erster Stelle und einige können auch im Lauf der Zeit wieder aus der Liste verschwinden, aber das ist das Zeichen der Weiterentwicklung wissenschaftlicher Erkenntnisse.

Fazit: Lassen Sie sich nicht auf dem Weg der eigenverantwortlichen Behandlung der Multiplen Sklerose beirren und machen sich selbst soweit wie möglich ein Bild! Nutzen Sie belastbare Informationen, um Ihre Entscheidung bei jeder Art der Behandlung zu untermauern und sich nicht verunsichern zu lassen. Wir von Life-SMS hoffen dabei unseren Beitrag zu leisten!

PS: Und wenn Ihnen einmal eine wichtige Studie auffällt, senden Sie uns gerne einen entsprechenden Link zu!


Photo: Stephen A. Schwarzman Building, New York City, USA


 

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Krebs bei Multiple-Sklerose-Patienten: die Auswirkungen krankheitsmodifizierender Therapien

Das Immunsystem spielt sowohl bei Multipler Sklerose (MS) als auch bei Krebs eine wichtige Rolle. Während es bei MS übermäßig stimuliert zu sein scheint, was zu einer ausgeprägten Entzündungsreaktion und ihren Folgen führt, scheint bei Krebs ein immunosuppressiver Zustand zu verhindern, dass die Krebszellen ordnungsgemäß zerstört werden.

Die derzeitigen krankheitsmodifizierenden Therapien (DMTs) für MS zielen darauf ab, die angeborene und adaptive Immunantwort auf einen weniger entzündlichen Grad zu modulieren. Sie sollen den MS-Patienten Vorteile bieten, indem sie die Neuroinflammation, die Symptome und das Fortschreiten der Krankheit verringern. Sie haben aber auch das Potenzial, Krebs als unerwünschte Begleiterscheinung zu fördern.infusion with medication

Es besteht bereits allgemeine Übereinstimmung darüber, dass Immunsuppressiva-Therapien zu einem erhöhten Krebsrisiko bei MS-Patienten geführt haben, und dieses Risiko hängt mit der familiären Krebsvorgeschichte des Patienten, der Dauer der Behandlung und der kumulativen Dosis zusammen. Diese Tatsache veranlasste einige Studien dazu, orale und intravenöse Therapien zusammen mit anderen Krebsrisikofaktoren, wie Alkohol und Rauchen, einzubeziehen.

Laut Daten, die auf dem Kongress der Europäischen Akademie für Neurologie (EAN) 2019 vorgestellt wurden, haben Patienten mit MS im Vergleich zu Menschen ohne MS ein um 14% höheres Risiko, an allen Arten von Krebs zu erkranken. Dieses Risiko scheint mit immunsuppressiven Medikamenten und der Dauer der Behandlung zusammenzuhängen. Diese Komorbidität stellt sowohl in der Diagnose als auch in der Therapie eine Herausforderung für die Kliniker dar. Es ist schwierig, die Symptome einer neuen Krankheit zuzuordnen, wenn die MS selbst so viele verschiedene Symptome verursachen kann. Und es ist auch sehr schwierig, Krebs im Zusammenhang mit der Autoimmunität der MS zu behandeln.

In einer kürzlich in Frontiers in Immunology veröffentlichten Übersicht beschreiben die Autoren, wie die einzelnen DATs mit den Krebserkrankungen zusammenhängen. Sie schlagen vor, dass zukünftige Bemühungen darauf gerichtet sein sollten, ein klareres Verständnis des relativen Krebsrisikos bei Patienten, die ein bestimmtes Medikament einnehmen, zu erlangen und Richtlinien für die Behandlung von Patienten mit MS und Krebs in der Vorgeschichte zu erstellen, die Kandidaten für DMTS sind.

Die medizinischen Fachkräfte müssen sich dieses möglichen Zusammenhangs bewusst sein. Bei der Wahl eines Immunsuppressivums müssen die Familiengeschichte und andere Krebsrisikofaktoren berücksichtigt werden. Ein effizientes Monitoring und Screening auf bösartige Krebserkrankungen sollte periodisch individuell beim Einsatz von DMTS durchgeführt werden.

Schlussfolgerung:

Die Beziehung zwischen MS und Krebs ist komplex. Man muss sich vor Augen halten, dass die Einnahme von Medikamenten mit immunsuppressiver Wirkung das Krebsrisiko bei Patienten mit MS erhöht. Diese Tatsache sollte zu einem effizienteren Screening auf Malignität bei MS-Patienten führen. Dies gilt insbesondere für Hautkrebs. Ein guter Neurologe sollte dies bei der Therapieentscheidung und in der nachfolgenden Therapie berücksichtigen. Fragen Sie ruhig gezielt nach!


Der hier hauptsächlich betrachtete Review [1] verfolgt die Entwicklung der MS-Medikation seit den Anfängen 1993 bis heute und verweist auf insgesamt 196 Paper und Studien. Statistische Ergebnisse haben immer nur begrenzte Auswirkungen auf den einzelnen Patienten, helfen aber dabei, bewusste Entscheidungen für oder gegen ein medikamentöse Behandlung zu treffen. Wir werden dieses und verwandte Themen auch weiterhin betrachten und über wichtige neue Erkenntnisse berichten.

Photo by Marcelo Leal on Unsplash


Referenzen:

  1. Melamed E, Lee MW. Multiple Sclerosis and Cancer: The Ying-Yang Effect of Disease Modifying Therapies. Front Immunol. 2020;10:2954. Published 2020 Jan 10. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/31998289
  2. Lebrun, C., Vermersch, P., Brassat, D. et al. Cancer and multiple sclerosis in the era of disease-modifying treatments. J Neurol 258, 1304–1311 (2011). https://doi.org/10.1007/s00415-011-5929-9

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Empfohlener Videoblog: MS mit-ilke – Der Schubnotfallplan auch ohne Kortison

Manche Zeitgenossen kommen überraschender Weise unabhängig von den eigenen Überlegungen zu den gleichen Ergebnissen und man merkt es erst nach einigen Jahren. Manchmal braucht die Vorsehung also auch etwas Zeit.

Ilke war 18 Jahre schubfrei und hat als Apothekerin nicht nur die Erfahrung einer Betroffenen, sondern auch den fachlich-wissenschaftlichen, pharmazeutischen Hintergrund, um fundierte Aussagen zu machen. Das sind hervorragende Grundlagen für eine Verlinkung mit Life-SMS.

Das Credo ihres Video-Blogs und Newsletters ist 100% deckungsgleich mit unserem Grundansatz: mache Dich schlau, ändere Deinen Lebensstil und übernehme Selbstverantwortung. Und bitte, verfalle nicht in Panik, suche die Techniken die es Dir erlauben wieder klar zu denken und überlege erst dann die nächsten Schritte!

Zum Einstieg also hier das aktuelle Video: Multiple Sklerose Schub, was nun? Dein Plan langfristig gesund zu bleiben, auch ohne Cortison

 

 

Darüber hinaus hat Ilke auch ganz praktische Tipps im Portfolio – schauen Sie sich doch zum Beispiel mal Ilkes Wildkräuterführung an…

Eine gute Gelegenheit Kräuter zu sammeln, dabei Vitamin zu tanken und in der Folge wertvolle Pflanzenstoffe zu genießen. Hier zieht der Spruch „fragen Sie Ihre Ärztin oder Apothekerin“ endlich einmal!

In diesem Sinne empfehlen wir unbedingt, Ilkes YouTube-Kanal zu abonnieren und sind auf neue Themen gespannt!

Bleiben Sie gesund und uns treu!

Ihr

Life-SMS Team


 

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Gastbeitrag: Aktiv gegen MS – What makes you running?

Ein Mutmach-Beitrag von Insa*

What makes you running?“ – wurde ich vor kurzem in einem Fragebogen gefragt. Meine Antwort: Den Kopf frei bekommen. Draußen sein. Fit bleiben. Sich stark fühlen. Damit können sich wohl 99 % aller LäuferInnen identifizieren.
Doch es gibt noch einen anderen Grund, warum ich laufe. Denn 2018 wurde bei mir Multiple Sklerose diagnostiziert. MS – eine Krankheit, die ja erst einmal nicht so viel mit Laufen zu tun hat, eher im Gegenteil. Heute trainiere ich für einen Halbmarathon und meinen ersten Marathon im September und bin schneller als je zuvor. Wie das kam? Davon möchte ich euch heute erzählen.

image: Insa beim Training
Insa beim Training

Aktiv gegen MS – meine Heilungsreise

„MS, sitzt man damit nicht irgendwann im Rollstuhl?“ – wurde ich neulich mal wieder gefragt. Klar, das kann passieren. Doch ich bin eine Kämpferin und habe mich damals, als ich die Diagnose bekommen habe, dazu entschieden, selbst aktiv zu werden und alles, was in meiner Macht steht zu tun, um gesund zu sein und zu bleiben.

Dass man selbst aktiv werden kann und einiges für seine Gesundheit tun kann, auch in Ergänzung zur Schulmedizin, habe ich durch meine Amenorrhö gelernt. Amenorrhö ist, wenn die Periode ausbleibt für einen Zeitraum von mehr als 3 Monaten. Bei mir war das mehr als zwei Jahre der Fall, von Sommer 2015 bis Ende 2017. Die Ärzte konnten mir nicht helfen. Ihre einzige Idee: Zurück zur Pille. Doch ich wollte keine künstlichen Hormone mehr nehmen und verstand die Amenorrhö als Zeichen meines Körpers, das gerade etwas nicht in Balance ist. Meine Heilungsreise begann ich auf meinem Blog www.prettyprettywell.com zu dokumentieren, mit dem ich mittlerweile schon vielen Frauen dabei helfen konnte, ihre Periode zurück zu bekommen. Heute vermute ich, dass meine Amenorrhö damals bereits etwas mit meiner späteren MS-Diagnose zu tun hatte.

Ich wollte zunächst einfach nur heilen. In Ruhe. Und die Diagnose so weit wie möglich ignorieren.

Mit der MS-Diagnose durchlief ich einen ähnlichen Prozess wie bei meiner Amenorrhö damals – erst ignorierte ich das Ganze. Dann wurde ich wütend, traurig, whatever. Schluchzte: Warum ich?! Dann krempelte ich die Ärmel hoch und machte mich auf meine Heilungsreise.

Die Macht der Worte

Auch mithilfe von lsms.info und Sven Böttcher begann ich Dinge zu identifizieren und zu ändern, die bei mir wahrscheinlich mit zum Ausbruch der Krankheit geführt haben.

Zudem war direkt für mich klar, mir nur positive Geschichten von Menschen, die ebenfalls mit MS diagnostiziert wurden, anzuhören und ich verzichtete komplett darauf, mich durch Foren und Chats im Internet zu klicken. Wenn Freunde und Bekannte von meiner Diagnose hörten und dann anfingen mit: „ah ich kenne auch jemanden mit MS…“, dann sagte ich immer zuerst: „Ist es eine gute Geschichte, oder nicht? Denn sonst möchte ich sie nicht hören.“ Das mag naiv klingen. Doch es war mein Rettungsanker damals, 2018, als meine Nerven blank lagen und ich mich langsam erholte.

Als Marketing-Frau, Bloggerin und Yogini weiß ich: Worte können mächtig sein. Deswegen sage ich auch NIE: Ich habe MS. Sondern immer: Ich wurde damit diagnostiziert. Selbst bei Ärzten habe ich schon Überweisungsscheine reklamiert. Auf einem stand mal: „blablabla wegen akuter Schübe.“ Das habe ich sofort ändern lassen. Denn den Schuh von Schüben im Plural ziehe ich mir nicht an, bislang hatte ich einen Schub und das soll gefälligst auch so bleiben.

Warum ich laufe

Ich war schon immer eine Läuferin – zu Schulzeiten als Leichtathletin, während Studium und meiner Arbeit als Marketing-Strategin zum Ausgleich. Eben zu besagtem Kopf frei kriegen, draußen sein, fit bleiben und sich stark fühlen.
Ich liebte schon immer das Gefühl, wenn man morgens vor die Haustür geht, die ersten Atemzüge im Freien nimmt und dann lostrabt, die ersten Meter läuft, bis man ein Stück Grün erreicht.
Ich liebte es, die Musik aufzudrehen und mich von Florence and the Machine & Co. durch den Park tragen zu lassen – so muss es sich anfühlen zu fliegen.
Ich liebte es, mit noch klopfendem Herzen und weiten, freien Lungen nach einem Lauf nach Hause zu kommen und meine Muskeln zu spüren.

Laufen als Therapie

Um mit der ganzen MS-Sache klarzukommen, habe ich ebenfalls 2018 eine Therapie angefangen, eine Gesprächstherapie. Das war gut und ich habe auch recht viel geweint jedes Mal am Anfang. Doch mit meiner zunehmenden Genesung wurden die wöchentlichen Termine „auf der Couch“ immer mühseliger. Ich merkte: Das, was ich brauchte, war keine Gesprächstherapie. Ich brauchte das Laufen! So brach ich die Therapie ab und schwor mir, meine Montagabende von nun an statt auf der Couch draußen beim Laufen zu verbringen.
Long runs statt Therapie! Oder besser: Long runs als Therapie.
(Ich spreche hier nur aus meiner Erfahrung. In vielen Fällen macht eine Therapie sicherlich absolut Sinn und wahrscheinlich sollte jeder mal ein paar Stunden „auf der Couch“ verbringen. Bei mir hat es schließlich auch mehr als 20 Sessions gedauert bis ich gesagt habe: Ok, ich glaube es reicht jetzt.)

Meine Entscheidung habe ich noch keinen einzigen Tag lang bereut. Das Laufen macht einfach so sehr meinen Kopf frei und bringt mich zurück in meine Kraft. Das Laufen ist meine Rettung und ich glaube auch, dass es sich positiv auf meine Hormonbalance auswirkt. Noch viel mehr, seit ich eine neue Laufgruppe gefunden habe! Auch diese Gemeinschaft von gleichgesinnten Powerfrauen ist es, die zu meiner Heilung beiträgt.

So geht es mir heute

Heute, fast 2 Jahre nach meiner Hiobsbotschaft, fühle ich mich stärker als je zuvor. Mir geht es sehr gut, das zeigen nicht nur mein Symptomtagebuch, sondern auch meine letzten MRT-Berichte: Die Krankheit befindet sich in Remission steht da, ist also am Abklingen. Keine neuen Entzündungen.

Sicherlich habe ich das meiner Gluten- und Kuhmilch-freien Ernährung, Supplements, Meditation und Mindset-Arbeit, wenig Disstress (der schlechte Stress) und auch meiner Basistherapie mit Ocrevus zu verdanken, die ich bis letzten August gemacht habe, zuletzt mit einer halben Dosis. Und sicherlich haben auch das Laufen und Sport im Allgemeinen, inklusive Yoga, einen großen Teil dazu beigetragen.

Trotzdem bleibt natürlich ein bisschen Angst immer zurück. Das Damoklesschwert einer solchen Diagnose wird wohl mein Leben lang über mir schweben. Was aber auch ok ist; denn es erinnert mich jeden Tag daran, wie endlich das Leben ist und wie dankbar man für jeden Tag sein kann, der einem geschenkt wird.

Dieses Jahr habe ich mir vorgenommen, den Marathon im September in Berlin zu laufen, mein erster bislang. Über meine Laufreise berichte ich auf Instagram @prettyprettywell und in einer monatlichen Kolumne in der Fit For Fun.

Und obwohl das Laufen schon immer wichtig für mich war, so hat es mittlerweile eine neue Bedeutung für mich hinzugewonnen. Denn ich laufe nicht mehr nur für mich und meine Gesundheit, sondern möchte auch allen anderen zeigen, dass eine solche Diagnose kein Weltuntergang sein muss. Sondern, dass es auch eine Chance sein kann.

In dem Sinne: Lasst es euch gut gehen, Pretties!

Und kommt gern zum Anfeuern am 27. September 2020 nach Berlin, ich freue mich.

Eure Insa


Insa ist 32 Jahre alt und lebt als Bloggerin, freie Journalistin & Yoga-Lehrerin in Berlin. 2018 wurde bei ihr eine schubförmige MS diagnostiziert – ein Schock, der schließlich ihre Leidenschaft zum Laufen neu entfachte. Unter dem Motto „Jetzt erst recht!“ trainiert sie für ihren ersten Marathon im September – und ist so schnell wie nie zuvor.

*Der Text ist ein Auszug aus der zweiten Auflage der Life-SMS Veröffentlichung “MS ist keine Einbahnstraße”, die noch vor dem Sommer in diesem Jahr erscheinen soll.

Mehr zum Thema Sport bei MS auch in unserem aktuellen Faktenblatt!

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Durchtauchen – wie wir gelassen durch die Krise kommen

Ein Gastbeitrag für Life-SMS von Edda Wengler

Über die Autorin

Seit 2016 schreibt Edda Wengler unter dem Pseudonym „Felicitas Dorne“ für Life SMS.

Kurzbiographie: Nach einer glücklichen Kindheit in Mönchengladbach und Jahren der Wanderschaft landete sie in Wien, wo sie bis heute mit ihrer Familie lebt. Gegen alle Wetten schloss sie an der dortigen Universität das Studium der Publizistik, Kommunikationswissenschaft und Psychologie mit Auszeichnung ab. In jungen Jahren arbeitete sie als Hundesitterin und Kellnerin, Universitätstutorin, PR-Frau und Medizinjournalistin, bevor sie sich für eine Karriere in Marketing und Vertrieb in internationalen Konzernen entschied. Nach knapp 1400 Stunden berufsbegleitender Ausbildung unterstützt sie als fast fertige psychologische Beraterin KlientInnen mit und ohne MS, die ihre Probleme lösen, ihre Stärken entdecken und ihr Leben neu ausrichten wollen.

Weil die Krise auch ihr eigenes Leben vorübergehend auf „Pause“ gesetzt hat, schenkt sie den LeserInnen von Life-SMS 12 Stunden Einzelcoaching per Skype (oder Telefon) an den kommenden drei Freitagen 3.4., 10.4. und 17.4. jeweils um 10 Uhr, 12 Uhr, 14 Uhr und 16 Uhr, kostenlos, aber garantiert nicht umsonst. Termine vereinbaren Sie bitte ab sofort per E-Mail unter gesunddenken@gmx.at – solange der Vorrat reicht.


Durchtauchen

Wie wir gelassen durch die Krise kommen

[Hier gibt’s diesen Beitrag auch als pdf-Download….]

Leben mit Corona heißt Leben in der Warteschleife: Angesagt sind Homeoffice und Hamstern, pardon, Vorräte bis zum übernächsten Winter einlagern, statt Büro, Bewegungsfreiheit und Shoppingtouren. Leider kann uns keiner mit Sicherheit sagen, wann wir „back to new normal“ sein werden. Doch bis es soweit ist, könnten wir die Zeit der Krise nutzen, um unsere Seele zu stärken. Psychologische Beratung kann dabei helfen. Damit wir leichter durch Ungewissheit und Ängste, durch Lagerkoller, Fressanfälle und Scheidungswünsche durchtauchen, eventuell sogar mit derselben Kleidergröße. Und Ehering.

 

Ein Bild, das Wasser, draußen, Sport, fahrend enthält. Automatisch generierte Beschreibung
Foto: Jeremy Bishop on Unsplash

Meinungen und Maßnahmen von Experten aus Wissenschaft und Politik überholen sich in diesen Tagen gegenseitig. News von heute sind morgen längst Schnee von gestern. Verstand und Seele rennen keuchend hinterher, versuchen, alles einzuordnen und emotional zu verarbeiten. Plötzlich sind wir im falschen Film gelandet, ohne zu wissen, wann er enden wird.

Ängste und Ratlosigkeit machen sich breit, währenddessen wir tapfer versuchen, unser neues Leben zu stemmen. Treffen mit Verwandten und Freunden, der Besuch von Geschäften, Restaurants und Events, Fortbildung und Urlaub – alles erst mal abgesagt. Der unverzichtbare, wöchentliche Termin bei der Physiotherapeutin fällt ebenfalls flach. Das tut weh, buchstäblich. Stattdessen gewöhnen wir uns an Mundschutz, hochfrequentes Händewaschen samt rapider Hautalterung und Arbeit vom Küchentisch aus. Ganz ehrlich – all das kann schon einen kraftstrotzenden Gesunden überfordern, dafür braucht es keine Multiple Sklerose als Draufgabe.

Mit MS seelisch bestens gewappnet

Die gute Nachricht vorneweg: Als MS-Betroffene/r sind Sie Mitglied eines krisenerprobten Völkchens. Was in diesem Ausnahmezustand für Gesunde unbekanntes Land ist, kennen Sie längst. Im Idealfall kehrten Sie stabil und zuversichtlich von Ihrer beschwerlichen Reise zurück. Gesundheit ist ein kostbares Gut, das über Nacht zerbrechen kann? Diese schmerzliche Erfahrung mussten Sie typischerweise schon in jungen Jahren verarbeiten. Ungewissheit aushalten, etwa hinsichtlich des weiteren Krankheitsverlaufes, und trotzdem nicht vergessen im Hier und Jetzt zu leben? Sie wissen besser als ich, wovon ich wage zu reden. Das berühmte psychische Loch? Vermutlich waren Sie an diesem trostlosen, finsteren Ort, um so rasch wie möglich wieder herauszuklettern. Allein oder mit der Hilfe einer liebevollen Ehefrau oder eines mental starken Gefährten. Vielleicht mussten Sie sich von Ihrer Partnerschaft, Ihrem Arbeitsplatz oder Ihrem finanziellen Poster verabschieden? Die Chancen, dass Sie zumindest einen dieser Rückschläge verkraften mussten, bevor Sie zu neuen, glücklicheren Ufern aufbrechen konnten, stehen hoch. Während Sie diese vielfältigen Herausforderungen bewältigten, eigneten Sie sich gleichzeitig wertvolle neue Strategien und Fähigkeiten an, unbemerkt und nebenbei, die sich jetzt erneut abrufen lassen. Fazit: Menschen mit MS sind psychisch bestens gewappnet, herausfordernde Zeiten zu meistern. Sie sind Veteranen der Notsituation, Kriegerinnen und Kämpfer, kurz: echte Profis im Krisenmanagement.


Foto: Gerhard Wengler

Nicht mehr wir selbst

Dennoch. Ob mit oder ohne MS: Die Covid-19-Krise verändert uns. Unsere Wahrnehmung und unser Verhalten. Wir reagieren anders auf Irritationen von außen, sind weniger flexibel und weniger tolerant als im entspannten Normalzustand. Davon erzählen Paare, die sich zu ihrem eigenen Entsetzen wegen Kleinigkeiten in einem heftigen Streit wiederfinden. Wir beobachten es an Mitmenschen, die in Law-and-order-Manier knallhart jene anzeigen, die ihrer Meinung nach gegen behördliche Auflagen verstoßen, wie etwa der einsamen Raucher auf der Parkbank oder das Dreier-Grüppchen Jugendlicher auf der Straße. „Das Hauptsymptom der Krise ist Einengung. Alles ist fester und starrer. Wir hören ständig schlimme Nachrichten, und das macht etwas mit uns.“, erklärt die im Umgang mit Krisen erfahrene, derzeit in Wien tätige Lebensberaterin Gracia N. Grewe. „Wir lassen uns leichter verunsichern, sind weniger selbstbewusst und dünnhäutiger. Dadurch dringen auch unsere eigenen unangenehmen Verhaltensweisen leichter durch unseren seelischen Filter nach außen.“

Drohender Lagerkoller

Verschärft wird die seelische Einengung durch die räumliche. Statt morgens das Haus zu verlassen, sitzen viele von uns im Home-Office, eng auf eng mit unseren Liebsten, 24 Stunden täglich, von Montag bis Sonntag. Wir versuchen, uns auf die Telekonferenz zu konzentrieren, während der Partner nebenan lautstark telefoniert und die Kinder quengeln. Sich aus dem Weg zu gehen ist schwierig bis unmöglich. Verschärft durch den Platzmangel liegen die Nerven blank, können sich Spannungen leicht zu ernsthaften Streitigkeiten auswachsen.

Der Umgang mit der neuen Nähe ist umso schwieriger, je länger sie dauert. Helfen kann, sich den Mechanismus bewusst zu machen. Selbst mehr auf sein Verhalten zu achten, die sensiblen Antennen für sich und andere stärker auszufahren. Besonders wichtig ist, nicht jede kleine Bemerkung auf die Goldwaage zu legen – in einer Ausnahmesituation entschlüpft uns schon mal das eine oder andere unbedachte oder gereizte Wort. Für unseren Erste-Hilfe-Kasten: Auch wer seine bessere Hälfte aktuell kaum erträgt, und darauf brennt, die Scheidung einzureichen, sobald die erste Anwaltskanzlei wieder öffnet, übt sich besser in Geduld. (Natürlich nur, wenn keine Gewalt im Spiel ist.) Krisen sind keine verlässlichen Ratgeber, wenn es um weitreichende Entscheidungen geht.

Inzwischen gibt es eine lange Liste von Tipps und Tricks, die Dichte-Stress entschärfen und gegen Lagerkoller helfen. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass Sie noch nicht alles fünfzehnfach gelesen haben, finden Sie auch bei uns eine Toolbox mit garantiert selbst getesteten Maßnahmen (siehe weiter unten „Toolbox gegen die Krise“).

Mit der Angst konstruktiv umgehen

Die meisten von uns haben Angst. Oder Ängste, Mehrzahl. Unterschiedlich intensiv. Von mulmig bis Panik. Offen ausgesprochen oder entschieden weggeschoben. Angst um den Arbeitsplatz, um die Zukunft der Wirtschaft, davor, dass wir bald alle unter der Brücke schlafen müssen. Und vor „Big brother“, der gerade Morgenluft schnuppert.

Ganz vorn mit dabei: Angst vor Ansteckung, vor dem unsichtbaren Feind, der unsere geliebten Eltern oder Großeltern – zumindest – auf die Intensivstation befördern kann. Und uns Jüngere gleich mit, wenn wir Pech haben. Etwa, wenn wir angeschlagen sind oder wegen einer Autoimmunerkrankung wie MS unter Kortison oder Immunsuppressiva stehen. Machen wir uns nichts vor, für MS-PatientInnen ist es sinnvoll und gesund, in diesen Tagen lieber ein bisschen zu vorsichtig zu sein als allzu wagemutig.

Hamstern aus Panik

Angst wurde von der Evolution übrigens als Alarmsystem erfunden, um unser Leben zu schützen. Behandeln wir sie daher mit Respekt. Sie motiviert uns zu vernünftigem Verhalten, lässt uns kreativ werden und nach Lösungen suchen. Erst, wenn Angst in Panik umschlägt, wird es kritisch. Wenn sie uns lähmt statt anspornt, oder wenn sie uns trotz gut gefüllter Supermarkt-Regale zu überbordenden Hamsterkäufen treibt. Menschen mit frühkindlichen Mangelerfahrungen sind besonders anfällig dafür. Haben wir doch alle als Säuglinge gelernt, dass Nahrung nicht nur Sattsein bedeutet, sondern zusätzlich Wärme und Geborgenheit, Schutz und Zuwendung. Wer nie sicher sein konnte, dass „genug“ da war, reagiert auf befürchtete Versorgungsengpässe möglicherweise mit heftigen Ängsten. Auf der realen Ebene kann das gezielte, begrenzte Aufstocken von Vorräten also absolut Sinn machen, es beruhigt. Auf der Ebene der Psyche ist es wichtig, dass wir uns erlauben, die Befürchtung ernst zu nehmen. Wenn wir sie zulassen, dahinter schauen, offen aussprechen: „Ich habe Angst zu verhungern“, dann wird sie greifbarer. Sehen wir sie uns bei Tageslicht an, zerlegen sie in kleine Einzelteile und unterziehen sie einem Reality-Check. So lernen wir, mit Angst konstruktiv umzugehen. Und können uns überlegen, was uns alternativ zum Bunkern von Klopapier, Trockenhefe und Mehl das Gefühl von Kontrolle zurückgibt.

Essen gegen die Angst

Ein enger Verwandter des Hamsterns sind übrigens Fressattacken. Auslöser sind, anders als vermutet, weder Langeweile noch häufigeres Kochen. „Wir essen im Übermaß, wenn der Angstpegel hoch ist. Dahinter steht der verständliche Wunsch, gut für uns zu sorgen. Wer vermehrt zu Essen, Zigaretten, Alkohol greift, könnte sich fragen, womit er sein Bedürfnis nach Wärme, Kontakt und Zuwendung sonst noch befriedigen könnte.“, rät Expertin Gracia N. Grewe. Manchmal hilft es schon, einen Freund oder eine Kollegin anzurufen. Schließlich kann man auch am Telefon ein Schwätzchen halten und miteinander einen Kaffee – ohne Zigarette, ohne Sahnetorte – trinken.“

Sehnsucht nach Nähe

Als Herdentiere sehnen wir uns nach Kontakt und dem Gefühl der Verbundenheit. In Zeiten günstiger Handytarife, Skype und Zoom sollte sich das einrichten lassen, auch wenn wir Umarmungen, das freundschaftliche Schulterklopfen oder die “Wangenbussis” vermissen.

„Der Wert von Beziehungen wird uns wieder bewusster“, betont Lebensberaterin Grewe. „Wir kümmern uns mehr um andere, um Alte und Nachbarn, rufen lang vernachlässigte Freunde an, um zu fragen, wie es ihnen geht. Wir geben der Supermarkt-Kassiererin neuerdings Trinkgeld und nehmen die guten Dinge nicht mehr für selbstverständlich.“

Es heißt, in jeder Krise liegt eine Chance – ein Spruch, über den ich mich stets geärgert habe, weil ich ihn als billiges Heftpflaster von keinesfalls in der Krise steckenden Besserwissern empfunden habe. Aber wer weiß, vielleicht liegt ja doch ein Körnchen Wahrheit darin. Und vielleicht gelingt es uns ja, unsere gestärkten seelischen Abwehrkräfte, sprich Resilienz, und unsere neu entdeckte Achtsamkeit in die Normalität 2.0. hinüberzuretten. Denn das wäre es allemal wert, zusätzlich zum Ehering.

 

Foto: Louis Hansel on Unsplash


TOOLBOX GEGEN DIE KRISE

Schaffen Sie Strukturen und erfinden Sie neue Rituale

Beides gibt Halt und Stabilität:

  • Gerade, wenn sich alles Zuhause abspielt und verschwimmt – trennen Sie Arbeits- von Freizeiten.
  • Kochen Sie gemeinsam, eventuell auch mit Kindern.
  • Zelebrieren Sie eine Mahlzeit für die ganze Familie als Höhepunkt des Tages.

Reden Sie bewusst und achtsam miteinander

  • Erzählen Sie von sich, von Ihren Gedanken und Bedürfnissen.
  • Pflegen Sie eine Kultur des Fragens: Was geht dir durch den Kopf? Wie fühlst du dich? Wie war dein Tag? Was ist richtig gut gelaufen? Was nicht so? Was würdest du brauchen?

Entwickeln Sie Sensibilität für Grenzen

  • Respektieren Sie, dass Ihr/e PartnerIn zwar anwesend, aber nicht permanent ansprechbar oder verfügbar ist.
  • Sagen Sie klar, wenn und wie lange Sie selbst nicht gestört werden wollen.
  • Geben Sie auch Ihrem Schulkind die Möglichkeit, ungestört zu arbeiten und sich voll und ganz auf eine Sache zu konzentrieren. Dabei bitte auf Pausen achten und kleine Turnübungen einbauen, z.B. Hampelmann. Das fördert nicht zuletzt den Lernerfolg.
  • Bei beengten Wohnverhältnissen definieren Sie Bereiche und Zeitfenster für gewisse Tätigkeiten – am Küchentisch werden untertags die Arbeitsmaterialien ausgebreitet, das Schlafzimmer dient als Entspannungszone und Yoga-Studio und zur Not kann man immer noch aufs „stille Örtchen“ flüchten.
  • Beim Musikhören und TV sorgen Kopfhörer für Privatsphäre.

Halten Sie Mediendiät

  • Definieren Sie vertrauenswürdige Nachrichten-Quellen.
  • Begrenzen Sie die Zeiten des News-Surfens.
  • Schalten Sie nachts das Handy auf Flugmodus oder verbannen es aus dem Schlafzimmer.

Bleiben Sie in Bewegung

  • Im Idealfall planen Sie die tägliche Sport- oder Bewegungseinheit ein, das stärkt nicht nur das Immunsystem, sondern baut Stress ab und hebt die Stimmung.
  • Achten Sie darauf sich nicht zu überanstrengen und passen Sie Ihre Bewegungs- oder Sporteinheit Ihren körperlichen Fähigkeiten an.
  • Installieren Sie eine App, die Sie auf sympathische Weise zum Workout motiviert.
  • Yoga, Qi Gong, eine Runde auf dem Hometrainer, Übungen mit Kurzhanteln, Gummiband oder Gymnastikball sind in der Regel auch zuhause durchführbar.
  • Ärger und Frust lassen sich zur persönlichen Lieblingsmusik wunderbar wegtanzen, ob allein oder zu zweit, ob sinnlich oder ausgelassen.
  • Ein täglicher Spaziergang mit oder ohne Rollstuhl, gemeinsam oder bewusst allein macht den Kopf wieder frei.

Räumen Sie auf

Den Schreibtisch, Küchenschrank oder E-Mail-Account. Nutzen Sie die frei gewordene Zeit, einmal gründlich auszumisten. Trennen Sie sich von ungetragener Kleidung, Taschenbüchern, Kosmetikpröbchen aus zwei Jahrzehnten und der geerbten Brockhaus-Sammlung. Spätestens seit Marie Kondos Bestseller haben wir schwarz auf weiß, dass uns kaum etwas so viel frische Energie geben wie radikales Wegwerfen.


Foto: Dickens Sikazwe on Unsplash


Raus aus den alten Schuhen

Wer allein lebt, hat es jetzt besonders schwer. Isolation ist keine anregende Gesprächspartnerin. Ich würde mich freuen, wenn Sie sich einen Ruck geben und aufraffen, jemanden anzurufen. Ja, heute noch. Ein erwachsenes Kind, einen alten Freund oder einfach den Menschen, der Ihnen als erstes spontan in den Sinn kommt. Der oder die Angerufene wird vielleicht überrascht sein und sich freuen. Falls nicht, was ich für unwahrscheinlich halte, rufen Sie einfach Nr. 2 auf Ihrer Liste an. Reden sie. Denn Reden hilft in der Krise. Reden hilft gegen Einsamkeit. Sie könnten auch eine Beratungshotline anrufen, oder sich bei einem Kontaktkreis melden. Oder sogar bei einem Verein, der sich mit Themen beschäftigt, die Sie einmal interessiert haben. Früher. Könnte man diese nicht wiederbeleben? Um selbst wieder ein bisschen mehr … zu leben? Mehr Freude und Energie zu spüren? Bitte beschäftigen Sie sich mit positiven Dingen, mit Tieren und Pflanzen, anregenden Büchern, Komödien, Kunst oder Musik. Und vergessen Sie nicht zu flirten, wenn sich die Gelegenheit ergibt. Einfach, um nicht komplett aus der Übung zu kommen. Man weiß ja nie. Lassen Sie Schwarzseher, Angsthasen und Weltuntergangs-Propheten außen vor. Meiden Sie MS-Foren, in denen nur geklagt und gejammert wird, denn das schadet nicht nur Ihrer zarten Seele, sondern nachweislich Ihrem Immunsystem. Kultivieren Sie Ihren Optimismus bei jeder Gelegenheit, denn der lässt sich trainieren wie ein Muskel.

Noch eine Idee darf ich Ihnen mitgeben: Hätten Sie nicht Lust, ein Dankbarkeitstagebuch zu beginnen? Die Wissenschaft hat längst bewiesen, dass Schreiben seelischer Hausputz ist. Diese einfache Methode ist sogar antidepressiv wirksam. Gerade in der Krise tut es gut, sich schriftlich klar zu machen, woraus das kleine Glück besteht. Beantworten Sie sich selbst schriftlich (!) jeden Tag folgende Fragen: Was hat mich heute berührt? Was war schön? Für welche Tätigkeit, für welchen menschlichen Kontakt (auch am Telefon oder per Internet), welches kleine Geschenk des Tages bin ich heute dankbar? Notieren Sie täglich einige Zeilen; ich verspreche, dass sich nach einem Monat etwas verändert hat.

Ich zähle auf Sie. Alles Gute! 

Ihre

Edda Wengler


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Aus gegebenem Anlass: Wie schützt man sich vor Corona?

Auch wenn es wie eine Binsenweisheit erscheint, aber der Schutz vor viralen Infektionen ist gerade für immungeschwächte Menschen extrem wichtig. Insbesondere MS-Patienten, die immunsuppremiert sind oder mit immunmodulierenden Medikamenten umgehen, sollten extrem vorsichtig sein. In diesem Zusammenhang wurde gerade in einem anderen Stiftungsprojekt, der SonnenAllianz, ein lesenswerter Artikel mit einem Videobeitrag von Dr. von Helden veröffentlicht (unten im Beitrag), den wir an dieser Stelle empfehlen…


Fazit: Nicht wirklich überraschend, ist ein Vitamin D-Spiegel in einer Bandbreite zwischen 60 und 90 ng/ml im Blutserum ein wichtiger Schutzfaktor vor viralen Infektionen. Das alleine reicht sicher nicht aus, wirkt aber hervorragend schützend im Verbund mit anderen Lebensstilmaßnahmen zur Stärkung des Immunsystems. Gerade immungeschwächte Menschen können bei Beachtung dieses Faktors enorm profitieren.

Und noch ein kleiner Nachtrag: Es lohnt sich jetzt wieder raus in die Sonne zu gehen, jetzt produzieren wir in der Mittagszeit auch wieder Vitamin D über das Sonnenlicht und UVB-Strahlung tötet Viren ab!

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Das Coimbra-Protokoll: Praxis-Test bestanden oder toxisch bedenklich?

Spitzen-Gespräch: Coimbra-Protokoll bei Autoimmunerkrankungen

Prof. Dr. med. Ulrich Amon ist Facharzt für Dermatologie & Allergologie mit dem Schwerpunkt Autoimmunerkrankungen und Autoinflammation. Darüber hinaus ist er Zertifizierter Arzt für das Coimbra-Protokoll und war bereits mehrfach Referent beim Kongress für menschliche Medizin (2016 & 2018) mit spannenden Vorträgen.

In diesem (zweiten) Spitzen-Gespräch zwischen Prof. Ulrich Amon und Prof. Jörg Spitz geht es um das Coimbra-Protokoll bei Autoimmunerkrankungen. Das Coimbra-Protokoll ist eine ärztlich begleitete Therapie von Autoimmunerkrankungen in Form einer Komplex-Therapie v.a. mit hoher Substitution von Vitamin-D.

Die beiden Professoren beleuchten die wissenschaftlichen Hintergründe, Erfahrungen, Voraussetzungen, Risiken und Perspektiven dieses Behandlungsansatzes.

Folgende Themen werden dabei ausführlich thematisiert und fachkundig zwischen den beiden Medizinern besprochen:
• Wissenschaftliche Hintergründe der Vitamin-D-Sensitivität und des Coimbra-Protokolls
• Vitamin-D als immunprotektives Schutzhormon
• Wirkung von Vitamin K 2
• Erfahrungen mit dem Coimbra-Protokoll bei dermatologischen Autoimmunerkrankungen
• Voraussetzungen, Chancen und Risiken der Anwendung des Coimbra-Protokolls
• Ergebnisse des Coimbra-Protokolls
• Perspektiven und Weiterentwicklung des Coimbra-Protokolls
• Coimbra-Netzwerk und Austausch mit Kollegen – und vieles mehr…

Fazit:
Das Coimbra-Protokoll kann für MS-Erkrankte ein erfolgreicher Weg Richtung Gesundung oder Stabilisierung sein, aber nie ohne engmaschige ärztliche Betreuung durch einen für dieses strenge Protokoll zertifizierten Arzt und nur bei ausreichender Compliance empfehlenswert! Wenn die zwingenden Bedingungen nicht eingehalten werden können, kann das fatatle Folgen haben.

Mehr zum Thema Vitamin D, Sonne und MS auch in unserem aktuellen Faktenblatt!

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Update Biotin bei MS: frühere Ergebnisse zur heilsamen Wirkung bestätigt

Auf die möglicherweise für einen größeren Teil von Patienten, die an den progredienten Formen der Multiplen Sklerose leiden, positiven Wirkungen von hochdosiertem Biotin (300 mg Vitamin B7/Tag) haben wir schon vor ca. 3 Jahren berichtet.

Im Jahr 2019 wurden inzwischen bei einer weiteren kleinen Gruppe von Patienten (19 Betroffene mit SPMS und PPMS) mit Hilfe der zerebralen Mehrkernmagnetresonanzspektroskopie (MMRS) und der klinischen Auswertung vor und nach 6 Monaten Behandlung mit Biotin signifikante Verbesserungen im Zellstoffwechsel sowie bei den klinischen Symptomen der MS beobachtet. Dies betraf auf der einen Seite die Anstiege des Verhältnisses der Zellmembran-Metaboliten Phosphomonoester zu Phosphodiestern (PME/PDE) und des Zellenergieträgers Adenosintriphosphat (ATP) sowie eine Reduktion der Laktatresonanzen und auf der anderen Seite eine Verbesserung des EDSS-Neuroscores. Diese Ergebnisse stimmen mit den vermuteten Stoffwechselwegen überein, die die positive Biotinwirkung heute erklären.

Einfacher ausgedrückt konnte nachgewiesen werden, dass sowohl die Fähigkeit zur Remyelinisierung der Zellen als auch deren Energieversorgung deutlich verbessert wurden. Beides wirkt sich dann positiv auf den Behinderungsgrad aus. So wurde z.B. eine signifikante Zunahme des Gehbereichs über 6 Minuten eindeutig nachgewiesen (+ 50 m), was gut zu früheren Studienergebnissen passt. Weiter beobachteten die Forscher eine Verbesserung der EDSS bei sieben Patienten (37%) und das Ausbleiben des Fortschreitens der Behinderung bei 12 Patienten (63%).

Fazit: Die schon seit 2016 bekannten vielversprechenden Ergebnisse bei der Behandlung von progredienten Formen der Multiplen Sklerose mit hochdosiertem Biotin wurden erneut bestätigt. Im Gegensatz zu allen anderen schulmedizinisch bisher eingesetzten Behandlungsverfahren, handelt es sich hier um eine Behandlung, die (weitestgehend nebenwirkungsfrei) bei einem relativ hohen Anteil von Patienten mit SPMS oder PPMS zu Stabilisierungs- und Verbesserungseffekten führen kann. Dieser Ansatz kann nur befürwortet werden. Leider wird es noch vermutlich viele Jahre dauern, bis diese Behandlungsmethode – wenn überhaupt – Eingang in die Leitlinien der MS-Behandlung finden wird. Den heute Betroffenen bleibt also nichts anderes übrig, als sich an Mediziner zu wenden, die über den Tellerrand hinaus blicken, progressiv und ganzheitlich agieren und gemeinsam mit ihren Patienten diese Therapieform diskutieren und evaluieren.

Die ärztliche Begleitung ist zwingend zu empfehlen, da es sich hier um pharmakologisch wirksame hohe Biotin-Dosen handelt, die mit klinischen Laboruntersuchungen interferieren und diese verfälschen. Dies gilt insbesondere für die Bestimmung von Biomarkern wie Hormonen, Herz-, Tumor- oder Infektionsmarkern, bei denen eine Verfälschung fatale Folgen haben kann.


Quelle: 

Guillevin C, Agius P, Naudin M, et al. 1 H-31 P magnetic resonance spectroscopy: effect of biotin in multiple sclerosis. Ann Clin Transl Neurol. 2019;6(7):1332–1337. doi:10.1002/acn3.50825


Mehr zur Historie von Biotin bei MS auch diesem Übersichtsartikel der Firma Hevert: Hochdosiertes Biotin bei progredienter Multipler Sklerose


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