Und es wirkt doch – Gemüselutscher leben besser mit MS

 

Viel frisches Gemüse gegen die MS.

Viele MS-Betroffene fragen sich, ob sie eine spezielle Ernährungsform/Diät tatsächlich ausprobieren sollen. Wer es versucht oder schon seit langem überzeugt tut, wird oft belächelt. Trotzdem wurden einige MS-spezifische Diäten gerade in letzter Zeit populär und von vielen Patienten als Symptom-reduzierend und den Behinderungsgrad verbessernd bewertet. Darunter eine von der Medizinerin Dr. Terry Wahls an die Multiple Sklerose angepasste Paleo-Diät, die als die Wahls-Diät oder Wahls-Protokoll bekannt wurde und in der extremen Form einer ketogenen Diät entspricht und viele andere.

 

Während einzelne Erfahrungsberichte von einer Verbesserung der MS-Situation geradezu schwärmen, haben bisher nur wenige Studien diese Hypothesen evaluiert. Sie waren entweder zu klein (zu wenig Probanden), bezogen keine detaillierten zusätzlichen Merkmale (z.B. bzgl. der Symptomschwere) mit ein oder vernachlässigten den Zusammenhang mit anderen Lebensstil-Faktoren (gesunden wie weniger gesunden).

Erste ernstzunehmende Studie sogar aus schulmedizinscher Sicht

Doch nun gibt es einen ersten schulmedizinischen evaluierten Anhaltspunkt, dass es einen Zusammenhang zwischen der Ernährung und dem Verlauf der Multiplen Sklerose geben kann.

Für das NARCOMS-Register (North American Research Committee on MS), einer schon 1996 begonnenen Erfassung, wurden immens viele Amerikaner halbjährlich per Fragebogen zu allgemeinen Daten (Alter, Geschlecht, …), MS-bezogenen Daten (Krankheitsstatus – Verlaufsform inkl. Behinderungsgrad und Symptomstärke) und Aspekten der Essgewohnheiten und anderen beeinflussbaren Lebensstilfaktoren (wie Rauchen, Alkohol, Bewegung, …) befragt. Qualitativ nutzbare Daten von knapp 7.000 Probanden aus dieser 2015 abgeschlossenen Datenerhebung haben US-Forscher um Dr. Kathryn Fitzgerald (Johns Hopkins School of Medicine in Baltimore; Forschungsgelder vom Consortium of MS Centers und von der National MS Society) auswerten können und kürzlich im Fachblatt Neurology darüber berichtet.

Die Probanden mussten u.a. einschätzen, wie viel Obst/Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, rotes/verarbeitetes Fleisch und wieviel Zucker aus Desserts und Getränken sie zu sich genommen hatten.

Darüber hinaus wurden die Teilnehmer halbjährlich befragt, ob sie in den vergangenen 6 Monaten einen Schub gehabt bzw. ob sich ihre Symptome verschlechtert hätten. Sie sollten den Grad ihrer Behinderung anhand der PDDS-Skala (Patient-Determined Disease Steps) einschätzen und angeben, wie schwer ihre Begleitsymptome waren (Mobilitätseinschränkungen, Fatigue, Depression oder Schmerzen).

Die Forscher untersuchten, ob es einen Zusammenhang zwischen speziellen Ernährungsformen und der Symptomschwere von an MS erkrankten Menschen gibt.

Wie Anke Brodmerkel von medscape schreibt “hatten die Probanden der Gruppe, die sich am gesündesten ernährte, ein um 20% erniedrigtes Risiko, schwere körperliche Behinderungen aufzuweisen, als die Teilnehmer, die am ungesündesten aßen. Das Risiko, schwere Depressionen zu erleiden, war in der gesündesten gegenüber der ungesündesten Gruppe um 18% erniedrigt. Die Patienten, die insgesamt einen gesunden Lebensstil pflegten, hatten im Vergleich zu denen, die eher ungesund lebten, ein um 47% erniedrigtes Risiko für Depressionen und ein um 44% erniedrigtes Risiko für Schmerzen. Die Gefahr kognitiver Beeinträchtigungen reduzierte sich um 33% und die einer Fatigue um 31 Prozent.“

Weitere Studien

Es lohnt also, die Auswirkungen der Ernährung beziehungsweise einzelner Nahrungsbestandteile auf das Immunsystem nun weiter in kontrollierten Studien zu untersuchen. Denn offen bleibt, welches der entscheidende Faktor der Ernährung sein könnte, der die Prognose einer MS womöglich positiv zu beeinflussen vermag.

Das meinen auch Prof. Dr. Ralf Linker und Prof. Dr. Aiden Haghikia. Sie überprüfen derzeit gemeinsam in ersten klinischen Studien, ob z.B. Propionsäure (die früher ein häufiger, vermutlich positiver Bestandteil unserer industriell verarbeiteten Lebensmittel war, seit längerem aber nicht mehr eingesetzt wird) einen günstigen Einfluss auf den Verlauf der MS haben kann. „Wir haben gezeigt, dass sich die Immunregulation im Blut mit Propionsäure um etwa 30 bis 40% steigern lässt“, sagt Prof. Dr. Haghikia. Und er spricht von Hinweisen, dass sich auch die klinischen Verläufe der MS besserten.

Siehe auch: Was wir vom Vorkoster lernen können – mögliche positive Effekte der Propionsäure auf die Darmflora und neuro-entzündliche Prozesse

Prof. Dr. Haghikia betont, dass sich die Ergebnisse der US-Studie durchaus sehen lassen könnten. „Die erzielten 20 Prozent Risikoreduzierung sind glaubhaft und durchaus beeindruckend“, erzählte er im Interview mit medscape. „Insbesondere gilt das, wenn man bedenkt, dass man mit den gängigen Basispräparaten auch nur eine Verminderung der Schubrate um rund 30 Prozent erzielt. Und das Risiko anderer Begleiterkrankungen, vor allem in kardiovaskulärer Hinsicht, wird dadurch ja in jedem Fall gesenkt.“

FAZIT

Eine MS wird sich nicht allein diätetisch und über einzelne Lifestyle-Faktoren behandeln lassen. Zielführend ist die Eliminierung von Schadfaktoren wie Drogen, übermäßigem Stress, Schwermetallen etc. in Kombination mit der Erhöhung von Schutzfaktoren wie Sonne und Vitamin D, Psychohygiene, Meditation, der Zufuhr ausgewählter Mikronährstoffe und eben einer gesunden Ernährung. Damit lassen sich schon heute deutlich bessere Ergebnisse erzielen als mit der rein pharmakologischen Behandlung. Man betrachte nur das drastisch sinkende Risiko für Depressionen und Fatigue.

In unserer Mindmap sehen Sie die Zusammenhänge übrigens auf einen Blick!

Quellen

Obst, Gemüse, Vollkorn: Über gesunde Ernährung lässt sich der Verlauf der Multiplen Sklerose wohl positiv beeinflussen – Medscape – 20. Dez 2017.


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Einflussfaktoren bei MS: Das Salz in der Suppe ist es wahrscheinlich nicht…

Im Jahr 2013 veröffentlichten Kleinewietfeld et al. in Nature eine Studie, die zeigte, dass Kochsalz (Natriumchlorid) bei Mäusen, die mit einer salzhaltigen Diät gefüttert werden, eine schwerere Form von EAE (MS-Modell im Tierversuch) entwickelten, was mit dem vermehrten Eindringen peripher induzierter Antigen-spezifischer Th17-Zellen in das zentrale Nervensystem im Einklang stand. Die Autoren schlossen daraus, dass eine erhöhte Zufuhr von Speisesalz ein umweltbedingter Risikofaktor für die Entstehung von Autoimmunerkrankungen wie MS durch die Induktion pathogener Th17-Zellen sein könnte.

Wir hatten damals schon gewisse Zweifel an dieser Aussage, da aus epidemiologischer Sicht dann in Ländern mit hohem Kochsalzkonsum, die Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) deutlich erhöht sein müsste. Der Blick auf die MS-Weltkarte 2013 zeigt das nicht. Im Gegenteil, bei den beiden “Kochsalzweltmeisterkonsumenten” Portugal und Japan kommt MS vergleichsweise eher selten vor.

In einer aktuellen Kohortenstudie wurde die Kochsalzaufnahme über einen validierten Fragebogen zur Häufigkeit der Nahrungsaufnahme, der alle 4 Jahre an 80.920 Krankenschwestern und Krankenpfleger in der Nurses‘ Health Study (NHS) (1984-2002) und 94.511 Teilnehmer in der Nurses‘ Health Study II (NHSII) (1991-2007) ausgehändigt wurde, bestimmt und hinsichtlich des MS-Risikos bewertet.

Die Autoren Cortese et. al. schließen aus den Ergebnissen: “Diese Studie liefert Beweise dafür, dass eine erhöhte Natriumchloridaufnahme in der Nahrung das MS-Risiko nicht erhöht, anders als in früheren experimentellen Studien angedeutet. Eine mäßige Kochsalzzufuhr über die Nahrung ist jedoch im Hinblick auf die Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen günstig.”

Fazit:

Ein erhöhter Kochsalzkonsum scheint kein bestimmender Faktor für das MS-Risiko zu sein. Inwieweit eine stark salzhaltige Ernährungsweise die Progression der Erkrankung begünstigt, kann heute nicht abschließend gefolgert werden. Der von Kleinewietfeld beschriebene Mechanismus betrifft nicht die MS, sondern lediglich das MS-Mausmodell EAE, sollte aber durchaus bedacht werden. Wenn man sich an einen moderaten Kochsalzkonsum hält, kann man den möglichen Einflussfaktor Kochsalz auf die MS-Erkrankung aus heutiger Sicht vernachlässigen.

 


Quellen:

Cortese, M., Yuan, C., Chitnis, T., Ascherio, A., Munger, K. L., Aug. 2017. No association between dietary sodium intake and the risk of multiple sclerosis. Neurology.

URL: http://view.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28842447

Kleinewietfeld, M., Manzel, A., Titze, J., Kvakan, H., Yosef, N., Linker, R. A., … Hafler, D. A. (2013). Sodium Chloride Drives Autoimmune Disease by the Induction of Pathogenic Th17 Cells. Nature, 496(7446), 518–522.

URL: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3746493/


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Aktuelles:

Unsere aktuelle Spendenaktion zum Thema Sport und MS

Allen bisherigen und den zukünftigen Spenderinnen und Spendern an dieser Stelle herzlichen Dank!
Es fehlen nur noch ca. 1.340 € bis zur allgemeinen Freischaltung der Veröffentlichung!

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Ein wichtiges Thema „Gemeinsam stoppen wir Glyphosat“ lautet der Appell der Bürgerinitiative global2000

Auch wenn dieses Thema nicht direkt mit Fragen rund um die MS verbunden ist, erscheint es uns mehr als gerechtfertigt diese Info auch über Life-SMS zu verbreiten. Immerhin ist erwiesen, das Glyphosat neurodegenerative Effekte auslöst. Morbus Parkinson ist als Folge des Glyphosat-Einsatzes in Frankreich schon als als Berufskrankheit bei Winzern anerkannt.

Glyphosat birgt hohe Risiken!

Die gesundheitlichen Gefahren des weltweit am häufigsten verbreiteten Breitbandherbizids sind hinlänglich bewiesen. Glyphosat wird vom Agro-Multikonzern Monsanto unter dem Handelsnamen Roundup vermarktet.

Roundup enthält bis zu 15 Prozent POE-Tallowamine (polyethoxylierte Alkylamine, POEA) und die sind giftiger als das eigentliche Glyphosat, verstärken zudem dessen Giftigkeit. Glyphosat allein wirkt schon krebserregend und genotoxisch. In der Kombination mit POEA ist der Effekt ungleich höher. Auch Fruchtbarkeitsstörungen sowie Schädigungen von Leber und Nieren werden mit Glyphosat in Zusammenhang gebracht. Über die Nahrungskette reichert sich das umstrittene Herbizid an. Es wurde bereits in Blut-, Urin und Muttermilchproben nachgewiesen.

Das alles ist bekannt und mehrfach erwiesen. Seit Jahren engagieren sich verschiedene Umweltverbände für ein Verbot des „Dauerbrenners“ aus dem Hause Monsanto. Dennoch ignorieren das Deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und die Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) die wissenschaftlichen Fakten. Die EU will nun das Krebspotenzial erneut von der ECHA prüfen lassen. Warum? Um Zeit zu gewinnen und den Weg zu einer weiteren Zulassung über 2017 hinaus zu ebnen?

Die Bürgerinitiative global2000 fordert:

  1. keine Erneuerung der Zulassung von Glyphosat
  2. Reform des Zulassungssystem für Pestizide hin zu mehr Transparenz und Unabhängigkeit der wissenschaftlichen Studien
  3. verbindliche Reduktionsziele für den Einsatz chemisch synthetischer Pestizide.

Damit global2000 mit diesen Zielen erfolgreich sein kann, werden europaweit eine Million Unterzeichner gebraucht. Mitmachen heißt, sich stark machen für eine gesündere Umwelt und gesundheitliche Prävention!

Also machen Sie mit, wenn Ihnen ein Wechsel zu einer gesünderen Landwirtschaft und zu schadstoffarmen Lebensmitteln ein Anliegen ist!

Hier geht’s zur Intitiative: https://www.global2000.at/glyphosat 

Nicht überzeugt? Dann schauen Sie sich doch die ARTE-Dokumentation zum Thema an (Achtung: Nichts für schwache Nerven!)


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Lebensstil-Maßnahmen und MS in der Übersicht: Vortrag des Allgemeinmediziners Dirk Lemke

Manchmal ist es sicherlich hilfreich, den Überblick über das Thema Lebensstilmaßnahmen bei der eigenverantwortlichen Behandlung der Multiplen Sklerose aus berufenem Munde dargelegt zu bekommen. Anlässlich der Konferenz für menschliche Medizin 2015 hat sich der Mediziner Dirk Lemke dieses Themas in einem ca. 40-minütigen Vortrag angenommen.

Hier geht es zum Trailer des Vortrags:

„Zur Bedeutung von Umweltfaktoren für die Entstehung/Therapie von chronischen Erkrankungen am Beispiel der MS“

Stichwörter aus dem Vortrag sind unter anderem: Pharmakologische Therapie und deren eingeschränkte Wirksamkeit, Sonne und Vitamin D, Schlaf, Sport und MS-Symptomkomplexe u.a. auch Depression und Kognition, Stress und Achtsamkeit, Ernährung und Noxen, ketogene Ernährung, gute Fette und Öle, Risikofaktor Getreide/Gluten, Darmpermeabilität und Verweise auf unser Vorbildprojekt OMS (Overcoming Multiple Sclerosis).

Schlussspurt in der Spendenperiode bis Ende April 2017

Sie wissen ja, lsms.info und life-sms.org leben ausschließlich von Ihren privaten Spenden und insofern nutzen wir diesen Vortrag sozusagen als Treibstoff für den Schlussspurt zur Erreichung der Spendenziele bei betterplace für 2017. In in der derzeitigen Spendenperiode (bis Ende April 2017) fehlen derzeit ca. 610 €. Aktuelle Zahlen gibt es hier!

Wir werden nach Erreichen der aktuellen Spendenziele diesen Vortrag allen Interessenten der Projekts Life-SMS/lsms in der Komplettversion hier auf dieser Webseite freischalten

Spenden Sie bitte jetzt schon einen beliebigen Geldbetrag für Life-SMS/lsms über betterplace

Als Dank erhalten Sie einen Download-Link für das komplette Vortragsvideo im mp4-Format zur persönlichen Nutzung oder auch zur Vorführung in Ihrer MS-Gruppe (wir bemühen uns den Link innerhalb von 24 Std. zuzusenden). Sie helfen uns und der wachsenden Gemeinschaft von kritischen MS-Patienten damit sehr.

Vorab vielen Dank.  Bleiben Sie gesund und uns treu!

Ihr und Euer

Life-SMS Team


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Life-SMS Team

Die Alternative zu Megadosen – der metronomische Ansatz in der Ernährung

Während wir uns im vorherigen Beitrag mit Megadosen von Vitamin D beschäftigt haben, deren Einsatz nur sehr wenig  mit Lebensstil-Maßnahmen zu tun hat, kommen wir uns heute auf einen Ansatz  zu sprechen, der aus der Behandlung von Krebserkrankungen stammt.  

Die Mediziner Richard Béliveau und Denis Gingras beschreiben den metronomischen Ansatz ausführlich in ihrem hervorragenden Buch “Krebszellen mögen keine Himbeeren”.  In Analogie zu einem Metronom eines Musikers, dass in regelmäßigen Rhythmus schlägt, werden Mikronährstoffe über die Nahrung kontinuierlich dem Körper zugeführt und zwar in ganz normalen Dosisbereichen.  Dieses Vorgehen unterscheidet sich grundlegend von einer Chemotherapie bei Krebserkrankungen oder zum Beispiel einer Pulstherapie mit Steroiden bei Multipler Sklerose. Bei der Multiple Sklerose liegt der Schwerpunkt bei der Aufnahme von Mikronährstoffen und sekundären Pflanzenwirkstoffen, die das Potenzial haben, das Immunsystem in Richtung anti-entzündlicher Vorgänge zu modulieren. Wichtig ist dabei die Kontinuität. Es nützt überhaupt nichts einmal in der Woche eine tolle Mahlzeit mit Unmengen der in Frage kommenden Lebensmittel zu sich zu nehmen und die restliche Zeit diese Verhaltensweise zu ignorieren. Eine solche Denkweise würde nicht das Geringste zu einer effektiven Senkung entzündlicher Vorgänge beitragen, genauso wenig wie eine massive Insulindosis langfristig die Blutzuckerprobleme eines Diabetikers lösen kann.

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Was bedeutet das konkret:

  • Gesteigerte Verwendung von Lebensmitteln mit einer hohen Konzentration von sekundären Pflanzenwirkstoffen, die  entzündungshemmendes Potential zeigen. Dies sind unter anderem:  Kurkuma, grüner Tee,  dunkle Beeren,  mannigfaltige Kohlsorten, grünes Gemüse, Sesam,  Safran, Zimt, Chili und viele mehr.

  • Gezielter Einsatz von Nahrungsmitteln,  die relativ hohe Anteile von anderen Mikronährstoffen enthalten.  Zum Beispiel Chiasamen (A, E und B-Vitamine, Magnesium, Phospor, Kalium, Zink) und andere sogenannte “Superfoods” (hierbei bitte aber alle Werbeaussagen kritisch hinterfragen) oder auch ganz klassisch verschiedene Nusssorten (z.B. Paranüsse mit Blick auf Selen) sowie Heil- und Vitalpilze.

  • Grundsätzliche Reduktion der Aufnahme von Omega-6-Fettsäuren und Erhöhung der Omega-3-Aufnahme. Neben Fisch, Fischöl, Algenöl spielen auch hier wieder Leinsamen, Leinöl, Chiasamen und andere Lebensmittel eine wichtige Rolle.

Fazit

In der Konsequenz bedeutet eine solche Ernährungsweise für den Körper und das Immunsystem eine wichtige Unterstützung bei der Regulierung von Entzündungsvorgängen hin zur Homöostase und zu einer vernünftigen Balance zwischen entzündlichen und anti-entzündlichen Vorgängen. Eine Verfolgung des metronomischen Ansatzes bietet zudem nur Chancen und trägt keine Risiken. Es ergibt sich sozusagen „im Vorbeigehen” ein zusätzlicher signifikanter Präventionseffekt in Bezug auf andere chronische Erkrankungen, wie z.B. viele Krebserkrankungen, Herzkreislauferkrankungen und Diabetes. Man kann also nur gewinnen!

Es liegt nur an uns, den Ansatz zu beherzigen und kontinuierlich umzusetzen.

(Mehr zum Buch „Krebszellen mögen keine Krebszellen“ zum Beispiel hier bei den AMM-Buchempfehlungen)


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Die Life-SMS-Methodik (V) – Zucker

In der 5. Folge unserer Serie zur Life-SMS-Methodik beschäftigen wir uns heute mit dem Thema Zucker und MS. Die in der westlichen Gesellschaft und den dort industriell produzierten Nahrungsmitteln anzutreffende Überschwemmung mit Zucker, wird in Bezug auf den Einfluss bei der Entstehung und den Verlauf chronische Erkrankungen regelmäßig verharmlost und deren Folgen bewusst unter den Teppich gekehrt.

Die Zuckerlobby macht einen super Job!

zuckerverbrauch_1852_-_2005_jorVon 1852 bis heute ist jedoch der pro Kopf-Verbrauch von raffiniertem Zucker in Deutschland (wie in allen Industrieländern) nahezu exponentiell angestiegen. Dieser Faktor 15 führt zu einer Überflutung des Körpers mit Zuckern im Wesentlichen in Form von Fruktose, Glukose und Saccharose. 35 kg/Jahr und Kopf bedeutet für den Körper einen Insulin-Tsunami.

In der Folge entsteht Insulinresistenz, die durch mangelnde Bewegung noch verstärkt wird!

Zusammenhänge mit der MS

Die Insulinresistenz und die daraus folgende  mangelnde Glukoseverwertung in den Zellen hat für viele Aspekte der MS entscheidende  Auswirkungen. Myelinisierungsprozesse sind gestört, der oxidative Stress nimmt zu, DNA und RNA-Synthesen sind gestört, der vorzeitige Zelltod nimmt zu und der Proteintransport und -abbau sind fehlerhaft. Eine fortschreitende Schädigung der Nervenzellen und der Myelinscheiden ist nicht zu vermeiden.

Inzwischen konnte nachgewiesen werden, dass der Schweregrad einer MS-Erkrankung (gemessen am EDSS-Wert) eindeutig positiv mit einer Insulinresistenz korreliert ist.

Konsequenzen für die Behandlung der MS

Für die Behandlung der MS ergeben sich daraus zwei wesentliche Konsequenzen:

  1. Das Risiko einer sich möglicherweise  ausbildenden Insulinresistenz ist durch geeignete Ernährung und körperliche Bewegung zu vermeiden.
  2. Für das Gehirn und die  Nervenzellen ist die notwendige und gegebenenfalls gestörte Energieversorgung wiederherzustellen und/oder durch alternative Versorgungswege zusätzlich zu ermöglichen.

In aller Kürze also die folgenden Empfehlungen:

  • Umstellung der Ernährung auf Lebensmittel mit niedrigem Glykämischem Index.
  • Reduktion der Zufuhr von Zuckern mit starkem Einfluss auf den Insulinspiegel, insbesondere Saccharose (Haushaltszucker) und Glukose (Traubenzucker). Insgesamt einen kohlenhydratarme Ernährung.
  • Ergänzungen der Ernährung mit D-Galaktose und Kokosöl.
  • Soweit wie möglich Verzicht auf Junk Food, Süßgetränke und industriell verarbeitete Lebensmittel (hoher Fruktosegehalt).
  • Messung des B-Vitaminstatus und gegebenenfalls Supplementierung.
  • Bewegung und Sport soweit wie möglich, regelmäßig und maßvoll.

Diese Empfehlungen und Zusammenhänge sind auch in der Landkarte zur Life-SMS Methodik verbildlicht:

2016-10-01-17_08_14-die-life-sms-methodik-zucker-und-ms
Anti-inflammatorische Ernährung

Weitere Hintergründe und Details sind in unserem Faktenblatt Zucker und MS ausführlich nachzulesen.

Zum Thema Fruktose und verbundene Gesundheitsrisiken sei auch dieser Artikel:

„Maissirup (HFCS) und sieben damit verbundene moderne Plagen“


bei der Akademie für menschliche Medizin (AMM) empfohlen!

 


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Was wir vom Vorkoster lernen können – mögliche positive Effekte der Propionsäure auf die Darmflora und neuro-entzündliche Prozesse

Nachdem sich die Sommerpause – je nach Bundesland – so langsam dem Ende zu neigt, wenden wir uns wieder einem unserer Lieblingsthemen zu: der Bedeutung der Darmflora bei Entstehung und Behandlung der MS.

Und manchmal kann man auch in eher unterhaltsamen Sendungen der öffentlich rechtlichen Sender noch etwas lernen, wie der Ausschnitt aus der Sendung  „Der Vorkoster“ (WDR, Sendung vom 12. Februar 2016) zeigt. Im Interview mit Björn Freitag beleuchtet  Prof. Dr. R. Gold, Direktor der Neurologischen Klinik, Neurologische Universitätsklinik, St. Josef Hospital, Ruhr-Universität Bochum  den Einfluss der Propionsäure bzw. deren Salze, sogenannter Propionate, auf Autoimmunerkrankungen.

 

Die Aussage von Prof. Gold ist überraschend eindeutig. Er empfiehlt durchaus die Nahrungsergänzung mit Propionaten als Schutz vor Autoimmunerkrankungen oder als ergänzende Behandlung bei instabilen Verläufen.

Ausgehend davon haben wir uns näher mit dem Thema auseinandergesetzt und die Hintergründe genauer beleuchtet. Der interessierte Leser findet dazu einen ausführlichen Artikel auf lsms.info:

Propionate können Entzündungsreaktionen bei MS unterdrücken

Fazit aus heutiger Sicht:

Propionate sind in der EU als Nahrungsergänzungsmittel zugelassen und bieten eine zusätzliche Chance eine anti-entzündliche Darmflora aufzubauen bzw. wiederherzustellen. Zusammen mit einer starken Reduktion der Zufuhr langkettiger gesättigter Fettsäuren (z.B. über Reduktion von Fleischprodukten) und einer bewussten Erhöhung mehrfach-ungesättigter Omega 3-Fettsäuren in der Nahrung (fetter Seefisch, Leinöl,..) ergibt sich ein weiterer Mosaikstein für eine entzündungshemmenden Ernährung nicht nur bei MS.

Mehr zu diesem Thema auch in unserem Faktenblatt: Darmflora und MS

Ach ja, Vitamin D ist ebenso wichtig für eine gesunde Darmschleimhaut und -flora. Also nichts wie raus und die restliche Sonne des Sommers bewusst genießen.


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