Und es wirkt doch – Gemüselutscher leben besser mit MS

 

Viel frisches Gemüse gegen die MS.

Viele MS-Betroffene fragen sich, ob sie eine spezielle Ernährungsform/Diät tatsächlich ausprobieren sollen. Wer es versucht oder schon seit langem überzeugt tut, wird oft belächelt. Trotzdem wurden einige MS-spezifische Diäten gerade in letzter Zeit populär und von vielen Patienten als Symptom-reduzierend und den Behinderungsgrad verbessernd bewertet. Darunter eine von der Medizinerin Dr. Terry Wahls an die Multiple Sklerose angepasste Paleo-Diät, die als die Wahls-Diät oder Wahls-Protokoll bekannt wurde und in der extremen Form einer ketogenen Diät entspricht und viele andere.

 

Während einzelne Erfahrungsberichte von einer Verbesserung der MS-Situation geradezu schwärmen, haben bisher nur wenige Studien diese Hypothesen evaluiert. Sie waren entweder zu klein (zu wenig Probanden), bezogen keine detaillierten zusätzlichen Merkmale (z.B. bzgl. der Symptomschwere) mit ein oder vernachlässigten den Zusammenhang mit anderen Lebensstil-Faktoren (gesunden wie weniger gesunden).

Erste ernstzunehmende Studie sogar aus schulmedizinscher Sicht

Doch nun gibt es einen ersten schulmedizinischen evaluierten Anhaltspunkt, dass es einen Zusammenhang zwischen der Ernährung und dem Verlauf der Multiplen Sklerose geben kann.

Für das NARCOMS-Register (North American Research Committee on MS), einer schon 1996 begonnenen Erfassung, wurden immens viele Amerikaner halbjährlich per Fragebogen zu allgemeinen Daten (Alter, Geschlecht, …), MS-bezogenen Daten (Krankheitsstatus – Verlaufsform inkl. Behinderungsgrad und Symptomstärke) und Aspekten der Essgewohnheiten und anderen beeinflussbaren Lebensstilfaktoren (wie Rauchen, Alkohol, Bewegung, …) befragt. Qualitativ nutzbare Daten von knapp 7.000 Probanden aus dieser 2015 abgeschlossenen Datenerhebung haben US-Forscher um Dr. Kathryn Fitzgerald (Johns Hopkins School of Medicine in Baltimore; Forschungsgelder vom Consortium of MS Centers und von der National MS Society) auswerten können und kürzlich im Fachblatt Neurology darüber berichtet.

Die Probanden mussten u.a. einschätzen, wie viel Obst/Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, rotes/verarbeitetes Fleisch und wieviel Zucker aus Desserts und Getränken sie zu sich genommen hatten.

Darüber hinaus wurden die Teilnehmer halbjährlich befragt, ob sie in den vergangenen 6 Monaten einen Schub gehabt bzw. ob sich ihre Symptome verschlechtert hätten. Sie sollten den Grad ihrer Behinderung anhand der PDDS-Skala (Patient-Determined Disease Steps) einschätzen und angeben, wie schwer ihre Begleitsymptome waren (Mobilitätseinschränkungen, Fatigue, Depression oder Schmerzen).

Die Forscher untersuchten, ob es einen Zusammenhang zwischen speziellen Ernährungsformen und der Symptomschwere von an MS erkrankten Menschen gibt.

Wie Anke Brodmerkel von medscape schreibt “hatten die Probanden der Gruppe, die sich am gesündesten ernährte, ein um 20% erniedrigtes Risiko, schwere körperliche Behinderungen aufzuweisen, als die Teilnehmer, die am ungesündesten aßen. Das Risiko, schwere Depressionen zu erleiden, war in der gesündesten gegenüber der ungesündesten Gruppe um 18% erniedrigt. Die Patienten, die insgesamt einen gesunden Lebensstil pflegten, hatten im Vergleich zu denen, die eher ungesund lebten, ein um 47% erniedrigtes Risiko für Depressionen und ein um 44% erniedrigtes Risiko für Schmerzen. Die Gefahr kognitiver Beeinträchtigungen reduzierte sich um 33% und die einer Fatigue um 31 Prozent.“

Weitere Studien

Es lohnt also, die Auswirkungen der Ernährung beziehungsweise einzelner Nahrungsbestandteile auf das Immunsystem nun weiter in kontrollierten Studien zu untersuchen. Denn offen bleibt, welches der entscheidende Faktor der Ernährung sein könnte, der die Prognose einer MS womöglich positiv zu beeinflussen vermag.

Das meinen auch Prof. Dr. Ralf Linker und Prof. Dr. Aiden Haghikia. Sie überprüfen derzeit gemeinsam in ersten klinischen Studien, ob z.B. Propionsäure (die früher ein häufiger, vermutlich positiver Bestandteil unserer industriell verarbeiteten Lebensmittel war, seit längerem aber nicht mehr eingesetzt wird) einen günstigen Einfluss auf den Verlauf der MS haben kann. „Wir haben gezeigt, dass sich die Immunregulation im Blut mit Propionsäure um etwa 30 bis 40% steigern lässt“, sagt Prof. Dr. Haghikia. Und er spricht von Hinweisen, dass sich auch die klinischen Verläufe der MS besserten.

Siehe auch: Was wir vom Vorkoster lernen können – mögliche positive Effekte der Propionsäure auf die Darmflora und neuro-entzündliche Prozesse

Prof. Dr. Haghikia betont, dass sich die Ergebnisse der US-Studie durchaus sehen lassen könnten. „Die erzielten 20 Prozent Risikoreduzierung sind glaubhaft und durchaus beeindruckend“, erzählte er im Interview mit medscape. „Insbesondere gilt das, wenn man bedenkt, dass man mit den gängigen Basispräparaten auch nur eine Verminderung der Schubrate um rund 30 Prozent erzielt. Und das Risiko anderer Begleiterkrankungen, vor allem in kardiovaskulärer Hinsicht, wird dadurch ja in jedem Fall gesenkt.“

FAZIT

Eine MS wird sich nicht allein diätetisch und über einzelne Lifestyle-Faktoren behandeln lassen. Zielführend ist die Eliminierung von Schadfaktoren wie Drogen, übermäßigem Stress, Schwermetallen etc. in Kombination mit der Erhöhung von Schutzfaktoren wie Sonne und Vitamin D, Psychohygiene, Meditation, der Zufuhr ausgewählter Mikronährstoffe und eben einer gesunden Ernährung. Damit lassen sich schon heute deutlich bessere Ergebnisse erzielen als mit der rein pharmakologischen Behandlung. Man betrachte nur das drastisch sinkende Risiko für Depressionen und Fatigue.

In unserer Mindmap sehen Sie die Zusammenhänge übrigens auf einen Blick!

Quellen

Obst, Gemüse, Vollkorn: Über gesunde Ernährung lässt sich der Verlauf der Multiplen Sklerose wohl positiv beeinflussen – Medscape – 20. Dez 2017.


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Life-SMS und sonst so: Zu viel Salz dezimiert wichtige Darmbakterien

Life-SMS / lsms.info aktuell

Photo: Ben White

An dieser Stelle weisen wir auf aktuelle Beiträge aus dem Netz hin, die einen engen Bezug zu unserem Kernthema lebensstil-orientierte und eigenverantwortliche Behandlung der MS haben. Die dort wiedergegebenen Meinungen dienen als Anregung zur kritischen Auseinandersetzung. Sie entsprechen nicht zwingend den von uns vertretenen Positionen, sind aber in allen Fällen eine Bereicherung der Diskussionsgrundlage.

ZU VIEL SALZ DEZIMIERT WICHTIGE DARMBAKTERIEN [internisten-im-netz.de, 17.1.2018]

Zu viel Kochsalz verringert die Zahl bestimmter Milchsäurebakterien im Darm. Dies wirkt sich auf Immunzellen aus, die Autoimmunerkrankungen und Bluthochdruck mitverursachen.

Antidepressivum Clomipramin könnte gegen MS helfen [emed-ms.de, 9.1.2018]

Das Antidepressivum Clomipramin könnte auch gegen die Symptome der Multiplen Sklerose (MS) helfen, speziell gegen die progrediente Form, die ohne Schübe verläuft. Gegen diesen MS-Typ gibt es bislang kaum Medikamente. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Prof. Dr. V. Wee Yong von der University of Calgary und Dr. Simon Faissner von der Ruhr-Universität Bochum screenten 1.040 generisch erhältliche Medikamente und fanden darunter eines, das basierend auf präklinischen Untersuchungen für die Multiple-Sklerose-Therapie infrage kommt.

Hilft Weihrauch bei früher Multipler Sklerose? [emed-ms.de, 9.1.2018]

Eine mehrjährige Studie (SABA Studie) unter der Leitung von Dr. Klarissa Stürner (leitende Studienärztin), UKSH, hat die Therapie mit standarisiertem Weihrauchextrakt bei schubförmiger Multipler-Sklerose untersucht. Mit überraschenden Ergebnissen: Die frühe Phase-II-Studie mit insgesamt 28 teilnehmenden Patienten konnte zeigen, dass ein dreimal täglich über einen Zeitraum von acht Monaten als Kapseln eingenommener Weihrauchextrakt die entzündliche Krankheitsaktivität der Multiplen Sklerose in der Magnetresonanztomographie signifikant senkt.

Multiple Sklerose: Ernährung hat Einfluss [heilpraxis.net, 14.12.2017]

Eine gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkorn kann den Verlauf einer Multiplen Sklerose möglicherweise günstig beeinflussen. Offenbar entwickeln die Betroffenen weniger Beschwerden und sind in ihrem Alltag nicht so stark beeinträchtigt. So lautet das Fazit einer Studie der Johns Hopkins School of Medicine in Baltimore, an der knapp 7.000 Menschen mit Multiple Sklerose (MS) beteiligt waren.

PML-Risiko steigt mit jeder Natalizumab-Infusion: neue Daten zur Risikostratifizierung [emed-ms.de, 29.11.2917]

Das Risiko, unter Natalizumab eine virusinduzierte progressive multifokale Leukenzephalopathie (PML) zu entwickeln, steigt für Multiple-Sklerose-Patienten, die eine immunsuppressive Therapie benötigen, mit jeder Infusion des Medikaments. Dies zeigt eine retrospektive Datenanalyse, die im Fachmagazin „Lancet Neurology“ veröffentlicht wurde. Die Publikation stellt ein neues Protokoll für eine individuelle Risikobewertung für die PML vor.

Fettsäurehypothese bei MS erhält neue Nahrung [aerztezeitung.de, 24.11.2017]

Ist eine ungesunde Ernährung einer der Gründe, weshalb manche Menschen an MS erkranken? Forscher finden jedenfalls immer mehr Hinweise für einen entscheidenden Einfluss der Ernährung auf Darmflora und Immunsystem.

MS-Patient stirbt an Thrombozytopenie nach Alemtuzumab-Gabe [deutsche-apotheker-zeitung.de, 20.11.2017]

Alemtuzumab kann schwere Thrombozytopenien (Mangel an Thrombozyten/Blutplättchen) auslösen. Diese Nebenwirkung des bei remittierend-schubförmiger Multipler Sklerose eingesetzten CD52-Antikörpers ist bekannt. Neu ist, dass diese Idiopathische (ohne bekannte Ursache) thrombozytopenische Purpura (multiple, kleinfleckige Kapillarblutungen) [ITP] nicht auf eine Behandlung anspricht. Die Arzneimittelkommission der Ärzteschaft informiert in einer Drug-Safety-Mail über den zweiten Thrombozytopenie-bedingten Todesfall unter Lemtrada®.


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Die meisten MS-Patienten sind hochsensible Menschen – das TCM-Interview mit Frau Dr. med. Gunda Schlink

TCM – Ein ganzheitlicher Weg

Es freut uns ganz besonders, wenn wir zu Anfang eines neuen Jahres sowohl Themen wieder aufgreifen können als auch mit neuen Aspekten und Informationen ergänzen und anreichern können. Das Thema Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) hatte unsere therapeutische Partnerin Frau Dr. med. Gunda Schlink schon anlässlich des Life-SMS Jahresseminars im September 2017 für den Teilnehmerkreis sehr anschaulich dargestellt.

In der Folge des Seminars führte unsere Mitstreiterin Felicitas Dorne ein ausführliches Interview mit Frau Dr. Schlink, das wir auf lsms.info komplett auch als Download bereitstellen. Zusätzlich zum Interview finden Sie im Downloadbereich folgende ergänzende Materialien:

  • Ernährungsempfehlungen aus Sicht der TCM,
  • eine Übersicht zu Lebensmitteln und ihrer Zuordnung zu den Funktionskreisen der TCM und
  • die Vortragsfolien “TCM – Ein ganzheitlicher Weg: Welche Ansätze bei der MS-Behandlung gibt es aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin?” vom 9.9.2017.

Wir danken Frau Dr. Schlink ganz herzlich für die Zusammenstellung der Unterlagen und Ihre Mitarbeit bei Life-SMS!

Die TCM arbeitet nach einem von der westlichen Medizin deutlich unterscheidbaren Modell des Systems Mensch und Gesundheit. Beide Modelle haben nicht nur ihre Berechtigung, sondern kommen in Teilbereichen sogar zu gleichen Schlüssen. So ist sowohl in der westlichen als auch in der traditionell chinesischen Medizin die Bedeutung des Wechselspiels zwischen Darmmikrobiota und Immunsystem anerkannt.

Grund genug sich mit der TCM genauer zu beschäftigen und vor allem den systemischen Gedanken zu verinnerlichen, der in der westlichen Medizin nahezu in Vergessenheit geraten ist.

Hier geht es zum vollständigen Interview…

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Ihr

Life-SMS Projekt


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