Über Selbstregulation, Placeboeffekt und Mind-Body-Medizin…

Auch wenn oft vermutet oder behauptet: Auch der Mainstream der Medizin und  medizinischen Forschung – zumindest der progressive Teil – verschließt sich nicht der Erkenntnis von Wichtigkeit und grundlegender Bedeutung der „Mind-Body-Wechselwirkung“ und der Fähigkeit der Körpers zur Selbstregulation. Dies ist im hier zufindenden Artikel aus dem Ärzteblatt nachzulesen:

http://www.aerzteblatt.de/archiv/165576/Selbstregulation-Selbstheilung-als-Teil-der-Medizin

„Der Placeboeffekt beruht auf einem System der Selbstregulation, also zunächst auf dem Vorhandensein und Funktionieren der entsprechenden biologischen oder physiologischen „Apparatur“. Damit es zu seiner Auslösung kommt, müssen diverse Faktoren zusammenkommen: Eine eingeprägte positive Erfahrung führt bei passender Gelegenheit – abhängig von der konkreten Konditionierung, auch des Kontextes – zu einer positiven Erwartung. Damit wird auch ein positiver Ausgang antizipiert, und die regulativen Prozesse werden in jene Richtung gelenkt. Das entsprechend fokussierte Aufmerksamkeitsfenster lässt keinen anderen Ausgang erwarten: Man „traut“ sich das bereits erlebte positive Ergebnis erneut zu.“

Insofern ist auch die Trennung zwischen Behandler und Behandeltem über doppeltblinde placebo-kontrollierte Studien zum Nachweis eines Behandlungserfolges zumindest von nur beschränkter Aussagekraft. In einigen Fällen kann eben nur im Dreiklang Arzt, Patient und Agens (Ritual, allopathisches oder homöopathisches Medikament,…) überhaupt eine Heilungsprozess einsetzen. Selbstheilung ist also ein Teil der Medizin oder besser: einer menschlichen Medizin.


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Reflektionen zur Achtsamkeit mit Prof. Kabat Zinn, dem Entwickler des „Mindfulness Programms“

Ein interessantes Webinar (in Englisch) mit Prof. Kabat Zinn zu den Grundgedanken der Achtsamkeits-Methodik. Kabat Zinn definiert den Begriff Achtsamkeit als „The awareness that arises from paying attention in purpose in the present moment and non-judgmentally” also in etwa: “Die Bewusstsein, welches durch die zweckgerichtete Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Moment und ohne Wertung entsteht“. Sicher ein wichtiges Element, dass der stressgeplagten und krankheitsauslösenden übermäßigen Orientierung auf mehr Haben aber weniger Sein, entgegenwirken kann.

Interessante Quellen und Hinweise zur Achtsamkeitsmethodik in Deutsch z.B. auch unter: http://www.center-for-mindfulness.de/ressourcen/


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Ergebnis einer großen Studie: HPV-Impfung nicht mit MS assoziiert

Fallberichte haben verschiedentlich einen Zusammenhang zwischen einer Impfung gegen humane Papillomaviren (HPV ) – Auslöser von Gebärmutterhalskrebs – und der Entwicklung von Multipler Sklerose und anderen demyelinisierenden Erkrankungen vermuten lassen.

Eine große Kohortenstudie in Dänemark und Schweden mit knapp 4 Mio. Frauen, von denen knapp 800.000 im Zeitraum von 2006 – 2013 mit dem tetravalenten HPV-Impfstoff Gardasil® geimpft wurden, ergab keine erhöhte Inzidenzrate  in Bezug  auf MS und andere demyelinisierende Erkrankungen wie Neuritis nervi optici, Neuromyelitis optica, transverse Myelitis und akute disseminierte Enzephalomyelitis in den Zeiträumen vor und nach HPV-Impfung.

Die Forscher schließen daraus: „ Diese Ergebnisse unterstützen mögliche Sorgen in Bezug auf einen kausalen Zusammenhang zwischen der qHPV-Impfung demyelinisierenden Erkrankungen nicht.“

Die Studie findet sich hier:

Quadrivalent HPV Vaccination and Risk of Multiple Sclerosis and Other Demyelinating Diseases of the Central Nervous System


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Alte Freunde – neue Feinde – Was unsere Kinder (und uns) chronisch krank macht

Auch wenn der hier empfohlene ARTE-Beitrag auf den ersten Blick nichts mit MS zu tun hat, zeigt er auf eindrucksvolle Weise, wie Lebensstil und chronische Krankheiten miteinander verbunden sind. Die Grundgedanken sind die gleichen wie im Life-SMS-Konzept dargestellt. Der Mensch lebt in einer symbiotischen Beziehung mit seiner Umwelt.  Das gehören zum Beispiel auch eine spezifische Darmflora und eine Ernährung, die unserem genetischen Profil entspricht. Die Auswirkungen falsch verstandener  Hygiene,  einer überzuckerten und mit Schadstoffen behafteten Ernährung und von Übergewicht schon im Kindesalter werden eindrucksvoll gezeigt.

Die Auswirkungen mit Blick auf Autismus, ADHS und entzündliche Darmerkrankungen bei unseren Kindern und in der Folge bei den Erwachsenen sind erschreckend.

Und wer glaubt, dass die Nahrungsmittelindustrie vornehmlich mit gesunden Inhaltsstoffen arbeiten würde, verfolge doch einmal das Backexperiment mit Sarah Wiener!


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Der Life-SMS Leitfaden auch als ebook!

Für alle ebook-Fans haben wir unseren:


Taschenratgeber Life-SMS

Spitzen-Prävention für eine menschliche Medizin – auch bei Multipler Sklerose


inzwischen auch als „eBOOK Sonderedition 2014 inkl. Faktenblatt Zucker und MS“ veröffentlicht. Vielleicht wollen Sie ja etwas Werbung für unser Projekt machen oder lesen lieber auf einem der gängigen ebook-Reader. Sie finden den Leitfaden u.a. bei:

Coverbild

ebook.de, amazon.de, itunes

Die Erlöse werden zur Finanzierung dieses Projektes genutzt und dienen dem Ausbau der gemeinsamen Wissensbasis.


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Neues auf lsms.info – Schwarzkümmel, Magnesium, Selen und 1000 Gesichter quergedacht

Die Zeit zwischen den Jahren ist ja nunmehr überstanden und wir haben diese Periode auch für einige neue Beiträge auf www.lsms.info  genutzt. Lesen Sie, welche erstaunlichen Heilwirkungen und Präventionseffekte Schwarzkümmel (nicht zu verwechseln mit unserem heimischen Kümmel) haben kann und welche Rolle die Mineralien Magnesium und Selen für die Nervenfunktion, den Stoffwechsel (auch den Vitamin D-Stoffwechsel) sowie für das Immunsystem spielen. Und dann denken Sie doch mit Sven Böttcher einmal über den oft unkritisch genutzten Ausdruck „ Die Krankheit mit den 1000 Gesichtern“ nach und quer!

Wir wünschen Ihnen ein kritisches, glückliches und vor allem gesundes 2015!

Das Life—SMS Team


 

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Wenn Körner, dann Vollkorn bitte!

Auch wenn der übermäßige Verzehr von Getreideprodukten durchaus mit Fragezeichen versehen ist und viele MS-Betroffene auf Getreideprodukte möglichst ganz verzichten, stellt sich die Frage nach der optimalen Art der Körner in unserer Nahrung.

Diese Frage kann nunmehr eindeutig mit „Wenn Körner, dann Vollkorn!“ auch wissenschaftlich fundiert beantwortet werden. Zu diesem Fazit kommen Ernährungswissenschaftler der „Harvard School of Public Health“, die sich 2 große prospektive Kohortenstudien aus den USA noch einmal vorgenommen haben: die Nurses‘ Health Study (1984 bis 2010) und die Health Professionals Follow-Up Study (1986 bis 2010).

Die Untersuchung zeigt, dass der Verzehr von Vollkornprodukten unabhängig von anderen Lebensstileinflüssen die Gesamtmortalität und die kardiovaskuläre Mortalität reduziert.  Pro Portion (28 g) Vollkornprodukte am Tag mehr, sank die Gesamtmortalität um 5% und die kardiovaskuläre Mortalität um 9%. Auch die Krebsmortalität sank mit steigendem Vollkornkonsum etwas ab, allerdings nicht stark genug, um statistische Signifikanz zu erreichen. Kardiovaskuläre Komorbiditäten sind bei MS-Betroffenen deutlich häufiger anzutreffen, als im Durchschnitt der Bevölkerung.

Im Endeffekt also eine weitere Einflussmöglichkeit, zur Stabilisierung der Körperfunktionen.

Quelle: Association Between Dietary Whole Grain Intake and Risk of Mortality – Two Large Prospective Studies in US Men and Women


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Was ist eigentlich ketogene Ernährung – Chancen bei der Behandlung der MS?

Das Gehirn ist der energetische Großverbraucher im menschlichen Körper (ca. 25% des Gesamtenergieverbrauchs). Besonders einfach kann diese Energie über den Blutzucker (Glukose) bereitgestellt werden. Ein großes Problem in der heutigen westlichen Ernährungsweise ist die Überflutung des Körpers mit Zucker. Dabei ist die Versorgung mit Zucker nicht essentiell. Energie kann auch über Stoffwechselvorgänge in der Leber in Form von Ketonkörpern bereitgestellt werden.

Ketokörper oder auch Ketonkörper ist die Sammelbezeichnung für drei Verbindungen, die vor allem im Hungerstoffwechsel (Fasten, Reduktionsdiät oder kohlenhydratarme Ernährung) in der Leber gebildet werden und unter Umständen zu einer physiologischen Ketose führen (nicht zu verwechseln mit einer lebensbedrohlichen Ketoazidose z.B. im Zusammenhang mit einem Diabetes mellitus und Insulinmangel). Unter Ketokörpern fasst man Acetoacetat (auch Acetacetat genannt), Aceton und β-Hydroxybutyrat bzw. 3-Hydroxybutyrat zusammen. Letztere Verbindung ist die Bedeutendste der drei. Die im Hungerstoffwechsel in der Leber gebildeten Ketonkörper stellen aber lediglich eine alternative Transportform der Energie dar. Nach Aufnahme durch die Zelle (ZNS und Muskelgewebe) werden die Ketonkörper über Enzyme in Acetyl-CoA und den Citratzyklus wieder in den Zellbrennstoff ATP umgewandelt. Dies ist der Grund dafür, dass der Mensch auch bei stark reduzierter Kohlehydratzufuhr über die Fettumwandlung in der Leber überleben kann und erklärt die heilsame und entschlackende Wirkung des Fastens. Ketogene Ernährung bezeichnet also eine streng kohlehydratarme  Ernährungsform, die gleichzeitig reich an Fetten und Proteinen ist.

Derzeit führt die Charité in Berlin eine vielversprechende Studie zum Nutzen des Heilfastens und der ketogenen Ernährung bei MS durch. In einem Vortrag beim Minisymposium der DGPE (Deutsche Gesellschaft für Paläoernährung) zur ketogenen Ernährung im März 2014 stellte Dr.Markus Bock, Charité, erste positive Zwischenergebnisse dieser Studie vor. Der Vortrag

„Ketonkörper vermittelte Effekte bei Multipler Sklerose – Wo stehen wir? Ergebnisse der IGEL-Studie zum intermittierenden Fasten und zur ketogenen Ernährung nach glykämischer Ladung.“

kann hier: http://palaeo-gesellschaft.de/videos.html angesehen werden ( zur Studie selbst kommen die wesentlichen Infos ab Minute 30, leider in schlechter Tonqualität).

Was bedeutet das für Betroffene? Zumindest, dass eine Kohlehydrat-reduzierte Ernährung positive Effekte verspricht und insofern aus heutiger Sicht empfehlenswert ist. Beispiele sind die LOGI-Diät (LOw Glycemic and Insulinemic Diet) und die moderne Paläoküche. Zu einer umfassenden Hintergrundbetrachtung sei auf das Factsheet Zucker und MS verwiesen. Eine streng ketogene Ernährungsweise sollte nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt angewandt werden.


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2014 im Rückblick für diesen Newsfeed

Die WordPress.com-Statistik-Elfen haben einen Jahresbericht 2014 (das bedeutet November und Dezember) für diesen Newsfeed erstellt. Speziell für die Zahlenliebhaber unter uns.

Hier ist ein Auszug:

Ein New York City U-Bahnzug fasst 1.200 Menschen. Dieses Blog wurde in 2014 etwa 4.800 mal besucht. Um die gleiche Anzahl von Personen mit einem New York City U-Bahnzug zu befördern wären etwa 4 Fahrten nötig.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

Allen Lesern danke für das Interesse – empfehlen Sie uns weiter – und  ein gesundes und erkenntnisreiches 2015!

Das Life-SMS-Team


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Anregungen für Gehirnbenutzer – Vortrag Prof. Gerald Hüther, Univ. Göttingen

Noch eine Anregung für die Zeit zwischen den Jahren, die auf den ersten Blick nichts mit MS, aber mit der Arbeitsweise und der erstaunlichen Anpassungs- und Lernfähigkeit unserer Gehirn zu tun hat. Prof. Hüther erklärt auf humorvolle Weise, worauf es bei der Ausbildung unserer Denkfähigkeit ankommt. Die Grundpfeiler sind:

Gelassenheit, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, Gemeinschaft mit anderen und Begeisterung!

Das Gehirn lernt vor allem dann, wenn es mal etwas anderes sieht (erfährt). Dies gilt übrigens nicht nur für die intellektuellen, sondern auch für die motorischen Fähigkeiten. Man denke nur an Feldenkrais oder die SOWI-Therapie, womit auch der Bogen zu neurologischen Erkrankungen geschlagen wäre.

Gift für die Weiterentwicklung des Gehirns sind Angst und negativer Stress. Lassen Sie sich also keine Angst machen, denken Sie auch mal quer und entwickeln Sie eine eigenständige, bewusste und positive Haltung zur Veränderung und damit auch zur Krankheitsbewältigung.

Allen Lesern  ein gesundes und erkenntnisreiches 2015!

Das Life-SMS-Team


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