Sekundär und primär progrediente MS – Webinaraufzeichnung der Internationalen MS Gesellschaft MSIF vom 28.11.2014

Letzte Woche präsentierte die MSIF den derzeitigen Stand bei Forschung und den vielen offenen Fragen bei der Behandlung von progredienten Formen der MS. Die wesentlichen Punkte sind:

  • 50-60% der Patienten haben heute eine progrediente Form der MS.
  • Es gibt keine medikamentöse Behandlung mit erwiesenem Nutzen.
  • Es gibt keine spezifische Behandlungsmethode.

Zusammenfassend: Die Schulmedizin bietet heute betroffenen Patienten keine wirkliche Antwort auf die dringende Frage der wirksamen Behandlung bei progredienten MS-Formen.

Die Forschung konzentriert sich heute auf das grundlegende Verständnis der Mechanismen, die Prognose des Verlaufs und  neuroprotektive und neurogenerative Methoden und Ansätze. Interessanter Weise wurden Statine als Beispiel für eine interessante mögliche Medikamentengruppe genannt. Da diese gezielt auf den Fettstoffwechsel (Senkung des LDL-Cholesterins) wirken, wird hier wieder einmal deutlich, dass Arteriosklerose und Multiple Sklerose verwandte Ursachen haben können.

Interessant auch die Bemerkung von Prof. Alan Thompson, University Colleges of London, der vier Punkte nannte, die für die Betroffenen wichtig sind:

  • Selbstmanagement der Patienten
  • Gute, angepasste und vernünftige Ernährung
  • Sport und Bewegung, Rehabilitation
  • Insgesamt einen gesundheitsorientierten Lebensstil

Unser Projekt Life-SMS reflektiert  exakt diese Punkte und versucht konkrete Antworten und Hilfestellung zu geben.

Das vollständige Webinar findet sich unter:

https://www.youtube.com/watch?v=4jPq9Rfc1kU#t=897

Alfacalcidol (Vitamin D-Stoffwechselzwischenstufe) erfolgreich bei Fatigue eingesetzt

Fatigue ist eines der häufigsten Probleme bei Multipler Sklerose, bis zu 90% der Patienten leiden darunter.

Das Vitamin-D-Analogon Alfacalcidol – könnte  hier helfen, wie eine kürzlich im Multiple Sklerose Journal erschienenen Studie über Vitamin D bei Fatigue zeigt. In dieser israelischen Studie erhielten 158 Patienten mit starker MS-Fatigue Alfacalcidol Alfacalcidol (1 mcg/d, Probandenzahl=80) oder ein Placebo (Probandenzahl=78). Die Forscher fanden heraus, dass Alfacalcidol eine sichere und wirksame Behandlung von Müdigkeit bei Patienten mit MS darstellt. Außerdem war die Lebensqualität gegenüber der Placebogruppe erhöht und die Schubrate reduziert. Diese Ergebnisse legen nahe, dass Alfacalcidol, ein Medikament, ähnlich wie das natürliche Vitamin D, eine sichere Behandlungsoption für MS-bedingte Fatigue sein kann. Es sind keine schwerwiegenden Nebenwirkungen aufgetreten.

Alfacalcidol ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Vitamine, der in der Leber rasch zum aktiven Vitamin D (Calcitriol) metabolisiert wird. Da es bereits hydroxyliert ist, muss es nicht wie Cholecalciferol an der Niere aktiviert werden, sondern nur noch in der Leber. Es wird u.a. bei Erkrankungen eingesetzt, bei denen der Vitamin-D-Metabolismus in der Niere beeinträchtigt ist.

Seelenheil aus dem Gekröse – die Bedeutung der Darm-Hirn-Achse

Auch wenn der in Spiegel-Online Artikel mit dem Titel: „Seelenheil aus dem Gekröse“ nichts direkt mit MS zu tun hat, gibt er doch einen ersten Einblick in die Verbindung zwischen Darmhirn und unserem „Oberstübchen“. Das sogenannte „leaky gut“-Syndrom, also die erhöhte Durchlässigkeit der Darmschleimhaut für Fremdstoffe, gewinnt eine immer stärkere Bedeutung bei der Betrachtung der MS-Ursachen und hoffentlich bald auch bei der Therapie.

Spiegel-Online 41/2013: Seelenheil aus dem Gekröse

Unreflektierte Hochdosis-Therapie mit Cortison wieder einmal infrage gestellt

Die Hochdosis-Therapie mit Kortison im akuten Schub gehört zum Standardrepertoire der MS-Behandlung. Diese ist, wie auch eine relativ aktuelle Studie unter dem Titel „Mechanistic insights into corticosteroids in multiple sclerosis: War horse or chameleon?“ (Krieger 2014) zeigt, keineswegs als harmlos zu betrachten und die Entscheidung über den Einsatz von Glucocorticoiden ist immer vom Einzelfall und von der Phase der Erkrankung abhängig. Es ist durchaus möglich, dass sich Kortison in späteren Phasen der Erkrankung vom „Schlachtross in ein Chamäleon“ verwandelt und die Schädigungen der Nervenhüllen sogar verstärkt. Mehr zum Thema Cortison (od. Kortison) auf lsms.info und in der lesenswerten Broschüre der Universität Hamburg: Schubtherapie bei Multipler Sklerose.

Neue Studie zeigt: Vitamin D Mangel ist ein frühes Merkmal für eine verstärkte Krankheitsaktivität und -progression bei MS

Eine gerade veröffentlichte Studie der Harvard School of Public Health (Ascherio 2014) mit 468 Patienten zeigt, dass Vitamin D-Mangel ein frühes Kennzeichen für eine verstärkte Krankheitsprogression und die Schubrate darstellt.

Zusammenfassend ergibt diese große Langzeitstudie bei Patienten mit CIS (klinisch isoliertem Syndrom) und nachfolgender Behandlung mit IFNB-1b, dass höhere Serum 25 (OH) D-Spiegel eine geringeren MS-Aktivität, weniger MRI-Läsionen, geringere Hirnatrophie und verminderte klinische Progression während der 5-jährigen Follow-up-Phase robust prognostizieren. Die Ergebnisse deuten wieder einmal darauf hin, dass die Aufdeckung eines Vitamin-D Mangels und die nachfolgende Korrektur über Sonne und Supplementation eine wichtige Rolle in der frühen Behandlung der MS spielen.

 

Kurkuma und Wirkungen auf das Immunsystem

Im hier zu findenden Arte-Beitrag spricht Prof. Aggarwal, Univ. of Texas über die Wirkungen von Kurkuma (Gelbwurz) bei Krebserkrankungen. Er hat vergleichbar positive Ergebnisse bei neurodegenerativen Prozessen gefunden.

Mehr dazu auch im lsms.info Artikel zum Thema Kurkuma.

Wieder bestätigt: Tabak und Feinstaubbelastung sind schlecht bei MS

Rauchen und schlechte Luft erhöhen offenbar nicht nur das MS-Risiko, auch der Therapieerfolg kann unter Tabakqualm leiden: So entwickeln Raucher vermehrt Antikörper gegen MS-Arzneien. Dies wird inzwischen auch von der Schulmedizin bestätigt. Auch in diesem Zusammenhang könnte Vitamin D wieder eine Rolle spielen.

Mehr unter:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/neuro-psychiatrische_krankheiten/multiple_sklerose/default.aspx?sid=871606&cm_mmc=Newsletter-_-Newsletter-C-_-20141103-_-Multiple+Sklerose

Bedeutung von Vitamin D bei MS unter IFN-beta-1b.

 Aktuelle Publikation von Munger KL et al: Ann Clin Transl Neurol. 2014 Aug

Molecular mechanism underlying the impact of vitamin D on disease activity of MS.

INTERPRETATION:

Here, we provide mechanistic evidence that an unbalanced 25(OH)D gene expression system may affect MS activity. Our findings support a potential benefit of monitoring and managing vitamin D levels (e.g., through supplementation) in early MS patients treated with IFN-beta-1b.

Der komplette Artikel kann hier abgerufen werden:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25285313

Dimethylfumarat keineswegs harmlos – Blutbild alle 6 Wochen checken

Wie der idw mitteilt, hat es nach Berichten der Deutschen Gesellschaft für Neurologie bei der Behandlung mit Dimethylfumarat (Handelsname: Tecfidera) einen Todesfall infolge einer progressiven multifokalen Leukenzephalopathie (PML) gegeben.

Mehr…..

Patienten sollten dieses Risiko gemeinsam mit dem behandelnden Arzt bewerten und die Entscheidung zum Einsatz des Medikaments immer sehr bewußt treffen.

Taschenratgeber Lebenstilmaßnahmen bei MS in Kürze als eBook verfügbar

Der im Jahr 2013 als Druck und .pdf-Version veröffentlichte Taschenratgeber „Lebensstilmaßnahmen bei MS“ wir in den nächsten Tagen auch als eBook für Kindle und im epub-Format verfügbar sein. Die Version 1.1. erhält zusätzliche Weblinks und Hintergrundinformationen.

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