Vitamin K2 (und Vitamin D) – Lügen, die fast jeder schon mal gehört hat

Wenn man den Behauptungen so mancher Nahrungsergänzungsmittelhersteller glauben würde, könnte man sich tatsächlich fragen, ob die Einnahme von Vitamin D – ohne gleichzeitig Megadosen Vitamin K zu schlucken – völliger Schwachsinn wäre? Und Schupp ist wieder ein Mythos geboren, der sich viral durch die einschlägigen Foren schlängelt!

Umso mehr freut es uns, dass unser wissenschaftlicher und therapeutischer Partner Dr. Volker Schmiedel einen lesenswerten Beitrag mit dem Titel „Vitamin K2 – Lügen, die fast jeder schon mal gehört hat“ geschrieben hat, den wir hier wiedergeben dürfen. Der Artikel ist natürlich nicht nur für MS-Patienten lesenswert.


Vitamin K2 – Lügen, die fast jeder schon mal gehört hat

dr-schmiedel-grey„Ohne Vitamin K2 wirkt Vitamin D gar nicht.“ Oder schlimmer noch: „Ohne Vitamin K2 führen hohe Dosen Vitamin D zu Gefäßverkalkung.“ Unglaublich viele meiner Patienten kennen diese Lüge. Ich muss dann immer viel Zeit und Energie dafür verschwenden, die Patienten über diesen Unsinn aufzuklären.

Hier zunächst die gute Nachricht: Es gibt Hinweise darauf, dass Vitamin K2 gut für den Knochen und die Gefäße sein könnte. Eine schöne Übersicht über die positiven Effekte gibt es in diesem Interview mit dem Apotheker Gröber sowie Prof. Kisters.

Natto (fermentiertes Soja) ist besonders reich an Vitamin K2

Am Ende betonen beide, dass aufgrund synergistischer Effekte Vitamin K2 und D sich möglicherweise gut ergänzen könnten. Aber für die oben aufgestellten Behauptungen gibt es bisher nicht auch nur den Hauch eines Hinweises.

Wer solches behauptet, muss es schon beweisen können oder muss sich nicht wundern, wenn er der Falschinformation bezichtigt wird. Von wem dieser blühende Unsinn ausgeht, weiß ich nicht. Glauben Sie aber nicht unbesehen alles, was vollmundig mit dem Brustton der Überzeugung abgesondert wird. Vielleicht werde ich in 10 Jahren auch all meinen Patienten Vitamin K2 verordnen, aber bisher bin ich davon noch nicht überzeugt worden. Und die unseriöse Meinungsmache wirkt auf mich sogar abschreckend und hält mich eher von einer Empfehlung ab. Seriöse Produkte brauchen keine Lügen, um sich im Markt durchzusetzen.

„Die Behauptung Vitamin D3 würde ohne Vitamin K2 eine Gefäßverkalkung verursachen, entbehrt bisher der wissenschaftlichen Evidenz, insbesondere wenn ein gesunder 25(OH) D-Status von 40–60 ng/ml eingehalten wird. Zudem ist die Datenlage zu MK-7 (eine Unterart von Vitamin K2, Anm. von Schmiedel) unter dem Aspekt der Gefäßverkalkung noch nicht abschließend geklärt. Die Ergebnisse größerer Studien (z.B. Universität Maastricht) werden mit Spannung erwartet.“

Gröber U, Kisters K. Vitamin K – in der Prävention und Therapie. EHK 2016; 65: 184–191


Anmerkung Life-SMS:

Dem ist mit Blick auf die Vitamin D-Einnahme nichts hinzuzufügen. Vitamin K spielt allerdings an einer anderen Stelle ggf. doch eine Rolle bei der MS-Behandlung und zwar in Form einer Vitamin K-haltigen Creme:

Vitamin K-Creme reduziert Reaktionen an der Injektionsstelle bei Patienten mit rezidivierender remittierender Multipler Sklerose, die mit subkutaner Interferon β-Injektion behandelt wurden (VIKING-Studie). 

Sollten diese Probleme also bei Ihnen auftreten kann sich ein Gespräch mit der behandelnden Ärztin / dem behandelnden Arzt lohnen.


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Der #Giving Tuesday am 1.12.2015 – eine Chance die Spendenziele für 2015 zu erreichen

givingtuesday_germany-2015Der #GivingTuesday wurde 2012 von den amerikanischen Organisationen 92nd Street Y und United Nations Foundation als eine Gegenbewegung zum „Black Friday” und „Cyber Monday” ins Leben gerufen – das sind zwei Tage, an denen der Einzel-und Internethandel in angelsächsischen Ländern mit Rabatten den Start des Weihnachts-Shoppings befeuern. Der #GivingTuesday setzt ein Zeichen gegen den Konsumrausch und lenkt die Aufmerksamkeit auf das Thema Geben – der viel bessere Spirit für die Vorweihnachtszeit.


In Deutschland wird der #GivingTuesday initiiert durch betterplace.org. Da wir über betterplace unser wesentliches Spendenaufkommen realisieren, wollen wir den #GivingTuesday dieses Jahr nutzen, um das Jahresziel zu erreichen.

Uns fehlen derzeit noch 1770 € und wenn unsere Follower sich zusammentun hätten wir das Ziel in Kürze erreicht!

Wenn Sie oder Ihr also den #GivingTuesday für eine gute Idee halten bzw. haltet, wären wir für jede finanzielle Unterstützung dankbar.

Life-SMS ist auf betterplace hier zu finden:

https://www.betterplace.org/de/projects/16807-life-sms-lebensstilmassnahmen-bei-multipler-sklerose

Allen UnterstützerInnen Dank im Voraus, bleiben Sie uns treu und wir freuen uns auf ein gesundes neues Projektjahr!

Das Life-SMS Team


Besuchen Sie www.givingtuesday.de und lassen Sie sich inspirieren! Das dauert nur fünf Minuten und tut unglaublich gut 🙂


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Wichtiger Hinweis zur Vitamin D-Einnahme: kontinuierlich ist besser als stoßweise!

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Viele MS-Patienten nehmen prophylaktisch regelmäßig Vitamin D ein. Auch unsere Empfehlung lautet einen Vitamin D-Blutspiegel von mindestens 60 ng/ml anzustreben (am besten durch moderate Sonneneinstrahlung und gezielte Supplementierung).

Dr. Bruce Hollis, College of Medicine Medical University of South Carolina, erklärt in einem Vidoebeitrag, warum aus physiologischer Sicht eine regelmäßige Einnahme von Vitamin D wichtig ist, wenn man Effekte erzielen will, die über die Knochengesundheit hinausgehen sollen.

Lesen Sie den vollständigen Beitrag hier:

Achtung: Tägliche Vitamin D-Einnahme schlägt wöchentliche oder monatliche Gabe!


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Lebensstil, MS und Depressionsrisiko – Ergebnisse der HOLISM-Studie

Die von unserem Vorbildprojekt Overcoming MS durchgeführte HOLISM-Studie zeigt wichtige Zusammenhänge zwischen Depressionsrisiko, Medikation und Lebensstil auf.

Insgesamt rund ein Fünftel ( 19,3% ) der  ca. 2500 Teilnehmer der HOLISM-Studie wurden positiv in Bezug auf Depression eingestuft. Mehrere demographische Faktoren waren signifikant mit dem Depressionsrisiko verbunden. Regressionsanalysen zeigten, dass schlechte Ernährung, geringe Bewegung, Übergewicht, Rauchen,  soziale Isolation und Behandlung mit Interferon mit einem höheren Depressionsrisiko im Zusammenhang stehen. Teilnehmer, die mit Omega 3-Fettsäuren ergänzen, insbesondere Leinsamen Öl, häufigen Verzehr von Fisch berichteten, Vitamin D supplementieren, meditierten und einen moderaten Alkoholkonsum angaben, hatten ein signifikant geringeres Depressionsrisiko. So reduziert alleine regelmäßiges Training das Depressionsrisiko um 40 – 50%.

Die komplette Studie ist hier zu finden:

Taylor KL, Hadgkiss EJ, Jelinek GA, Weiland TJ, Pereira NG, Marck CH, van der Meer DM. Lifestyle factors, medications and demographics associated with depression risk in an international sample of people with multiple sclerosis. BMC Psych 2014;14:327

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Alfacalcidol (Vitamin D-Stoffwechselzwischenstufe) erfolgreich bei Fatigue eingesetzt

Fatigue ist eines der häufigsten Probleme bei Multipler Sklerose, bis zu 90% der Patienten leiden darunter.

Das Vitamin-D-Analogon Alfacalcidol – könnte  hier helfen, wie eine kürzlich im Multiple Sklerose Journal erschienenen Studie über Vitamin D bei Fatigue zeigt. In dieser israelischen Studie erhielten 158 Patienten mit starker MS-Fatigue Alfacalcidol Alfacalcidol (1 mcg/d, Probandenzahl=80) oder ein Placebo (Probandenzahl=78). Die Forscher fanden heraus, dass Alfacalcidol eine sichere und wirksame Behandlung von Müdigkeit bei Patienten mit MS darstellt. Außerdem war die Lebensqualität gegenüber der Placebogruppe erhöht und die Schubrate reduziert. Diese Ergebnisse legen nahe, dass Alfacalcidol, ein Medikament, ähnlich wie das natürliche Vitamin D, eine sichere Behandlungsoption für MS-bedingte Fatigue sein kann. Es sind keine schwerwiegenden Nebenwirkungen aufgetreten.

Alfacalcidol ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Vitamine, der in der Leber rasch zum aktiven Vitamin D (Calcitriol) metabolisiert wird. Da es bereits hydroxyliert ist, muss es nicht wie Cholecalciferol an der Niere aktiviert werden, sondern nur noch in der Leber. Es wird u.a. bei Erkrankungen eingesetzt, bei denen der Vitamin-D-Metabolismus in der Niere beeinträchtigt ist.

Neue Studie zeigt: Vitamin D Mangel ist ein frühes Merkmal für eine verstärkte Krankheitsaktivität und -progression bei MS

Eine gerade veröffentlichte Studie der Harvard School of Public Health (Ascherio 2014) mit 468 Patienten zeigt, dass Vitamin D-Mangel ein frühes Kennzeichen für eine verstärkte Krankheitsprogression und die Schubrate darstellt.

Zusammenfassend ergibt diese große Langzeitstudie bei Patienten mit CIS (klinisch isoliertem Syndrom) und nachfolgender Behandlung mit IFNB-1b, dass höhere Serum 25 (OH) D-Spiegel eine geringeren MS-Aktivität, weniger MRI-Läsionen, geringere Hirnatrophie und verminderte klinische Progression während der 5-jährigen Follow-up-Phase robust prognostizieren. Die Ergebnisse deuten wieder einmal darauf hin, dass die Aufdeckung eines Vitamin-D Mangels und die nachfolgende Korrektur über Sonne und Supplementation eine wichtige Rolle in der frühen Behandlung der MS spielen.

 

Bedeutung von Vitamin D bei MS unter IFN-beta-1b.

 Aktuelle Publikation von Munger KL et al: Ann Clin Transl Neurol. 2014 Aug

Molecular mechanism underlying the impact of vitamin D on disease activity of MS.

INTERPRETATION:

Here, we provide mechanistic evidence that an unbalanced 25(OH)D gene expression system may affect MS activity. Our findings support a potential benefit of monitoring and managing vitamin D levels (e.g., through supplementation) in early MS patients treated with IFN-beta-1b.

Der komplette Artikel kann hier abgerufen werden:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25285313