Maca – natürlicher Energiespender der Inkas für Körper und Geist mit Blick auf Neurodegeneration bewertet

Superfoods sind ja in aller Munde (im wörtlichen und im bildlichen Sinne) und oft gehen bei den Werbeversprechen Dichtung und Wahrheit ineinander über. Es lohnt sich also im Einzelfall genauer hinzuschauen.

Rote Maca

Den Knollen der Maca-Pflanze (Lepidium meyenii, rote Maca), werden schon seit der Inkazeit diverse Gesundheitsvorteile zugeschrieben, u.a. positive Effekte auf körperliche und geistige Leistungsfähigkeit, Immunsystem, psychische Belastbarkeit/Depression, chronische Müdigkeit und weiteres. 2016 haben nun chinesische Forscher im Mausmodell verschiedene gesundheitsfördernde Effekte der roten Maca-Knolle beobachtet, die neurodegenerativen Prozessen entgegenwirken. Dazu zählen:

  • verbessertes räumliches Lernen und Gedächtnis,
  • verbesserte motorische Koordination und Ausdauer,
  • eine Verbesserung der mitochondrialen Atmungsfunktion in der Hirnrinde und
  • ein erhöhte Expression der Autophagie-bezogenen Proteine in der Hirnrinde.

[Autophagie bezeichnet dabei den Prozess, der für ein Gleichgewicht zwischen der Produktion neuer und dem Abbau alter Zellbestandteile sorgt und der mit zunehmendem Alter und auch bei degenerativen neurologischen Erkrankungen ungünstigerweise abnimmt.]

Allerdings bezieht sich die Studie auf Versuche an Labormäusen und eine Übertragung der Ergebnisse auf den Menschen ist 1:1 nicht ohne weiteres nicht zulässig.


Auf jeden Fall enthält Maca-Pulver peruanischen Ursprunges wegen des Wuchses auf vulkanischem Boden viele

  • Vitamine (Carotin, Thiamin (B1), Riboflavin (B2), Ascorbinsäure (Vitamin C), Niacin (B3)),
  • Mineralstoffe (Kalzium, Phosphor, Magnesium, Kalium) und
  • Spurenelemente (Kupfer, Zink, Mangan, Eisen, Selen, Bor).

Außerdem zeichnet sich die Knolle durch biologisch hochwertige Proteine aus, da sie nahezu alle essentiellen Aminosäuren in bioverfügbarer Form enthält. Sie ist allerdings relativ reich an Kohlenhydraten (hauptsächlich Fruktose).

Maca enthält zudem etwa 20 verschiedene mehrheitlich ein- oder mehrfach ungesättigte Fettsäuren, einschließlich Linol- , Linolen-, Palmitin-, Ölsäure u.a.

Weitere Fettsäuren sind die mehrfach ungesättigten Macaene und die durch den Trocknungsprozess aus ihnen hervorgehenden Macamide, die als Hauptwirkstoffe von Maca angesehen werden können, und unter anderem eben leistungssteigernd und nervenschützend wirken sollen.

Viele Sportler verwenden Maca schon heute zur Leistungssteigerung und zum Muskelaufbau.


Rote Maca

In China wird Maca inzwischen industriell angebaut und verarbeitet, wobei anzuzweifeln ist, ob diese Knollen auch ohne vulkanisches Nährsubstrat einen solch hohen Nährstoffgehalt aufweisen.

Was die männlichen Leser interessieren wird ist, dass Maca nachweislich die gutartige Vergrößerung der Prostata (Benigne Prostatashyperplasie) bremst. Maca aus Bioanbau als Beimischung zum Müsli ist also durchaus einen Versuch wert, auch wenn die positiven Wirkungen in Bezug auf das Immunsystem oder neurodegenerative Prozesse beim Menschen noch nicht zweifelsfrei nachgewiesen sind.

Fazit: Der maßvolle Genuss von Maca kann also sinnvoll sein, wird aber sicherlich keine schnellen und dramatischen Verbesserungen bei den MS-Symptomen zur Folge haben. Trotzdem deuten die Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Maca eine Nahrungspflanze ist, die die mitochondriale Funktion verbessern und autophagiebezogene Proteine hochregulieren kann und somit eine wirksame funktionelle Nahrung zur Verlangsamung des durch Neurodegeneration ausgelösten kognitiven Rückgangs sein kann.


Quelle: Guo, S., Gao, X., Gu, Y., Wan, Z., Lu, A., Qin, Z., & Luo, L. (2016). Preservation of Cognitive Function by Lepidium meyenii (Maca) Is Associated with Improvement of Mitochondrial Activity and Upregulation of Autophagy-Related Proteins in Middle-Aged Mouse Cortex. Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine, 2016, 1-9. doi:10.1155/2016/4394261

[Weitere wertvolle Information zu Maca finden sich zum Beispiel auf dem Informationsportal Dr. Schweikart]


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Life-SMS und sonst so: E-Scooter -Verbot in Bussen!


An dieser Stelle weisen wir auf aktuelle Beiträge aus dem Netz hin, die einen engen Bezug zu unserem Kernthema lebensstil-orientierte und eigenverantwortliche Behandlung der MS haben. Die dort wiedergegebenen Meinungen dienen als Anregung zur kritischen Auseinandersetzung. Sie entsprechen nicht zwingend den von uns vertretenen Positionen, sind aber in allen Fällen eine Bereicherung der Diskussionsgrundlage.


E-Scooter -Verbot in Bussen! Markus aus dem Bundesbeirat MS-Erkrankter kämpft für seine Mobilität

Ein Beschluss in Hamburg besagt, dass E-Mobile nicht mehr in öffentlichen Bussen mitgenommen werden dürfen. Dies ist eine erhebliche Einschränkung, gegen die sich Markus van de Loo zur Wehr setzt! Welche Auswirkungen diese Entscheidung auf sein Leben mit Multipler Sklerose hat und was Markus, der seit 20 Jahren mit MS lebt, dagegen unternimmt, erfahren Sie in diesem Interview.


Multiple Sklerose: Ein hoch dosiertes Vitamin verspricht Hilfe [tagesspiegel.de; 1.11.2017]

Mehr Energie könnte den Zellen von an MS Erkrankten helfen. Profitieren würde aber nur eine kleine Gruppe von Patienten.


MS-Prävalenz steigt weltweit – liegt es an der Ernährung? [aerztezeitung.de; 30.10.2017]

In den meisten Regionen der Welt nimmt die MS-Prävalenz seit einigen Dekaden deutlich zu. Ein Faktor könnte der Siegeszug der westlichen Ernährung sein.


EMA: MS-Medikament erhält strikte Beschränkungen [deutsch.medscape.com; 27.10.2017]

Der Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) empfiehlt, das Multiple-Sklerose Medikament Zinbryta® (Daclizumab, Biogen) mit weiteren Einschränkungen zu belegen. Der Grund sind mögliche potenziell tödliche Leberschäden durch das Arzneimittel.


Myelin sheaths restore impaired nervous system over the long haul [news-medical.net; 24.10.2017]

The new findings confirm that the gold standard for evaluating remyelination is the long-term persistence of thin myelin sheaths, which support nerve fiber function and survival, Duncan notes. The results are important for diseases like MS as it means that new therapies designed to promote myelin repair can be safely evaluated and quantified based on the presence of thin myelin sheaths.


Nerven steuern die Bakterienbesiedlung des Körpers [bionity.com; 28.9.2017]

Erstmals Zusammenarbeit zwischen Nervensystem und mikrobieller Besiedlung des Körpers belegt.


Democrats, MS Activists Investigating High Drug Prices [healthline.com; 26.9.2017]

The National Multiple Sclerosis Society has set up an advisory committee, and House Democrats have begun looking into the rising prices for MS medications.


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Freigegeben: Life-SMS Veröffentlichung – MS und Sport als Download

Allen SpenderInnen unseren herzlichen Dank, wir haben die Spenden-Halbjahresziele inzwischen erreicht!

Aber natürlich leben wir nach wie vor von Ihrer Unterstützung und es gilt: bei Spenden ab 30 € gibt es zusätzlich zwei Exemplare unseres Küchenposters und ab 50 € fünf Exemplare auf Wunsch frei Haus.


Jetzt zum Thema Sport und MS

Sie können die aktuelle Veröffentlichung an dieser Stelle bei lsms.info herunterladen.

[Der Download ist frei! Unabhängig davon, ob Sie schon gespendet haben, es noch tun wollen oder einfach nur die Dokumentation lesen möchten.]

Die Wichtigkeit des Themas ergibt sich sehr schön aus diesem Schaubild:

Übersicht: MS - Sport, Training und Bewegung
Copyright Life-SMS / DSGIP 2017

Die Abbildung nach dem ICF-Modell (International Classification of Functioning, Disability and Health ) versucht die Zusammenhänge zwischen dem Bewegungsverhalten (Sport, Training und Lebensstil) und der MS-Pathogenese (Entstehung und Entwicklung der MS mit allen daran beteiligten Faktoren) bildlich zu verdeutlichen. Das ICF-Modell skizziert die Konsequenzen der MS-Pathogenese, einschließlich der Effekte auf Körperstrukturen und -funktionen sowie auf Aktivität und gesellschaftlicher Teilnahme des Patienten. Bewegung kann positive Effekte auf all diese Bereiche haben, vom Einfluss auf zelluläre Prozesse (z.B. Entzündungshemmung) bis hin zu verbesserter Teilhabe des Betroffenen an sozialen Interaktionen.

Details siehe: Sport und MS – Eine Life-SMS-Publikation 2017

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie aus dieser Veröffentlichung Anregungen und Ideen für eigenes körperliches Training entnehmen und umsetzen könnten!

Bleiben und werden Sie gesund!

Ihr Life-SMS Team


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Fast geschafft – Ist es so schwer eine Bank um 1000 € zu erleichtern? – „The autoimmune betrayal“ ab sofort on air!

Fast geschafft!

Liebe Follower und UnterstützerInnen,

wir haben es fast geschafft, bis zur Erreichung unserer Halbjahresspendenziele fehlen heute “nur” noch ungefähr 280 € (aktueller Stand siehe rechts). Es wäre natürlich toll, wenn wir dieses Ziel in den nächsten Tagen noch erreichen würden. Unabhängig davon schon jetzt:

Allen SpenderInnen unseren herzlichen Dank, wir wären ohne Sie und Euch nicht in der Lage das Projekt am Leben zu erhalten!

Die Publikation “MS und Sport” wird in jedem Fall in den nächsten 14 Tagen für alle InteressentInnen freigeschaltet. Und natürlich gilt: bei Spenden ab 30 € gibt es zusätzlich zwei Exemplare unseres Küchenposters und ab 50 € fünf Exemplare auf Wunsch frei Haus.

HIER GEHT’s ZU betterplace…


Nun fragen wir uns nur noch, ob es nicht vielleicht doch noch gelingen kann, die Ing-Diba um 1000 € zu erleichtern?

Uns bzw. der DSGIP fehlen derzeit ca. 80 Stimmen, um diese Summe für gemeinnützige Projekte verbuchen zu können. Falls Sie, Ihre Freunde, Verwandten, Kollegen etc. ein Handy haben und internetfähig sind, würde es nicht mehr als zwei Minuten kosten, etliche Stimmen zu generieren. Mit 200 zusätzlichen Stimmen (denn die anderen Projekte schlafen ja nicht) wären wir wahrscheinlich unter den Gewinnern!!!

Hier Sie können Sie für die DSGIP Ihr Votum abgeben:

Spricht etwas dagegen?


Last but not least: The autoimmune betrayal

Videoserie diese Woche zur freien Ansicht.

Für diejenigen Follower und InteressentInnen, die des Englischen mächtig sind, läuft ab sofort die Videoserie “The autoimmune betrayal” des amerikanischen Arztes Dr. Tom O’ Bryan.

Trotz des reißerischen Titels (in Amerika unvermeidbar) greift Dr. Tom in erfreulich pragmatischer Weise wichtige Themenkomplexe des Life-SMS/lsms.info  Methodik wissenschaftlich basiert und verständlich formuliert auf:

  • Episode 1 – Autoimmune Disease Revealed: The Shocking Truth
  • Episode 2 – Leaky Gut: The Gateway to Autoimmunity / Rheumatoid Arthritis
  • Episode 3 – The Microbiome: How to Restore the Good Bacteria
  • Episode 4 – Digestive Diseases: Inflammable Bowel / Gluten Sensitivity / Celiac
  • Episode 5 – Environmental Toxins: Protect your Family
  • Episode 6 – The Brain: Alzheimer’s / Parkinson’s / MS / Dementia / Autism
  • Episode 7 – Success Stories: Reversing MS / Psoriasis / Lupus / Asthma / Chronic Fatigue and more!
  • Episode 8 – Patients Share their Secret Path to Healing
  • Episode 9 – Doctor Unveil WHY They Do What They Do

Hier geht’s zur kostenlosen Anmeldung!

Mit “betrayal” meint Dr. Tom übrigens, dass es wissenschaftlich längst bekannt ist, wie man Autoimmunerkrankungen in 70-80% der Fälle in den Griff bekommt, aber starke Interessengruppen daran interessiert sind, diese kostenlosen und recht simplen Wahrheiten nicht allgemeinverständlich zu publizieren. Dies entspricht exakt unserem Bild der heutigen Situation in der Standardbehandlung, nicht nur der MS.

In diesem Sinne bleiben Sie wach und kritisch!

Ihr Life-SMS Team


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2,37 € in eigener Sache / Webinar Lebensstilmaßnahmen bei MS am 25.10.2017 / Stimmen für die DSGIP

Kurz vor Erreichen der Halbzeit in der aktuellen Spendenperiode Ende Oktober 2017, fehlen uns noch etwa 903 € (aktueller Status rechts auf der Seite), um die Hälfte des Spendenbudgets für 2017/2018 zu erreichen. Verteilt auf 381 Follower dieses Blogs und Projekts bedeutet das eine fehlende Spende von 2,37 €, also nicht mehr als den Gegenwert eines Cappuccinos.

Also, wenn Sie bei der nächsten Tasse Kaffee oder Tee an uns denken und einen kleinen oder auch größeren Betrag an uns spenden würden, wäre dies sicherlich im Sinne aller Interessenten und Freunde von lsms.info und Life-SMS.

Hier geht’s zu betterplace….

Nach Erreichung des Spendenziels wird die aktuelle Publikation: “Sport und MS” auch für Nicht-Spender freigeschaltet.

Ach ja, bei Spenden ab 30 € gibt es zusätzlich zwei Exemplare unseres Küchenplakats und ab 50 € fünf Exemplare auf Wunsch frei Haus.


Was ist MS und welche positive Rolle spielen Lebensstilmaßnahmen, die richtige Ernährung sowie eine gezielte Nährstofftherapie für die Entstehung und den weiteren Verlauf der Multiplen Sklerose?

Unser therapeutischer Partner, Dr. med. Volker Schmiedel, Dr. med. Volker Schmiedel, M.A., Facharzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin, Homöopathie, geht auf dieses Thema in einem in Kooperation mit Norsan entwickelten Webinar am 25.10.2017 ein.

Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl (max. 100 Teilnehmer) wird die Teilnahme am Seminar nach der Reihenfolge der eingegangen Anmeldungen vergeben.

Zur Anmeldung im Veranstaltungskalender der AMM!


Die DSGIP als Träger von Life-SMS/lsms.info braucht IHRE Stimme!

Die Deutsche Stiftung für Gesundheitsinformation und Prävention (dsgip.de) nimmt an der Aktion “Du und dein Verein” der ING-DiBa teil.

Dabei hat die Stiftung die Chance, 1000 € für wichtige gemeinnützige Projekte zu erhalten, ohne dass Sie einen Cent in die Hand nehmen müssen. Das Smartphone reicht aus! Diese Summe würde sehr helfen alle Stiftungsprojekte erhalten und ausbauen zu können. Alles, was die Stiftung dazu braucht, ist Ihre Stimme!

Hier Sie können Sie für die DSGIP Ihr Votum abgeben:

Vielen Dank für Ihre Unterstützung vorab!

Ihr Life-SMS Team


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Schön, dass mal quergedacht wird: Humane Retroviren, Superantigene und MS

Ab und zu wagt es dann doch jemand das Dogma der MS als Autoimmunerkrankung infrage zu stellen, wie diese Pressemitteilung der Universität Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zeigt.

Neues Konzept zur Entstehung von Multipler Sklerose vorgestellt

Was steckt dahinter?

Virale und bakterielle Infektionen stehen seit Anfang der MS-Forschung im Verdacht, maßgeblich an der Ätiologie der Krankheit beteiligt zu sein. Einen besonderen Impuls in Richtung dieser Vermutung brachte der epidemieartige Ausbruch der Krankheit auf den Färöer-Inseln, nachdem diese im zweiten Weltkrieg durch britische Truppen besetzt worden waren. Das erste epidemische Auftreten geschah im Jahr 1943 bei 21 nativen Einwohnern gefolgt von drei weiteren Wellen mit 10, 10 und 13 Fällen. Die Forschergruppe um Kurtzke und Heltberg schloss daraus im Jahr 1977 und folgend auf einen unbekannten, persistenten Erreger, den sie mit dem Begriff PMSA (Primary MS Affection) beschrieben. Diese Theorie erwies sich aber in der Folge als untragbar.

Man weiß aber inzwischen zum Beispiel, dass das Epstein-Barr-Virus (EBV), das Virus, das Mononukleose (Pfeiffersches Drüsenfieber) verursacht, das Risiko einer Person MS zu entwickeln um einen Faktor 2-3 erhöht.

Eine neuere Theorie sagt, dass die “ richtige” Kombination von Infektionen, wie zum Beispiel mit dem EBV- oder JVC-Virus, mit besonderen sogenannten humanen endogenen Retroviren (HERV) zur MS führen kann. HERVs sind Retroviren, die keinen vollständigen DNA-Replikationszyklus durchlaufen, sondern als Virus-DNA dauerhaft im Genom des Menschen seit hunderttausenden von Jahren weitervererbt werden. Es wird postuliert, dass unter bestimmten Bedingungen einige dieser HERVs möglicherweise infektiöse Virionen (Virusteilchen außerhalb der Zelle) – also die als „Superantigene“ bezeichneten Hüllproteine – bilden können, die zur Art der Entzündung, wie bei MS festzustellen, beitragen. Die Forschung hat gezeigt, dass Infektionen zum Beispiel mit dem Epstein-Barr-Virus die Produktion dieser “Superantigene” erhöht.

Was bedeutet dies nun für den Umgang und Behandlung bei der MS?

Grundsätzlich erst einmal nicht allzu viel. Da z.B. etwa 96% der erwachsenen Bevölkerung mit dem EBV-Virus infiziert sind bzw. 90% mit dem JVC-Virus (ohne dass dies in der Regel zu gesundheitlichen Problemen führt), ist die vielversprechendste Strategie, dem Körper alles zur Verfügung zu stellen, was er benötigt, um mit viralen Infektionen zurechtzukommen.

Übrigens kann es durchaus sein, dass eine der heutigen Standardtherapien bei schubförmiger MS mit Interferon-β möglicherweise auch aufgrund der antiviralen Wirkung gewisse, wenn auch bescheidene, Erfolge zeigt. Auch die Forschung mit Anti-Herpes-Wirkstoffen, wie Valacyclovir, wurde in den letzten Jahren intensiviert. Trotz positiver Tendenzen ist ein Durchbruch damit bisher aber noch nicht gelungen.

Fazit:

Es bleibt zu wünschen, dass die Forschung an dieser Stelle zielstrebig und zügig weitergeht. Sollte sich die Theorie bewahrheiten, wäre ein Großteil der heutigen MS-Standardtherapien – insbesondere jene, die das Immunsystem massiv unterdrücken – zumindest infrage gestellt. Dogmen in der Medizin halten sich bekanntlich leider sehr lange. Man denke nur an mehr als 40 Jahre Verteufelung des Fetts als Auslöser kardiovaskulärer Erkrankungen. Ein Dogma, das sich aktuell in Luft aufgelöst.


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Aktuelles:

Unsere aktuelle Spendenaktion zum Thema Sport und MS

Allen bisherigen und den zukünftigen Spenderinnen und Spendern an dieser Stelle herzlichen Dank!
Es fehlen nur noch ca. 920 € bis zur allgemeinen Freischaltung der Veröffentlichung!

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Life-SMS und sonst so – Erklärfilm: Multiple Sklerose und Bewegung – aktiv leben!

An dieser Stelle weisen wir auf aktuelle Beiträge aus dem Netz hin, die einen engen Bezug zu unserem Kernthema lebensstil-orientierte und eigenverantwortliche Behandlung der MS haben. Die dort wiedergegebenen Meinungen dienen als Anregung zur kritischen Auseinandersetzung. Sie entsprechen nicht zwingend den von uns vertretenen Positionen, sind aber in allen Fällen eine Bereicherung der Diskussionsgrundlage.
2017-06-25 12_34_42-Life-SMS-Sport und MS

Erklärfilm: Multiple Sklerose und Bewegung – aktiv leben! [amsel.de; 29.9.2017]

Welches Mittel kostet wenig, kann individuell dosiert werden und trägt zu einem besseren Gesundheitszustand bei? – Regelmäßige Bewegung!, antwortet der Sprecher im jüngsten Erklärfilm von AMSEL und DMSG Bundesverband.


Der obige Beitrag passt gut zur aktuellen Life-SMS Veröffentlichung

„Sport und MS“ –

Was Sport, Training und Bewegung für die Behandlung der Multiplen Sklerose und die Wiederherstellung verloren gegangener Fähigkeiten bedeuten.

Bitte unterstützen Sie uns via Betterplace (siehe rechts auf dieser Seite oder weiter unten)


Hilfe zur Selbsthilfe: wie Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel Nervenzellen reparieren [emed-ms.de; 28.09.2017]

Eine neue Therapiestrategie steht an der Schwelle zur Anwendung: Nervenzellen, die geschädigt sind, sollen mit Wirkstoffen geschützt und zur Selbstreparatur stimuliert werden. Dies berichtet die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) von ihrem Kongress in Leipzig, der heute beginnt.

Multiple-Sklerose-Mittel soll Millionenumsätze bringen [handelsblatt.com; 28.09.2017]

Das Erreichen der Jahresziele wird für Merck „verdammt schwierig“ – noch bleibt der Pharmakonzern aber bei seinen Prognosen. Hoffnungsträger für Millionenumsätze ist vor allem das Multiple-Sklerose-Medikament Mavenclad

Rolle der Darmflora bei Multipler Sklerose verdeutlicht [amsel.de; 12.09.2017]

Ein deutsch-amerikanisches Forscherteam zeigt erstmals, dass die Darmflora von MS-Patienten im Tiermodell eine MS-ähnliche Krankheit auslösen kann.

Wurm-Eier schlucken gegen Krankheit? Experten sind skeptisch [morgenpost.de, 23.08.2017]

Stärken die Eier des Schweinepeitschenwurms das Immunsystem? In Studien gelang das nicht. Trotzdem könnten sie bald verkauft werden.

Multiple-Sklerose-Medikamente: Amerikanische Abgeordnete ermitteln wegen Arzneipreisen [faz.net; 18.8.2017]

Zwei Demokraten aus Amerika knöpfen sich mehrere Pharmakonzerne wegen der hohen Preise für Multiple-Sklerose-Mittel vor. Die Untersuchungen betreffen auch Merck und Bayer. Haben sie sich abgesprochen?


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Aktuelles:

Unsere aktuelle Spendenaktion zum Thema Sport und MS

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Einflussfaktoren bei MS: Das Salz in der Suppe ist es wahrscheinlich nicht…

Im Jahr 2013 veröffentlichten Kleinewietfeld et al. in Nature eine Studie, die zeigte, dass Kochsalz (Natriumchlorid) bei Mäusen, die mit einer salzhaltigen Diät gefüttert werden, eine schwerere Form von EAE (MS-Modell im Tierversuch) entwickelten, was mit dem vermehrten Eindringen peripher induzierter Antigen-spezifischer Th17-Zellen in das zentrale Nervensystem im Einklang stand. Die Autoren schlossen daraus, dass eine erhöhte Zufuhr von Speisesalz ein umweltbedingter Risikofaktor für die Entstehung von Autoimmunerkrankungen wie MS durch die Induktion pathogener Th17-Zellen sein könnte.

Wir hatten damals schon gewisse Zweifel an dieser Aussage, da aus epidemiologischer Sicht dann in Ländern mit hohem Kochsalzkonsum, die Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) deutlich erhöht sein müsste. Der Blick auf die MS-Weltkarte 2013 zeigt das nicht. Im Gegenteil, bei den beiden “Kochsalzweltmeisterkonsumenten” Portugal und Japan kommt MS vergleichsweise eher selten vor.

In einer aktuellen Kohortenstudie wurde die Kochsalzaufnahme über einen validierten Fragebogen zur Häufigkeit der Nahrungsaufnahme, der alle 4 Jahre an 80.920 Krankenschwestern und Krankenpfleger in der Nurses‘ Health Study (NHS) (1984-2002) und 94.511 Teilnehmer in der Nurses‘ Health Study II (NHSII) (1991-2007) ausgehändigt wurde, bestimmt und hinsichtlich des MS-Risikos bewertet.

Die Autoren Cortese et. al. schließen aus den Ergebnissen: “Diese Studie liefert Beweise dafür, dass eine erhöhte Natriumchloridaufnahme in der Nahrung das MS-Risiko nicht erhöht, anders als in früheren experimentellen Studien angedeutet. Eine mäßige Kochsalzzufuhr über die Nahrung ist jedoch im Hinblick auf die Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen günstig.”

Fazit:

Ein erhöhter Kochsalzkonsum scheint kein bestimmender Faktor für das MS-Risiko zu sein. Inwieweit eine stark salzhaltige Ernährungsweise die Progression der Erkrankung begünstigt, kann heute nicht abschließend gefolgert werden. Der von Kleinewietfeld beschriebene Mechanismus betrifft nicht die MS, sondern lediglich das MS-Mausmodell EAE, sollte aber durchaus bedacht werden. Wenn man sich an einen moderaten Kochsalzkonsum hält, kann man den möglichen Einflussfaktor Kochsalz auf die MS-Erkrankung aus heutiger Sicht vernachlässigen.

 


Quellen:

Cortese, M., Yuan, C., Chitnis, T., Ascherio, A., Munger, K. L., Aug. 2017. No association between dietary sodium intake and the risk of multiple sclerosis. Neurology.

URL: http://view.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28842447

Kleinewietfeld, M., Manzel, A., Titze, J., Kvakan, H., Yosef, N., Linker, R. A., … Hafler, D. A. (2013). Sodium Chloride Drives Autoimmune Disease by the Induction of Pathogenic Th17 Cells. Nature, 496(7446), 518–522.

URL: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3746493/


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TCM, Sport, Vitamin D und MS – Nachlese zum Life-SMS Jahresseminar vom 9.9.2017 in Köln

Für diejenigen, die nicht dabei sein konnten, an dieser Stelle eine kurze Nachlese zum Jahresseminar letzten Samstag in Köln. Zunächst sei all denen gedankt, die den teilweise weiten Weg aus dem gesamten Bundesgebiet und sogar aus Wien auf sich genommen habe, um in Köln dabei zu sein. Mit mehr als 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmern war die Veranstaltung schon ein bemerkenswerter Erfolg.

An dieser Stelle sei es uns erlaubt einen Teilnehmerkommentar zu zitieren:

Die Referenten in Köln

“Ich möchte mich auf diesem Wege sehr herzlich für das überaus interessante und lehrreiche Seminar bedanken, das unter ihrer aktiven Mitwirkung am vergangenen Samstag in Köln stattgefunden hat. Mit Frau Dr. Schlink und Herrn Dr. Thums haben Sie zwei erstklassige Referenten gewinnen können, die beide ihren jeweiligen „Stoff“, die traditionelle chinesische Medizin bzw. die Sportmedizin, super „rübergebracht“ haben. Auch Ihre Ausführungen zum Coimbraprotokoll waren hochspannend und haben Appetit auf weitere Informationen gemacht. Die fast vier Stunden sind wie im Fluge vergangen und haben mir als MS-Patienten eine Fülle an Anregungen und Ideen für den weiteren Weg geliefert. Dafür nochmals mein aufrichtiger Dank!”

 

Was kam oder kommt noch für diejenigen dabei heraus, die keine Gelegenheit hatten in Köln dabei zu sein?

Wir sind dabei, die oben genannten Themenschwerpunkte weiter auszuarbeiten und einer breiten Leserschaft zur Verfügung zu stellen. Heute schon ist die aktuelle Life-SMS Veröffentlichung “MS und Sport – Was Sport, Training und Bewegung für die Behandlung der Multiplen Sklerose und die Wiederherstellung verlorengegangener Fähigkeiten bedeuten” für SpenderInnen als Download verfügbar (siehe auch hier). Die von Dr. Thums angesprochenen Themen Kraft- und Ausdauertraining werden in dieser Publikation ebenfalls ausführlich beleuchtet.

Der von Frau Dr. Schlink beeindruckend erläuterte Themenkreis “TCM als ganzheitlicher Ansatz bei MS” wird derzeit aufbereitet und sollte in den nächsten 6 Wochen auf Life-SMS/lsms.info aktenkundig werden. Wir halten Sie auf dem Laufenden!

Und “last not but not least” beginnen wir derzeit mit der Überarbeitung des Faktenblatts Vitamin D und MS aus dem Jahr 2014. Neben der heute weit größeren Anzahl von Studien, die den Zusammenhang zwischen Vitamin D-Spiegel und MS-Risiko nachweisen, gibt es eine wachsende Zahl von Interventionsstudien, die die Sinnhaftigkeit einer Vitamin D-Supplementation zur Schubvermeidung oder – reduzierung nachweisen. Das trifft insbesondere auch für die Kombination von Vitamin D mit immunmodulierenden Medikamenten zu.

Es lohnt sich also am Ball zu bleiben.

 


Und wenn Sie helfen wollen, dass unser Projekt weiterlebt, unterstützen Sie uns über drei einfache Wege!

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Aktuelles:

Unsere aktuelle Spendenaktion zum Thema Sport und MS

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3 gute Gründe, warum wir uns am 9.9. in Köln sehen sollten…

Nun ist die Ferienzeit auch bei Life-SMS vorbei und es geht in die nächste Runde. Wir hoffen, Sie hatten schöne Sommertage und konnten Kraft für die zweite Jahreshälfte sammeln.

Wie unseren “Followern” und Lesern bekannt, findet am 9.9.2017 ab 14:30 Uhr unser Jahresseminar zu Lebensstilfaktoren und deren möglichen positiven Auswirkungen auf den Verlauf der MS statt. Wir haben uns in diesem Jahr für die Themenkomplexe TCM (Traditionelle Chinesische Medizin), Sport und Bewegung sowie Vitamin D (Update) entschieden.

Das vollständige Programm finden Sie hier. Bitte melden Sie sich  schnellst möglich formlos mit Angabe der Personenzahl unter a.jordan@dsgip.de an. Sie helfen uns damit sehr bei der Organisation der Veranstaltung.

Warum diese Themen?

  1. Die Traditionelle Chinesische Medizin kann als sanfte Alternative und Ergänzung zur westlichen Medizin verstanden werden. Schon häufig haben Heilkräuter oder Heilpilze aus dem Kreis der TCM die Grundlage für Medikamente geschaffen, die dann Eingang in das Angebot der westlichen Pharmazie gefunden haben. Bei MS wurde zum Beispiel das Medikament Fingolimod (Handelsname GilenyaⓇ) aus den Wirkstoffen eines chinesischen Heilpilzes abgeleitet. Da in der TCM natürliche Kombinationen von Wirkstoffen zum Einsatz kommen, treten die bekannten Nebenwirkungen pharmakologisch hergestellter “Reinsubstanzen” nicht auf. Insofern lohnt es sich das “Gebäude der TCM” besser zu verstehen und Frau Dr. Schlink wird versuchen eine Antwort auf die Frage zu geben, für wen der TCM-Ansatz geeignet ist und für wen nicht?
  2. Sport und Bewegung sind ein unverzichtbarer Bestandteil der lebensstil-orientierten MS-Behandlung. Durch die Auswirkungen der MS sind körperliche Funktionen oft eingeschränkt. Kardiovaskuläre Funktionen (Herz-Kreislaufsystem), neuromuskuläre Funktionen (Muskelschwäche und Einschränkungen des Gehens) und sensorische Funktionen (Einschränkungen in der Balance, Missempfindungen) summieren sich auf und können zu mehr Inaktivität führen. Durch diese Inaktivität aber werden die physiologischen Auswirkungen der MS verstärkt, ein Teufelskreis entsteht, der durchbrochen werden muss. Doch, wie viel Bewegung und Sport ist richtig für mich, wie kann ich mich gezielt – auch bei körperlichen Einschränkungen – auftrainieren und damit einen positiven Impuls für das Immunsystem und das Nervenwachstum generieren? Der Mediziner Dr. Thums behandelt seit Jahren erfolgreich MS-Patienten mit einem ganzheitlichen Ansatz, bei dem Sport und Bewegung eine wesentliche Rolle einnehmen und wird versuchen auf diese Fragen eine Antwort zu geben.
  3. Vitamin D und Sonnenlicht werden schon seit Start des Life-SMS Projektes und der Informationsplattform lsms.info als wesentliche Komponenten der MS-Behandlung verstanden. Die positiven Aussagen im von Life-SMS schon im Jahr 2014 veröffentlichten Faktenblatt “Vitamin D und MS” wurden inzwischen eindrucksvoll bestätigt und sogar übertroffen. Heute bestehen nur wenig Zweifel an der schubreduzierenden Wirkung eines guten Vitamin D-Spiegels. Man vermutet eine “Plateaubildung” ab einem bestimmten Blutwert, oberhalb dessen keine weitere Wirkung erwartet wird. Aber auch das ist fraglich und keineswegs entschieden, wie Berichte über das sogenannte “Coimbra-Protokoll” – eine Hochdosistherapie mit Vitamin D – zeigen. Wir fassen die Faktenlage zusammen und versuchen ein Update zu diesen Fragestellungen zu geben.

Es gibt noch einen vierten wichtigen Punkt: Wir sind komplett pharmaunabhängig, müssen nichts verkaufen und werden vollständig aus privaten Mitteln getragen.

Also genug Gründe um am 9.9. nach Köln zu kommen!

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Ihr

Life-SMS Team

 


Aktuelles:

Unsere aktuelle Spendenaktion zum Thema Sport und MS

Die Anmeldung zum Life-SMS Jahresseminar am 9.9.2017 in Köln

Allen bisherigen und den zukünftigen Spenderinnen und Spendern an dieser Stelle herzlichen Dank! Themenfelder:

TCM, Sport und MS, Update Vitamin D inkl. Bemerkungen zur Hochdosistherapie

Es fehlen nur noch ca. 1.700 € bis zur allgemeinen Freischaltung der Veröffentlichung! Anmeldung: formlos via a.jordan@dsgip.de
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