Die zentrale Rolle der Mitochondrien: Wichtige Perspektiven bei Autoimmunerkrankungen inkl. MS

Mitochondrien, die Kraftwerke unserer Zellen

Eine kürzlich erschienene Übersichtsarbeit zur Rolle der Mitochondrien [1] bei verschiedenen Erkrankungen und im gesunden Körper zeigt noch einmal sehr deutlich, dass wir mit den Lebensstilinterventionen von Life-SMS auf dem richtigen Weg zur Stabilisierung und Gesundung sind.

Mitochondrien, die Kraftwerke unserer Zellen, tun mehr als nur Energie zu erzeugen. Sie spielen eine Schlüsselrolle bei zahlreichen Prozessen, wie dem Ausgleich des Kalzium- und Eisenspiegels, der Produktion von Hormonen und Neurotransmittern und der Interaktion mit anderen Körpersystemen wie der zirkadianen Uhr, der Darmmikrobiota und dem Immunsystem. In vielerlei Hinsicht sind die Mitochondrien ein entscheidendes Bindeglied für die Erhaltung unserer Gesundheit. Wenn jedoch die Funktion der Mitochondrien gestört ist, kann dies zu verschiedenen Gesundheitsproblemen führen, darunter das metabolische Syndrom, neurodegenerative Erkrankungen, Krebs und Autoimmunerkrankungen.

Detaillierter Aufbau eines (tierischen) Mitochondriums

Die oben genannte Übersichtsarbeit konzentriert sich speziell auf den Zusammenhang zwischen mitochondrialer Dysfunktion und neurologischen Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson und damit auch Multipler Sklerose (MS) sowie auf neuroinflammatorische Störungen wie das chronische Müdigkeitssyndrom und chronische Schmerzen. Das Gehirn, eines der Organe mit dem höchsten Energiebedarf, ist in hohem Maße auf die Mitochondrien angewiesen. Wenn mitochondriale Funktionen wie Energieproduktion, Kalziumhomöostase und Immunabwehr gestört sind, kann dies schwerwiegende Auswirkungen auf Neuronen und Neurogliazellen haben. Eine gestörte Mitochondriendynamik kann auch zu einer Neuroinflammation führen, die ein häufiges Merkmal vieler neurologischer Erkrankungen ist.

Interessanterweise können Gliazellen (eine Art von Neuroglia) durch ungesunde Ernährungsgewohnheiten aktiviert werden, was dann zu einer Neuroinflammation führt. Ein Ungleichgewicht der Fettsäuren, ein Übermaß an Zucker und ein Mangel an Mikronährstoffen und Polyphenolen in der Ernährung können zu diesem Prozess beitragen. Darüber hinaus kann das Darmmikrobiom die Gesundheit des Gehirns beeinflussen, wobei eine Dysbiose (ein Ungleichgewicht der Darmbakterien) mit zahlreichen neurologischen Pathologien in Verbindung gebracht wird.

Das Hormon Melatonin wird als wichtiger Akteur bei der Bekämpfung der Neuroinflammation hervorgehoben. Es kann Immunzellen von einem entzündungsfördernden Zustand in einen entzündungshemmenden Zustand versetzen und hat schützende, antioxidative Eigenschaften, die Prozesse hemmen können, die Neurodegeneration und Entzündungen fördern.

Der Bericht befasst sich auch mit potenziellen therapeutischen Strategien zur Wiederherstellung der Gesundheit der Mitochondrien. Ein solcher Ansatz ist die Hormesis – eine evolutionäre Anpassungsreaktion, bei der ein milder Stressor die Toleranz eines Organismus gegenüber toxischeren Stressfaktoren erhöht. Dies entspricht im Wesentlichen der Idee „was dich nicht umbringt, macht dich stärker“. Hormetische Strategien oder „Mitohormese“ könnten zur Förderung der Widerstandsfähigkeit und Gesundheit der Mitochondrien eingesetzt werden, um chronischen Krankheiten und vorzeitiger Alterung vorzubeugen.

Diese Strategien könnten verschiedene Arten von Auslösern beinhalten, wie z. B. Bewegung, kontrollierter oxidativer Stress, Kalorienrestriktion, Temperaturstressoren (z.B. Kälte; Hitze ist bei MS eher zu meiden) und die Verwendung von phytochemischen Substanzen (z.B. Polyphenole, Flavonoide). In Intervallen und in der richtigen Kombination eingesetzt, könnten diese Strategien dazu beitragen, die Gesundheit der Mitochondrien zu erhalten, die Effizienz des Immunsystems zu fördern und die metabolische und neurologische Flexibilität zu verbessern.

Die Autoren weisen darauf hin, dass moderne Lebensgewohnheiten wie Bewegungsmangel, Überfluss an Nahrungsmitteln, Schlafstörungen, Mikronährstoffmangel und Umweltschadstoffe zu erheblichem mitochondrialem Stress und Dysfunktion führen können. Dies können die Kennzeichen vieler Krankheiten und chronischer Zustände sein. Hormetische Eingriffe zum Schutz und zur Wiederherstellung der Mitochondrienfunktion könnten daher einen weitreichenden Nutzen für die Gesundheit haben und möglicherweise chronischen Krankheiten vorbeugen.

Fazit:

Es ist wichtig zu verstehen, dass unser Lebensstil einen direkten Einfluss auf die Gesundheit unserer Mitochondrien hat, die wiederum eine entscheidende Rolle bei vielen Krankheiten spielen. Durch die Wahl eines gesunden Lebensstils können wir die Gesundheit unserer Mitochondrien fördern und damit das Risiko für viele Krankheiten senken, aber auch selbst therapeutisch aktiv werden. Gerade für Menschen mit MS ist es an der Zeit, diesen entscheidenden Zusammenhang zwischen mitochondrialer Gesundheit und Lebensstil zu erkennen und entsprechend zu handeln.

Die Grundlagen findet dazu findet man u.a. in unserem Projekt und der Life-SMS-Mindmap!

[1]: Casanova A, Wevers A, Navarro-Ledesma S, Pruimboom L. Mitochondria: It is all about energyFront Physiol. 2023;14:1114231. Published 2023 Apr 25. doi:10.3389/fphys.2023.1114231 [free access]

Bildquelle: By translated by Tirkfl, original by LadyofHats – German version of Animal mitochondrion diagram en.svg., Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6195054

Life-SMS und sonst so: Trainieren gegen Multiple Sklerose


An dieser Stelle weisen wir auf aktuelle Beiträge aus dem Netz hin, die einen engen Bezug zu unserem Kernthema lebensstil-orientierte und eigenverantwortliche Behandlung der MS haben. Die dort wiedergegebenen Meinungen dienen als Anregung zur kritischen Auseinandersetzung. Sie entsprechen – außer bei den Beiträgen von anderen DSGIP-Projekten – nicht zwingend den von uns vertretenen Positionen, sind aber in allen Fällen eine Bereicherung der Diskussionsgrundlage. Am Ende erwähnen wir zudem aktuelle möglichst frei verfügbare Studien, die unseren Ansatz untermauern – machen Sie sich selbst ein Bild!

Foto von Intenza Fitness auf Unsplash

Trainieren gegen Multiple Sklerose (MS): So soll Hochintensives Intervalltraining die Nervenkrankheit stoppen [24vita.de, 25.6.2023]

Neue Studien zeigen, dass hochintensives Intervalltraining (HIIT) verhindert, dass Multiple Sklerose (MS) weiter fortschreitet und sogar zurückgedreht werden kann.

Fermentations-Einmaleins: Gesundheitliche Vorteile von Fermenten [naehrstoffallianz.dsgip.de; 18.5.2023]

Vor der Zeit chemischer Konservierungsstoffe, elektrischer Kühl- und Gefriergeräte sowie weiteren industriellen Methoden der Lebensmittelhaltbarmachung, war die Fermentation von Lebensmitteln eine bedeutende Konservierungsmethode. Die bei der Fermentation gebildeten antimikrobiellen Substanzen, wie organische Säuren, Ethanol und Bakteriocine, halten krankmachende Mikroorganismen fern. Im Laufe der Jahre konnten immer mehr Substanzen mit gesundheitsförderlichen Wirkungen in Fermenten identifiziert werden, welche vor der Fermentation im Ausgangsnahrungsmittel nicht vorhanden waren. 

α-Liponsäure – die heilende Fettsäure [naehrstoffallianz.dsgip.de; 4.5.2023]

Den Begriff „Fettsäuren“ kennen Sie sicher. Es sind Säuren, die das Fett aufbauen, das wir dann über Lebensmittel wie Öl, Butter oder Nüsse aufnehmen. Heute sprechen wir von einer besonderen Fettsäure, der α-Liponsäure. Sie kommt in Pflanzen, Tieren und im Menschen vor. Beim Menschen wirkt sie vor allem als Antioxidanz. Aufgrund dieser Eigenschaften hat α-Liponsäure einen positiven Einfluss auf den Verlauf vieler Krankheiten wie Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenerkrankungen, Alzheimer, Parkinson, Multiple Sklerose und Unfruchtbarkeit.

FDA STOPPT NEUAUFNAHME VON PATIENTEN: Evobrutinib: Leberschäden durch MS-Medikament? [ap otheke-adhoc.de, 12.4.2023]

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat die Aufnahme neuer Patienten für eine Behandlung mit dem MS-Mittel Evobrutinib im Rahmen der abschließenden klinischen Phase-III-Prüfung ausgesetzt. Grund sei der Verdacht auf Leberschädigung durch das Mittel, teilte Merck am Mittwoch in Darmstadt mit. Der Konzern will die Studienergebnisse aber weiter im vierten Quartal veröffentlichen.

Ashwagandha – ein Zauberkraut oder nur eine Pflanze? [naehrstoffallianz.dsgip.de; 30.3.2023]

Das Wort Ashwagandha bedeutet im indischen „Geruch des Pferdes“ und steht für das kraftvolle und vitale Pferd. Lassen Sie sich aber davon nicht abschrecken. Ashwagandhda ist eine Pflanze, die seit Jahrtausenden im Ayurveda als Heilmittel verwendet wird. 

Multiple Sklerose: 13 wesentliche Ursachen und Risikofaktoren [omeda.de, 27.3.2023]

Multiple Sklerose entwickelt sich meist im jungen Erwachsenenalter. Die genauen Ursachen sind zwar noch nicht endgültig geklärt. Fachleute sind sich jedoch einig, dass neben Erbanlagen zahlreiche weitere Ursachen eine Rolle spielen – vor allem, wenn mehrere Kriterien zusammentreffen.

Interessanter Review:

Correale J, Marrodan M. Multiple sclerosis and obesity: The role of adipokines. Front Immunol. 2022;13:1038393. Published 2022 Nov 15. doi:10.3389/fimmu.2022.1038393

Entdecken Sie die Life-SMS Mindmap: Navigieren Sie durch das Labyrinth von Lebensstil und Multiple Sklerose

Mindmaps sind äußerst nützliche Werkzeuge, um komplexe Zusammenhänge und Informationen zu visualisieren und zu strukturieren. Im Fall von Multiple Sklerose (MS) und Lebensstil können sie dazu beitragen, das Verständnis für das komplexe Zusammenspiel von Faktoren, die die Krankheit beeinflussen, zu verbessern und den Betroffenen bei der Suche nach individuellen Ansätzen zur Stabilisierung und Gesundung zu helfen.
Eine Mindmap ermöglicht es, die verschiedenen Aspekte eines Themas auf einer einzigen visuellen Ebene darzustellen, sodass Betroffene leichter die für sie relevanten Informationen identifizieren und verknüpfen können. Dadurch kann der Nutzer ein besseres Verständnis für seinen persönlichen Wissensstand in diesem Themengebiet entwickeln und mögliche Ansatzpunkte oder kritische Elemente erkennen.

Die Life-SMS Mindmap

Die Life-SMS Mindmap

Aufbauend auf dieser Erkenntnis wurde die Life-SMS Mindmap entwickelt. Sie dient als Landkarte der Life-SMS Methodik und veranschaulicht die vielfältigen Zusammenhänge zwischen Lebensstil und MS. Die interaktive Mindmap verweist von den einzelnen Punkten auf weiterführende Informationen bei Life-SMS oder anderen Quellen, was den Wissenserwerb und die Orientierung im Informationsdschungel erleichtert.

In unserem Newsfeed werden die neuesten Erkenntnisse, Artikel und Gastbeiträge rund um das Thema MS und Lebensstil präsentiert. Dieser Newsfeed trägt dazu bei, die Life-SMS Mindmap kontinuierlich zu aktualisieren und weiterzuentwickeln, indem die neuesten Forschungsergebnisse und Entwicklungen einfließen.

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Es ist wichtig zu betonen, dass die Mindmap lediglich als Hilfestellung und Orientierung dient und keinen Anspruch auf Richtigkeit oder Vollständigkeit erhebt. Jeder Betroffene muss seinen individuellen Weg durch das Labyrinth der Lebensstileinflüsse bei MS finden. Die Life-SMS Mindmap ist jedoch ein wertvolles Werkzeug, um den Einstieg in dieses komplexe Thema zu erleichtern und den Betroffenen bei der Entdeckung ihres persönlichen Weges zur Stabilisierung und Gesundung zu unterstützen.

Fazit

Lassen Sie sich nicht von der Komplexität der Zusammenhänge von Lebensstil und MS einschüchtern. Entdecken Sie die Life-SMS Mindmap und nutzen Sie sie als hilfreiches Werkzeug, um Ihr persönliches Verständnis für die Zusammenhänge zu vertiefen und individuelle Ansätze zur Stabilisierung und Gesundung zu finden. Abonnieren Sie gerne zusätzlich unseren Newsfeed, um stets über die neuesten Erkenntnisse, Artikel und Gastbeiträge rund um das Thema MS und Lebensstil informiert zu sein. Gemeinsam können wir unseren Weg durch das Labyrinth der Lebensstileinflüsse bei MS navigieren und zu einer besseren Lebensqualität gelangen.

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Intermittierendes Fasten: ein vielversprechender Ansatz zur Verbesserung der MS-Symptome und der Lebensqualität

Foto von Nadine Primeau auf Unsplash

Eine aktuelle Studie [1] hat ergeben, dass die Einschränkung der Kalorienzufuhr an zwei Tagen pro Woche über einen Zeitraum von drei Monaten bei Menschen mit schubförmig remittierender Multipler Sklerose (RRMS) zu Verbesserungen des Immunsystems, des Stoffwechsels und des Denkvermögens führen kann. Diese Art der Ernährung, das so genannte intermittierende Fasten, trug auch zum Abbau von Körperfett bei. Die Forscher sind der Meinung, dass intermittierendes Fasten für Menschen mit MS sicher und förderlich ist. In der Studie hielten die Teilnehmer an zwei Tagen pro Woche eine kalorienarme Diät (400-500 Kalorien pro Tag) ein und ernährten sich an den anderen fünf Tagen normal. Diese Diät führte zu positiven Veränderungen bei Immunzellen und Hormonen, die mit Entzündungen in Zusammenhang stehen. Die Teilnehmer an dieser Diät zeigten außerdem bessere kognitive Leistungen und berichteten über eine Verbesserung der Fatigue und des allgemeinen Wohlbefindens. Diese Ergebnisse sind ermutigend, aber es sind sicherlich weitere Forschungen erforderlich, um genauer zu verstehen, wie intermittierendes Fasten Menschen mit MS nützt.

Die Studie

Die Studie wurde von Laura Piccio, MD, PhD, einer Neurologin und Professorin für Neurologie an der Washington University in St. Louis, Missouri, und der University of Sydney geleitet. Die Ergebnisse wurden auf dem Americas Committee for Treatment and Research in Multiple Sclerosis (ACTRIMS) Forum 2023 vorgestellt.

  • Ein Grund, warum intermittierendes Fasten Menschen mit MS helfen kann, ist, dass es zu entzündungshemmenden Veränderungen im Körper führt. Fettleibigkeit erhöht bekanntermaßen das Risiko, an MS zu erkranken, und ist aufgrund der Produktion von Adipokinen (Signalmoleküle, die vom Fettgewebe abgesondert werden) mit einem entzündungsfördernden Zustand verbunden. Intermittierendes Fasten kann die Spiegel entzündungsfördernder Adipokine wie Leptin senken und entzündungshemmende wie Adiponektin erhöhen.
  • In der Studie wurden 42 Erwachsene mit RRMS nach dem Zufallsprinzip entweder einer kalorienreduzierten Gruppe oder einer Kontrollgruppe mit normaler Ernährung zugewiesen. Die Gruppe mit intermittierendem Fasten nahm an zwei Tagen in der Woche 400-500 Kalorien pro Tag zu sich, die hauptsächlich aus ein bis zwei Salaten mit nicht stärkehaltigem Gemüse und einem leichten Dressing bestanden.
  • Die Compliance bei der Studie war hoch: 81 % der Teilnehmer schlossen die Studie ab. Das Hauptziel der Studie wurde erreicht: Senkung des Leptinspiegels im Blut durch die Ernährung. Die Gruppe mit intermittierendem Fasten hatte nach sechs und 12 Wochen deutlich niedrigere Leptinwerte als die Kontrollgruppe.
  • Das intermittierende Fasten führte auch zu Veränderungen in den Untergruppen der Immunzellen, einschließlich einer Verringerung der Untergruppen der entzündlichen Immun-T-Zellen und einer Zunahme der schützenden regulatorischen T-Zellen.
  • Bei den Teilnehmern an der intermittierenden Fastenkur kam es zu einer signifikanten Verringerung des Körperfetts und zu einer Verbesserung der kognitiven Leistung, die mit dem Symbol Digit Modalities Test (SDMT) gemessen wurde. Diese Verbesserungen waren in der 12. Woche deutlich besser als in der Kontrollgruppe.
  • Eine signifikante Reihe von Patienten berichtete, dass die kalorienreduzierte Diät auch zu einer Verbesserung der Fatigue, des körperlichen Wohlbefindens und des psychischen Wohlbefindens und damit insgesamt zu einer Verbesserung der Lebensqualität geführt hat.
  • Weitere Analysen sind im Gange, um ernährungsbedingte Veränderungen im Darmmikrobiom zu bewerten, da ein gestörtes Darmmikrobiom mit MS-Erkrankungen in Zusammenhang in steht.

Fazit

Zusammenfassend lässt die Studie den Schluss zu, dass intermittierendes Fasten für Menschen mit RRMS sicher und vorteilhaft ist und zu einer Verbesserung der Immunfunktion, des Stoffwechsels, der kognitiven Leistung und des allgemeinen Wohlbefindens führt. Weitere Forschung ist sicherlich sinnvoll, um die zugrunde liegenden Mechanismen zu verstehen und diese Ergebnisse in größeren Populationen zu bestätigen.

Betroffene müssen jedoch nicht auf umfangreiche Studien warten, sondern können intermittierendes Fasten bereits heute als Teil des Werkzeugkastens zur Stabilisierung und Genesung bei MS einsetzen.

Der besondere Tipp

Unser Schwesterprojekt „Die NährstoffAllianz“ bietet hierzu eine interessante Fastenfibel zum Download an, in der die verschiedenen Fastenarten erklärt werden.

Die kleine Fastenfibel können Sie hier kostenlos herunterladen:

Die Fastenfibel als pdf-Download….

Über eine kleine oder größere Spende via Betterplace:

https://www.betterplace.org/de/projects/84740-die-naehrstoffallianz

würde sich die NährstoffAllianz in diesem Zusammenhang natürlich sehr freuen!

Quelle

[1] CE2.2. Randomized Clinical Trial of Intermittent Calorie Restriction in People with Multiple Sclerosis: Effects on Immunometabolic and Cognitive Measures; L. Ghezzi1, V. Tosti1, C. Cantoni 2, A. Salter 3, S. Lancia 3, Y. Zhou 4, R. Mikesell1, M. Sen 5, K. Obert1, A. H. Cross1, R. T. Naismith1, L. Piccio 1; 1Washington University in St. Louis, St. Louis, MO, 2 Barrow Neurological Institute, Phoenix, AZ, 3UT Southwestern Medical Center, Dallas, TX, 4University of Connecticut Health, Farmington, CT, 5Brain and Mind Center University of Sydney, Camperdown, AUSTRALIA. Link


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Kann der künstliche Süßstoff Aspartam Angstzustände verstärken?

Aspartam, ein künstlicher Süßstoff, der häufig in Diätgetränken und kalorienreduzierten Lebensmitteln verwendet wird, kann das Risiko für Angstzustände erhöhen, wie erste Forschungsergebnisse zeigen. Dies ist natürlich auch für MS-Betroffene eine wichtige Information, da Angst ein häufiges Begleitsymptom der Erkrankung ist. Die entsprechende Studie wurde zwar „nur“ an Mäusen durchgeführt, zeigt aber so signifikante Ergebnisse, dass man als Mensch auf diesen Süßstoff besser ganz verzichten sollte [1]. Dies auch vor dem Hintergrund, dass die ausgelösten Angstzustände sogar bei bis zu zwei Generationen der Mäusenachkommen auftraten.

In der Studie beobachteten die Forsche, dass Mäuse, die aspartamhaltiges Wasser tranken, in einer Reihe von Labyrinthtests ein ausgeprägtes angstähnliches Verhalten zeigten.

Dieses Verhalten trat bei Aspartam-Dosen auf, die weniger als 15 % der von der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) empfohlenen maximalen Tagesdosis für Menschen entsprachen. Die Forscher kommentierten die Ergebnisse entsprechend:

„Es handelte sich um ein so ausgeprägtes angstähnliches Verhalten, mit dem wohl keiner von uns gerechnet hatte. Es war völlig unerwartet. Normalerweise sieht man subtile Veränderungen“, sagte die Hauptautorin Sara Jones, Doktorandin am Florida State University (FSU) College of Medicine in Tallahassee, in einer Pressemitteilung.

Was bewirkt Aspertam?

Wenn Aspartam konsumiert wird, werden Asparaginsäure, Phenylalanin und Methanol gebildet – allesamt Stoffe, die starke Auswirkungen auf das zentrale Nervensystem haben können.

Die Exposition der Mäuse gegenüber Aspartam führte auch zu Veränderungen in der Expression von Genen, die das Gleichgewicht zwischen Erregung und Hemmung in der Amygdala regulieren, einer Hirnregion, die Angst und Furcht reguliert.

Wurde den Mäusen Diazepam verabreicht, das zur Behandlung von generalisierten Angstzuständen eingesetzt wird, konnte das Angstverhalten der Tiere gelindert werden. Das unterstreicht den Zusammenhang zwischen Aspartam und Angstzuständen.

Generationsübergreifende Übertragung

„Die Angst, ihre Reaktion auf Diazepam und die Veränderungen in der Amygdala-Genexpression sind nicht auf die Aspartam-exponierten Individuen beschränkt, sondern treten auch in bis zu zwei Generationen auf, die von den Aspartam-exponierten Männchen abstammen“, berichten die Forscher.

„Die Extrapolation der Ergebnisse auf den Menschen legt nahe, dass Aspartamkonsum in Dosen unterhalb der von der FDA empfohlenen maximalen Tagesdosis bei Aspartam konsumierenden Personen und ihren Nachkommen neurologische Veränderungen hervorrufen kann“, schreiben sie.

„Die menschliche Bevölkerung, die von den potenziellen Auswirkungen von Aspartam auf die psychische Gesundheit bedroht ist, könnte also größer sein als die derzeitigen Erwartungen, die nur Aspartam konsumierende Personen einschließen“, fügen die Studienautoren hinzu.

Alles andere als harmlos?

Die Forscher planen, weitere Daten aus der Studie zu veröffentlichen, die sich darauf konzentrieren, wie Aspartam das Gedächtnis der Mäuse beeinflusst.

In zukünftigen Forschungsarbeiten hoffen sie, molekulare Mechanismen zu identifizieren, die die Übertragung der Wirkung von Aspartam über Generationen hinweg beeinflussen.

Die FSU-Studie reiht sich in eine Reihe von Studien ein, die die lange Zeit vorherrschende Meinung widerlegen, dass Aspartam und andere nicht-nutritive Süßstoffe keine Auswirkungen auf den Körper haben.

Wie Medscape Medical News [2] berichtet, fanden Forscher in einer kürzlich durchgeführten Studie heraus, dass diese Zuckeraustauschstoffe nicht stoffwechselneutral sind und das Darmmikrobiom in einer Weise verändern können, die den Blutzuckerspiegel beeinflussen kann.

Künstliche Süßstoffe werden auch mit einem erhöhten Risiko für Herzerkrankungen, Schlaganfälle und Krebs in Verbindung gebracht.

FAZIT:

Auch wenn diese Studie bisher nur in Mausversuchen diese Ergebnisse gezeigt hat, sollten insbesondere von Angstzuständen MS-Betroffene aber auch jene die bisher davon verschont wurden, einfach auf Aspartam als Süßstoff verzichten. Dies könnte ein weiterer Mosaikstein bei der Krankheitsbewältigung sein. Mit Blick auf die möglicherweise generationsübergreifende Wirkung von Aspartam sollte sich jeder Mensch gut überlegen, inwieweit ein Genuss von Aspartam unbedingt nötig ist.

[1] Jones SK, McCarthy DM, Vied C, Stanwood GD, Schatschneider C, Bhide PG. Transgenerational transmission of aspartame-induced anxiety and changes in glutamate-GABA signaling and gene expression in the amygdala. Proc Natl Acad Sci U S A. 2022;119(49):e2213120119. doi:10.1073/pnas.2213120119 https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36459641/ [free access]

[2] Der Artikel greift auf einen Originalartikel in Medscape Medical News vom 20.12.2022 zurück: Can a Common Artificial Sweetener Fuel Anxiety? https://www.medscape.com/viewarticle/985861

Foto von Towfiqu barbhuiya auf Unsplash


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Welche Rolle spielen ultrahochverarbeitete Lebensmittel bei der Entstehung von Läsionen des Nervensystems und der MS?

Der Zusammenhang zwischen der Qualität der Ernährung und der Entwicklung oder dem Fortschreiten der Multiplen Sklerose ist noch immer ein wenig erforschtes Thema. Obwohl die Zahl der veröffentlichten Studien in den letzten Jahren zugenommen hat, besteht unter den Forschern kein Konsens darüber, was die optimale Ernährung zur Vorbeugung oder Behandlung von Demyelinisierung und Entzündungen des Nervensystems – den Hauptmerkmalen dieser Krankheit – wäre. Epidemiologische Daten deuten jedoch darauf hin, dass Personen, die mehr Kalorien, gesättigte Fette und Zucker zu sich nehmen, ein höheres Risiko haben, demyelinisierende Läsionen(Entmarkungsherde) und/oder Multiple Sklerose zu entwickeln. Vieles dazu finden Sie auch bei Life-SMS.

Der Zusammenhang zwischen der Qualität der Ernährung und der Entwicklung oder dem Fortschreiten der Multiplen Sklerose ist noch immer ein wenig erforschtes Thema. Obwohl die Zahl der veröffentlichten Studien in den letzten Jahren zugenommen hat, besteht unter den Forschern kein Konsens darüber, was die optimale Ernährung zur Vorbeugung oder Behandlung von Demyelinisierung und Entzündungen des Nervensystems – den Hauptmerkmalen dieser Krankheit – wäre. Epidemiologische Daten deuten jedoch darauf hin, dass Personen, die mehr Kalorien, gesättigte Fette und Zucker zu sich nehmen, ein höheres Risiko haben, demyelinisierende Läsionen und/oder Multiple Sklerose zu entwickeln.

Foto von Leon Ephraïm auf Unsplash

Andererseits gibt es immer mehr Belege dafür, dass die Qualität der Ernährung in engem Zusammenhang mit der Entstehung bzw. Vorbeugung von nicht übertragbaren Krankheiten, auch „moderne Krankheiten“ genannt, steht. So ist der Zusammenhang zwischen dem übermäßigen Verzehr von ultrahochverarbeiteten Lebensmitteln und der Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Fettleibigkeit, Dyslipidämie und Depressionen bereits eindeutig (1). In einer früheren Studie wurde auch gezeigt, dass eine Erhöhung des Anteils an ultrahochverarbeiteten Lebensmitteln in der Ernährung zu einem Anstieg von Entzündungsmarkern im Blut wie dem C-reaktiven Protein führt (2).  Aus diesem Grund wird argumentiert, dass eine Ernährung, die reich an ultra-verarbeiteten Lebensmitteln ist, eine entzündungsfördernde Ernährung ist, d. h. eine Ernährung, die Entzündungen verursacht.

Wie wir wissen, ist Multiple Sklerose eine Autoimmunerkrankung, deren wichtigste pathologische Merkmale Entzündung und Entmarkung des zentralen Nervensystems sind. Unter Berücksichtigung dieser Daten wurde in einer kürzlich durchgeführten Studie, die 2022 in der renommierten Fachzeitschrift „European Journal of Clinical Nutrition“ veröffentlicht wurde, nachgewiesen, dass ein hoher Verzehr von ultrahochverarbeiteten Lebensmitteln mit einem höheren Risiko für die Entwicklung von Demyelinisierungsläsionen des zentralen Nervensystems verbunden ist (3).

Die Autoren untersuchten eine Gruppe von Teilnehmern der Ausimmune Study (Australian Multi-centre Study of Environment and Immune Function) (4) und bewerteten anhand von Fragebögen zur Ernährung die Qualität der Ernährung von 282 Personen in den 12 Monaten vor der Diagnose der ersten demyelinisierenden Läsion, wobei sie vor allem die Menge der konsumierten ultrahochverarbeiteten Lebensmittel aufzeichneten. Die Ernährung von Patienten, bei denen eine demyelinisierende Läsion diagnostiziert wurde, wurde mit der Ernährung von Personen ohne diese Diagnose (Kontrollgruppe) verglichen. Die Ergebnisse zeigten, dass ein höherer Verzehr von ultrahochverarbeiteten Lebensmitteln signifikant mit einer höheren Wahrscheinlichkeit des Auftretens der ersten Diagnose einer demyelinisierenden Läsion des zentralen Nervensystems verbunden war.

Im Gegensatz zu anderen Studien, die den Schweregrad der Krankheit, d. h. das Fortschreiten der demyelinisierenden Läsionen nach der Diagnose der Krankheit, bewertet haben, ist diese Studie wichtig, weil sie das Risiko der Entwicklung von Läsionen bei Patienten ohne Diagnose bewertet. In Anbetracht der Tatsache, dass viele Patienten nach Erhalt einer solchen Diagnose ihre Ernährungsgewohnheiten ändern (was die Ergebnisse beeinträchtigen könnte), bietet die Studie als differenzierendes Element die Möglichkeit, die Bedeutung der Ernährung bei der Prävention der ersten demyelinisierenden Läsion zu bestimmen. Das heißt, für das Risiko, eine demyelinisierende Krankheit zu entwickeln.

Außerdem wird in dieser Studie nicht empfohlen, extreme Maßnahmen oder schwierige radikale Ernährungsumstellungen vorzunehmen, sondern vorgeschlagen, dass eine relativ einfache Maßnahme das Risiko von Demyelinisierungsschäden verringern kann: der Verzicht auf hoch- oder ultrahochverarbeitete Lebensmittel.

Aber was sind ultrahochverarbeitete Lebensmittel überhaupt?

Verarbeitungsstufen durchlaufen, einschließlich der Zugabe von chemischen Zutaten, die üblicherweise nicht in der Küche verwendet werden (wie Maissirup mit hohem Fructosegehalt, gehärtete Öle, künstliche Aromen und hydrolysierte Proteine); sie haben in der Regel eine hohe Energiedichte und sind nährstoffarm. Die Verfahren und Zutaten, die bei der Herstellung von ultrahochverarbeiteten Lebensmitteln verwendet werden, sind so konzipiert, dass sie äußerst kosteneffizient (kostengünstige Zutaten, lange Haltbarkeit, hervorgehobenes Branding), bequem (verzehrfertig) und äußerst schmackhaft (stimuliert die Geschmacksnerven) sind.

Beispiele für ultra-verarbeitete Lebensmittel sind: verpackte Snacks, Süßwaren, Backwaren, Massenbrot, viele Frühstückscerealien, Fertiggerichte, Margarine, verarbeitetes Fleisch usw..

Die in wissenschaftlichen Studien am häufigsten verwendete Klassifizierung zur Bestimmung des Verarbeitungsgrads von Lebensmitteln ist die NOVA-Klassifizierung (5), die Lebensmittel in die Kategorien unverarbeitet/minimal verarbeitet, verarbeitet und ultrahochverarbeitet einteilt. Die australische Studie hat gezeigt, dass die Gefahr im übermäßigen Verzehr dieser letzten Kategorie von Lebensmitteln liegt.

Warum sind ultrahochverarbeitete Lebensmittel schlecht für die Gesundheit Ihres Gehirns?

Es gibt einige Gründe, die die Wirkung von ultraverarbeiteten Lebensmitteln in unserem Körper erklären und warum diese Lebensmittelklasse so gefährlich ist:

  • Schlechte Ernährungsqualität – ultrahochverarbeitete Lebensmittel enthalten große Mengen an freiem oder zugesetztem Zucker, Fette, wenig Ballaststoffe und eine hohe Energiedichte. Diese Eigenschaften können die negativen Auswirkungen dieser Produkte auf kardiovaskuläre und kardiometabolische Risikofaktoren sowie auf das Risiko von Übergewicht/Adipositas erklären.
  • Sie enthalten eine große Anzahl von schädlichen Verbindungen, die bei der Lebensmittelverarbeitung entstehen, wie z. B. Acrylamid und Acrolein. Obwohl diese Verbindungen auch bei der Zubereitung von Lebensmitteln zu Hause gebildet werden (z. B. durch hohe Temperaturen beim Kochen), sind sie in ultrahochverarbeiteten Lebensmitteln in größeren Mengen vorhanden. Sowohl Acrylamid als auch Acrolein werden mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht und sind stark entzündungsfördernd.
  • Vorhandensein von endokrin aktiven Stoffen wie Bisphenolen in den Verpackungen von ultrahochverarbeiteten Lebensmitteln. Obwohl Bisphenol A in vielen Ländern für die Verwendung in Lebensmittelverpackungen verboten ist, wurde es inzwischen durch andere Komponenten wie Bisphenol S ersetzt, das ebenfalls endokrin aktive Eigenschaften hat und im Verdacht steht, noch stärker oral aufgenommen zu werden als Bisphenol A. Diese Produkte können hormonelle Veränderungen verursachen, die zu Fettleibigkeit und Entzündungen führen.
  • Da diese Zubereitungen sie sehr schmackhaft sind, führen sie zu einem verzögerten Sättigungssignal, was zu einer höheren Gesamtnahrungsaufnahme führt, die Fettansammlungen, Fettleibigkeit und Entzündungen verursacht.
  • Sie können das Darmmikrobiom so verändern, dass es gestört wird, was zu einer Dysbiose führt und die Produktion von entzündungsfördernden Zytokinen auslösen kann, die wiederum zu Neuroinflammation und Neurodegeneration beitragen können.
  • Sie sind reich an gesättigten Fettsäuren und Transfettsäuren, die ein Entzündungspotenzial haben und oxidativen Stress verursachen, und gleichzeitig arm an entzündungshemmenden Fetten wie Omega-3-Fettsäuren.
  • Durch die Zunahme des Verzehrs ultrahochverarbeiteter Lebensmittel sinkt gleichzeitig der Verzehr natürlicher oder minimal verarbeiteter Lebensmittel, die ausreichende Mengen an Makronährstoffen liefern und Quellen von Vitaminen und Mineralien sind, die sowohl für das Funktionieren des Immunsystems als auch des Nervensystems wichtig sind.

Schlussfolgerung:

Der Zusammenhang zwischen Ernährung und Multipler Sklerose wurde in einigen epidemiologischen Studien nachgewiesen. Obwohl keine bestimmte Art der Ernährung nachweislich das Fortschreiten der Krankheit in jedem Fall verhindert oder verlangsamt, gibt es immer mehr Hinweise darauf, dass eine Ernährung, die reich an ultrahochverarbeiteten Lebensmitteln ist, mit der Entwicklung von Entzündungskrankheiten in Verbindung gebracht werden kann. Eine neue Studie aus Australien hat gezeigt, dass eine höhere Aufnahme von ultrahochverarbeiteten Lebensmitteln mit einer höheren Wahrscheinlichkeit der ersten klinischen Diagnose einer Demyelinisierung verbunden war.

Crash-Diäten* sind nicht notwendig, wenn man lernt, diese Klasse von Nahrungsmitteln zu erkennen und zu vermeiden (oder so weit wie möglich zu meiden), kann man die Entwicklung von demyelinisierenden Läsionen und MS vermeiden.

(*) Crash Diäten basieren in der Regel auf einer sehr reduzierten und einseitigen Ernährung bis hin zum kompletten Ersatz der Nahrung durch irgendwelche Shakes oder Supplemente.

Referenzen:

  1. Pagliai G, Dinu M, Madarena MP, Bonaccio M, Iacoviello L, Sofi F. Consumption of ultra-processed foods and health status: a systematic review and meta-analysis. Br J Nutr. 2021 Feb 14;125(3):308-318. doi: 10.1017/S0007114520002688. Epub 2020 Aug 14. PMID: 32792031; PMCID: PMC7844609.
  2. Lane MM, Lotfaliany M, Forbes M, Loughman A, Rocks T, O’Neil A, Machado P, Jacka FN, Hodge A, Marx W. Higher Ultra-Processed Food Consumption Is Associated with Greater High-Sensitivity C-Reactive Protein Concentration in Adults: Cross-Sectional Results from the Melbourne Collaborative Cohort Study. Nutrients. 2022 Aug 12;14(16):3309. doi: 10.3390/nu14163309. PMID: 36014818; PMCID: PMC9415636.
  3. Mannino A, Daly A, Dunlop E, Probst Y, Ponsonby AL, van der Mei IAF; Ausimmune Investigator Group; Black LJ. Higher consumption of ultra-processed foods and increased likelihood of central nervous system demyelination in a case-control study of Australian adults. Eur J Clin Nutr. 2023 Feb 8. doi: 10.1038/s41430-023-01271-1. Epub ahead of print. PMID: 36754977.
  4. https://www.msaustralia.org.au/ausimmune/
  5. Monteiro CA, Cannon G, Levy RB, Moubarac JC, Louzada ML, Rauber F, Khandpur N, Cediel G, Neri D, Martinez-Steele E, Baraldi LG, Jaime PC. Ultra-processed foods: what they are and how to identify them. Public Health Nutr. 2019 Apr;22(5):936-941. doi: 10.1017/S1368980018003762. Epub 2019 Feb 12. PMID: 30744710.

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Life-SMS und sonst so: Kardio-Training und Neuroplastizität


An dieser Stelle weisen wir auf aktuelle Beiträge aus dem Netz hin, die einen engen Bezug zu unserem Kernthema lebensstil-orientierte und eigenverantwortliche Behandlung der MS haben. Die dort wiedergegebenen Meinungen dienen als Anregung zur kritischen Auseinandersetzung. Sie entsprechen nicht zwingend den von uns vertretenen Positionen, sind aber in allen Fällen eine Bereicherung der Diskussionsgrundlage. Am Ende erwähnen wir zudem aktuelle möglichst frei verfügbare Studien, die unseren Ansatz untermauern – machen Sie sich selbst ein Bild!

Kardio-Training und Neuroplastizität mit Dr. Gretchen [overcomingms.org, 24.2.2023, englisch]

Dr. Gretchen erklärt, dass Ausdauertraining vor Kräftigungsübungen das Gehirn auf Neuroplastizität vorbereitet. Das bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit, dass Sie Ihre Muskeln stärken und Ihre Beweglichkeit verbessern, dann noch größer ist! 

Salz kappt die Energiezufuhr der Immunregulatoren [bionity.com; 13.2.2023]

Wer zu viel Salz isst, schwächt die Energieversorgung von regulatorischen T-Zellen. Das kann sich auf Autoimmunität auswirken, berichtet ein internationales Team – darunter Dominik Müller – in „Cell Metabolism“. Denn wenn sie lahm gelegt sind, können Immunreaktionen aus dem Ruder laufen

Auswirkungen von Vitamin D auf die Gesundheit: Neue Studie legt nahe, dass es auf das Körpergewicht ankommt [europeantimes.news; 4.2.2023]

Personen mit einem höheren BMI zeigten eine schwächere Reaktion auf eine Vitamin-D-Supplementierung, was Unterschiede bei den Ergebnissen wie Krebs, Diabetes und Autoimmunerkrankungen erklären könnte.

Schlecht schlafende Teens bekommen eher MS [pressetext.de, 24.1.2023]

Unzureichender und gestörter Schlaf während der Jahre als Teenager erhöhen das Risiko für Multiple Sklerose (MS), wie eine Fall-Kontroll-Studie unter der Leitung des Karolinska Institutet zeigt. 

Immunadsorption (IA) zeigt Vorteile gegenüber Methylprednisolon bei MS Patienten [idw-online.de, 6.10.2022]

In einer Beobachtungsstudie zur Evaluation der Wirksamkeit von Immunadsorption (IA) vs. Methylprednisolon bei Patienten mit steroidrefraktären akuten Schüben der Multiplen Sklerose konnten günstige Ergebnisse für die Immunadsorption im Vergleich zur doppelten Dosis Methylprednisolon gezeigt werden.

Den Ursachen der MS auf der Spur: regulatorische, wandernde und versteckte Zellen [amsel.de, 2.9.2022]

Das Bild der MS wird immer genauer. Das liegt auch an den beeindruckenden Ergebnissen jüngerer Forscher. Drei Sobek-Nachwuchspreisträger stellen ihre Arbeit vor.


Interessante frei verfügbare Studien:

Duscha A, Hegelmaier T, Dürholz K, Desel C, Gold R, Zaiss MM, Haghikia A. Propionic acid beneficially modifies osteoporosis biomarkers in patients with multiple sclerosis. Ther Adv Neurol Disord. 2022 Jun 21;15:17562864221103935. doi: 10.1177/17562864221103935. PMID: 35755968; PMCID: PMC9218497

Chunder, R., Weier, A., Mäurer, H., Luber, N., Enders, M., Luber, G., Heider, T., Spitzer, A., Tacke, S., Becker-Gotot, J., Kurts, C., Iyer, R., Ho, P. P., Robinson, W. H., Lanz, T. V., & Kuerten, S. (2022). Antibody cross-reactivity between casein and myelin-associated glycoprotein results in central nervous system demyelination. Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America, 119(10), e2117034119. https://doi.org/10.1073/pnas.2117034119


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Multiple Sklerose und Adipositas: Die Rolle der Adipokine

Das Fettgewebe als endokrines Organ sondert eine Reihe von Hormonen ab (sezeniert), die als Adipokine bezeichnet werden. Bei starkem Übergewicht ist die Funktion der Adipozyten (die Fett speichernden Zellen des weißen und braunen Fettgewebes) dereguliert und die Adipokine werden in veränderten Mengen gebildet. Adiponektin und Leptin sind die häufigsten Adipokine und Bindeglieder auf der Ebene der Signalübertragung zwischen Adipositas und Stoffwechselstörungen.

Ein im Jahr 2022 erschienener Review [1] hat die komplexen Zusammenhänge zwischen Übergewicht, Adipokinen und deren Einfluss auf die Entstehung und den Verlauf der MS eingehend untersucht. Wir beschränken uns hier auf die wesentlichen Zusammenhänge und Aussagen.

Grundsätzliches

In den letzten Jahrzehnten haben bevölkerungsbezogene Studien Hinweise auf eine weltweite Zunahme der MS-Inzidenz, insbesondere bei Frauen, erbracht. Angesichts der kurzen Zeitspanne, in der diese Veränderungen aufgetreten sind, lassen sie sich nicht allein mit genetischen Faktoren erklären, was den möglichen Beitrag der Umwelt und/oder von Faktoren des Lebensstils zu diesem Phänomen unterstreicht. Auch die Prävalenz und Inzidenz der Adipositas haben in den letzten Jahrzehnten bei beiden Geschlechtern und in allen Altersgruppen infolge der veränderten Lebensweise erheblich zugenommen und sind zu einem weltweiten Problem für die Gesundheitsversorgung geworden. In den letzten drei Jahrzehnten ist die Prävalenz von Adipositas nach verschiedenen Schätzungen bei Erwachsenen um durchschnittlich 27,5 % und bei Kindern um 47,1 % gestiegen [2]. Die beobachtete parallele Zunahme von MS und Adipositas hat zur Suche nach potenziellen biologischen Mechanismen geführt, die beiden Erkrankungen gemeinsam sind.

Traditionell wurden das Fettgewebe und das Immunsystem als zwei völlig getrennte Körpersysteme mit unterschiedlichen biologischen Funktionen betrachtet. Heute weiß man jedoch, dass das Fettgewebe hormonell aktiv ist und Zytokine und Adipokine absondert. Adipokine sind eine Gruppe hormonähnlicher Moleküle, die vom weißen Fettgewebe produziert werden, autokrine und parakrine Funktionen ausüben und den Energiestoffwechsel, Entzündungen und Immunreaktionen regulieren. In der Tat wird die Bedeutung des Fettgewebes als sekundäres Immunorgan zunehmend gewürdigt. Fettleibigkeit verändert das Adipokin-Profil und verschiebt es in Richtung eines eher entzündungsfördernden und weniger entzündungshemmenden Zustands.

Tatsächlich zeigen Einzelzell-Sequenzierungsanalysen von Immunzellen, die aus menschlichem Fettgewebe und aus dem von Mäusen isoliert wurden, deutliche Unterschiede zwischen Proben aus fettarmem und Fettgewebe [3, 4], was darauf hindeutet, dass der zugrunde liegende Immunstatus Stoffwechselprozesse beeinflussen kann. Adipositas kann verschiedene entzündliche Auswirkungen auf das ZNS haben.

Fettleibigkeit und Multiple Sklerose: Epidemiologische Zusammenhänge

Ein erhöhter Body-Mass-Index (BMI) und Fettleibigkeit spielen bei der Entwicklung von MS eine wichtige Rolle. Studien haben gezeigt, dass ein BMI von 30 kg/m2 im Jugendalter nicht nur das Risiko für die Entwicklung von MS erhöht, sondern auch mit einem höheren Grad an Behinderung sowie einer verstärkten Neuroinflammation und Atrophie der grauen Substanz in Verbindung gebracht wird [5, 6].

Obwohl die ersten Studien aufgrund ihres Designs (retrospektive, selbst eingeschätzte Gewichts- und Größenangaben) Einschränkungen aufwiesen, wurden die Ergebnisse später in einer prospektiven Längsschnittstudie bestätigt, in der ein 1,6- bis 1,9-fach erhöhtes Risiko für die Entwicklung von MS bei jungen fettleibigen Personen im Alter von 7 bis 13 Jahren festgestellt wurde. Dieser Zusammenhang war bei Mädchen deutlich stärker ausgeprägt als bei Jungen [7].

Biologische Zusammenhänge zwischen MS und Fettleibigkeit

Das Bindegewebe (Stroma) des mageren Fettgewebes besteht aus regulatorischen T-Zellen (Treg-Zellen), invarianten natürlichen Killerzellen (iNKT-Zellen), M2-Makrophagen, natürlichen Killerzellen (NK-Zellen), angeborenen lymphatischen Zellen vom Typ 2 (ILC2) und Eosinophilen, die alle zur Schaffung eines entzündungshemmenden Umfelds beitragen. Adipositas verändert dieses Milieu in Richtung eines entzündungsfördernden Milieus, was sich in einem deutlichen Anstieg der M1-Makrophagen sowie in der Rekrutierung und Vermehrung von Neutrophilen, CD8+ T-Zellen und T-Helfer-1-Zellen (Th1-Zellen) äußert. Gleichzeitig kommt es zu einem Rückgang der iNKT-Zellen, ILC2-Zellen und Treg-Zellen, der immunsuppressiven Th2-Mediatoren (z. B. IL-4, IL-10, TGF-β) sowie zu einer verminderten Expression von Peroxisom-Proliferator-aktiviertem Gamma (PPAR-γ), das eine wesentliche Rolle bei der Aufrechterhaltung der Homöostase des Fettgewebes spielt. Insgesamt führt dieses Ungleichgewicht zu einem schwach ausgeprägten chronischen Entzündungsmilieu, das zu einer lokalen und systemischen Fehlsteuerung des Immunsystems führt und ein ideales Umfeld für die Entwicklung von Autoimmunerkrankungen schafft.

Adipokine

Das Fettgewebe ist sowohl ein Energiespeicher als auch ein hormonproduzierendes Organ. Verschiedene Proteomanalysen (Proteom: Gesamtheit aller Proteine eines Lebewesens) haben gezeigt, dass es sich bei den von ihm produzierten Molekülen hauptsächlich um Peptide handelt, die unter dem Namen Adipokine zusammengefasst werden. Ihr Sekretionsprofil wird durch die Adipozytenhypertrophie (Überhöhung der Zahl der fettspeichernden Zellen) verändert, was sie nicht nur zu wichtigen Modulatoren des Fettgewebes an sich macht, sondern auch zahlreicher physiologischer Funktionen in anderen Zielorganen, einschließlich des Gehirns, der Leber, der Muskeln, des Gefäßsystems, des Herzens, der Bauchspeicheldrüse sowie des Immunsystems. Eine Störung und Veränderung der Adipokin-Absonderung könnte daher an der Pathophysiologie der MS beteiligt sein, das Risiko der Krankheitsentwicklung bei fettleibigen Personen erhöhen und das Ansprechen auf die Behandlung dämpfen [8].

Es gibt sowohl proinflammatorische Adipokine: Leptin, Resistin, Visfatin, Chemerin, Adipozyten-Fettsäure-Bindungsprotein 4 (FABP4), als auch antiinflammatorische Adipokine: Adiponectin und Apelin. Apelin fördert beispielsweise die Differenzierung von neuralen Stammzellen und kann daher nicht nur ein entzündungshemmender Faktor sein, sondern auch zu den im Verlauf der MS beobachteten Reparaturprozessen beitragen. Im gesunden Organismus besteht wie bei allen biologischen Regulationsprozessen eine Homöostase zwischen den verschiedenen Adipokintypen.

Schlussfolgerungen und Perspektiven

Vieles deutet darauf hin, dass Fettleibigkeit ein Risikofaktor für verschiedene Autoimmunkrankheiten, einschließlich MS, ist. Darüber hinaus wurde das Fettgewebe kürzlich als aktives endokrines Organ anerkannt, das durch Adipokine chronische Entzündungen auslösen kann. Adipokine werden nicht nur von Adipozyten ausgeschüttet. Auch andere Populationen von angeborenen und adaptiven Immunzellen produzieren sie. Sie weisen ein breites Wirkungsspektrum auf, was die Verbindung zwischen Immunfunktion, Stoffwechsel und Ernährungszustand noch verstärkt. Adipositas führt auch zu einer systemischen Polarisierung von Immunzellen, die teilweise durch Adipokine vermittelt wird. Die Entdeckung von Wegen, die Stoffwechsel und Autoimmunität miteinander verbinden, erweitert unser Verständnis für die Beziehung zwischen MS und bestimmten Lebensstilfaktoren. Leptin und Adiponektin sind die Adipokine, die am ausführlichsten untersucht wurden. Über andere wie Resistin, Chemerin, Visfatin, FABP4 und Apelin liegen nur wenige Informationen vor, so dass es schwierig ist, eindeutige Schlussfolgerungen zu ziehen, und Vergleiche zwischen Studien werden häufig durch Faktoren wie BMI, Alter, Geschlecht und Behandlungen erschwert, die alle einen erheblichen Einfluss auf die Adipokinwerte haben.

Verschiedene Adipokine könnten Biomarker für Neuroinflammation oder Neurodegeneration darstellen. Obwohl in den meisten Studien die Korrelation mit anderen, besser validierten Markern nicht berücksichtigt wurde, könnte eine Längsschnittüberwachung der Adipokine genauere Informationen über ihr Potenzial in diesem Sinne liefern.

Die genaue Pathophysiologie, durch die Adipokine zum Ausbruch oder Fortschreiten von MS beitragen können, ist noch nicht vollständig geklärt, aber die bessere Charakterisierung der Wirkungsweise dieser Hormone könnte sie oder ihre Rezeptoren zu zukünftigen therapeutischen Zielen von Interesse machen.

Fazit für Betroffene

Fettleibigkeit (Adipositas) und starkes Übergewicht sind weitere Risikofaktoren für die Entstehung der MS und begünstigen einen negativen, progredienten Verlauf der Erkrankung. MS-Erkrankte sollten daher unbedingt auf die Erreichung eines Normalgewichts achten und eher schlank bleiben. Dies hat den zusätzlichen Vorteil, dass bei eingeschränkter körperlicher Leistungsfähigkeit und rascher Muskelermüdung ein geringeres Gewicht helfen kann, die Ausdauer zu steigern und die Lebensqualität zu verbessern.


Referenzen

[1] Correale J, Marrodan M. Multiple sclerosis and obesity: The role of adipokines. Front Immunol. 2022;13:1038393. Published 2022 Nov 15. doi:10.3389/fimmu.2022.1038393

[2] Apovian C. M. (2016). Obesity: definition, comorbidities, causes, and burden. The American journal of managed care, 22(7 Suppl), s176–s185.

[3] Emont, M. P., Jacobs, C., Essene, A. L., Pant, D., Tenen, D., Colleluori, G., Di Vincenzo, A., Jørgensen, A. M., Dashti, H., Stefek, A., McGonagle, E., Strobel, S., Laber, S., Agrawal, S., Westcott, G. P., Kar, A., Veregge, M. L., Gulko, A., Srinivasan, H., Kramer, Z., … Rosen, E. D. (2022). A single-cell atlas of human and mouse white adipose tissue. Nature, 603(7903), 926–933. https://doi.org/10.1038/s41586-022-04518-2

[4] Hildreth, A. D., Ma, F., Wong, Y. Y., Sun, R., Pellegrini, M., & O’Sullivan, T. E. (2021). Single-cell sequencing of human white adipose tissue identifies new cell states in health and obesity. Nature immunology, 22(5), 639–653. https://doi.org/10.1038/s41590-021-00922-4

[5] Stampanoni Bassi, M., Iezzi, E., Buttari, F., Gilio, L., Simonelli, I., Carbone, F., Micillo, T., De Rosa, V., Sica, F., Furlan, R., Finardi, A., Fantozzi, R., Storto, M., Bellantonio, P., Pirollo, P., Di Lemme, S., Musella, A., Mandolesi, G., Centonze, D., & Matarese, G. (2020). Obesity worsens central inflammation and disability in multiple sclerosis. Multiple sclerosis (Houndmills, Basingstoke, England), 26(10), 1237–1246. https://doi.org/10.1177/1352458519853473

[6] Mowry, E. M., Azevedo, C. J., McCulloch, C. E., Okuda, D. T., Lincoln, R. R., Waubant, E., Hauser, S. L., & Pelletier, D. (2018). Body mass index, but not vitamin D status, is associated with brain volume change in MS. Neurology, 91(24), e2256–e2264. https://doi.org/10.1212/WNL.0000000000006644

[7] Munger, K. L., Bentzen, J., Laursen, B., Stenager, E., Koch-Henriksen, N., Sørensen, T. I., & Baker, J. L. (2013). Childhood body mass index and multiple sclerosis risk: a long-term cohort study. Multiple sclerosis (Houndmills, Basingstoke, England), 19(10), 1323–1329. https://doi.org/10.1177/1352458513483889

[8] Guerrero-García, J. J., Carrera-Quintanar, L., López-Roa, R. I., Márquez-Aguirre, A. L., Rojas-Mayorquín, A. E., & Ortuño-Sahagún, D. (2016). Multiple Sclerosis and Obesity: Possible Roles of Adipokines. Mediators of inflammation, 2016, 4036232. https://doi.org/10.1155/2016/4036232

Bildquelle

Foto von Towfiqu barbhuiya auf Unsplash


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Feldenkrais-Training bei Multipler Sklerose – Was sagt die Wissenschaft?

Feldenkrais-Training basiert auf der Annahme, dass ungelöste oder unerkannte Bewegungsprobleme die Ursache für viele Beschwerden sind. Durch gezielte Berührungen und Übungen sollen bestimmte Muskeln entspannt und andere gestärkt werden. Dadurch sollen die Bewegungen verbessert und die Wahrnehmung geschärft werden. Das Feldenkrais-Training wird seit über 30 Jahren an Menschen mit neurologischen Erkrankungen wie Multipler Sklerose angewendet. Zahlreiche Studien belegen die positiven Auswirkungen des Trainings auf die Erkrankungssymptome. So konnte festgestellt werden, dass das Training zu einer Verbesserung der Koordination, Balance und Konzentration führt sowie zur Schmerzreduktion beitragen kann. Überdies kann durch das Training auch die Lebensqualität der Betroffenen deutlich erhöht werden.

Während in den letzten Beiträgen die Feldenkrais-Lehrerin Eva Weißmann ihre ganz persönliche Sicht auf das Thema „MS und Feldenkrais“ ausführlich geschildert hat, fassen wir heute den wissenschaftlichen Stand in gebotener Kürze zusammen.

Feldenkrais-Training; © SFV Schweizerischer Feldenkrais Verband

Wie kann Feldenkrais-Training helfen?

Feldenkrais-Training kann bei Multipler Sklerose verschiedene positive Wirkungen haben. Durch das Training können die Betroffenen lernen, ihren Körper besser zu koordinieren und die Beweglichkeit zu verbessern. Dadurch können sie ihre alltäglichen Aktivitäten besser ausführen und ihr Wohlbefinden erhöhen.

Feldenkrais-Training ist eine gleichzeitig körperliche und mentale Methode, die dazu beiträgt, die Mobilität und Selbstwirksamkeit von Menschen mit MS zu verbessern. Die positive Wirkung des Feldenkrais-Trainings besteht in der Verbesserung der Selbstregulierungskompetenz des Gehirns sowie in der Verbesserung der Körperwahrnehmung und -koordination. Dadurch wird die Lebensqualität von Menschen mit MS deutlich verbessert und es gibt Hinweise darauf, dass das Training auch dazu beiträgt, die Progression der Erkrankung zu verlangsamen.

Die Studienlage

In den letzten Jahren wurden verschieden Studien durchgeführt, um die Wirkung der Feldenkrais-Methode (FM) bei neurologischen Erkrankungen zu untersuchen. Einige Studien haben Hinweise auf eine Verbesserung der motorischen Funktionen sowie auf eine Verbesserung der Körperwahrnehmung, des subjektiven Wohlbefindens und eine Schmerzreduktion nach Behandlung mit der Feldenkrais-Methode ergeben. Andere Studien haben jedoch keine oder nur geringe Auswirkungen auf die motorischen Funktionen oder das subjektive Wohlbefinden festgestellt.

Einige Einschränkungen müssen generell bei der Interpretation dieser Ergebnisse beachtet werden. Zunächst ist die Anzahl und Qualität der verfügbaren Studien begrenzt und es besteht ein erhöhtes Risiko von Verzerrung durch kleine Stichproben und nicht-standardisierte Methoden. Zweitens sind die meisten Studien nur für kurze Zeiträume durchgeführt worden, sodass keine Aussagen über längerfristige Auswirkungen gemacht werden können. Drittens gibt es viele Variablen, die die Wirksamkeit der Feldenkrais-Methode beeinflussen können, aber bisher nicht ausreichend untersucht wurden. An dieser Stelle schlägt die Erfahrungsmedizin und das therapeutische Wissen die heutige Studienlage um Längen.

Eine gute Zusammenfassung des heutigen Forschungsstandes bietet dennoch der 2020 erschienene Review von Stephens und Hillier [1].

In diesem Artikel wurden experimentelle Beweise für die Wirksamkeit der Feldenkrais-Methode bei der Verbesserung der Leistungsfähigkeit in den Bereichen allgemeine Funktion, Mobilität und Gleichgewicht sowie bei der Schmerzbehandlung untersucht. Die Autoren konzentrierten sich in erster Linie auf die Ergebnisse von randomisierten Kontrollstudien (RCT), geben aber auch einen Überblick über die Forschung, die die Wirksamkeit der FM untersucht hat, und identifizieren Bereiche, in denen nur wenig Forschung durchgeführt wurde.

Sie fassen wie folgt zusammen:

„Es gibt inzwischen mehr als 30 RCTs, die die FM in verschiedenen Populationen und mit unterschiedlichen Ergebnismessungen untersucht haben. Hillier und Worley (2015) [2] kamen zu dem Schluss, dass es hinreichend starke und konsistente Belege dafür gibt, dass die FM Vorteile bringt, insbesondere auf funktioneller Ebene (z. B. Gleichgewicht) und möglicherweise eine Symptomverbesserung in Form von reduzierten Schmerzen und erhöhtem Wohlempfinden. Betrachtet man einige der gemessenen Ergebnisse, so kann man zu dem Schluss kommen, dass die Vorteile durch Lernprozesse vermittelt werden, die das Körperbewusstsein, die Aufmerksamkeit und das Selbstbild nutzen und verbessern.“

Warum sich für ein Feldenkrais-Training bei MS entscheiden?

Grundsätzlich hat sich gezeigt, dass diese Art des Trainings positive Wirkungen auf den Körper und den Geist hat. So können einfache Bewegungsübungen helfen, die Kraft und Ausdauer zu verbessern und gleichzeitig die Konzentration und Koordination zu erhöhen. Durch die geringe Intensität der Übungen besteht nicht das Risiko, dass die Übenden überfordert werden oder sich in der Beweglichkeit verschlechtern. Erfahrene Feldenkrais-Therapeuten und -Therapeutinnen können zudem individuelle Programme entwerfen, um die speziellen Bedürfnisse des Patienten/der Patientin zu berücksichtigen.

Ein weiteres wichtiges Merkmal des Feldenkrais-Trainings ist die Fokussierung auf die Wahrnehmung und Aufmerksamkeit. Die Übungen fördern nicht nur die Muskelarbeit, sondern auch das Verständnis der eigenen Körperwahrnehmung. Dadurch wird es den Patienten ermöglicht, ihr volles Potenzial an Beweglichkeit und Kraft zu entfalten, ohne sich überzustrapazieren oder Schmerzen zu entwickeln.

Zu den häufigsten positiven Effekten der Feldenkrais-Methode gehören:

  • Ein Gefühl der Entspannung
  • Mehr Beweglichkeit und Kraft
  • Steigerung der Konzentration und Aufmerksamkeit
  • Verbesserte Koordination und Balance
  • Stressreduktion

FAZIT

Insgesamt bietet Feldenkrais-Training MS-Patienten und MS-Patientinnen also eine Reihe von Vorteilen: Verbesserte Funktion der Muskulatur, besseres Verständnis der eigen Körperwahrnehmung sowie emotionale Entlastung und Stress- und Schmerzreduktion. Wie bei jedem Training können auch beim Feldenkrais-Training für Menschen mit MS individuell unterschiedliche Ergebnisse erzielt werden. Diese hängen von vielen Faktoren ab, unter anderem von der Art des Trainings, dem Zeitaufwand und dem persönlichen Ziel. In jedem Fall ist es ratsam, vor Beginn eines Trainingsprogramms Rücksprache mit erfahrenen Feldenkrais-Therapeuten/-Therapeutinnen zu halten und gemeinsam Übungen durchzuführen, um hierüber ein persönliches Trainingsprogramm zu entwickeln.

Ein möglicher Risikofaktor beim Feldenkrais-Training sind fehlerhafte Übungsabläufe. Dies kann auch zu schwerwiegenden Folgen führen, wie etwa einer Verletzung. Zudem können falsch ausgeführte Bewegungen zu unerwünschten Spannungs- und Schmerzmustern führen. Auch eine Verkrampfung von Muskeln oder Gelenken kann die Folge sein. Es ist daher wichtig, das Training unter der Anleitung eines geschulten Feldenkrais-Practitioners zu absolvieren, um solche Konsequenzen zu vermeiden. Der Practitioner kann den Übenden helfen, die richtigen Bewegungsmuster zu erlernen, indem er Variationen und Modifikationen vornimmt und sicherstellt, dass keine Fehler gemacht werden. Dies wird so lange fortgeführt, bis Betroffene in der Lage sind, die Übungsabfolgen eigenständig und ohne Fehler auszuführen.

Referenzen

[1] Stephens, J., & Hillier, S. (2020). Evidence for the Effectiveness of the Feldenkrais Method, Kinesiology Review, 9(3), 228-235. Retrieved Jan 14, 2023, from https://journals.humankinetics.com/view/journals/krj/9/3/article-p228.xml

[2] Hillier, S., & Worley, A. (2015). The effectiveness of the feldenkrais method: a systematic review of the evidence. Evidence-based complementary and alternative medicine : eCAM, 2015, 752160. https://doi.org/10.1155/2015/752160

Gastbeitrag Eva Weißmann

Den Gastbeitrag „Die Feldenkrais-Methode für Menschen mit Multiple Sklerose (mit Übungen)“ aus dem Jahr 2022 finden Sie im Downloadbereich!


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Hilfreiche Tipps im Umgang mit Covid-19 nicht nur für MS-Betroffene

Photo by Kelly Sikkema on Unsplash

Jeder Mensch kann sich mit Covid-19 infizieren, unabhängig davon, ob er eine Covid-19-Impfung erhalten hat oder nicht. Und jeder kann Personen in seinem Umkreis anstecken. Auch das ist unabhängig vom Impfstatus. Demnach ist ein rücksichtsvoller Umgang – mit sich selbst und dem perönlichen Umfeld in jedem Fall geboten.

Gerade für MS-Betroffene kann Covid-19 selbst bei milden Verläufen aufgrund des möglichen Fiebers und des Uthoff-Phänomens sehr unangenehme Folgen haben. Aufgrund der mit der erhöhten Körpertemperatur einhergehenden reduzierten Nervenleitfähigkeit stellen sich körpertemperaturabhängige Bewegungseinschränkungen ein, die zwar reversibel sind, aber zutiefst belastend wirken.

Die gute Nachricht: Es gibt Möglichkeiten, den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen, denn Covid ist ein Grippe-Erreger. Je früher mit der Behandlung begonnen wird und je besser Ihr Körper auf die Auseinandersetzung mit einem Erreger vorbereitet ist, desto besser und effektiver kann der Körper den Kampf gegen das Virus aufnehmen. Dies gilt für Covid ebenso wie für alle anderen Viren in unserer Lebensumwelt. Gerade auch die derzeit grassierenden grippalen Infekte betreffen Menschen mit geschwächten Immunsystem besonders.

Die Ärztin Ruth Biallowons und „Functional Medicine Health Coach“ Corinna van der Eerden haben daher schon Anfang dieses Jahres einen Leitfaden geschrieben, der wichtige begleitende Maßnahmen für infiziere Personen beschreibt. Dieser Leitfaden ist zwar nicht zielgerichtet für Personen mit Autoimmunerkrankungen entwickelt worden, doch zusammen mit den Kenntnissen, die sich die Life-SMS-Follower im Laufe der Zeit erworben haben, finden sich darin sinnvolle Maßnahmen, die Betroffene eigenverantwortlich umsetzen können. Geben Sie den Leitfaden gerne auch an andere Interessierte weiter, die sich im Herbst und Winter mit Infekten herumschlagen oder sich davor schützen wollen.

In diesem Sinne wünschen wir gute Genesung!

Ihr

Life-SMS-Team


An dieser Stelle können Sie den Leitfaden gerne jederzeit kostenfrei herunterladen…


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