Die Feldenkrais-Methode – besonders für von MS Betroffene (1)

Gastartikel in mehreren Folgen von Eva Weißmann

Hinweis: Die Feldenkrais-Methode ersetzt nicht die medizinische Versorgung und nicht eine sportliche Betätigung, welche in maßvoller Weise fast immer und fast für jeden sinnvoll ist.

I Was ist die Feldenkrais-Methode?

Bei der Feldenkrais-Methode handelt es sich nicht im medizinischen Sinn um eine mentale, körperliche oder seelische Heilmethode, auch wenn wir indirekt Heilwirkungen erhalten und erklären können. Und die Methode ist auch kein Sport, sondern eine Weise des Lernens. Wir lernen, leicht und freudig zu lernen, im Grunde ein neues Lernen zu lernen und gar Lernen zu lernen.

Das Medium der Begegnung zwischen Schüler und Lehrenden (Practitioner) ist Bewegung, und daran üben wir Selbstwahrnehmung und Aufmerksamkeit und achten darauf, WIE wir lernen – ein Leben lang bis zum Lebensende, auch im Feld von Krankheiten, Behinderungen, Lernschwierigkeiten u. a., durchaus auch als Sportler, im Rollstuhl, als Musiker, Schreibtischarbeiter usw.

Feldenkrais-Lehrende geben einer Gruppe von Lernenden verbal angeleitete Unterrichtslektionen. Eine zweite Weise der Zusammenarbeit ist die individuelle Behandlung mittels feiner und sanfter Berührung und Bewegung. Beide Vorgehensweisen unterscheiden sich vom gängigen schulischen Lernen, denn es gibt kein Leistungsziel, sondern freudiges und neugieriges Lernen ist bereits ein Nahziel. Das Erlebnis kann eher als ein Tanz miteinander gefühlt werden, es kann eine kinästhetische Synchronisation genannt werden (darüber in einem späteren Newsletter mehr).

Auf den ersten Blick mag diese Arbeit wie eine weitere der vielen Bewegungsschulen erscheinen, man übt jedoch keine vorgesetzten Übungen ein, sondern das Nervensystem wird angesprochen. Übende können durch dieses Training in detailliertem Wahrnehmen ihrer Bewegung eine grundsätzliche Kompetenz gewinnen, mit neuen Situationen umzugehen, das Leben leichter zu gestalten, Einschränkungen und Schwierigkeiten mit Offenheit zu begegnen, dies auch im Sinne von Selbstverantwortung. Das Handeln wird nicht nur Ärzten und/oder Physiotherapeuten überlassen, sondern baut auch auf die eigene Initiative. Die Körper-, Lern- und kinästhetischen Fähigkeiten werden verbal oder berührungsbasiert erweitert. Durch das differenzierte Lernen und Einfühlen erhält man neue Muster der Nervenverbindungen und der Bewegung; man legt schädigende Gewohnheiten ab…

Die spielerische Zusammenarbeit, die Leichtigkeit im Tun und im Ergebnis gründen sich auf Lust statt auf eisernem Willen. Wir werden ermuntert, wie die Kinder auszuprobieren, zu spielen, ohne Bewertung und frei. Dieses Erleben entspricht der Funktion unserer Natur, des Nervensystems und der Lebendigkeit unseres Organismus. Die Feldenkrais-Bewegungen werden langsam ausgeführt, um sie präzise und detailliert zu spüren. Die Kunst von Bewegungswahrnehmung und das Wissen um den subtilen Gebrauch unseres kinästhetischen Sinnesorgans vernachlässigen wir in unserer westlichen Zivilisation, haben dies beiseite gedrängt oder gar verloren. Sobald eine größere Vielfalt an Bewegungsfunktionen erworben sind, entwickeln sich die Fähigkeiten für eine erfüllendere Lebensgestaltung: Sicherheit und Kreativität, Stabilität, und Erdung. 

II Warum Feldenkrais gerade bei Multiple Sklerose?

MS ist eine Erkrankung, die die Nerven betrifft. Es können die Nerven im Gehirn als auch die Nervenleitungen hin zu den Rezeptoren für Bewegung an Gelenken, Muskelansätzen und Faszien betroffen sein. Da das gesamte Nervensystem, alle seine Teilsysteme und Einzelkörper mit deren Verbindungen eine Aktionseinheit bildet, könnten vielerlei Aspekte beeinflusst werden. (s. „Das Gehirn als Kooperationssystem“ in Weißmann, Lernen im Gleichgewicht) 

Viele führen die Erkrankung auf Entzündungen zurück, die die Myelinscheiden der Axone betreffen, also die Hüllen für deren Ernährung und Schutz. Die Oligodendrozyten, eine Art Versorger der Myelinscheiden, können offenbar im Verlaufe dieser Erkrankung ebenso angegriffen werden. Sie sind möglicherweise einem Zerstörungsprozess durch Immunzellen ausgesetzt, deren Aufgabe der Schutz des Organismus sein müsste.

Über vieles ist man sich nicht einig und nicht sicher, etwa zu Ursachen und Auslösern, auch zu den sehr unterschiedlichen Krankheitsbildern und Verläufen. Da es sich um eine Zivilisationskrankheit handelt, lohnt sich ein Nachdenken über den eigenen Lebensstil und vielleicht über eine Wende. Ärzte und Forscher sprechen auch von einer Auto-Immunkrankheit. Ich meine, bei jeder Nervenkrankheit sollten wir an die Überlastung der Nerven und an Stress denken, die den Körper beschädigen, den Geist beeinträchtigen und die Psyche krankmachen, also eine der Ursachen für viele physischen, seelischen und psychosomatischen Symptome sind: Depressionen, Traumen, Demenz usw. Und eine (Auto-) Immunkrankheit ist sicherlich ein Symptom unserer westlichen Lebensweise, nämlich der Entfremdung von Körper, Natur, Seele, Kosmos.

So ergibt sich die Frage: Welche gundlegende Einstellung habe ich zu Krankheit, zu meinem Leben, Gesundung, zu den Möglichkeiten des Heilwerdens?

Bei der Vielfalt und Breite der Symptome, die die Augen, den Schlaf, die Konzentration, das Denken betreffen und Lähmungen, Spastik, Harndrang u.a. umfassen können, fallen natürlich Behinderungen der Bewegung, und hier besonders des Gehens, für die betroffenen Menschen besonders ins Gewicht. Und aus solchen Begrenzungen im alltäglichen Leben, bei der Arbeit und beim Vergnügen, entwickeln sich leicht Stimmungstiefs und Depressionen, die immer auch Rückwirkungen haben auf unser Soma, unsere physische Lebendigkeit und Gesundheit. Ängste und Überlastungen verändern die Immunität und die zugehörigen Organe.

Ich selbst habe mit Menschen mit Gehbehinderungen gearbeitet und solchen, die teilweise und gänzlich auf den Rollstuhl angewiesen waren. Gehen – und auch Transfers ins Auto, aus dem Bett usw. – betreffen Erdung, Gewichtsverlagerungen und Gleichgewicht, die möglichst intensiv, regelmäßig, aber sanft gepflegt werden sollten (in nächsten Newslettern mehr dazu).

Moshé Feldenkrais ging es darum, Gewahrsein und Bewusstheit zu gewinnen (dazu in einem folgenden Newsletter mehr). Er war Physiker, Verhaltensforscher und ein Experte in Judo. Zeitlebens war er ein wunderbarer erfindungsreicher Bewegungslehrer und Judolehrer, für Laien und für Experten. Deutlich hat er auf dieser Grundlage seine eigene Methode entwickelt. Und ebenso deutlich zeigt er, dass auch Judo noch verfeinert werden kann durch Bodenarbeit und körperliche Durchlässigkeit. In seine eigene Arbeitsweise, die Feldenkrais-Lektionen und die Funktionale Integration, flossen das Beobachten der frühen Versuche eines Babys ein, zu greifen, den Kopf zu heben, das spiralige Drehen, Rollen, robben, krabbeln, aufsitzen, knien …, dann das Studium der Lernentwicklung im Heranwachsen der Kinder zur Aufrichtung, zum menschlichen Gang, zu den Alltagsbewegungen des Neigens und Beugens, Springens, Hüpfens und Tanzens. Schließlich prägten Moshés lebenslange Erfahrungen mit kranken, behinderten und alten Menschen, mit Tänzern, … seine Arbeit.

Jede Bewegung ist eine Gewichtsverlagerung und also der Umgang mit der Schwerkraft, woraus sich das Balancieren durch das Leben formt und eine ständige Notwendigkeit, sich aufzufangen.

Moshé Feldenkrais sieht als Errungenschaften eines vollständig ausbalancierten und erwachsenen Menschen u.a. dieses an:
a) Beweglichkeit der gesamten über 30 Gelenke der Füße
b) die Koordination aller Muskeln, Knochen, Glieder, Organe und die Flexibilität unserer Nerven-, Lern- und Geistesprozesse
c) die Kunst zu fallen und sich ohne Angst aus dem Gleichgewicht zu entlassen, sich der Dynamik und „off-balance“  zu ergeben, sich kontrolliert zu Boden lassen
d) der Erwerb von Bewegungsmustern, die weit über die eigenen Gewohnheiten hinausgehen
e) die Fähigkeit eines ausgereiften Erwachsenen, der seine Gefühle, Gedanken und Aktionen wahrnimmt und kontrollieren kann
f) ein glückliches erfülltes Leben zu gestalten
g) Bewusstheit, Selbständigkeit, Freiheit und Reife.

Man erkennt den tiefen Zusammenhang zwischen Körper und Geist, die All-Einheit im Mikrokosmos und Makrokosmos.

Seien Sie neugierig auf die Einzelheiten, auf die in den nächsten Folgen hier in diesem Kanal eingegangen wird!

Ihre Eva Weißmann

Eva Weißmann ist Feldenkrais-Lehrerin, Choreographin und Heilpraktikerin für Psychotherapie. Während ihrer akademischen und pädagogischen Karriere hat sie sich bereits intensiv mit Bewegung befasst, seit 40 Jahren mit der Feldenkraismethode; ihre weitere Ausbildung absolvierte sie u.a. in der Tiefenpsychologie von Dr. Arnold Mindell. Sie gibt besonders gerne Feldenkrais-Einzelbehandlungen, unterrichtet aber auch Feldenkrais-Lektionen in der Gruppe, Meditation, Yoga, Tanz, Supervision und Fortbildungen. Sie hat mehrere Bücher geschrieben und Artikel, darunter „Feldenkrais für Menschen mit MS“.


Weitere Informationen zur Autorin:

Hier geht es zum Partnerinnen-Profil von Eva Weißmann bei der Akademie für menschliche Medizin…


© Foto: SFV Schweizer Feldenkrais Verband


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Supplementation nach dem Wahls-Protokoll – Teil 2/2

Nachdem wir vor kurzem auf diesem Kanal ausführlich über die wichtigste Supplementation des Wahls-Protokolls – das Vitamin D – berichtet haben, schauen wir nun noch tiefer in die Empfehlungen bei MS nach der Internistin Terry Wahls, die sie in Minding my Mitochondria dargestellt hat.

© Buchcover: Minding My Mitochondria; 2nd edition; Terry L. Wahls; TZ Press

Denn um Vitamin D vollkommen ausschöpfen zu können, sind auch andere Vitamine im Körper unabdingbar. Ganz oben auf der Liste stehen Magnesium, Vitamin A, Vitamin K (insbesondere K2 als MK7; am besten in der all-trans-Form), Vitamin E und Omega-3-Fettsäuren; gefolgt von Zink und Bor.

Ohne Magnesium klappt z.B. die Verstoffwechslung von Vitamin D nur unzureichend.

Dass diese Mineralien und Vitamine auch noch viele andere Funktionen haben, wissen die wenigsten. Deswegen gehen wir heute in Teil 2 zum Wahls Protocol näher auf einige ein:

Magnesium

Dass Magnesium neben dem Knochenaufbau für z.B. für den Energie-und Muskel-Stoffwechsel und das Nervensystem wichtig ist, ist gerade für MS-Betroffene von besonderem Interesse. Insbesondere wenn es darum geht, Spastizität in den Muskeln zu verringern, das Syndrom der unruhigen Beine (restless legs) zu verbessern und den Schlaf zu fördern.

Doch Magnesium ist nicht gleich Magnesium. Denn jede Magnesiumverbindung ist unter den natürlich schwankenden pH-Wert-Bedingungen im Darmtrakt unterschiedlich gut löslich. Viele Faktoren – wie Art und Menge der Nahrungsmittel, Medikamente, die bakterielle (evtl. auch Fehl-)Besiedelung des Darms und individuelle Vorgaben – bestimmen die pH-Werte im Verdauungstrakt. Deshalb ist eine ausgewogene Mischung an Magnesiumsalzen günstig, die ein unterschiedliches Löslichkeitsverhalten haben. Dies verhindert auch den gefürchteten Durchfall bei hoher Substitutionsmenge. Außerdem auf den Magnesiumgehalt an sich achten. Dr. Wahls empfiehlt, bei MS täglich 350 bis 400 mg elementares Magnesium einzunehmen (wenn eine normale Nierenfunktion besteht!). Von den Zellen sehr gut aufgenommen wird z.B. Magnesiumglycinat oder Magnesiummalat, das sich auch besonders bei MS empfiehlt.

Eine ausführliche Betrachtung zum Thema Magnesium findet sich auch bei unserem Schwesterprojekt der NährstoffAllianz!

Essentielle Fettsäuren (v.a. Omega-3-Fettsäuren)

Es gibt zwei Omega-3-Fettsäuren, die für MSler noch wichtiger sind als für nicht von einer neurodegenerativen Autoimmunerkrankung Betroffene: Docosahexaensäure (DHA) und Eicosapentaensäure (EPA). Beide sind entzündungshemmend; EPA mehr als DHA (und DPA = Docosapentaensäurenoch mehr als diese beiden), aber das Gehirn braucht v.a. DHA für kognitive Fähigkeiten (Erinnerung, Konzentration, …) und um Myelin zu bilden, welches durch MS-bedingte Entzündungsprozesse zerstört wurde.

Diese Omega-3-Fettsäuren sind v.a. in fettreichen Kaltwasserfischen, wobei die großen davon (Makrele, Lachs, Hering, Thunfisch) heutzutage zu überfischt und auch zu schadstoffbelastet sind. Besser sind die kleinen, fettreichen wie Sardinen und Sardellen. Oder schadstoffbefreite (!) Fischölpräparate höchster Qualität einnehmen. Alternativ zu diesen gibt es inzwischen auch rein pflanzlich produzierte Omega-3-Produkte (aus einer EPA-DHA-reichen Algensorte). Sowohl als Kapseln als auch als Öl. Die Dosierung sollte ca. 2 Gramm DHA/EPA/Tag betragen (sofern keine Gerinnungsstörungen vorliegen, darf es sogar etwas mehr sein). Wenn Sie Medikamente zur Blutverdünnung einnehmen, müssen Sie aber unbedingt mit Ihrem Arzt besprechen, wie viel und welche Art von Omega-3-Fettsäuren Sie unbedenklich einnehmen können. Manche Ärzte sind auch bereit, den Blutverdünner durch hochdosiertes Fischöl zu ersetzen, da es die gleiche Wirkung hat.

Bei allen Omega-3-Produkten unbedingt auf beste Qualität achten! Aufstoßen (bei Kapseln, wenn man innerhalb kurzer Zeit danach was Heißes trinkt oder bei unverkapselten Ölen) kommt davon, dass die Produkte schon oxidiert sind (was bei den meisten bereits durch den Herstellungsprozess passiert)!

Oder auch, wenn man Kapseln aufschneidet und sie ranzig oder fischig schmecken oder riechen: Wegwerfen!

Die Internistin Dr. Wahls empfiehlt außerdem vom Arzt ein „Lipidpanel erstellen zu lassen, das auch eine Analyse der essenziellen Fettsäuren umfasst, um zu erfahren, wie das Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren in Ihrem Blut ist. Dabei wird das Verhältnis von AA zu EPA (Arachidonsäure zu Eicosapentaensäure) untersucht. Ihr Ziel ist es, dieses Verhältnis zwischen 1,5 und 3 zu halten.“ Außerdem besagt der Hämoglobin-A1C-Wert, wie hoch der Oxidationsgrad Ihres LDL-Cholesterins ist (bei schlechten Produktqualitäten werden Sie hier nie auf einen gesunden Wert kommen können = weniger als 5,2 Prozent).

B-Vitamine

Die Vitamine des B-Komplexes – einschließlich Vitamin B1 (Thiamin; besser als aktive Form Benfotiamin), B2 (Riboflavin), B3 (Niacin), B5 (Pantothensäure bzw. die aktive Form Pantethin), B6 (Pyridoxin bzw. auch hier besser die aktive Form P-5-P = Pyridoxal-5-Phosphat), B7 (Biotin), B9 (Folsäure als Methyl-Folat) und B12 (als aktive Cobalamin-Formen wie Adenosylcobalamin statt des preiswerten, unaktivierten Cyanocobalmin) – erfüllen immens viele wichtige Funktionen für das reibungslose Funktionieren der Zellen.

Dr. Wahls empfiehlt, dass insbesondere die Folat- und Vitamin-B12-Werte im oberen Quartil (nahe der Spitze) des empfohlenen Referenzbereichs liegen. Der Homocysteinspiegel sollte zwischen 4 und 6,5 Mikromol pro Liter liegen.

Coenzym Q10

Coenzym Q10 ist wichtig für die Energiegewinnung durch die Mitochondrien. Mit zunehmendem Alter (insbesondere ab 50 Jahren) wird es für uns schwieriger, genügend Coenzym Q10 herzustellen, und Medikamente beeinträchtigen oft unsere Fähigkeit, Coenzym Q10 zu produzieren bzw. in die aktive Form umzuwandeln.

Terry Wahls empfiehlt MS-Diagnostizierten 200 mg Coenzym Q10 als Tagesdosis (gerne über den Tag verteilt). Wenn Sie dreimal pro Woche Herz (die reichhaltigste Quelle von Coenzym Q10) und Leber (nur aus ökologischer, artgerechter Weidetierhaltung!) essen, erhalten Sie außerdem mehr Coenzym Q10, Liponsäure und andere wichtige mitochondriale Nährstoffe. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die Einnahme von Coenzym Q10, wenn Sie Statine einnehmen.

Algen

Viele marine Algensorten (v.a. die Kombu-Alge) sind sehr gute Lebensmittel, die wir täglich essen sollten (in schadstoffgeprüfter Qualität!). Es gibt aber auch Sorten (nämlich Süßwasser-Algen), die eher als Nahrungsergänzungsmittel angesehen werden – aber auch täglich konsumiert werden sollten: Die Mikroalge Chlorella und Blaualgen wie Spirulina und AFA-Algen (Aphanizomenon Flos Aquae; z.B. die besondere Klamath-Alge), welche eigentlich Cyanobakterien sind (daher die blaue statt grün-braune Farbe). Sie sollen Schwermetalle und andere Giftstoffe binden und mit dem Stuhl ausleiten können. Terry Wahls empfiehlt, die Mikro-/Blaualgen auf jeden Fall morgens einzunehmen, denn diese könnten Energiebooster sein.

Sie dürfen auf keinen Fall mit schädlichen Bakterien kontaminiert sein, d.h. nicht mit anderen Cyanobakterien (z.B. Microcystis, Planktothrix) verunreinigt sein, die sogenannte Microcystine erzeugen. Microcystine gelten als krebserregend, schädigen das Nervensystem und sind lebertoxisch. Außerdem sollten sie unbedingt frei von Schwermetallen sein.

Dafür sollten sie am besten in geschlossener Algen-Aquakultur nach EU-Bio-Verordnung gezüchtet werden (was sich leider auf den Preis auswirkt).

Außerdem sind Wechselwirkungen mit Medikamenten wie Immunsuppressiva, Blutgerinnungshemmern und bestimmten Schmerzmitteln möglich.

Und in einer kanadischen Studie wurde über eine Mobilisierung verschiedener Immunfaktoren durch AFA-Algen berichtet. Darüber hinaus sollen schon sehr kleine Mengen von Mikrocystinen den Stoffwechsel der entzündungsfördernden Arachidonsäure beeinflussen können.

Achten Sie bei diesem Ernährungstipp von Terry Wahls also unbedingt auf allerbeste, überprüfte Qualität und besprechen Sie die Einnahme ggf. mit Ihren Behandlern.

Verdauungsenzyme

Eine zucker- und kohlenhydratreiche Ernährung erhöht die Anforderungen an unsere Verdauungsenzyme, welche für einen gesunden Darm dringend nötig sein können.

Laut Terry Wahls sollten Sie beim Kauf darauf achten, dass das Produkt mindestens Protease, Bromelain, Amylase und Lipase enthält. Verdauungsenzyme können die Wirkung von blutverdünnenden Medikamenten verstärken und müssen mit Vorsicht verwendet werden, wenn Sie Medikamente einnehmen, insbesondere Blutverdünner jeglicher Art, einschließlich Fischöl. Dies ist einer der Gründe, die Dosis langsam einzuschleichen.

Zusätzliche Ballaststoffe

Gönnen Sie sich für Ihre Darmgesundheit – und damit auch die Stärke Ihres Immunsystems – zusätzlich ausgesuchte lösliche Ballaststoffe aus Flohsamenschalen, Inulin, Apfelpektin, frisch gemahlenen Lein- oder Chiasamen. Eine allgemeine Empfehlung besagt ca. 30 g täglich – mit viel Flüssigkeit!

Abschließend wiederholen wir noch einmal die Sicherheitshinweise aus Teil 1:

Jeder Mensch ist einzigartig, und ein Eingriff von außen sollte wohldurchdacht sein. Bei einigen Supplementen (z.B. den fettlöslichen unter den Vitaminen) ist zudem regelmäßig eine Anpassung an die sich verändernden Blutspiegel wichtig. Auch wenn viele Vitamintabletten äußerlich wie bunte Smarties daherkommen, können sie  – noch mehr als ein Zuviel an Smarties – ungesunde Folgen haben. Regelmäßige Messungen verschaffen Sicherheit.

Am besten suchen Sie sich dafür einen Arzt mit der Zusatzqualifizierung “Funktionale Medizin oder Mikronährstoffmedizin” für ein gutes Monitoring.

Außerdem sollte dieser sich mit den synergetischen Effekten der Supplemente auskennen und Sie dementsprechend gut beraten.

Anmerkung: Eine ggf. durchgeführte individuelle Basistherapie und andere laufende Therapien sowie verschreibungspflichtige Medikamente sollten nicht abgesetzt werden (und dann, nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt), bis man das Wahls-Protokoll solange absolviert hat, dass das Entzündungsgeschehen merklich und nachhaltig allenfalls noch auf niedrigster Stufe abläuft und der Gesamtstatus des Körpers (Oxidation, Stress, Blutdruck, Blutzucker, Gewicht, Psyche, Energie, Bewegungsradius) dies regelrecht widerspiegelt.

Achtung: Für Diabetiker und Schwangere sind diese Empfehlungen nicht uneingeschränkt geeignet!

Fazit:
Im Großen und Ganzen sind die Empfehlungen von Terry Wahls nahezu deckungsgleich mit dem, was Life-SMS immer wieder aufgrund diverser Studien hier empfohlen hat. Die individualisierte und bewusste lebensstil-orientierte Anpassung der Ernährung und anderer Faktoren sind der Schlüssel zu Stabilisierung und Gesundung.

Zudem kann eine Paleo-Ernährung, ähnlich wie sie Dr. Terry Wahls für an Multiple Sklerose Erkrankte empfiehlt, eine weitere Stellschraube zur Verbeugung und Therapiebegleitung bei Zivilisationserkrankungen allgemein sein. Mehr dazu können Sie lesen in diesem Artikel der NährstoffAllianz “Paleo Ernährung – eine weitere Stellschraube bei Zivilisationserkrankungen?”

Einen gesunden Lebensstil wünscht Ihnen

Ihr Team von Life-SMS


Zur Vertiefung:

Wahls, Terry, Dr.: Multiple Sklerose erfolgreich behandeln – mit dem Paläo-Programm, 2015. Das Buch ist im guten Fachhandel erhältlich.


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Von wegen Fett weg – MS und das Wahls-Protokoll

Nachdem hoffentlich das alte Jahr gut weggeräuchert wurde und auch Ihnen Platz für ein neues, gesundes Jahr gemacht hat, wird Life-SMS in 2022 besonderes Augenmerk auf den Gesundheitsaspekt „Bewegung bei MS“ legen. Doch starten wollen wir das Jahr mit einer Auffrischung und Vertiefung eines anderen besonders gesunden Themas:

Life-SMS hat schon mehrfach über ketogene Ernährung bei MS berichtet. 

Zum Beispiel in Das therapeutische Potential einer ketogenen Diät bei der progredienten MS“ 

mit dem Fazit: „Eine ketogene Diät hat das Potenzial die Energieversorgung der Nervenzellen und den Schutz der Zellen zu verbessern und kann somit den neurodegenerativen Prozessen bei der MS entgegenwirken.“

und in Stoffwechselverbesserungen und Reduktion des Oxidationszustandes mit ketogener Ernährung bei MS-Patienten“

mit dem Fazit: „Eine ketogene Ernährungsweise bietet bei MS durchaus Chancen, gerade mit Blick auf die Minimierung und den Stopp des entzündlichen, degenerativen Zweiges der Erkrankung. Wie alle spezifischen Ernährungsformen, ist sie weder eine Wunderdiät noch ist sie eine „One fits for all – Methode“. Jeder Stoffwechsel ist patientenspezifisch.“

und speziell über die Wahls-Diät diesen Gastbeitrag 

Gastbeitrag: Ketogene und Steinzeit-Ernährung am Beispiel der Internistin Dr. Terry Wahls aus Iowa

Das Wahls-Protokoll im Detail

Anlässlich eines aktuellen Interviews der selbst an MS erkrankten Ärztin ist es Zeit für eine Vertiefung in die von ihr für an Multiple Sklerose Erkrankte entwickelte Diät, die sich das Wahls-Protokoll (engl. protocol) nennt und auf der sogenannten Paleo- oder Steinzeitdiät basiert, welche bei MS und in mit Blick auf die heutigen Erkenntnisse aber weit darüber hinausgehen muss.

© Buchcover: Minding My Mitochondria; 2nd edition; Terry L. Wahls; TZ Press / erhältlich z.B. über amazon

Versorgung mit Nährstoffen

Ein wichtiger Teil des Wahls-Protokolls ist die Versorgung mit Nährstoffen für die bestmögliche Funktion der Körperprozesse inkl. des Energiehaushaltes der Zellen (durch die optimale Versorgung der Mitochondrien). Dafür ist eine ketogene,  zu großen Teilen pflanzenbasierte Diät (mit WIRKLICH VIEL Gemüse), mit etwas „ursprünglichem“ Eiweiß, also biologisch wertvollem Fleisch, aus Weidehaltung oder Wild (inkl. der wertvollen Knochenbrühe etc.) plus hochwertigem Fisch (artgerecht und frei von Schwermetallen und anderen Umweltgiften!), ebensolchen See- und anderen Algen, fermentierten Lebensmitteln und viel nativem Kokosnussöl schon eine sehr gute Voraussetzung. Das Kokosöl führt dem Körper direkt Ketonkörper zu, sodass den Zellen diese alternative Energiequelle zur Verfügung steht.

(Achtung: Für Diabetiker Typ I und für Schwangere ist eine ketogene Ernährung ungeeignet!)

Nahrungsergänzungsmittel und MS nach Dr. Wahls

Trotzdem kann diese bewusste Ernährungsweise gerade für an MS Erkrankte nicht ausreichen und die zusätzliche Einnahme von hochwertigen Nahrungsergänzungsmitteln hilfreich sein. Da es bestimmte Erkrankungen gibt, bei denen bestimmte Nahrungsergänzungsmittel kontraindiziert sein können, und bestimmte Medikamente mit einigen Nahrungsergänzungsmitteln reagieren könnten, besprechen Sie eine sinnvolle Supplementation aber bitte mit Ihrem Arzt. 

Und Dr. Wahls meint: “Ich habe viel gelernt, seit ich MMM geschrieben habe (Anm.: „Minding My Mitochondria – How I overcame secondary progressive multiple sclerosis” ist der Originaltitel), und habe eine Menge zusätzlicher Forschungsergebnisse gewonnen.
Eine Sache, die dabei sehr klar geworden ist: Es ist am besten, das Protokoll zu individualisieren.” 

Zu den  Nahrungsergänzungsmittel, die bei den meisten Betroffenen mit Multipler Sklerose von großem Nutzen sein können gehören nach Wahls:

  • Vitamin D (Vitamin-D-Test nicht vergessen!), 
  • essenzielle Fettsäuren, 
  • Vitamin E und die
  • B-Vitaminfamilie (aktives B12 wie Adenosylcobalamin; Methyl-Folat und Vitamine des B-Komplexes, einschließlich Thiamin (besser als aktive Form Benfotiamin), Riboflavin, Niacin, Pantothensäure bzw. die aktive Form Pantethin und Pyridoxin – auch hier besser die aktive Form P-5-P = Pyridoxal-5-Phosphat). 

Zusätzlich zu diesen Vitaminen sind auch marine Algen wie Seetang, Süßwasser-Mikroalgen und Verdauungsenzyme für MS-Betroffene in Betracht zu ziehen.

Jährliche Labortests

Die Internistin Terry Wahls empfiehlt verschiedene jährliche Labortests, um jeden, der eine persönliche oder familiäre Vorgeschichte mit Gehirn-, Herz- oder anderen komplexen Gesundheitsproblemen hat, auf beunruhigende Anzeichen zu überwachen.

Dazu gehört, ein oder zwei Mal im Jahr ein großes Blutbild, einen Leber- und einen Nierentest durchführen zu lassen, um sicherzugehen, dass Sie die Nahrungsergänzungsmittel richtig verstoffwechseln oder eventuell darin enthaltene Schadstoffe Sie nicht beeinträchtigen. Generell sollten Sie immer auf hochwertige Qualität der Produkte Wert legen, doch auch diese können unterschiedlich vertragen werden.

Jede/r ist einzigartig, mit „einem einzigartigen Satz von Enzymen, die die Chemie unseres Lebens steuern“ und ein Eingriff von außen sollte wohldurchdacht sein. Bei einigen Supplementen (z.B. den fettlöslichen unter den Vitaminen) ist zudem regelmäßig eine Anpassung an die sich verändernden Blutspiegel wichtig. Auch wenn viele Vitamintabletten äußerlich wie bunte Smarties daherkommen, können sie  – noch mehr als ein Zuviel an Smarties – ungesunde Folgen haben. Regelmäßige Messungen verschaffen Sicherheit.

Am besten suchen Sie sich dafür einen Arzt mit der Zusatzqualifizierung “Funktionale Medizin oder Mikronährstoffmedizin” für ein gutes Monitoring.

Außerdem sollte dieser sich mit den synergetischen Effekten der Supplemente auskennen und Sie dementsprechend gut beraten.

Zu den einzelnen Empfehlungen nach Wahls

Vitamin D

Viele Ärzte halten einen Wert von 31 ng/ml für angemessen, doch bei einem so niedrigen Wert ist das Risiko für Autoimmunprobleme und Krebserkrankungen immer noch viermal so hoch wie bei einem höheren Wert. In Jäger- und Sammlergesellschaften und bei Menschen, die naturgemäß in der Sonne leben, liegen die Werte zwischen 80 und 120 ng/ml. Es liegt nahe, dass dies der Wert ist, der am ehesten mit optimaler Gesundheit vereinbar ist. 

In ihrer klinischen Praxis stellt Dr. Wahls jedoch fest, „dass die überwiegende Mehrheit (mehr als 90 Prozent) unter 30 ng/ml liegt, es sei denn, sie nehmen Vitamin-D-Präparate ein, arbeiten in einem Beruf im Freien, bei dem sie den ganzen Tag der Sonne ausgesetzt sind, wobei Arme und Beine (oder der Oberkörper) exponiert sind, oder sie benutzen regelmäßig eine Sonnenbank (mit UVB-Anteil = ultraviolettes B-Licht im Wellenlängenbereich von 280 bis 313 Nanometern, also die Lichtfrequenz, die an den ersten Schritten der Vitamin-D-Bildung beteiligt ist).“  Auch die stete Verwendung von Sonnenschutzmittel verhindert leider eine ausreichende Vitamin-D-Bildung, denn diese blockieren die Lichtfrequenz, die unsere Haut zur Bildung von Vitamin D benötigt.

Übrigens: In Gesellschaften, die viel Sonnenlicht ausgesetzt sind, gibt es keine besonders hohe Inzidenz von Hautkrebs oder Melanomen. Die ständige Sonneneinstrahlung, das Fehlen von Sonnenbränden und eine nährstoffreiche Ernährung könnten ein Grund dafür sein, dass ihr Krebsrisiko viel geringer ist als das unsere. 

Sonnenbrand gilt es unbedingt zu vermeiden und dafür müssen Sie Ihre Sonnenexposition gleich im Frühling schrittweise erhöhen. Wenn Sie sich so lange der Sonne aussetzen, dass Sie an den Armen und Beinen eine LEICHTE Rötung haben, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen (und den Kopf besser beschatten!), hat Ihre Haut im besten Fall schon 20.000 I.E. (internationale Einheiten) Vitamin D bilden können (bei empfindlicher Haut DEUTLICH weniger).

Dr. Wahls rät, wenn in Ihrer Familie Hautkrebs oder Melanome vorkommen, und Sie nicht von Beginn des Frühlings an vorsichtig schrittweise erhöhen können, ist es vielleicht besser, Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. Mindestens während des Winterhalbjahres sollten dies sowieso alle nicht in Äquatornähe Lebenden und besonders Immunerkrankte. Niedrige Vitamin-D-Werte werden z.B. mit einem höheren Risiko einer Verschlechterung der MS-Symptome und einer höheren Rückfallquote in Verbindung gebracht.

Zu Beginn einer Supplementation empfiehlt es sich dringend, alle paar Monate einen Vitamin-D-Test durchführen zu lassen, bis Sie Ihren Vitamin-D-Spiegel auf den Zielwert gebracht haben, und ihn dann ein- oder zweimal pro Jahr zu überprüfen, um sicherzustellen, dass Sie ihn im Zielbereich halten. Denn alle fettlöslichen Vitamine können sich anreichern und übermäßig hohe Werte erreichen. Es gibt auch Test-Kits für zu Hause.

Dr. Wahls meint, „obwohl der Bedarf an zuzuführendem Vitamin D vom Breitengrad, in dem Sie leben, dem Pigmentierungsgrad Ihrer Haut und der Zeit, die Sie ohne Sonnenschutz im Freien verbringen, abhängt (Anm.: und ein ganz klein wenig von der Ernährung), benötigen viele Menschen, die in geschlossenen Räumen leben und arbeiten, in den Wintermonaten, in denen sie kein Vitamin D bilden können, zwischen 4.000 und 8.000 internationale Einheiten (I.E.) pro Tag und im Sommer, wenn sie nach draußen gehen können und genug Sonne abbekommen, um eine dunkle Bräune zu bekommen, zwischen 2.000 und 4.000 I.E. pro Tag, die ausreichen, um einen gesunden Vitamin-D-Spiegel zu erhalten.“ 

Außerdem sollten Sie dabei die anderen fettlöslichen Vitamine A, K und E gleichzeitig zuführen, da Ihre Zellen sonst einen Mangel an diesen haben. Der Verzehr von Leber (nur vom Bio-Weiderind!), Grünzeug, Nüssen und fermentiertem Lebertran kann für die Aufnahme dieser fettlöslichen Vitamine sehr nützlich sein. 

Damit Vitamin-D-Ergänzungen wirksam sind, benötigen Sie laut Terry Wahls auch Vitamin K2, insbesondere Vitamin K2MK7. Ihre Darmbakterien stellen Vitamin MK7 aus dem Vitamin K1 in Grünzeug her. Es ist auch in Organfleisch, fermentiertem Lebertran und vitaminreichem Butteröl von grasgefütterten Kühen enthalten. Sie empfiehlt die kaseinfreie Version dieser Öle.

Anmerkung: Eine ggf. durchgeführte individuelle Basistherapie und andere laufende Therapien sowie verschreibungspflichtige Medikamente sollten nicht abgesetzt werden (und dann, nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt), bis man das Wahls-Protokoll solange absolviert hat, dass das Entzündungsgeschehen merklich und nachhaltig allenfalls noch auf niedrigster Stufe abläuft und der Gesamtstatus des Körpers (Oxidation, Stress, Blutdruck, Blutzucker, Gewicht, Psyche, Energie, Bewegungsradius) dies widerspiegelt.

Fazit:
Im Großen und Ganzen – und gerade was das Thema Vitamin D und Sonne betrifft – sind die Empfehlungen von Terry Wahls nahezu deckungsgleich mit dem, was Life-SMS immer wieder aufgrund diverser Studien hier empfohlen hat. Die individualisierte und bewusste lebensstil-orientierte Anpassung der Ernährung und anderer Faktoren sind der Schlüssel zu Stabilisierung und Gesundung.

In einer Fortsetzung dieses Artikels folgen die Wahl’schen Empfehlungen zu weiteren bei MS wichtigen Nährstoffen wie Magnesium, Omega-3-Fettsäuren, B-Vitamine usw.

Folgen Sie also Life-SMS auch 2022 – und bleiben Sie so am Ball der Gesundung!

Ihr Team von Life-SMS


Zur Vertiefung:

Wahls, Terry, Dr.: Multiple Sklerose erfolgreich behandeln – mit dem Paläo-Programm, 2015.
Das Buch ist z.B. in der Rubrik „MultipleSklerose“ bei der Akademie für menschliche Medizin zu finden;
ihr (leider noch nicht auf Deutsch erschienenes) Kochbuch dazu z.B. hier…

Weitere Buchempfehlungen finden sich u.a. bei der Akademie für menschliche Medizin im Bereich neurodegenerative Erkrankungen 

Artikel der NährstoffAllianz “Paleo Ernährung – eine weitere Stellschraube bei Zivilisationserkrankungen?”


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Das alte Jahr ausräuchern mit heilsamen Kraut

Viele kennen es vor allem aus der Kirche: das Räuchern – hier mit Weihrauch, dessen Geruch die Menschen spaltet – und der zum Räuchern fast schon zu schade ist (mehr über über den entzündungshemmenden und immunmodulatorischen Therapieansatz des Weihrauchs bei Patienten mit MS finden Sie in diesem Artikel:

Weihrauch: Vielversprechende Ergebnisse bei der MS Behandlung

Das Räuchern

Der Sinn des Räucherns ist leider zu Unrecht in Vergessenheit geraten. Denn es gibt viel mehr Räucherwerk als nur den wertvollen Weihrauch – und einiges davon hat in der Raumluft antivirale Eigenschaften.

Von daher lohnt es gerade dieses Jahr, diese alte Tradition mal auszuprobieren. Nicht umsonst gibt es z.B. in der Alpenregion immer noch Bauern, die nicht nur ihr Haus sondern vor allem auch die Ställe mindestens zu jedem Jahreswechsel ausräuchern, um Mensch und Vieh besser vor Krankheiten schützen zu können.

© Foto: Molkerei Berchtesgadener Land / https://bergbauernmilch.de/de/information/presse/molkerei-bgl-raeuchern-tradition-1.html

Da so ein Gang durch ein großes Bauernhaus, über den Hof und in diverse Ställe ganz schön lange dauern kann (beim Räuchern macht es ja auch Sinn, nicht zu hetzen, damit der desinfizierende Rauch seine Wirkung voll entfalten kann), haben viele Bauernfamilien die uralten, traditionellen gusseisernen Bügeleisen aufgehoben. Dort hinein wurden und werden glühend heiße Kohlen gefüllt, welchen dann für die Räucherfunktion noch desinfizierende Harze oder ebensolche Kräuter beigelegt werden.

Viren, Winter-Blues und dicke Luft wegräuchern

Neben Weihrauch sollen z.B. auch Fichten- und Zirbenharz, Wacholder und sogar Salbei und Beifuß desinfizierende sowie stark antivirale Effekte haben.

Fichte, Zirbe und Johanniskraut können die Stimmung aufhellen. Bei Johanniskraut kennt man das ja in Form von Kapseln z.B. gegen den Winter-Blues. Doch eine Aufnahme durch beim Räuchern entstehende Aerosole kann mindestens genauso effektiv sein. Denn diese können nachweislich direkt über das limbische System des Gehirns wirken.

Falls in Ihrer Familie beim 2. Corona-Silvester dicke Luft herrscht, machen Sie sie doch durch Räucherwerk erstmal noch ein wenig dicker und nutzen Sie dafür geschickterweise Kräuter wie Rosenblätter, Vanillestange, Zimtrinde oder Nelke, denen nachgesagt wird, dass sie eine friedliche Atmosphäre begünstigen sollen. Vielleicht klappt es ja?

Oder wenn bei allen die Nerven schon richtig blank liegen, vielleicht besser noch Oregano oder Dost (= wilder Oregano). Dessen Aerosole sollen ein nervöses Nervensystem genauso beruhigen können wie Lavendel.

Feuerfest gesucht

Dafür brauchen Sie nicht erst auf der Suche nach einem uralten Guss-Bügeleisen (mit seitlichen Öffnungen) untertauchen, sondern für eine normale Wohnung reicht eine feuerfeste Schale, in die Sie etwas Sand füllen, auf welcher „selbstzündende“ Räucherkohle angezündet wird. Wenn die Kohle vollkommen glüht, legen Sie das Räucherwerk Ihrer Wahl auf (eine kleine Messerspitze in jedem Zimmer frisch). Nach dem Räuchern alle Fenster und Türen einmal weit öffnen.

Aber Achtung: Moderne Rauchmelder könnten so eine uralte Tradition evtl. falsch einschätzen. Dann haben Sie ggf. das Gegenteil eines beruhigenden Räucherabends.

Damit das nicht passiert, ggf. die Kohle erstmal draußen (etwas windgeschützt) durchglühen lassen und beim Räuchergang sehr achtsam sein.

Es geht auch ohne Rauch

Das Ganze können Sie sinnvollerweise auch das ganze Jahr über praktizieren. Und es geht noch viel bequemer mit hochwertigen ätherischen Ölen in einem Diffusor – auf emotionaler Ebene evtl. sogar kraftvoller als mit Räucherwerk. Manche Menschen vertragen Rauch ohnehin nicht– und Rauchmelder haben bei dieser Variante auch nichts zu melden.

Ein besinnliches Weihnachtsfest und einen achtsamen Wechsel in ein neues, gesundes und einfacheres Jahr 2022 – ob mit oder ohne das alte wegzuräuchern – wünscht Ihnen

Ihr Team von Life-SMS


© Foto: Molkerei Berchtesgadener Land


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Das Cannabinoid BCP aus Copaiba als potentere CBD-Alternative

Im Jahr 2020 haben Sie über den Life-SMS-Blog in 2 Teilen Wissenswertes zu Cannabinoiden wie THC und CBD erfahren.

Was ist das Endocannabinoid-System? Eine Einführung mit Blick auf die MS (I)

Das Endocannabinoide-System: Eine Einführung mit Blick auf die MS (II)

Wegen seiner positiven Wirkungsmöglichkeiten bei MS gingen wir v.a. auf das Cannabidiol (CBD) ein.
Sie erinnern sich an das Fazit?
Frei verfügbare CBD-Präparate können bei MS-Betroffenen eine Vielzahl positiver Effekte auslösen; dies betrifft unter anderem die positive Wirkung auf eine mögliche Darmbakterien-Fehlbesiedlung und das “Leaky gut” Syndrom, die Immunmodulation in Richtung anti-entzündlicher Vorgänge sowie antidepressive und neuroprotektive Wirkungen. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass auch Cannabidiol antispastische und schmerzlindernde Wirkungen hat. Aufgrund der relativ kurzen Halbwertszeit von CBD empfiehlt sich die tägliche Einnahme.

Da CBD im Gegensatz zum THC ja hauptsächlich über den CB2-Rezeptor wirkt, hat es obige positive Wirkungen aber kaum psychoaktive Reaktionen (für welche THC bei den einen beliebt und bei den anderen sehr unbeliebt und teilweise gesundheitsbeeinträchtigend ist).

Heute stellen wir ein weiteres gesundheitsförderndes Cannabinoid vor, dass dem CBD sogar überlegen sein kann: BCP

Beta-Caryophyllen (BCP )

Es findet sich z.B. in hochkonzentriertem Black-Pepper-Öl aber in größeren Mengen v.a. im Harz des südamerikanischen Copaifera-Baumes, das Copaiba genannt wird.

Copaifera_officinalis_-_Köhler–s_Medizinal-Pflanzen-047

Die wichtigste chemische Komponente des Copaifera-Baum-Harzes Copaiba ist Oleoresin mit Beta-Caryophyllen (BCP), eine chemische Substanz, die auch zu den Cannabinoiden gezählt wird. Denn als Cannabinoid gilt eine Substanz, die mindestens einen CB-Rezeptor anspricht.

Genau wie CBD-Öl kann hochwertiges Copaiba-Öl eine gesunde Entzündungsreaktion unterstützen und eine positive Beeinflussung der Stimmung haben. Es ist auch ein starkes Antioxidans, das die Gesundheit des Immunsystems fördert – gerade bei Multiple Sklerose alles wichtig. Aber Beta-Caryophyllen (BCP) interagiert ausschließlich mit CB2- und nicht mit den psychoaktiv wirksamen CB1-Rezeptoren – es ist sogar hundertprozentig THC-frei, da dieses gar nicht im Copaifera-Baumharz vorhanden ist – und kann deswegen gefahrlos angewendet werden. Der THC-Gehalt in CBD-Ölen darf übrigens offiziell nicht höher als 0,2 % sein, aber dies wird von vielen Herstellern und Anbietern gar nicht getestet.

Copaiba-Öl beeinflusst die Zellkommunikation, sowie die neurale Reizübertragung

Durch den Einfluss von Betacaryophyllene (BCP) auf das endocannabinoide System wird u.a. die mitochondriale Funktion erhöht (Zellstoffwechsel), Schmerz reduziert und Neurodegeneration vermindert.
Copaiba-Öl kann so nicht nur unterstützend sein für die Gesundheit des Herz- Kreislauf-, Immun-, Verdauungs- sondern auch des Nerven- und Atmungssystems. Es ist der Hauptbestandteil Caryophyllen, dem die neuroprotektive Wirkung und kardiovaskuläre Vorteile zugesprochen werden – und der in CBD-Öl in wesentlich niedrigerer Konzentration vorhanden ist.
Von hochkonzentriertem Copaiba-Öl reichen 1 bis 2 Tropfen z.B. in Wasser oder Tee, um die Gesundheit zu unterstützen.
BCP kann nicht nur das Nervensystem und gegen chronische Entzündungen unterstützen, sondern wie CBD auch Anspannung (mentale wie muskuläre) und ängstliche und niedergeschlagene Gefühle lindern. Zudem hat es noch eine schützende Wirkung auf Nieren, Leber und andere Organe.

Konkrete Anwendungsbeispiele

Copaiba statt CBD-Öl klappt prima zum Einschlafen und ggf. um Spastiken (auch organische wie z.B. verkrampfter Darm) zu lockern (wirkt beruhigend auf das Nervensystem und die Muskulatur) und es kann wie CBD auch schmerzstillend wirken – je nach Schmerzursache (sehr gut z.B. bei Zahnnervschmerzen; hierzu einfach einen Tropfen auf das Zahnfleisch um die betroffene Stelle auftupfen).
Äußerlich angewendetes Copaiba (z.B. sich die Hände oder Füße damit einreiben) kann wohl einen ähnlichen anspannungslösenden Effekt haben wie eine innerliche Anwendung. Die innerliche ist hierbei jedoch meist stärker. Allerdings ist für die Einnahme ein hochwertiges, hochreines Öl, welches dafür zugelassen ist, unabdingbar! Daher erklären sich teils die Preisunterschiede.
Es gibt hochwertige Copaiba-Produkte (reinste ätherische Öle), die 55% BCP (Beta-Carophyllen) enthalten. Die CB2-Aktivierung korreliert mit der Konzentration von BCP (je mehr BCP desto mehr Aktivierung). CBD-Öl enthält 35% BCP und es wird vermutet, dass genau dieses BCP in CBD-Öl für dessen positiven Eigenschaften verantwortlich ist, weshalb es Sinn macht, direkt reineres BCP in Form eines guten Copaiba-Produktes einzunehmen (dann könnte der positive Effekt höher sein).

Fazit: Copaiba kann eine sinnvolle, da potentere Alternative zu CBD-Produkten sein. Beide können bei MS-Betroffenen eine Vielzahl positiver Effekte auslösen; dies betrifft unter anderem die Immunmodulation in Richtung anti-entzündlicher Vorgänge sowie antidepressive, neuroprotektive und schmerzlindernde Wirkungen.

Genau wie bei CBD-Ölen gilt hier:
Falls Sie ein Copaiba-Öl anwenden möchten, achten Sie bitte unbedingt auf die Herkunft. Viele im Internet angebotene Produkte sind zweifelhafter Herkunft, u.U. mit Pestiziden oder Herbiziden belastet oder weisen zweifelhafte Inhaltsstoffe auf. Greifen Sie auf Hersteller mit überprüfbaren Qualitätssicherungs- und Produktionsverfahren (erkennbar an Zertifikaten und Analysen) Produkte zurück.

© Illustration: Franz Eugen Köhler, Köhler’s Medizinal-Pflanzen

Quellen:

Copaiba – ein kleiner wissenschaftlicher Einblick

Der Unterschied zwischen Copaiba-Öl und Cannabis-Öl

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Pilates-trainierte MS-Betroffene stürzen seltener – und vermutlich auch weniger schlimm

Pilates ist zu einer beliebten Trainingsart geworden, um den Körper einerseits zu stärken und andererseits zu entspannen. Im Gegensatz zum traditionellen Krafttraining, das sich auf einzelne Bewegungen konzentriert, zielt Pilates-Training darauf ab, mehrere Muskelgruppen auf einmal zu trainieren. Dies ist besonders für von Multiple Sklerose Betroffene interessant. Mit Pilates kann nicht nur dem Schwund an Muskelkraft entgegengewirkt werden. Pilates-Training kann darüber hinaus bei der Verbesserung der Gleichgewichtsfähigkeit helfen, Haltungsfehler verbessern, die Rate der Spastizität verringern und schließlich das Sturzrisiko senken.

Gerade das stets vorhandene oder gedachte Risiko eines Sturzes führt bei vielen MS-Betroffenen zu einem geringen Maß an körperlicher Aktivität, was einen Teufelskreis aus weiterem Verlust an Muskelkraft und funktioneller Kapazität bedingt. Denn gerade körperliche Aktivität und Bewegung verbessern die Bewegungsstörungen und reduzieren das Sturz-Risiko bei MS-Patienten und helfen ihnen, den wichtigen regelmäßigen sozialen Aktivitäten weiterhin nachzugehen.

Körperhaltung ist ein Spiel mit vielen Systemspielern

Um die Körperhaltung zu kontrollieren, müssen die drei „Systeme“ zusammenspielen, die gemeinsam das Haltungskontrollsystem ausmachen: Nerven, Muskeln und Skelett. Daher können Methoden wie Pilates, die diese Systeme koordinieren und zusammenführen, effektiv zu einer Verbesserung von Gleichgewicht und Bewegungskontrolle führen.

Das bestätigt auch eine neue randomisierte Studie zum Effekt von 12 Wochen Pilates-Training auf das funktionelle Gleichgewicht bei MS-Patienten [1].

Die Interventionsgruppe erhielt Pilates-Übungen zur Verlängerung der Brustwirbelsäule, Kräftigung der Bauchmuskulatur, Kernstabilisierungsübungen, Übungen für die oberen und unteren Gliedmaßen und Übungen, um die Haltungsstabilität zu verbessern. Das Trainingsprogramm wurde 12 Wochen lang dreimal pro Woche jeweils 60 Minuten (inkl. Aufwärmen und abschließendem Dehnen) durchgeführt.
Die Schwierigkeit der Übungen (teils z.B. mit Therabändern oder Therapiebällen) wurde schrittweise auf Grundlage der individuellen Fähigkeiten erhöht. Die Trainingsstufe wurde entsprechend der Verbesserung des Probanden gewählt. Durch die schrittweise Erhöhung der Belastung wurde die Rumpfkontrolle während der Übungen zunehmend anspruchsvoller.

Die Kontrollgruppe erhielt kein Pilates-Training sondern nur die übliche Betreuung durch ihren Arzt.
Unerwünschte oder schädliche Ereignisse traten in keiner Gruppe auf.

Die Autoren der Studie kommen zu folgendem Schluss:

Nach 12 Wochen wurden für beide Gruppen Nachmessungen durchgeführt. Dabei wurde ein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen zugunsten der Pilates-Trainingsgruppe bei den funktionellen Gleichgewichts-Scores beobachtet. Diese Gleichgewichtsverbesserung kann aus der Verbesserung der körperlichen Fitness resultieren, wie z.B. der Steigerung der Ausdauer der muskulären Kraft, insbesondere der der Rumpfmuskulatur.

Diese Studie bestand zwar nur aus wenigen (und ausschließlich männlichen) Teilnehmern und es fehlt eine Langzeitkontrolle, aber ihre Ergebnisse stimmen mit denen früherer Studien überein. ([2] Sisi et al., 2013; [3] Bulguroglu et al., 2017; [4] Küçük et al., 2016; [5] Kalron et al., 2017).

Was bedeutet das nun für Betroffene?

Pilates-Training erhöht das funktionelle Gleichgewicht und vermindert weitere bekannte Risikofaktoren für Stürze bei MS-Patienten.

Positiv ist, dass die Umsetzung relativ einfach ist und vielen MS-Betroffenen umfangreichen Nutzen bringen kann. Pilates-Übungen basieren auf einigen gerade bei MS wichtigen Prinzipien wie guter Körperkontrolle und Stabilität zur Haltungskontrolle, tiefer Atmung und Erhöhen des Bewegungsumfangs. Mit mattenbasiertem Pilates-Training können auch die teilnehmen, die nicht mehr stehend trainieren können und im Gegensatz zu vielen anderen Trainingsarten erhöht sich die Körpertemperatur weniger, sodass auch vom Uthoff-Phänomen Betroffene sich vorsichtig ans Training wagen dürfen.

Sprechen Sie Ihren Physiotherapeuten darauf an oder probieren Sie einen Schnupper-Pilates-Kurs in einem guten Sportstudio.

In diesem Sinne bleiben Sie – trotz eventueller momentaner Studioschließungen – im wahrsten Sinne des Wortes am Ball und trainieren auch gerade jetzt ihren Körper.

Ihr Life-SMS Team


Referenzen:

[1] Gheitasi, M., Bayattork, M., Andersen, L. L., Imani, S., & Daneshfar, A. (2021). Effect of twelve weeks pilates training on functional balance of male patients with multiple sclerosis: Randomized controlled trial. Journal of bodywork and movement therapies25, 41–45. https://doi.org/10.1016/j.jbmt.2020.11.003

[2] Sisi, S. Z. H., Sadeghi, H., & Nabavi, S. M. (2013). The effects of 8 weeks of rebound therapy and Pilates practices on static and dynamic balances in males with multiple sclerosis. Advances in Environmental Biology, 4290+

[3] Bulguroglu, I., Guclu-Gunduz, A., Yazici, G., Ozkul, C., Irkec, C., Nazliel, B., & Batur-Caglayan, H. Z. (2017). The effects of Mat Pilates and Reformer Pilates in patients with Multiple Sclerosis: A randomized controlled study. NeuroRehabilitation41(2), 413–422. https://doi.org/10.3233/NRE-162121

[4] Küçük, F., Kara, B., Poyraz, E. Ç., & İdiman, E. (2016). Improvements in cognition, quality of life, and physical performance with clinical Pilates in multiple sclerosis: a randomized controlled trial. Journal of physical therapy science28(3), 761–768. https://doi.org/10.1589/jpts.28.761

[5] Kalron, A., Rosenblum, U., Frid, L., & Achiron, A. (2017). Pilates exercise training vs. physical therapy for improving walking and balance in people with multiple sclerosis: a randomized controlled trial. Clinical rehabilitation31(3), 319–328. https://doi.org/10.1177/0269215516637202


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Gastbeitrag: Aktiv gegen MS – What makes you running?

Ein Mutmach-Beitrag von Insa*

What makes you running?“ – wurde ich vor kurzem in einem Fragebogen gefragt. Meine Antwort: Den Kopf frei bekommen. Draußen sein. Fit bleiben. Sich stark fühlen. Damit können sich wohl 99 % aller LäuferInnen identifizieren.
Doch es gibt noch einen anderen Grund, warum ich laufe. Denn 2018 wurde bei mir Multiple Sklerose diagnostiziert. MS – eine Krankheit, die ja erst einmal nicht so viel mit Laufen zu tun hat, eher im Gegenteil. Heute trainiere ich für einen Halbmarathon und meinen ersten Marathon im September und bin schneller als je zuvor. Wie das kam? Davon möchte ich euch heute erzählen.

image: Insa beim Training
Insa beim Training

Aktiv gegen MS – meine Heilungsreise

„MS, sitzt man damit nicht irgendwann im Rollstuhl?“ – wurde ich neulich mal wieder gefragt. Klar, das kann passieren. Doch ich bin eine Kämpferin und habe mich damals, als ich die Diagnose bekommen habe, dazu entschieden, selbst aktiv zu werden und alles, was in meiner Macht steht zu tun, um gesund zu sein und zu bleiben.

Dass man selbst aktiv werden kann und einiges für seine Gesundheit tun kann, auch in Ergänzung zur Schulmedizin, habe ich durch meine Amenorrhö gelernt. Amenorrhö ist, wenn die Periode ausbleibt für einen Zeitraum von mehr als 3 Monaten. Bei mir war das mehr als zwei Jahre der Fall, von Sommer 2015 bis Ende 2017. Die Ärzte konnten mir nicht helfen. Ihre einzige Idee: Zurück zur Pille. Doch ich wollte keine künstlichen Hormone mehr nehmen und verstand die Amenorrhö als Zeichen meines Körpers, das gerade etwas nicht in Balance ist. Meine Heilungsreise begann ich auf meinem Blog www.prettyprettywell.com zu dokumentieren, mit dem ich mittlerweile schon vielen Frauen dabei helfen konnte, ihre Periode zurück zu bekommen. Heute vermute ich, dass meine Amenorrhö damals bereits etwas mit meiner späteren MS-Diagnose zu tun hatte.

Ich wollte zunächst einfach nur heilen. In Ruhe. Und die Diagnose so weit wie möglich ignorieren.

Mit der MS-Diagnose durchlief ich einen ähnlichen Prozess wie bei meiner Amenorrhö damals – erst ignorierte ich das Ganze. Dann wurde ich wütend, traurig, whatever. Schluchzte: Warum ich?! Dann krempelte ich die Ärmel hoch und machte mich auf meine Heilungsreise.

Die Macht der Worte

Auch mithilfe von lsms.info und Sven Böttcher begann ich Dinge zu identifizieren und zu ändern, die bei mir wahrscheinlich mit zum Ausbruch der Krankheit geführt haben.

Zudem war direkt für mich klar, mir nur positive Geschichten von Menschen, die ebenfalls mit MS diagnostiziert wurden, anzuhören und ich verzichtete komplett darauf, mich durch Foren und Chats im Internet zu klicken. Wenn Freunde und Bekannte von meiner Diagnose hörten und dann anfingen mit: „ah ich kenne auch jemanden mit MS…“, dann sagte ich immer zuerst: „Ist es eine gute Geschichte, oder nicht? Denn sonst möchte ich sie nicht hören.“ Das mag naiv klingen. Doch es war mein Rettungsanker damals, 2018, als meine Nerven blank lagen und ich mich langsam erholte.

Als Marketing-Frau, Bloggerin und Yogini weiß ich: Worte können mächtig sein. Deswegen sage ich auch NIE: Ich habe MS. Sondern immer: Ich wurde damit diagnostiziert. Selbst bei Ärzten habe ich schon Überweisungsscheine reklamiert. Auf einem stand mal: „blablabla wegen akuter Schübe.“ Das habe ich sofort ändern lassen. Denn den Schuh von Schüben im Plural ziehe ich mir nicht an, bislang hatte ich einen Schub und das soll gefälligst auch so bleiben.

Warum ich laufe

Ich war schon immer eine Läuferin – zu Schulzeiten als Leichtathletin, während Studium und meiner Arbeit als Marketing-Strategin zum Ausgleich. Eben zu besagtem Kopf frei kriegen, draußen sein, fit bleiben und sich stark fühlen.
Ich liebte schon immer das Gefühl, wenn man morgens vor die Haustür geht, die ersten Atemzüge im Freien nimmt und dann lostrabt, die ersten Meter läuft, bis man ein Stück Grün erreicht.
Ich liebte es, die Musik aufzudrehen und mich von Florence and the Machine & Co. durch den Park tragen zu lassen – so muss es sich anfühlen zu fliegen.
Ich liebte es, mit noch klopfendem Herzen und weiten, freien Lungen nach einem Lauf nach Hause zu kommen und meine Muskeln zu spüren.

Laufen als Therapie

Um mit der ganzen MS-Sache klarzukommen, habe ich ebenfalls 2018 eine Therapie angefangen, eine Gesprächstherapie. Das war gut und ich habe auch recht viel geweint jedes Mal am Anfang. Doch mit meiner zunehmenden Genesung wurden die wöchentlichen Termine „auf der Couch“ immer mühseliger. Ich merkte: Das, was ich brauchte, war keine Gesprächstherapie. Ich brauchte das Laufen! So brach ich die Therapie ab und schwor mir, meine Montagabende von nun an statt auf der Couch draußen beim Laufen zu verbringen.
Long runs statt Therapie! Oder besser: Long runs als Therapie.
(Ich spreche hier nur aus meiner Erfahrung. In vielen Fällen macht eine Therapie sicherlich absolut Sinn und wahrscheinlich sollte jeder mal ein paar Stunden „auf der Couch“ verbringen. Bei mir hat es schließlich auch mehr als 20 Sessions gedauert bis ich gesagt habe: Ok, ich glaube es reicht jetzt.)

Meine Entscheidung habe ich noch keinen einzigen Tag lang bereut. Das Laufen macht einfach so sehr meinen Kopf frei und bringt mich zurück in meine Kraft. Das Laufen ist meine Rettung und ich glaube auch, dass es sich positiv auf meine Hormonbalance auswirkt. Noch viel mehr, seit ich eine neue Laufgruppe gefunden habe! Auch diese Gemeinschaft von gleichgesinnten Powerfrauen ist es, die zu meiner Heilung beiträgt.

So geht es mir heute

Heute, fast 2 Jahre nach meiner Hiobsbotschaft, fühle ich mich stärker als je zuvor. Mir geht es sehr gut, das zeigen nicht nur mein Symptomtagebuch, sondern auch meine letzten MRT-Berichte: Die Krankheit befindet sich in Remission steht da, ist also am Abklingen. Keine neuen Entzündungen.

Sicherlich habe ich das meiner Gluten- und Kuhmilch-freien Ernährung, Supplements, Meditation und Mindset-Arbeit, wenig Disstress (der schlechte Stress) und auch meiner Basistherapie mit Ocrevus zu verdanken, die ich bis letzten August gemacht habe, zuletzt mit einer halben Dosis. Und sicherlich haben auch das Laufen und Sport im Allgemeinen, inklusive Yoga, einen großen Teil dazu beigetragen.

Trotzdem bleibt natürlich ein bisschen Angst immer zurück. Das Damoklesschwert einer solchen Diagnose wird wohl mein Leben lang über mir schweben. Was aber auch ok ist; denn es erinnert mich jeden Tag daran, wie endlich das Leben ist und wie dankbar man für jeden Tag sein kann, der einem geschenkt wird.

Dieses Jahr habe ich mir vorgenommen, den Marathon im September in Berlin zu laufen, mein erster bislang. Über meine Laufreise berichte ich auf Instagram @prettyprettywell und in einer monatlichen Kolumne in der Fit For Fun.

Und obwohl das Laufen schon immer wichtig für mich war, so hat es mittlerweile eine neue Bedeutung für mich hinzugewonnen. Denn ich laufe nicht mehr nur für mich und meine Gesundheit, sondern möchte auch allen anderen zeigen, dass eine solche Diagnose kein Weltuntergang sein muss. Sondern, dass es auch eine Chance sein kann.

In dem Sinne: Lasst es euch gut gehen, Pretties!

Und kommt gern zum Anfeuern am 27. September 2020 nach Berlin, ich freue mich.

Eure Insa


Insa ist 32 Jahre alt und lebt als Bloggerin, freie Journalistin & Yoga-Lehrerin in Berlin. 2018 wurde bei ihr eine schubförmige MS diagnostiziert – ein Schock, der schließlich ihre Leidenschaft zum Laufen neu entfachte. Unter dem Motto „Jetzt erst recht!“ trainiert sie für ihren ersten Marathon im September – und ist so schnell wie nie zuvor.

*Der Text ist ein Auszug aus der zweiten Auflage der Life-SMS Veröffentlichung “MS ist keine Einbahnstraße”, die noch vor dem Sommer in diesem Jahr erscheinen soll.

Mehr zum Thema Sport bei MS auch in unserem aktuellen Faktenblatt!

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Das Coimbra-Protokoll: Praxis-Test bestanden oder toxisch bedenklich?

Spitzen-Gespräch: Coimbra-Protokoll bei Autoimmunerkrankungen

Prof. Dr. med. Ulrich Amon ist Facharzt für Dermatologie & Allergologie mit dem Schwerpunkt Autoimmunerkrankungen und Autoinflammation. Darüber hinaus ist er Zertifizierter Arzt für das Coimbra-Protokoll und war bereits mehrfach Referent beim Kongress für menschliche Medizin (2016 & 2018) mit spannenden Vorträgen.

In diesem (zweiten) Spitzen-Gespräch zwischen Prof. Ulrich Amon und Prof. Jörg Spitz geht es um das Coimbra-Protokoll bei Autoimmunerkrankungen. Das Coimbra-Protokoll ist eine ärztlich begleitete Therapie von Autoimmunerkrankungen in Form einer Komplex-Therapie v.a. mit hoher Substitution von Vitamin-D.

Die beiden Professoren beleuchten die wissenschaftlichen Hintergründe, Erfahrungen, Voraussetzungen, Risiken und Perspektiven dieses Behandlungsansatzes.

Folgende Themen werden dabei ausführlich thematisiert und fachkundig zwischen den beiden Medizinern besprochen:
• Wissenschaftliche Hintergründe der Vitamin-D-Sensitivität und des Coimbra-Protokolls
• Vitamin-D als immunprotektives Schutzhormon
• Wirkung von Vitamin K 2
• Erfahrungen mit dem Coimbra-Protokoll bei dermatologischen Autoimmunerkrankungen
• Voraussetzungen, Chancen und Risiken der Anwendung des Coimbra-Protokolls
• Ergebnisse des Coimbra-Protokolls
• Perspektiven und Weiterentwicklung des Coimbra-Protokolls
• Coimbra-Netzwerk und Austausch mit Kollegen – und vieles mehr…

Fazit:
Das Coimbra-Protokoll kann für MS-Erkrankte ein erfolgreicher Weg Richtung Gesundung oder Stabilisierung sein, aber nie ohne engmaschige ärztliche Betreuung durch einen für dieses strenge Protokoll zertifizierten Arzt und nur bei ausreichender Compliance empfehlenswert! Wenn die zwingenden Bedingungen nicht eingehalten werden können, kann das fatatle Folgen haben.

Mehr zum Thema Vitamin D, Sonne und MS auch in unserem aktuellen Faktenblatt!

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Life-SMS und so sonst so: Mikrobiom – Aufzeichnung vom Deutschlandfunk

illustrative Darstellung von Bakterien
© Foto: mcmurryjulie | pixabay.com

An dieser Stelle weisen wir auf aktuelle Beiträge aus dem Netz hin, die einen engen Bezug zu unserem Kernthema lebensstil-orientierte und eigenverantwortliche Behandlung der MS haben. Die dort wiedergegebenen Meinungen dienen als Anregung zur kritischen Auseinandersetzung. Sie entsprechen nicht zwingend den von uns vertretenen Positionen, sind aber in allen Fällen eine Bereicherung der Diskussionsgrundlage. Neuerdings verweisen wir am Ende auch auf aktuelle frei verfügbare Studien – machen Sie sich selbst ein Bild!


Gesundheit und Prävention beginnen in den Verdauungsorganen [deutschlandfunk.de, 10.12.2019]

Eine gesunde Darmflora sorgt nicht nur für eine gute Verdauung, sondern hat auch Einfluss auf das Wohlergehen und die Gesundheit. Gerät dieses sogenannte Mikrobiom aus dem Gleichgewicht, drohen Erkrankungen, die auch andere Organe als den Darm betreffen können (podcast).

Empfehlungen zur Anwendung von Alemtuzumab nach dem Sicherheitsprüfverfahren der EMA [http://www.emed-ms.de/, 5.12.2019]

Nach dem Bekanntwerden schwerer immunvermittelter Nebenwirkungen und infusionsassoziierter Probleme mit Herz und Blutgefäßen einschließlich mehrerer Todesfälle unter dem MS-Therapeutikum Alemtuzumab (Lemtrada®) leitete die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) am 12. April 2019 ein Sicherheitsprüfverfahren ein, das nun mit einer Empfehlung des PRAC beendet wurde. Der Vorstand des KKNMS ordnet die aktuellen Informationen ein.

Herpes-Infektion erhöht MS-Risiko immens [merkur.de/, 3.12.2019]

Wie das Ärzteblatt berichtet, sind Wissenschaftler in einer neuen Studie zu dem Schluss gekommen, dass bestimmte Herpes-Viren das Risiko für Multiple Sklerose erhöhen. Ein Forscherteam um Anna Fogdell-Hahn vom Karolinska Institut in Stockholm wertete die Daten von 8.742 schwedischen MS-Patienten und 7.215 gesunden Probanden aus.

Sonnenlicht oder Vitamin D – Oder vielleicht doch beides?[www.amsel.de, 22.11.2019]

Eine aktuelle Studie zeigt, dass Sonnenlicht ganz unabhängig von Vitamin D die MS unterdrücken kann – zumindest bei der Maus.

Enzephalopathie unter Baclofen [www.apotheke-adhoc.de/, 12.11.2019]

Unter der Therapie mit Baclofen kann es zur Entwicklung von gefährlichen Enzephalopathien kommen. Verstärkt scheint dieses Risiko bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen aufzutreten. Diese Hinweise lieferte eine kanadische Studie, die im Fachjournal „JAMA“ veröffentlicht wurde. Unentdeckte Nierenschäden vor der Therapie könnten somit zu Komplikationen führen.

Leben mit Multipler Sklerose: Strategien zur Bewältigung physischer, emotionaler, sozialer und praktischer Herausforderungen [verywellhealth.com, 31.10.2019]

Es ist unübersehbar, dass das Leben mit Multipler Sklerose (MS) mit Schwierigkeiten verbunden sein kann. Die meisten Menschen denken oft an die körperlichen, wie Schmerzen, Müdigkeit und Mobilitätsprobleme. Aber du musst dich auch mit emotionalen Herausforderungen wie Wut, Veränderungen in deinen sozialen Interaktionen und praktischen Problemen auseinandersetzen, die das Durchstehen des Tages erschweren können.

EMA beschränkt die Anwendungvon Alemtuzumab [pharmazeutische-zeitung.de, 1.10.2019] 

Europäische Arzneimittelagentur (EMA) empfiehlt, den Einsatz des Multiple-Sklerose-Mittels Alemtuzumab (Lemtrada®) deutlich einzuschränken. So solle der Anti-CD52-Antikörper nur noch einer ganz bestimmten Patientengruppe vorbehalten bleiben und in Krankenhäusern mit Intensivstationen verabreicht werden.


Unser besonderer Dank an alle Spenderinnen und Spender, die dafür gesorgt haben, dass wir die Basisfinanzierung für 2019 bei betterplace inzwischen erreicht haben. Ohne Sie würde es dieses Projekt nicht geben!


Abschließend wünschen wir Ihnen einen guten Rutsch in ein gesundes und glückliches Jahr 2020!

Ihr

Life-SMS Team


Aktuelle frei verfügbare Studien:

Morris G, Berk M. The many roads to mitochondrial dysfunction in neuroimmune and neuropsychiatric disorders. BMC Med. 2015;13:68. Published 2015 Apr 1

Buscarinu MC, Fornasiero A, Romano S, Ferraldeschi M, Mechelli R, Reniè R, Morena E, Romano C, Pellicciari G, Landi AC, Salvetti M and Ristori G (2019) The Contribution of Gut Barrier Changes to Multiple Sclerosis Pathophysiology. Front. Immunol. 10:1916.

Linden J, Granåsen G, Salzer J, Svenningsson A, Sundström P. Inflammatory activity and vitamin D levels in an MS population treated with rituximab. Mult Scler J Exp Transl Clin. 2019;5(1):2055217319826598

Forbes JD, Bernstein CN, Tremlett H, Van Domselaar G and Knox NC (2019) A Fungal World: Could the Gut Mycobiome Be Involved in Neurological Disease? Front. Microbiol. 9:3249


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Dr. Stefan Dietsche zum Thema „Schadstoffe und Psyche“ anlässlich des Life-SMS Jahresseminars vom 2.11.2019

Ein Gastbeitrag von Referent Umweltzahnmediziner Dr. med. Stefan Dietsche

Die Zahl der psychischen Erkrankungen in den westlichen Ländern steigt seit vielen Jahren massiv an. So zeigt der aktuelle Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse den Anstieg der Fehltage durch psychische Erkrankungen (Depression, Burnout, Angstzustände):
➢ ein dramatischer Zulauf seit 2000 bis heute um fast 200 %.
Gleichzeitig stiegen die Verschreibungen von Psychopharmaka im selben Zeitraum um ca. 400 %.

Diagramm der TK mit Fehltagen wegen psychischer Erkrankungen

Fazit also: mehr Kranke und noch mehr symptomatische Medikamente, die offensichtlich nicht genügend helfen.

Was sind die Ursachen für diese Zunahme?

Die Depression wird hauptsächlich ausgelöst durch einen Mangel an Serotonin, dem „Glückshormon“. Gibt es zu wenig davon, treten depressive Zustände ein. Der Baustein für Serotonin ist die Aminosäure Tryptophan aus der Nahrung.

Nun gibt es viele Ursachen für die Entstehung eines Serotoninmangels. Hier einige davon:

• Systemische Erkrankungen
Bei PatientInnen mit chronisch-entzündlichen oder Autoimmunerkrankungen (Rheuma, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen u.v.m.) werden dauerhaft sogenannte Zytokine, wie TNF-alpha, Interleukin1 und 6 produziert. Diese verhindern die Umwandlung des Tryptophan zu Serotonin.
Die Aussage „Die Depression ist ein fester Bestandteil der chronischen Entzündung“ ist also wissenschaftlich gesichert.

• Fruktose-Überschuss
Fruktose aus der Nahrung konkurriert mit dem Tryptophan an der Darmwand. Ein Zuviel an Fruktose führt zu einer Verarmung von Tryptophan im Blut und damit zur Depression.

• Darmentzündungen
90 % des Serotonins wird im Darm gebildet und die Produktion wird durch eine Darmentzündung reduziert.

Grafik möglicher Störfaktoren der Umwandlung von Tryptophan zu Serotonin
Mögliche Störfaktoren der Umwandlung von Tryptophan zu Serotonin (Ⓒ Dr. med. Stefan Dietsche)

• Nährstoffmängel
Von Tryptophan zu Serotonin bedarf es einiger wichtiger Vitamine und Mineralien, die in der heutigen Nahrung nicht genügend enthalten sind und zusätzlich durch Medikamente (z.B. die Pille) „geraubt“ werden.
➢ Eine regelmäßige Substitution ist ggf. notwendig.

• Schadstoffe
Zurück zur systemischen Entzündung. In der Ursachenmedizin wissen wir, dass die chronische Entzündung eine Folge der vielen Schadstoffe in unserer Umwelt ist.
Schimmelpilz in Wohnungen, Formaldehyd in Möbeln, Laminat und Teppichen, Handy- und WLAN-Strahlung, Weichmacher, Duftstoffe…
➢ Sie alle bedürfen eines kritischen Umgangs.

Tatsächlich triggert auch die Zahnmedizin die chronische Entzündung. Problemfelder können sein: Amalgam, tote Zähne/Wurzelfüllungen, Titan oder andere Metalle, Allergien gegen Zahnmaterialien…

Grafik: Mögliche Gefahren durch Zahnbehandlungen
(Ⓒ Dr. med. Stefan Dietsche)

➢ Auch hier ist eine individuelle Testung und kritischer Umgang von höchster Wichtigkeit, da diese Fremdmaterialien 24 Stunden im Körper verweilen, 7 Tage die Woche (der Schimmelpilz hinter dem Schlafzimmerschrank „darf“ nur 6-8 h täglich auf uns einwirken).

• Psyche
Psychischer Stress ist ohne Zweifel ein krankmachender Faktor. Wichtig zu verstehen ist, dass dies aber nur ein Baustein von vielen sein kann. Die alleinige Psychotherapie kann bei der Vielzahl der Faktoren für die Depression nicht dauerhaft zum Erfolg führen.

Tipps bei Depression und oder Schlafstörungen

➢ Verlassen Sie sich nicht nur auf die Psychologie
➢ Lassen Sie Tryptophan im Blut messen!
➢ Nährstoffe und Darmsanierungen sind wichtig
➢ Vorsicht bei WLAN und Handy; informieren Sie sich bei www.diagnose-funk.org
➢ Ein guter Kurzratgeber über Schadstoffe ist „Das Gift steckt im Detail“ (Autor: Dr. med. Stefan Dietsche)
➢ Lassen Sie Amalgamfüllungen fachgerecht unter Schutzmaßnahmen entfernen.
➢ Informieren Sie sich über und nutzen Sie die biologisch verträgliche Zahnheilkunde.

 

Grafik mit Tipps zur Amalgamentfernung
(Ⓒ Dr. med. Stefan Dietsche)

 

 

Herzlichen Gruß
Stefan Dietsche
(Umweltmediziner, Zahnheilkunde)


Sie haben es dieses Jahr nicht geschafft bei unserem Seminar dabei zu sein? Dann können Sie gerne die PDFs der Vorträge inkl. des Vortrags von Dr. Dietsche an der weiter unten genannten Stelle herunterladen. Wir wären aber für eine kleine Spende über betterplace zugunsten des Projektes sehr dankbar! Damit Life-SMS auch nächstes Jahr wieder informative, spannende und gesundheitsfördernde Vorträge präsentieren kann.

Hier finden Sie den Spendenlink:

https://www.betterplace.org/de/projects/16807-life-sms-lebensstilmassnahmen-bei-multipler-sklerose

Und hier geht’s zum Folien-Download:

https://drive.google.com/open?id=1pUh8ltXSiLDU4u59DXVqYbOugOlxN9rp


Life-SMS bedankt sich ganz herzlich bei unserem Unterstützer Dr. Stefan Dietsche für den lebendigen Vortrag und diesen wichtigen und informativen Gastbeitrag!


Abschließend wünschen wir Ihnen und Ihren Lieben alles Gute für die Weihnachtszeit und einen guten Rutsch in ein gesundes Jahr 2020!


Ihr
Life-SMS Team


Und wenn Sie helfen wollen, dass unser Projekt weiterlebt, unterstützen Sie uns über drei einfache Wege!

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