Seminar am 18.6.2016 in Köln: Lebensstilmaßnahmen bei Multipler Sklerose und neurodegenerativen Erkrankungen

In Anknüpfung an die gut besuchten Veranstaltungen im letzten Jahr, findet am 18.6.2016 in Köln in den Räumen des Clarimedis-Hauses der AOK Rheinland/Hamburg von 15:00 – 18:30 Uhr ein weiteres Seminar statt:

Lebensstilmaßnahmen bei Multipler Sklerose und neurodegenerativen Erkrankungen
– Das Life-SMS-Projekt –

Vortragsinhalte:

  • Neurodegenerative Erkrankungen und Lebensstil – Wissenschaftliche Grundlagen und neue Erkenntnisse für Therapie und Prävention, Prof. Dr. med. Jörg Spitz, DSGIP
  • Medizinalpilze in der MS Behandlung – Grundlagen, Wirkungsweise und Einsatz, Dr. med. Gunda Schlink, Praxis für Naturheilverfahren und Traditionelle Chinesische Medizin
  • Die Life-SMS Methodik – Möglichkeiten und Chancen der selbstbestimmten Behandlung von Multipler Sklerose über Lebensstil-Strategien, Dipl.-Phys. Anno Jordan, DSGIP, Projektleiter Life-SMS

Der Vortrags-Nachmittag richtet sich an Betroffene und Angehörige, Heilpraktiker und Ärzte sowie Interessierte, die mehr über die Zusammenhänge von Lebensstil und Multipler Sklerose und der eigenverantwortlichen Krankheitsbewältigung erfahren möchten.


Die Veranstaltung ist eine Kooperationsveranstaltung der DSGIP – Deutsche Stiftung für Gesundheitsinformation & Prävention und des aKK – alternativmedizinisch-orientierter Kontaktkreis für MS-Erkrankte und deren Angehörige in Köln & Umland.


Die Teilnahme am Seminar ist kostenfrei!

Das vollständige Programm und organisatorische Details können Sie hier herunterladen!

Anmeldung:
Für eine kurze, formlose Anmeldung an a.jordan@dsgip.de mit Anzahl der teilnehmenden Personen sind wir aus Planungsgründen sehr dankbar.


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Darmbakterien: Baumeister der Myelinscheiden?

Manchmal liefert die Forschung wirklich überraschende Ergebnisse. Anfang April wurde in der Zeitschrift Translational Psychiatry ein Artikel zu einer Studie veröffentlicht, die vielleicht den stärksten Beweis liefert, dass Darmbakterien eine direkte körperliche Wirkung auf das Gehirn haben können. Die Forscher denken, dass es eines Tages möglich sein kann, demyelinisierende Krankheiten wie Multiple Sklerose und auch psychiatrische Störungen zu behandeln, indem die Zusammensetzung der mikrobiellen Darmflora der eine oder anderen Weise verändert wird. (Bem.: Das denken wir übrigens schon seit längerer Zeit)
Darmbakterien E. coli
Das Ganze wurde zwar zunächst nur im Mausversuch gezeigt, aber mit dem gleichen Ansatz wie in einer früheren Studie, verglichen die Forscher Genexpressionsniveaus in keimfreien Mäusen mit denen bei normalen Tieren. Sie identifizierten etwa 90 Gene, die in den keimfreien Tieren unterschiedlich exprimiert wurden und zu ihrer Überraschung fanden sie, dass bei einer Handvoll dieser Gene bekannt war, dass sie eine Rolle in der Myelinisierung spielen. Diese Gene scheinen im präfrontalen Kortex von keimfreien Mäusen viel aktiver als bei anderen Tieren zu sein. Einige der Gene, die sie identifiziert haben kodieren Proteine, die die strukturelle Komponenten von Myelin bilden, während andere eine regulatorische Rolle bei der Myelinbildung spielen.

Leider ist heute noch nichts über die ideale Zusammensetzung der Darmflora für eine optimale Remyelinisierung bekannt, allerdings weiß man schon heute, dass die Zusammensetzung der Mikrobiota einen entscheidenden Faktor bei neurodegenerativen Erkrankungen spielt. Derartige Erkenntnisse könnten daher schließlich zu neuen Behandlungen führen, die über Präbiotika, Probiotika, oder sogar Fäkal-Transplantationen neue Behandlungsmöglichkeiten bei Multipler Sklerose und anderen demyelinisierenden Erkrankungen eröffnen.

Hier kann die Studie in der Vollversion nachgelesen werden:

Hoban, A. E., et al. (2016). Regulation of prefrontal cortex myelination by the microbiota. Transl. Psychiatry, DOI: 10.1038/tp.2016.42

Eine gute Zusammenfassung findet sich in theguardian vom 5. April.

Was uns über den Zusammenhang Darmflora und MS bekannt ist, können Sie im entsprechenden Faktenblatt nachlesen: Faktenblatt Darmflora und MS

Fazit: Bei MS-Patienten kann die Darmflora ein entscheidender Faktor bei der Stabilisierung und Erholung sein. Sprechen Sie mit einem Arzt oder Therapeuten, der sich dieses Umstands bewusst ist und die Sache ernst nimmt.


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Von der Kunst einen guten Therapeuten zu finden…

Manchmal beschleicht einen als Patientin oder Patient das ungute Gefühl in der Medizinfabrik und Geldproduktionsmaschine (für Big Pharma) gelandet zu sein. Kurzes Gespräch, komplexe Diagnostik, Einordung in eine Schublade, Auswahl eines Medikaments aus dieser Schublade und dann ständige Belieferung mit diesem angeblich hilfreichen Produkt (möglichst bis ans Lebensende). Empathie, Einfühlungsvermögen, ganzheitliches Denken oder auch nur ausreichend Zeit, oft Fehlanzeige. Falls es Ihnen noch nie so gegangen ist, gehören Sie zu den wirklichen Glücklichen!

Wahrscheinlicher ist, dass Sie sich Ihr persönliches therapeutisches Netzwerk langsam aufbauen müssen und Ihre Therapeutengruppe, vom Neurologen über den Hausarzt bis zum Heilpraktiker oder Physiotherapeuten sukzessive optimieren müssen. Aber welche Kriterien oder Eigenschaften Ihrer Ärztin und Ihres Heilpraktikers spielen für den Heilungserfolg eine wesentliche Rolle? Dr. Wolfgang Weihe hat hierzu schon im 2006 erschienen Buch „Multiple Sklerose“ Kriterien für Neurologen aufgestellt, die wir für die nachfolgende Liste als Grundlage genommen und etwas verfeinert haben. Diese gelten dann für jede Therapeutin oder jeden Therapeuten.

Der Arzt oder Therapeut:

  • nimmt sich Zeit und zeigt Empathie,
  • versucht Fachchinesisch zu vermeiden, nimmt Ihre Fragen ernst und beantwortet Sie geduldig,
  • lässt Sie bei Behandlungen mitentscheiden und agiert als Berater und nicht als Halbgott,
  • zeigt Erfahrung und ist auf dem aktuellen Stand der Forschung bzw. seines Fachgebiets, interessiert sich für Sie und Ihre persönlichen Lebensumstände (Arbeit, Hobbys, Vorlieben, Belastungen…),
  • denkt ganzheitlich, lässt Naturheilverfahren und Alternativmedizinischen Verfahren Raum und setzt auf die Selbstheilungskräfte des Menschen,
  • arbeitet in einem Netzwerk und befragt auch einmal Kollegen
  • hat Humor, strahlt Zuversicht und Enthusiasmus aus,
  • ist auch außerhalb der üblichen „Öffnungszeiten“ im Fall des Falles für Sie da,
  • und nutzt wenn nötig diagnostische Methoden, die über das Standardpaket MS hinausgehen und helfen Ihren „Körperstatus“ und die möglichen Ursachen Ihrer persönlichen MS zu verstehen.

Zugegeben, die Suche eines geeigneten Therapeuten ist eine komplexe und sehr persönliche Angelegenheit. Life-SMS bietet dabei zwei Hilfestellungen.

    • Auf der einen Seite das kleine aber feine Life-SMS Therapeuten-Netzwerk mit Ärzten und Heilpraktikern, die persönlich bekannt sind und in aller Regel in unserem Expertennetzwerk mitarbeiten.
    • Und als zweite Hilfestellung das Taramax-Portal mit Ärzten und Heilpraktikern in Deutschland, die mit ganzheitlichen Methoden arbeiten. Wir haben für Sie dort den Suchbegriff ‘Multiple Sklerose’ schon voreingestellt, sodass Sie weitere Verfeinerungen (Region, Therapiemethoden, etc.) oder die Suche nach anderen Krankheitsbildern eigenständig vornehmen können.

Die Ergebnisse der Taramax-Suche geben einen guten Überblick über die spezifischen Behandlungsmethoden, Kenntnisse und Schwerpunkte der registrierten Ärzte und Heilpraktiker. Insofern ist dieser – für Sie kostenlose Service – aus unserer Sicht eine gute Unterstützung für die Identifikation eines möglichen Behandlungspartners in Ihrer Region.

Und wenn Sie sich bei einem Arzt oder Therapeuten nicht gut aufgehoben fühlen, dann wechseln Sie so schnell wie möglich. Heilung oder Stabilisierung sind in einer solchen Beziehung sehr unwahrscheinlich!

Ach übrigens, für Ärzte und Therapeuten, die auf den patientenzentrierten Behandlungsweg einschwenken oder dort besser werden wollen, empfiehlt sich die Lektüre des kleinen Breviers: Systemische Medizin – Auf der Suche nach einer besseren Medizin, welches z.B. den Buchempfehlungen der Akademie für menschliche Medizin zu finden ist.

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Zu Ostern beieindruckende Bilder…

Statt vieler Worte lohnt sich zu Ostern vielleicht ein Blick in die Bildergalerie des Atman Projektes:

http://www.atman.de/

Der ehemalige Vorstand der Telekom Bern Kolb hat ein mächtiges fotografisches Werk geschaffen, das das Wissen und die Weisheit der Menschen fühlbar macht.

Frohe Ostern und bleiben Sie Gesund!

Ihr Life-SMS Team


 

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Die aktuelle Spendenperiode neigt sich dem Ende zu – Danke!

Liebe UnterstützerInnen, InteressentInnen und Follower!

Wie im Titel des Beitrags schon erwähnt, geht die aktuelle Spendenperiode am 31.3.2016 zu ende. Das Tolle ist, wir haben unser Spendenziel von 7500 € über betterplace bis auf wenige Euro schon heute erreicht! Dafür allen Unterstützerinnen und Sponsoren herzlichen Dank.

Und was fangen wir mit dem Geld an? Die Frage beantwortet sich aus dem hier eingefügten Diagramm. Von den knapp 10.000 € in 2015 investierten Mitteln geht der Hauptteil in die inhaltliche Arbeit und den Betrieb der Webseiten http://www.lsms.info und http://www.life-sms.org (in der Summe knapp 70%).

Ausgabenverteilung Life-S 2015

Hinzu kommen neben den Geldbeträgen freiwillige Zeitspenden, die sich auf 2000-3000 Arbeitsstunden pro Jahr summieren. Das rechnet man dann besser nicht aus.

Wir denken, dass sich die Ergebnisse sehen lassen können. Neben den mehr als 100 Einzelartikeln auf www.lsms.info und den regelmäßigen Newsfeedbeiträgen sind inzwischen eine ansehnliche Anzahl von Gastbeiträgen und Faktenblättern verfügbar. Damit sie nicht lange suchen müssen, hier die direkten Links…

Gastbeiträge:

SOWI-Therapie (Angela Gröschl-Eigenstetter)

Alexander-Technik (Katrin Kluge)

MS und klassische Homöopathie / Fallbeispiele (Norma Gäbler)

Unterstützende Behandlung der Multiplen Sklerose mit Heil- bzw. Vitalpilzen (Dr. Gunda Schlink)

Ketogene und Steinzeit-Ernährung / Wahls Protokoll (Amandara M. Schulzke)

MS besiegt man nicht im Sprint (Felicitas Dorne)

Faktenblätter:

Vitamin D und MS

Zucker und MS

Fettsäuren und MS

Darmflora und MS

Wir arbeiten mit dem „Pay as you like Prinzip“. Das heißt: Der Zugriff auf Gastbeiträge und Faktenblätter ist prinzipiell kostenlos, aber wir freuen uns sehr über Ihre freiwillige Spende via betterplace!

Denn nach dem Spendenjahr ist vor dem Spendenjahr und auch im laufenden Jahr ist wieder ein Betterplace-Budget von ca. 7500 € erforderlich, um dieses Projekt zu finanzieren. Der entsprechende Spendenaufruf ist schon freigeschaltet.

Ihnen allen nochmals lieben Dank, bleiben Sie uns treu und vor allem gesund!

Ihr

Life-SMS Team


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Neues von Tanja: MS besiegt man nicht im Sprint

 „Die Diagnose MS ist nicht das Ende, sondern nur die Herausforderung, einen anderen Weg zu gehen“, weiß Tanja heute.

Tanja Blaue Jacke Gebirge (low res) 2016
Tanja sucht und findet auf dem Weg immer wieder herzförmige Gegenstände, die „Liebe“ symbolisieren.

Rückblick. 24. September  2011. Halbseitig gelähmt wird die 35jährige Passauerin ins Krankenhaus eingeliefert. Verdachtsdiagnose: Schlaganfall. Fünf Tage später steht fest: Sie hat nicht nur ein Loch im Herzen, sondern zusätzlich Läsionen im Gehirn und im Rückenmark vom Hals bis zur Höhe der Brustwirbel. „Sie haben MS. Multiple Sklerose“, sagt der Neurologe. Ihre Freundin bricht in Tränen aus.  Tanja bleibt ruhig, wünscht dem Arzt beim Abschied  „einen schönen Tag“. Vielleicht ist das der Schock. Vielleicht die zuversichtliche Gelassenheit einer Kämpferin, die sich selbst und dem Leben vertraut. Das schwerste für sie ist, ihren Ehemann Jörg und die Töchter Anna-Lena (14) und Sophie (11) so traurig zu sehen.

 

 

Hilflose Schulmedizin

Das Karussell der Schulmedizin beginnt mit Interferon. Die Läsionen verdreifachen sich. Ein zweiter Schub mit halbseitiger Gesichts-lähmung und  dem Verlust des Geschmackssinns vernichtet jede Menge Hoffnung. Die junge Mutter  ist am Tiefpunkt: „Ich dachte, es ist weg.  Aber Scheiße. Ich hab es ja wirklich.“

Mittlerweile lebt die Familie in Australien…

…lesen Sie den vollständigen Artikel als Gastbeitrag von Felicitas Dorne auf lsms.info!

Den Auftakt zu Tanjas Geschichte finden Sie hier:

Tanja läuft den Halbmarathon und unterstützt Life-SMS/lsms.info 


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Medizinisches Denken außerhalb der üblichen Schubladen: 3. Kongress für menschliche Medizin am 16./17.4.2016 in Frankfurt

Zum dritten Mal steht am 16. und 17. April 2016 der Kongress für menschliche Medizin auf der Tagesordnung der Akademie für menschliche Medizin und  der Akademie für Mikronährstoffmedizin.

Wie immer werden zu der Veranstaltung im Biozentrum Campus Riedberg, Universität Frankfurt, mehr als 200 Teilnehmer zu einem Programm erwartet, dass es wieder einmal in sich hat. 

Schwerpunktthema ist in diesem Jahr die Demenz!

Demenz ist viel mehr noch als die Multiple Sklerose ein Problem des modernen Lebensstils: von der Insulin-Resistenz der Gehirnzellen  über Defizite  elementarer Ressourcen  in  weiten Teilen  der  Bevölkerung wie fehlende Mikronährstoffe und Omega-3 Fettsäuren sowie mangelnde Vitamin D-Versorgung für die Gehirnfunktion bis hin zu fehlenden Botenstoffen der Muskulatur als Folge der allgemeinen körperlichen Inaktivität. So verwundert es nicht, dass bei Prävention und Behandlung die gleichen Mechanismen greifen wie bei der MS.

Übrigens finden sich unter den Vortragen aktive Mitglieder des therapeutischen und wissenschaftlichen Netzwerks des Life-SMS-Projektes. So spricht zum Beispiel Dr. Kurt Mosetter über das Thema „Gesunde Zucker – gibt es die?“ und Prof. Spitz berichtet über die „Allianz gegen Demenz“. Unter den Kongressteilnehmern finden sich zudem weitere Vertreter unseres Netzwerks.

Das aktuelle Konferenzprogramm mit aktiven und überzeugten Vertretern einer menschlichen Medizin und Anmeldedetails finden Sie hier!

Verzichten Sie nicht auf die Aha-Effekte des Kongresses und vielleicht sehen wir uns ja in Frankfurt.

Ihr und Euer

Life-SMS Team


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Das therapeutische Potential einer ketogenen Diät bei der progredienten MS

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Über das Thema Low-Carb und ketogene Ernährung haben wir schon verschiedentlich berichtet; z.B.:

Was ist eigentlich ketogene Ernährung – Chancen bei der Behandlung der MS?

Bis vor kurzem wurde Multiple Sklerose rein als entzündliche Erkrankung, ohne besondere Beachtung der signifikanten neurodegenerative Komponente für Krankheitsverlauf und Behinderung, angesehen. Diese Perspektive wird durch Beobachtung einer Dissoziation (Aufspaltung) zwischen Entzündung und Neurodegeneration in Frage gestellt, in der die neurodegenerative Komponente eine wichtigere Rolle für das Fortschreiten der Krankheit spielt.

In einem frei verfügbaren Review Artikel aus „Multiple Sclerosis International, Dezember 2015“ wird dieser Zusammenhang nun umfassend beleuchtet.

Storoni, Mithu; Plant, Gordon T. (2015): The Therapeutic Potential of the Ketogenic Diet in Treating Progressive Multiple Sclerosis. In: Multiple Sclerosis International 2015 (1), S. 1–9. DOI: 10.1155/2015/681289.

Die Autoren kommen zu folgenden Schlussfolgerungen:

Die ketogene Diät birgt Potenzial, die neurodegenerative Komponente von progredienter MS auf der Grundlage der folgenden Beobachtungen aus „in-vitro“- und „in-vivo“-Studien zu behandeln:

  • Die Neurodegeneration wird als der, der progredienten MS zugrunde liegende, pathologische Faktor verstanden.
  • Ein mitochondriale Dysfunktion (Mitochondrien: Kraftwerke der Zellen) kann zu einer reduzierten ATP-Verfügbarkeit führen (ATP: Brennstoff der Zelle). Dies kann die axonalen Atrophie (Gewebeschwund) fördern, was wiederum zu einer Degeneration der Nervenzellen führt.
  • Nach den Ergebnissen der betrachteten „in vitro“ und Tierstudien, erhöht die ketogene Ernährung die ATP-Produktion, fördert die mitochondriale Biogenese und umgeht dysfunktionale Schritte innerhalb der mitochondrialen bioenergetischen Prozesse, erhöht gleichzeitig die Niveaus von Antioxidantien und reduziert oxidative Schäden. Da das axonale Überleben mit einer Erhöhung der ATP-Niveaus und einer allgemeinen Verbesserung der mitochondrialen Funktion korreliert, kann die ketogene Diät einen therapeutischen Nutzen in die neurodegenerative Komponente von MS bieten.

Einfacher ausgedrückt: Eine ketogene Diät hat das Potenzial die Energieversorgung der Nervenzellen und den Schutz der Zellen zu verbessern und kann somit den neurodegenerativen Prozessen bei der MS entgegenwirken.

Auch erste Humanstudien, zum Beispiel an der Charité in Berlin, weisen in diese Richtung. Bevor man aber selbst in eine ketogene Diät einsteigt, sollte man sich auf der einen Seite über Kontraindikationen gründlich informieren (siehe auch erste Hinweise auf lsms.info) und auf der anderen Seite zwingend mit dem behandelnden Arzt Rücksprache halten. Eine ketogene Diät stellt eine massive Umstellung des Stoffwechsels dar!

Generell ist aber jeder und jedem MS-Betroffenen eine zucker- und kohlenhydratarme Diät zu empfehlen. Dazu gibt es ausführliche Hinweise in unserem Faktenblatt Zucker und MS.

Buchempfehlungen (z.B. Dr. Wahls, MS erfolgreich behandeln mit dem Paläo-Programm) finden sich u.a. bei der Akademie für menschliche Medizin im Bereich neurodegenerative Erkrankungen.

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MRT-Scans: Doch nicht so harmlos wie gedacht?

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Unsere (und nicht nur unsere) kritische Haltung zum Nutzen allzu häufiger MRT-Scans ist auf lsms.info schon hinreichend beschrieben; siehe: Bildgebende Verfahren (MRT).

Ganz aktuell kommt aber ein Argument hinzu, was inzwischen sogar den Berufsverband der Deutschen Nuklearmediziner zu einer warnenden Pressemitteilung veranlasste:

„Berlin, Januar 2016 – Das Metall Gadolinium, ein Bestandteil von Kontrastmitteln für die bildgebende Diagnostik im Rahmen einer Magnetresonanztomographie (MRT), kann sich nach der Untersuchung im Gehirn ablagern. Bislang ist unklar, ob die Ablagerungen zu gesundheitlichen Schäden führen. Der Berufsverband Deutscher Nuklearmediziner e.V. (BDN) rät jedoch, die Kontrastmittel vorerst nur bei unvermeidbaren Untersuchungen einzusetzen. Das Herz etwa lasse sich auch mit einer Myokardszintigraphie oder Ultraschall untersuchen, so der Verband. Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat eine Prüfung zu Gadolinium eingeleitet.“ [Quelle: Nuklearmediziner empfehlen alternative Untersuchungen fürs Herz].

MRT-Schnitt durch ein  normales menschliches Gehirn
MRT-Schnitt durch ein normales menschliches Gehirn

Gadolinium ist ein Metall aus der Gruppe der seltenen Erden und wird intravenös verabreicht, um beispielsweise Tumore oder entzündliche Vorgänge im Gehirn oder Rückenmark darzustellen.

Wie eine Gruppe japanischer Wissenschaftler im Rahmen einer aktuellen Studie darstellt, wäre es möglich, dass sich Gadolinium-Ionen aus ihrem Chelat-Komplex lösen und in bestimmten Hirnstrukturen anlagern könnten. Ob es dadurch zu einer Schädigung kommt, konnte in der Studie jedoch nicht festgestellt werden. Es gibt deshalb derzeit noch keine darauf bezogenen Einschränkungen in der Verwendung von Gadolinium-haltigen Kontrastmitteln. Allerdings hat auch die amerikanische FDA eine Untersuchung zur Prüfung der Risiken durch Gadolinium eingeleitet und ruft zu folgendem auf: „We urge health care professionals, patients, and parents/caregivers to report possible side effects involving GBCAs to the FDA MedWatch program“

Für die Experten unter unseren Lesern ist die vollständige Studie hier frei einsehbar:

Kanda, Tomonori; Ishii, Kazunari; Kawaguchi, Hiroki; Kitajima, Kazuhiro; Takenaka, Daisuke (2014): High Signal Intensity in the Dentate Nucleus and Globus Pallidus on Unenhanced T1-weighted MR Images: Relationship with Increasing Cumulative Dose of a Gadolinium-based Contrast Material. In: Radiology 270 (3), S. 834–841. DOI: 10.1148/radiol.13131669.

Und die Konsequenz für uns in Bezug auf MRTs muss somit um einen Halbsatz erweitert werden:

  • Zu Beginn Ihrer Erkrankung bzw. in der Basisdiagnostik ist ein MRT-Bild sinnvoll, um z. B. einen Tumor als Ursache Ihrer Beschwerden auszuschließen.
  • Die prognostische Aussagekraft von MRT-Kontrollen im MS-Verlauf ist höchst umstritten.
  • Die Lage und Auftreten der Läsionen und die Beschwerden des Patienten sind nicht „korreliert“ – sprich: Weniger Läsionen bedeuten nicht zwingend weniger Beschwerden.
  • Für Wissenschaftler sind MRT-Bilder hilfreich. Lassen Sie sich von Ihrem Neurologen erklären, wieso MRT-Bilder für Sie hilfreich sein sollten und bei durchaus bestehenden ungeklärten Risiken der MRT-Untersuchung regelmäßig angewandt werden sollten.

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Neues auf lsms.info: Antibiotika als Chance/ Update Vitamin B12

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Antibiotika als Chance – ein wichtiger Hinweis insbesondere für „Neubetroffene“:

Wer mit einem „klinisch isolierten Syndrom“ (CIS) beim Neurologen landet, sollte diesen dringend fragen, ob er oder sie bitte zunächst einmal ein Breitband-Antibiotikum einnehmen dürfte. Neurologen hören diese Frage zwar nicht gern, verschweigen dann aber (oder wissen davon nichts), dass das relative Risiko, von einem CIS in eine Multiple Sklerose zu rutschen, bei Gabe des Breitbandantiotikums Minocyclin (oder Doxycyclin) um sagenhafte 44,6% reduziert ist.

…hier geht’s zum vollständigen Artikel….

Update Vitamin B12: Vermeiden von Hautreaktionen bei hohen Dosierungen

Überdosierungen von Vitamin B12 können (bei echtem Dauerkonsum) zu unangenehmen Hautreaktionen führen (Pickel, Ekzeme, brüchige Nägel und Haarausfall). Diese lassen sich vermeiden, wenn eine B12-Gabe stets durch täglich Biotin (Vitamin B7) 2,5-5 mg und – je nach Ernährungsprofil (s. Vegetarier) – durch Folsäure (Vitamin B9) 400-800 mcg begleitet wird (*), da der Biotinbedarf steigt. Generell ist es sinnvoll Vitamin B-Komplexe einzunehmen, da die B-Vitamine miteinander in Wechselwirkungen stehen.

…hier geht’s zum vollständigen Artikel….

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