Ein wichtiges Thema „Gemeinsam stoppen wir Glyphosat“ lautet der Appell der Bürgerinitiative global2000

Auch wenn dieses Thema nicht direkt mit Fragen rund um die MS verbunden ist, erscheint es uns mehr als gerechtfertigt diese Info auch über Life-SMS zu verbreiten. Immerhin ist erwiesen, das Glyphosat neurodegenerative Effekte auslöst. Morbus Parkinson ist als Folge des Glyphosat-Einsatzes in Frankreich schon als als Berufskrankheit bei Winzern anerkannt.

Glyphosat birgt hohe Risiken!

Die gesundheitlichen Gefahren des weltweit am häufigsten verbreiteten Breitbandherbizids sind hinlänglich bewiesen. Glyphosat wird vom Agro-Multikonzern Monsanto unter dem Handelsnamen Roundup vermarktet.

Roundup enthält bis zu 15 Prozent POE-Tallowamine (polyethoxylierte Alkylamine, POEA) und die sind giftiger als das eigentliche Glyphosat, verstärken zudem dessen Giftigkeit. Glyphosat allein wirkt schon krebserregend und genotoxisch. In der Kombination mit POEA ist der Effekt ungleich höher. Auch Fruchtbarkeitsstörungen sowie Schädigungen von Leber und Nieren werden mit Glyphosat in Zusammenhang gebracht. Über die Nahrungskette reichert sich das umstrittene Herbizid an. Es wurde bereits in Blut-, Urin und Muttermilchproben nachgewiesen.

Das alles ist bekannt und mehrfach erwiesen. Seit Jahren engagieren sich verschiedene Umweltverbände für ein Verbot des „Dauerbrenners“ aus dem Hause Monsanto. Dennoch ignorieren das Deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und die Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) die wissenschaftlichen Fakten. Die EU will nun das Krebspotenzial erneut von der ECHA prüfen lassen. Warum? Um Zeit zu gewinnen und den Weg zu einer weiteren Zulassung über 2017 hinaus zu ebnen?

Die Bürgerinitiative global2000 fordert:

  1. keine Erneuerung der Zulassung von Glyphosat
  2. Reform des Zulassungssystem für Pestizide hin zu mehr Transparenz und Unabhängigkeit der wissenschaftlichen Studien
  3. verbindliche Reduktionsziele für den Einsatz chemisch synthetischer Pestizide.

Damit global2000 mit diesen Zielen erfolgreich sein kann, werden europaweit eine Million Unterzeichner gebraucht. Mitmachen heißt, sich stark machen für eine gesündere Umwelt und gesundheitliche Prävention!

Also machen Sie mit, wenn Ihnen ein Wechsel zu einer gesünderen Landwirtschaft und zu schadstoffarmen Lebensmitteln ein Anliegen ist!

Hier geht’s zur Intitiative: https://www.global2000.at/glyphosat 

Nicht überzeugt? Dann schauen Sie sich doch die ARTE-Dokumentation zum Thema an (Achtung: Nichts für schwache Nerven!)


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Epigenetik und MS – Computermodelle bestätigen die Life-SMS Empfehlungen

Es ist doch sehr ermutigend, wenn die eigenen Überlegungen auch durch Modelle und Simulationen bestätigt werden. In einer umfangreichen Computeranalyse wurde in der Abteilung Bioinformatik des Fraunhofer-Instituts für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen (SCAI) der Einfluss von genetischen und epigenetischen Faktoren auf das Entzündungsgeschehen bei neurodegenerativen Erkrankungen und Autoimmunerkrankungen an den Beispielen Parkinson und MS untersucht.

Neurodegenerative sowie Autoimmunerkrankungen haben unklare Ätiologien (Ursachen), aber eine wachsende Zahl von Beweisen spricht für eine Kombination von genetischen und epigenetischen Veränderungen, die für die Entwicklung der Krankheit entscheidend sind.

„Epigenetische“ Faktoren – also über äußere Einflüsse gesteuerte Faktoren –  können die Aktivität von Genen regulieren. Dazu gehören chemische Veränderungen der DNA und Proteine in Chromosomen, die Informationen unabhängig von der DNA-Sequenz enthalten. Die meisten dieser epigenetischen Markierungen werden kurz nach der Empfängnis gelöscht. Schadstoffe, Stress, Ernährung und weitere Umweltfaktoren können aber die epigenetischen Marker in Chromosomen dauerhaft verändern und auf diese Weise das Verhalten von Zellen und Geweben beeinflussen. Erstaunlicherweise werden manche dieser erworbenen Veränderungen an Nachkommen weitergegeben.

Oder ganz kurz:

Der Lebensstil und die Umwelt beeinflussen die Genauslese und somit die Verstärkung oder Dämpfung von entzündlichen Faktoren in unserem Immunsystem.

Was das konkret für die Multiple Sklerose bedeutet zeigt das folgende Bild.

Die Abbildung zeigt die verschiedenen epigenetischen Faktoren, die die MS Pathologie regulieren: einschließlich miRNAs (micro RNAs) in den grünen Boxen und Gene in den roten Boxen, Chemikalien in orangen Boxen und biologische Faktoren in den blauen Rauten.

Ganz besonders interessant sind die Lebensstileinflüsse oben rechts  im Kasten:

  • Ernährungsfaktoren wie Vitamin D, die Aufnahme von Obstsäften, Obst / Gemüse, Cerealien, Körnern und Brot sowie der Genuss von Fischprodukten reduzieren das Risiko für  MS, während die Aufnahme von energiereichen Produkten wie tierische Fette, Schweinefleisch, Hot Dogs und Süßigkeiten das MS-Risiko signifikant erhöhen.

Dem sind dann nur noch die Faktoren: Bewegung, mentale Stabilität und Achtsamkeit hinzuzufügen und schon erkennt man die Grundzüge von Life-SMS wieder.

Auch bemerkenswert: Interferon-Beta 1b und Glatirameracetat Acetat (Copaxone®) wirken in diesem Modell nur auf den Wachstumsfaktor BDNF (brain-derived neurotrophic factor), was die beschränkte Wirksamkeit dieser Medikamente erklären hilft!

Die vollständige Studie können Sie hier nachlesen:

Khanam Irin A, Tom Kodamullil A, Gündel M, Hofmann-Apitius M. Computational Modelling Approaches on Epigenetic Factors in Neurodegenerative and Autoimmune Diseases and Their Mechanistic Analysis.Journal of Immunology Research. 2015;2015:737168. doi:10.1155/2015/737168.


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Die Life-SMS-Methodik (II) – Was haben das Verhalten des Dax und des Immunsystems gemeinsam?

Auf den ersten Blick klingt die Frage weit hergeholt, ist sie aber nicht. Im Sinne der Physik kann man beide Systeme, das Finanzsystem und das Immunsystem als komplexe nichtlineare adaptive dynamische System verstehen. Systeme also, die von vielen äußeren und inneren Einflüssen abhängen, nichtlinear reagieren (kleine Änderungen können große Wirkungen haben) und sich adaptiv an ihre Umgebung anpassen. Andere derartige Systeme sind z.B. das Wetter- oder das Erdbebengeschehen.

Der Dax langfristig – www.gevestor.de

Wenn man das Immunsystem als komplexes System im Sinne der Physik versteht, dann folgen bestimmte Eigenschaften, die für solche Systeme charakteristisch sind:

  1. Komplexe Systeme haben ein Gedächtnis. In der Regel sogar ein unendlich langes. Ein Ereignis, das beliebig lange Zeit zurück liegt, kann das aktuelle Geschehen mitunter entscheidend beeinflussen. In Bezug auf die MS bedeutet dies, dass auch Schadeinflüsse aus der Kindheit (z.B. Passivrauchen) ein Auslöser der Krankheit zu einem späteren Zeitpunkt sein können.
  1. Es bilden sich zeitliche oder räumliche Strukturen aus. Das wiederkehrende Auftreten von Schüben oder die Anordnung von Läsionen im Gehirn sind eine Konsequenz dieses Systemverhaltens. Generell ist das Zeitverhalten des Hormonspiegels oder anderer regulierender Stoffe des biologischen Systems Mensch so strukturiert.
  1. Komplexe Systeme sind nie im Gleichgewicht. Physiker bezeichnen diesen Zustand als „selbstorganisierte Kritizität“. Die Systeme nehmen nach einiger Zeit einen scheinbar stabilen Zustand ein. Durch selbstregelnde Prozesse wird Homöostase erreicht. Allerdings können scheinbar kleine Ereignisse eine sehr große, lawinenartige Wirkung auslösen, müssen sie aber nicht. Dies hängt im Endeffekt von der Bandbreite der Selbstregulation ab.
  1. Komplexe Systeme sind nicht klassisch deterministisch. Das bedeutet, ein kausaler Zusammenhang, also ein klare Identifizierung von Ursache und Wirkung, kann i.a. nicht hergestellt werden. Niemand würde auf die Idee kommen, sich ernsthaft zu fragen, weshalb genau zu einer bestimmten Uhrzeit an eine bestimmten Stelle am Himmel eine Wolke bestimmter Größe und Form entstanden ist. Die mikroskopischen Effekte, die zu dieser Strukturbildung geführt haben, sind so verschachtelt und kompliziert, dass sie prinzipiell nicht regelbasiert nachvollziehbar sind.
  1. Komplexe Systeme verhalten sich nicht rein zufällig. Wie schon vorher erwähnt, besteht ein dichtes und über lange Zeiträume wirkendes Netz von Korrelationen. Nur weil wir nicht in der Lage sind, eine Kausalkette aufzustellen, bedeutet das nicht, dass die Reaktion des Immunsystems auf innere und äußere Einflüsse rein zufällig ist. Wäre sie rein zufällig, dann würden katastrophale Ereignisse wie der Ausbruch der MS nicht zunehmend häufiger auftreten.

Und was bedeutet das für den Umgang mit der MS?

Die hier vorgestellten Eigenschaften nichtlinearer komplexer adaptiver System verdeutlichen, dass in medizinischer Hinsicht die entscheidende Erkenntnis in der Berücksichtigung der Systemeigenschaft des Organismus liegt: Es handelt sich beim Organismus um eine Netzwerkstruktur, in der eine Änderung an einer Komponente Einfluss auf alle anderen Komponenten hat. Der Versuch die MS durch genau eine Maßnahme (z.B. das Blockieren der B-Zellenaktivität) in den Griff zu bekommen ist riskant. Das System kann dadurch zusammenbrechen. In ähnlicher Weise wird klar, warum die heutige Standardmedikation nur bei einem Drittel der Patienten (Daumenregel) überhaupt positive Wirkungen zeigt. Das Immunsystem jedes einzelnen Patienten ist eben einzigartig. Oder noch einmal zurück zum Dax: manchmal bewirkt ein fallender Ölpreis einen Anstieg der Kurse, zur Zeit ist eher andersherum.

Konkret bedeutet dies für uns: wir setzen parallel an allen möglichen bekannten Schutz- und Schadfaktoren an und kümmern uns weniger um die spezifische Ursache des Krankheitsausbruchs. Hiermit kommen wir zurück auf das Übersichtsbild aus der Landkarte der Life-SMS-Methodik:

Landkarte der Life-SMS-Methodik

Auch die Landkarte, der auf dieser Grundlage abgeleiteten Maßnahmen, ist im Endeffekt dynamisch. Sie verändert sich im Zuge der wissenschaftlichen Erkenntnis.

Sie wollen mehr zu diesem Thema wissen?

Wenn sie mehr zu Life-SMS auch aus erster Hand erfahren wollen, sind Sie herzlich zu unserem Seminar am  18.06. Köln eingeladen oder nutzen Sie die Informationen auf www.lsms.info oder www.life-sms.org.


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Bei aller Zurückhaltung: auch die konventionelle Medizin erkennt den Einfluss der Darmflora auf die Entstehung der MS

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Der von uns im Faktenblatt Darmflora und MS aufgezeigte Zusammenhang zwischen Mulitpler Sklerose und der Bakterienvielvalt (Mikrobiota) im Darm, gewinnt zunehmend auch in der Schulmedizin Bedeutung, wie ein aktueller Artikel in der Ärzte Zeitung (natürlich mit entsprechenden Einschränkungen) zeigt.

MS kann Ursprung im Darm haben, Ärzte Zeitung vom 25.11.2015

Darmflora und MS - Ärzte Zeitung
Insofern ist allen Betroffenen zu raten das Thema gesunde Darmflora ernst zu nehmen. Dazu muss man auch nicht direkt eine „Stuhltransplantation“ durchführen lassen oder Schweinepeitschenwurm-Eier verspeisen. Eine angepasste und bewusste Ernährung sind schon ein wichtiger erster Schritt der Stabilisierung.

Mehr dazu im Faktenblatt Darmflora und MS auf lsms.info


Hinweis für Kurzentschlossene:

Neurodegenerative Erkrankungen – Schwerpunkt Multiple Sklerose, Veranstaltung am 5.12. in Hamburg


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Manche Lügen haben alles andere als kurze Beine – die große Zuckerlüge

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„Seit unserer frühesten Jugend sind wir daran gewöhnt, verfälschte Berichte zu hören, und unser Geist ist seit Jahrhunderten so sehr von Vorurteilen durchtränkt, dass er die phantastischen Lügen wie einen Schatz hütet – so dass uns schließlich die Wahrheit unglaubwürdig und die Fälschung wahr erscheint.“

Sanchuniathon (irgendwann zwischen 1250 bis 2000 v. Chr.), phönizischer Geschichtsschreiber

Anscheinend hat sich die Zuckerindustrie schon in den 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts intensiv mit dieser Erkenntnis aus der Antike auseinandergesetzt und sie konsequent beherzigt.

Die Arte-Dokumentation “Die große Zuckerlüge” ist daher ein Muss für jeden kritischen Geist und geht weit über das Thema Multiple Sklerose hinaus. Siehe Blogbeitrag:

„Die große Zuckerlüge – eine seit mehr als 40 Jahren andauernde krankmachende Kampagne“ bei der AMM.

Allen denjenigen, denen die Zusammenhänge zwischen Zuckerkonsum und MS nicht oder nur teilweise präsent sind, sei an dieser Stelle noch einmal unser Faktenblatt „Zucker und MS“ empfohlen, welches Sie wie immer bei lsms.info downloaden können.

Fazit: Die Reduktion von Kohlehydraten und vor allem von Zuckern (insbesondere Haushaltszucker, Traubenzucker und Fruktose) gehört zu den wesentlichen stabilisierenden Faktoren beim eigenverantwortlichen Management der MS.


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Sommerlektüre: Brain Maker – Ein Neurologe beleuchtet das Zusammenspiel zwischen Mikrobiota und Gehirngesundheit

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Es gibt sie doch noch: Neurologen, die sich von ausgetretenen Pfaden verabschieden und ganzheitlich denken. Insofern ist Dr. David Perlmutters neues Buch: Brain Maker – “The power of gut microbes to heal and protect your brain – for life“ eine wahre Erleuchtung. Die gut recherchierte und streng wissenschaftlich basierte Information über den Zusammenhang zwischen unserer Darmflora und der Gesundheit unseres Gehirns und des Immunsystems ist so kraftvoll und eindrucksvoll präsentiert, dass das Buch Pflichtlektüre, nicht nur für Neurologen, sondern für jeden an Gesundheitsthemen interessierten Menschen ist. MS ist dabei nur eines der neurodegenerativen Krankheitsbilder, das eng mit der Vielfalt und Arbeitsweise von Mikroorganismen in unserem Verdauungsorgan zusammenhängt. Beeindruckend auch die kurativen Effekte, die eine gezielte Einflussnahme auf die Darmflora auch bei MS auslösen kann.

Lesen Sie die vollständige Buchbesprechung im Newsfeed der AMM. 

Zur Vertiefung sei auch unser Faktenblatt Darmflora und MS empfohlen, in welchem Hintergründe und konkrete Hinweise zum Umgang mit dieser Thematik zusammengefasst sind.

Wir wünschen allen Lesern eine schöne und erholsame Sommerpause!

Ihr Life-SMS Team


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Faktenblatt Darmflora und MS – eine wichtige Säule der Stabilisierung

Wir haben schon verschiedentlich über die Wichtigkeit einer gesunden Darmflora bei einer Vielzahl von Erkrankungen und gerade bei MS berichtet.

Inzwischen haben wir es geschafft die uns bekannten Fakten und daraus abzuleitenden Empfehlungen im Faktenblatt: Darmflora und MS zusammenzufassen. Das hinter Life-SMS stehende Expertennetzwerk war dabei eine wertvolle und entscheidende Hilfe.

Mit einer Gesamtoberfläche von ca. 400-600 m² bildet die DarmschleimDarm-Hirn-Achsehaut die größte Grenzfläche zwischen Organismus und Außenwelt. Nirgendwo sonst im Körper findet ein intensiverer Kontakt mit Fremdstoffen statt als im Darm. Das „dunkle, warme Gebräu“ aus Nahrungsbrei und Schleim enthält neben gesunden Nährstoffen auch gefährliche Keime. Die Darmschleimhaut steht demzufolge in ständigem Kontakt mit potenziellen Schadstoffen. Daraus folgt eine lebenswichtige Doppelfunktion des Darms: Er muss für Nährstoffe durchlässig sein, aber gleichzeitig das Eindringen von Bakterien, Pollen, Nahrungsmittel-Allergenen, Pilzen, Viren und anderen Fremdstoffen verhindern. Gleichzeitig findet man im Darm alle Botenstoffe des Immunsystems, die auch im Gehirn vorkommen.

Hier wird deutlich, wie wichtig eine intakte Darmschleimhaut für die Gesundheit des gesamten Körpers und insbesondere bei Störungen des Immunsystems ist.

Lesen Sie mehr dazu im Faktenblatt Darmflora und MS auf lsms.info!

Wir arbeiten hierbei mit dem „Pay as you like Prinzip„. Das heißt: Das Faktenblatt ist prinzipiell kostenlos, aber wir freuen uns sehr über Ihre freiwillige Spende. Einfach vor dem Download den gewünschten Spendenbetrag im Formular eintragen und über die gewünschte Zahlungsart spenden. Egal wie viel Sie spenden, das Faktenblatt steht Ihnen unabhängig davon zur Verfügung.


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Prof. Andreas Michalsen Prävention und Medizin – Welche Wirkungen der Lebensstil hat!

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Ein Vortrag im Rahmen des Symposiums „Weniger ist mehr“ –
Neue Wege für den Patienten in die Gesundheitsversorgung am 22.05.2015

Das  Symposium fand in der Berliner Repräsentanz der Bosch-Stiftung – mit freundlicher Unterstützung der Carl und Veronica Carstens Stiftung – statt. Gastgeber war Prof. Robert Jütte, Leiter des Institut der Geschichte der Medizin (IGM) der Robert-Bosch-Stiftung in Stuttgart. Er organisierte zusammen mit Prof. Harald Walach von der Europa-Universität Viadrina, Prof. Andreas Michalsen von der Charité und Prof. Stephan Breidenbach von der Viadrina die Veranstaltung.

Prof. Michalsen, der Leiter der Abteilung Naturheilkunde am Immanuelkrankenhaus in Berlin-Wannsee und Professor an der Charité, widmete sich ausführlich den Fragen der Lebensstil-Medizin und –Modifikation. Er zeigt, dass ein Großteil der pharmakologischen Maßnahmen heute nicht Heilung sondern Krankheitsverlängerung bedeuten. Das Prävention und Lebensstilmodifikationen Krankheiten, wie zum Beispiel Alzheimer Demenz oder Herz-Kreislauf-Krankheiten, auf ein Minimum reduzieren könnten, wird teilweise bewusst verschwiegen. Ergometer wirkungsvoller als Stents, Schmerzbekämpfung durch Meditation, Yoga in der Nachbehandlung von Brustkrebs; alles wissenschaftlich erwiesen, aber wer will es hören? Die Macht des Marktes ist zu groß.

Lassen Sie Prof. Michalsen die Fakten darlegen:


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Darm-Mirkrobiota und Immunabwehr des Gehirns

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Ein interessanter Newsfeed-Beitrag von Dr. Elke Jaspers aus unserem Expertennetzwerk, mit freundlicher Genehmigung der mikroLogos GmbH (3.6.2015).


Vor zwei Tagen gab es faszinierende Neuigkeiten in der renommierten naturwissenschaftlichen Zeitschrift „Nature Neuroscience“.

Für alle, die sich schon länger mit der großen Bedeutung der Darmmikrobiota beschäftigen, wird es keine große Überraschung sein – aber eine Freude zu sehen, dass die Wissenschaft die große Bedeutung der Darmmikrobiota für die menschliche Gesundheit mehr und mehr aufklärt.

Kurz gesagt, lauten die Ergebnisse wie folgt:

Die Darmmikrobiota sorgt dafür, dass die Immunabwehr des Gehirns richtig funktioniert und damit Entzündungsgeschehen korrekt im Gehirn „bearbeitet“ werden.Die Darmbakterien sind dafür verantwortlich, dass die Fresszellen des Gehirns (=Mikrogliazellen/Gehirn-Makrophagen) korrekt reifen und arbeiten. Übrigens: Je diverser die Darmmikrobiota zusammengesetzt ist, desto positiver ist ihre Wirkung auf die Mikrogliazellen. Denn möglicherweise können aufgrund der hohen bakteriellen Diversität Nahrungsbestandteile wie insbesondere Ballaststoffe durch das Zusammenwirken verschiedener Stoffwechselfähigkeiten der verschiedenen Bakterienarten gut zu kurzkettigen Fettsäuren abgebaut werden. Diese kurzkettigen Fettsäuren helfen dann nachgewiesenermaßen den Mikrogliazellen, Entzündungsreaktionen korrekt und schnell zu bekämpfen.

Diese Ergebnisse geben nicht nur Hinweise auf die Entstehung neurodegenerativer Erkrankungen wie u. a. Alzheimer, Multiple Sklerose und Parkinson, sondern auch auf die Wichtigkeit der Ernährung. Denn sie ist die Basis für die Darmmikrobiota, kurzkettige Fettsäuren herstellen zu können und bestimmte Bakterienarten zu fördern, die über diese Fähigkeiten verfügen.
Diese kurzkettigen Fettsäuren nicht nur für das Gehirn wichtig, sondern auch für eine intakte Darmschleimhaut, denn die Darmepitelzellen ernähren sich nicht direkt von dem was wir essen, sondern von dem, was unsere Darmbakterien daraus machen. Unter anderem eben – hoffentlich – kurzkettige Fettsäuren, z. B. aus Ballaststoffen wie resistenter Stärke. Diese entsteht aus der „normalen“ Stärke z. B. bei der Abkühlung von gekochten Kartoffeln. Die Stärke ist dann für unsere menschlichen Enzyme nicht mehr angreifbar und bleibt als “Futter“ selektiv für die guten Darmbakterien liegen.

Die geschilderten Ergebnisse sind das Resultat der Arbeit mit keimfreien Mäusen, die ergo keine Darmmikrobiota besitzen. Deren Mikrogliazellen waren kaum in der Lage, auf Entzündungsreaktionen im Gehirn zu reagieren. Wird die Darmmikrobiota wieder durch Kontakt mit normal besiedelten Mäusen regeneriert, „erholen“ sich die Mikrogliazellen. Der Effekt ist also – glücklicherweise – reversibel.

Besonders beeindruckend ist dabei das Ergebnis einer vierwöchigen Antibiotikabehandlung der Mäuse. Die damit einhergehende Schädigung der guten Darmmikrobiota führte direkt zu einer Schädigung der Immunabwehr im Gehirn.

Ob diese an Mäusen erzielten Ergebnisse übertragbar sind, bleibt abzuwarten. Allerdings bestehen dafür gute Chancen, da nach Aussage des Forscher Prof. M. Prinz die Ergebnisse gut zu denen anderer Forschungsgruppen sowie zu früheren klinischen Studien passen.

Eines dürfte allerdings jetzt schon sicher sein: Eine gute Darmmikrobiota ist nie von Nachteil.

Video mit Forscher Prof. Marco Prinz (kurze Zusammenfassung des Sachverhaltes):

Quellen:
D. Erny et al.. 2015. Host microbiota constantly control maturation and function of microglia in the CNS. Nature Neuroscience, online am 2. Juni 2015 veröffentlicht
IDW-Online (https://idw-online.de/de/news631993)

Ergebnis einer großen Studie: HPV-Impfung nicht mit MS assoziiert

Fallberichte haben verschiedentlich einen Zusammenhang zwischen einer Impfung gegen humane Papillomaviren (HPV ) – Auslöser von Gebärmutterhalskrebs – und der Entwicklung von Multipler Sklerose und anderen demyelinisierenden Erkrankungen vermuten lassen.

Eine große Kohortenstudie in Dänemark und Schweden mit knapp 4 Mio. Frauen, von denen knapp 800.000 im Zeitraum von 2006 – 2013 mit dem tetravalenten HPV-Impfstoff Gardasil® geimpft wurden, ergab keine erhöhte Inzidenzrate  in Bezug  auf MS und andere demyelinisierende Erkrankungen wie Neuritis nervi optici, Neuromyelitis optica, transverse Myelitis und akute disseminierte Enzephalomyelitis in den Zeiträumen vor und nach HPV-Impfung.

Die Forscher schließen daraus: „ Diese Ergebnisse unterstützen mögliche Sorgen in Bezug auf einen kausalen Zusammenhang zwischen der qHPV-Impfung demyelinisierenden Erkrankungen nicht.“

Die Studie findet sich hier:

Quadrivalent HPV Vaccination and Risk of Multiple Sclerosis and Other Demyelinating Diseases of the Central Nervous System


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